Leit(d)artikel KolumnenPhantastischesKrimi/ThrillerHistorischesWesternAbenteuer/ActionOff TopicInterviewsHintergründeMythen und WirklichkeitenFictionArchivRedaktionelles

Sidney Poitier - Ein Nachruf

Sidney PoitierSidney Poitier
Ein Nachruf

Sidney Poitier wurde am 20. Februar 1927 in Miami, Florida, USA, geboren. Poitier wuchs auf den Bahamas auf (damals eine britische Kronkolonie),  wo seine Eltern eine Farm auf Cat Island hatten.

Da er aber ungeplant in den Vereinigten Staaten geboren wurde, hatte er automatisch Anspruch auf die US-Staatsbürgerschaft.

Sidney PoitierIm Alter von fünfzehn Jahren wurde er nach Miami geschickt, um bei der Familie seines Bruders zu leben. Mit sechzehn zog er nach New York City und arbeitete dort als Tellerwäscher.

Während des Zweiten Weltkriegs log er im November 1943 über sein Alter und meldete sich bei der Armee. Er wurde einem Krankenhaus der Veteranenverwaltung in Northport, New York, zugeteilt und für die Arbeit mit psychiatrischen Patienten ausgebildet.

Poitier war über die Behandlung der Patienten im Krankenhaus verärgert und täuschte eine Geisteskrankheit vor, um seine Entlassung zu erreichen.
Poitier gestand einem Psychiater, dass er seinen Zustand nur vorgetäuscht hatte doch der Arzt hatte Verständnis und entließ ihn im Dezember 1944 gemäß der  Armeeverordnung.

Nach seinem Ausscheiden aus der Armee arbeitete er als Tellerwäscher, bis ihm ein erfolgreiches Vorsprechen eine Rolle in einer Produktion des „American Negro Theater“ einbrachte.

Daraufhin Poitier trat dem „American Negro Theater“ bei, wurde aber vom Publikum abgelehnt.
Entschlossen, seine schauspielerischen Fähigkeiten zu verfeinern, verbrachte er die nächsten sechs Monate damit, seinen auffälligen bahamaischen Akzent loszuwerden.
Bei seinem zweiten Versuch am Theater, erhielt eine Hauptrolle in der Broadway-Produktion von „Lysistrata“.

1947 war Poitier Gründungsmitglied des „Committee for the Negro in the Arts“, einer Organisation..

Am  29. April 1950 heiratete er Juanita Hardy, von der er sich 1960 wieder scheiden ließ. Das Paar hatte vier Töchter vier Töchter (Beverly, Pamela, Sherri und Gina) zusammen.

1950 holte ihn der Hollywood-Produzent Darryl F. Zanuck nach Hollywood, wo Sidney Poitier in dem Drama „DER HASS IST BLIND“ sein Filmdebüt als Schauspieler gab.

Nach seinem Filmdebüt folgten Rollen in den Filmen wie „DENN SIE SOLLTEN GETRÖSTER WERDEN“ (1952), „UNTERNEHMEN ROTER TEUFEL“ (1952), „ARTISTEN DES SPORTS“ (1954), „DIE SAAT DER GEWALT“ (1955), „EIN MANN BESIEGT DIE ANGST“ (1957) und „WEINT UM DIE VERDAMMTEN“ (1957).

Sidney Poitier1958 spielte er an der Seite von Tony Curtis die Hauptrolle in dem Film „FLUCHT IN KETTEN“

Der Film erhielt acht Oscar-Nominierungen, darunter für den besten Film und für den besten Darsteller für beide Hauptdarsteller, was Poitier zum ersten schwarzen männlichen Darsteller machte, der für einen Academy Award als „Bester Darsteller“ nominiert wurde.

Für seine Rolle in „FLUCHT IN KETTEN“ wurde Poitier 1958 mit dem „Silbernen Bären“ als „Bester Schauspieler“ und 1959 mit dem „British Film Academy Award“ als „Bester ausländischer Darsteller“ ausgezeichnet.

1959 begann Poitier eine neunjährige Affäre mit der Schauspielerin Diahann Carroll.

1959 spielte der Schauspieler in der ersten Produktion von „EIN FLECK IN DER SONNE“ an der Seite von Ruby Dee auf der Broadway-Bühne des „Ethel Barrymore Theatre“, das 1961 mit Sidney Poitier in der Hauptrolle auch verfilmt wurde.

