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Feinde sollte man nie unterschätzen - »Against all Enemies«

Against all EnemiesFeinde sollte man nie unterschätzen
»Against all Enemies«

Jeder kannte diese junge US-Schauspielerin, deren Markenzeichen ihr blonder Kurzhaarschnitt wurde, spätestens nach dem sie in Jean-Luc Godards Film AUSSER ATEM neben Jean-Paul Belmondo als Kultfigur die Nouvelle Vague endgültig in den Fokus des Kinos rückte. Jean Seberg ist Ende der Sechziger Jahre jedenfalls längst zu einer internationalen Schauspielikone geworden, die beständig und auch durchaus bewusst beruflich zwischen Hollywood und Europa pendelte.

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Dies lag wohl auch daran, das Seberg nie wirklich warm wurde mit den zumeist dominierenden männlichen Erwartungen und Gepflogenheiten, die man in Hollywood hinsichtlich junger Schauspielerinnen hegte. Denn eigentlich ist Jean Seberg in dieser Zeit als moderne, eigenständige wie eigenwillige Frau geradezu ein Gegenentwurf zu den üblichen Schauspielerinnen mit ihren aufgedonnerten Frisuren, den üppig geschminkten Lippen und dem ewig schmachtenden Blick, welcher stets die Objektive der Filmkameras sucht.

Jean Seberg war aber auch ein politisch denkender Mensch mit einem starken sozialen Sendungsbewusstsein und einer klaren Absage hinsichtlich politisch-rassistischer Realitäten insbesondere auch innerhalb der USA.

Während ihr 24 Jahre älterer, zweiter Ehemann Romain Gary mit ihrem Sohn noch in Frankreich bleibt, beginnt Jean in den USA gleichzeitig ein Verhältnis mit dem ebenfalls verheirateten afroamerikanischen Bürgerrechtsaktivisten Hakim Jamal. Diese Liaison und ihr offener Einsatz für die Black-Power-Bewegung bzw. auch ihr Verhalten bei einer Party hinsichtlich der Black Panther rücken Jean Seberg jedoch recht schnell in das Fadenkreuz des damaligen FBI-Oberen John Edgar Hoover und seinem nicht unbedingt mit dem US-Recht konform laufenden Überwachungsprogramm COINTELPRO.

Für den ehrgeizigen FBI-Agenten Jack Solomon ist es zuerst ein Auftrag wie jeder andere, zumal er zu diesem Zeitpunkt immer noch an die Richtigkeit dieser Art der politischen Menschenjagd glaubt, die schon wegen der politischen Einstellung oder einfach nur wegen der falschen Hautfarbe betrieben wird.

Jean Seberg, die durchaus ein empfindliches Gespür dafür besitzt, was um sie herum geschieht, glaubt zuerst diese plötzliche Aufmerksamkeit für ihren politischen Einsatz nutzen zu können, doch sehr schnell wird ihr bewusst, dass sie alles, nur eben in den USA nicht mehr wirklich sicher ist. Selbst Romain will ihr zuerst nicht glauben, das jedes Wort von ihnen abgehört wird und ist ihr somit keine wirkliche Stütze, als er in den Vereinigten Staaten weilt. Und wenn sie nicht in ihrer Wohnung ist, spaziert Jack Solomon und sein Kollege wie selbstverständlich und ohne wirklich rechtliche Legitimation in ihren Privaträumen herum um möglichst belastendes Material gegen die Schauspielerin sammeln zu können, mit denen man ihren guten Ruf und ihr weltweites Ansehen als Schauspielerin nachhaltig zu beschädigen versucht.

Als Jean Seberg 1970 dann ihr zweites Kind erwartet (welches sie jedoch dann durch die Folgen der hinterhältigen FBI-Aktivitäten verliert), versucht man diesen Umstand in der Presse mittels einer Schmutzkampagne gegen die beliebte Schauspielerin zu nutzen. So streut man seitens des FBI das völlig erfundene Gerücht gegenüber der Presse, Jean Sebergs Schwangerschaft entstamme einem sexuellen Fehltritt mit einem Aktivisten aus der Gruppierung der militanten Black Panther. Das dieses "Gerücht" bewusst nicht der Wahrheit entspricht, was Agent Solomon sehr wohl bekannt ist, scheint den Oberen beim FBI in diesem Augenblick völlig egal zu sein, solange es ihren politischen Interessen entspricht. Jack Solomon ist sich allerdings seit einiger Zeit selbst nicht mehr wirklich sicher, ob er auf Seiten des FBI überhaupt noch im Sinne von Recht und Gesetz oder gar der politisch vielbeschworenen Freiheit agiert. Seine Gewissensbisse führen sogar dazu, dass er späterhin heimlich einen persönlichen Kontakt zu Jean Seberg sucht um sie über das ganze Ausmaß dieser politisch motivierten Hexenjagd zu informieren.

Der helle Schein der westlichen Supermacht trügt:
Nun kann man ohne weiteres sagen, dass man z.B. in Europa und besonders aber auch in Deutschland politisch die Vereinigten Staaten von Amerika (USA) immer noch als das Leuchtfeuer der westlichen Demokratien verkaufen möchte. Dieses "demokratische Leuchtfeuer" wirft nur leider auch in Sachen Rassismus und Unterdrückung von politisch Andersdenkenden auch im Jahre 2021 immer noch ziemlich lange und recht düstere Schatten (und das auch nachdem Donald Trump seinen Platz als Präsident nun räumen musste).