Danach war Poitier in den Filmen „PORGY UND BESS“ (1959), „UND DER HERR SEI UNS GNÄDIG“ (1960) und „SPRACHE DER GEWALT“ (1962).

Sidney Poitier1963 wurde Sidney Poitier für seine Rolle in „LILIEN IM FELDE“ mit „Silbernen Bären“ als „Bester Schauspieler“ ausgezeichnet.

Ein Jahre später erhielt er nicht nur den „GOLDEN GLOBE“, sondern wurde als erster farbiger Schauspieler mit dem OSCAR in der Kategorie „BESTER HAUPTDARSTELLER“ ausgezeichnet.

Sidney PoitierNach Filmen wie „RAUBZUG DER WIKINGER“ (1964), „STIMME AM TELEFON“ (1965), „TRÄUMENDE LIPPEN“ (1965) und „DUELL IN DIABLO“ (1966), war Sidney Poitier 1967 in „IN DER HITZE DER NACHT“ in einer seiner wohl bekanntesten Rollen zu sehen, die des VIRGIL TIBBS.

In dieser Rolle war der Schauspieler auch in beiden Filmen

1970: „ZEHN STUNDEN ZEIT FÜR VIRGIL TIBBS“
1971: „DIE ORGANISATION“

zu sehen.

1972 gab Sidney Poitier mit dem Western „DER WEG DER VERDAMMTEN“ sein Regie-Debüt.

Sidney PoitierZwei Jahre danach erhielt er für seine schauspielerischen Verdienste den Orden Knight Commander of the British Empire (KBE), der mit dem Titel „Sir“ verbunden ist.

Nach den Filmen “DIE WILBY-VERSCHWÖRUNG” (1975), “DREHN WIR NOCH’N DING” (1975) und “AUSGETRICKST” zog sich Sidney Poitier als Schauspieler aus dem Filmgeschäft zurück, drehte danach aber als Regisseur die drei Komödien „ZWEI WAHNSINNIG STARKE TYPEN“ (1980), „DER GEISTERFLIEGER“ (1982) und „FAST FORWARD – SIE KANNTEN NUR EIN ZIEL“ (1985).

Am 23. Januar 1976 heiratete er Joanna Shimkus, mit der er bis zu seinem Tod zusammenlebte. Das Paar hatte zwei Töchter zusammen.

Sidney Poitier1988 kehrte der Schauspieler mit dem Action-Thriller „MÖRDERISCHER VORSPRUNG“ (1988) auf die Kinoleinwand zurück. Danach folgten die Filme „LITTLE NIKITA“ (1988), SNEAKERS – DIE LAUTLOSEN“ (1992) und „DER SCHAKAL“ (1997), seinem letzten Kinofilm.

1990 drehte der Regisseur Sidney Poitier mit der Komödie „GHOST DAD – NACHRICHT VON PAPA“ seinen letzten Film.

Danach konzentrierte er seine weitere Karriere aufs Fernsehen, wo er unter anderem in den beiden Mini-Serien „GLEICHHEIT KENNT KEINE FARBE“ (1991) und „DIE RACHE DER GEJAGTEN“ (1995) sowie in den TV-Filmen „MANDELA UND DE KLERK – ZEITENWENDE“ (1997), „FREE OF EDEN“ (1998), „DAVID AND LISA“ (1998) und „DAS LEBEN IST WAS WUNDERWARES“ (1999) zu sehen war.

2001 war Sidney Poitier in dem Fernsehfilm „THE LAST BRICKMAKER IN AMERICA“ in seiner letzte Rolle zu sehen. Ein Jahr danach wurde ihm der EHRENOSCAR für sein Lebenswerk verliehen.

2009 wurde Poitier von Präsident Obama die „Presidential Medal of Freedom“ ausgezeichnet.

Sidney Poitor verstarb am 6. Januar 2022 in Alter von 94 Jahren in seinem Haus in Los Angeles, Kalifornien, USA.

© by Ingo Löchel

Filmographie
1.    No Way Out/Der Haß ist blind (1950)
2.    Cry, the Beloved Country/Denn sie sollen getröstet werden (1952)
3.    Red Ball Expess/Unternehmen 'Rote Teufel' (1952)
4.    Go Man Go/Artisten des Sports (1954)
5.    Blackboard Jungle/Die Saat der Gewalt (1955)
6.    Good-bye, My Lady (1956)
7.    Edge of the City/Ein Mann besiegt die Angst (1957)
8.    Something of Value/Flammen über Afrika (1957)
9.    Band of Angels/Weint um die Verdammten (1957)
10.    The Mark of the Hawk/Das Zeichen des Falken (1957)
11.    The Difiant Ones/Flucht in Ketten (1958)
12.    Virgin Island (1958)
13.    Porgy and Bess/Porgy und Bess (1959)
14.    All the Young Men/Und der Herr sei uns gnädig (1960)
15.    A Raisin in the Sun/Ein Fleck in der Sonne (1961)
16.    Paris Blues (1961)
17.    Pressure Point/Die Sprache der Gewalt (1962)
18.    Lilies of the Field/Lilien im Felde (1963)
19.    The Long Ships/Raubzug der Wikinger (1964)
20.    The Greatest Story Ever Told/Die größte Geschichte aller Zeiten (1965)
21.    The Bedford Incident/Zwischenfall im Atlantik (1965)
22.    The Slender Thread/Stimme am Telefon (1965)
23.    A Patch of Blue/Träumende Lippen (1965)
24.    Duel in Diablo/Duell in Diablo (1966)
25.    To Sir, With Love/Herausgefordert (1967)
26.    In the Heat of the Night/In der Hitze der Nacht (1967)
27.    Guess, Who’s Coming to Dinner/Rat mal, wer zum Essen kommt (1967)
28.    For Love of Ivy/Liebling (1968)
29.    The Lost Man/Es führt kein Weg zurück (1969)
30.    They Call Me Mister Tibbs!/Zehn Stunden Zeit für Virgil Tibbs (1970)
31.    Brother John (1971)
32.    The Organization/Die Organisation (1971)
33.    Buck and the Preacher/Der Weg der Verdammten (1972)
34.    A Warm December (1973)
35.    Uptown Suturday Night/Samstagnacht oben in der Stadt (1974)
36.    The Wilby Conspiracy/Die Wilby-Verschwörung (1975)
37.    Let’s Do It Again/Drehn wir noch'n Ding (1975)
38.    A Piece of the Action/Ausgetrickst (1977)
39.    Shoot to Kill/Mörderischer Vorsprung (1988)
40.    Little Nikita (1988)
41.    Sneakers - Die Lautlosen (1992)
42.    To Sir, with Love II (1996) (TV)
43.    Mandela and De Klerk/Mandela und De Klerk - Zeitenwende (1997) (TV)
44.    The Jackal/Der Schakal (1997)
45.    Free of Eden (1998) (TV)
46.    David and Lisa (1998) (TV)
47.    The Simple Life of Noah Dearborn/Das Leben ist was Wunderbares (1999) (TV)
48.    The Last Brickmaker in America (2001) (TV)

TV-Serien
1.    CBS Television Workshop (1 Folge, 1952)
2.    The Philco Television Playhouse (2 Folgen, 1952/1955)
3.    Omnibus (1 Folge, 1952)
4.    Kraft Television Theatre (1 Folge, 1955)
5.    Seperate But Equal/Gleichheit kennt keine Farbe (1991) Mini-Serie
6.    Children of the Dust/Die Rache der Gejagten (1995) Mini-Serie


Regie
1.    Buck and the Preacher/Der Weg der Verdammten (1972)
2.    A Warm December (1973)
3.    Uptown Suturday Night/Samstagnacht oben in der Stadt (1974)
4.    Let’s Do It Again/Drehn wir noch'n Ding (1975)
5.    A Piece of the Action/Ausgetrickst (1977)
6.    Stir Crazy/Zwei wahnsinnig starke Typen (1980)
7.    Hanky Panky/Der Geisterflieger (1982)
8.    Fast Forward - Sie kannten nur ein Ziel (1985)
9.    Ghost Dad - Nachricht von Papa (1990)






Der Gästezugang für Kommentare wird vorerst wieder geschlossen. Bis zu 500 Spam-Kommentare waren zuviel.

Bitte registriert Euch.

Leit(d)artikelKolumnenPhantastischesKrimi/ThrillerHistorischesWesternAbenteuer/ActionOff TopicInterviewsHintergründeMythen und WirklichkeitenFictionArchivRedaktionelles

Wir verwenden Cookies, um Inhalte zu personalisieren und die Zugriffe auf unsere Webseite zu analysieren. Indem Sie "Akzeptieren" anklicken ohne Ihre Einstellungen zu verändern, geben Sie uns Ihre Einwilligung, Cookies zu verwenden.