Ende der 1960er und in den 1970er Jahren verliefen diese finsteren politischen Schatten sogar noch wesentlich aggressiver in der Gesellschaft der USA ab. So setzte man alles daran, die schwarze Bürgerrechtsbewegung möglichst zu zerschlagen. Andererseits wurde auch weiterhin noch eine wahre Hexenjagd auf Schauspielerinnen und Schauspieler auch nach dem Tod des rechten US-Politikers Joseph Raymond McCarthy (1908 - 1957) losgetreten, wenn diese sozialere bis zum Teil kommunistische Ansichten (eine der früher bekanntesten Fälle bezog sich auf den Schauspieler und damaligen Kommunisten Charlie Chaplin) öffentlich vertraten oder auch nur in dieser Hinsicht eingeschätzt wurden. Unter Kollegen in Hollywood galt es selbst noch in den 1970er Jahren deshalb durchaus Vorsicht walten zu lassen, wenn ein Gespräch sich z.B. auch nur Ansatzweise um Politik drehte. Und natürlich war auch der Rassismus beständig auch in Hollywood an der Tagesordnung. Nicht umsonst sorgte z.B. eine Szene in der SF-Serie STAR TREK für so großes Aufsehen, weil William Shatner als Captain Kirk seine afroamerikanische Schauspielkollegin Nichelle Nichols ( in der Serie als Leutnant Uhura) vor laufender Kamera küsste.

Jean Seberg stellte sich in der Frage der bisherigen "US-Rassentrennungspolitik" recht schnell und sehr mutig auf die Seite derer, die alleine wegen ihrer Hautfarbe in den USA eigentlich in einer völlig anderen Welt leben mussten, welche mit Recht, Gleichheit und sogar Gesetzt nur selten wirklich konform lief. In dieser gesellschaftlichen Frage änderte sich damals bis Heute wohl kaum etwas nur deshalb, weil gerade in diesem Zwei-Parteien-System die Demokraten statt den Republikanern das sagen hatten. Am Ende mussten Veränderungen trotzdem immer von unten und auch gegen gewaltsame Widerstände dieser zwei US-Partei-Institutionen erkämpft werden.

"Es gibt nur eine Partei in den Vereinigten Staaten, die Partei der Besitzenden. Und diese Partei hat zwei rechte Flügel. Die Republikaner und die Demokraten."

(Zitat des Schriftstellers Gore Vidal Mitte der Siebzigerjahre)

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Wie man Menschen vernichtet:
Auf lange Sicht gesehen hatte man Jean Seberg für die eigenen starren politischen Ansichten systematisch vernichtet. So kam es in den Folgejahren zu häufigen Krankenhausaufenthalten, aber auch zu Drogen- und Alkoholexessen der Schauspielerin. Die einmal in Gang gesetzten Mechanismen seitens der Sensationspresse und des Filmbusiness schienen die Schauspielerin in eine zunehmende Labilität zu stürzen. Das FBI unter der Führung von J. Edgar Hoover hatte es so auch auf lange Sicht geschafft, hier einen Menschen systematisch zu vernichten - sowohl psychisch als auch zum Teil in den Augen der Öffentlichkeit.

Zum letzten mal lebend hatte man Jean Seberg im August 1979 in Paris gesehen. Zehn Tage später fand die Polizei ihre Leiche nackt und nur in eine Decke gewickelt hinter den Vordersitzen in ihrem Auto. Neben ihr lagen Schlaftabletten und ein Abschiedsbrief, so das hier recht schnell als Todesursache von einem Suizid ausgegangen wurde, auch wenn die Todesursache in Wahrheit eigentlich nie wirklich geklärt wurde. Der Todestag selbst wurde aufgrund der Untersuchungen der Leiche offiziell auf den 30. August 1979 datiert.

Allerdings, so muss man auch Heute immer noch festhalten, glaubte nicht nur ihr Ex-Ehemann Romain Gary nicht daran, dass es sich hierbei wirklich nur um einen Selbstmord gehandelt haben kann. Gary selbst bringt hier z.B. recht offen einen Mord an der Schauspielerin durch den amerikanischen Geheimdienst ins Gespräch. Aber auch die Ärztin Marion Bouilhet gab an, das Jean Seberg noch kurz vor ihrem Verschwinden bei einem Telefonat noch völlig nüchtern geklungen hatte. Als man Jean Seberg jedoch aufgefunden hatte, stellte man durch einen Alkoholtest an der Leiche rund acht Promille fest. Eine Alkoholmenge also, bei der eigentlich jeder normale Mensch bereits ins Koma gefallen wäre. Die tödliche Dosis bestand jedoch nicht nur aus Alkohol, sondern eben auch durch eine hohe Anzahl von Schlaftabletten, wehalb Marion Bouilhet mehr als nur bezweifelt, dass Jean Seberg überhaupt in der Lage gewesen sein soll, diese tödliche Dosis aus Alkohol und Schlaftabletten selbst eingenommen zu haben. Ebenso seltsam erscheint es, dass man Jean Seberg völlig unbekleidet und nur in einer Decke eingewickelt im Wagen vorgefunden hatte. Laut der Aussage einer Freundin hätte die Schauspielerin allerdings wohl nie "unbekleidet" die Wohnung verlassen, zumal sie sich auch völlig privat in ihrer Wohnung nie über einen längeren Zeitraum hinweg unbekleidet aufgehalten hatte, wenn man z.B. zum duschen oder umkleiden einmal absieht.  Zudem wurde es auch auffällig, dass weitere Autos die dort parkten durch herabfallende Dinge von den umstehenden Bäumen verschmutzt wurden, der Wagen von Jean Seberg  jedoch völlig frei von diesen Verschmutzungen war. Dies ist jedoch nur dann möglich, wenn der Wagen mit der bereits toten Schauspielerin erst nachträglich dort abgestellt worden ist und somit eben dort keine 10 Tage mit der Leiche gestanden haben kann.

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Nicht alles wird im Film aufgegriffen:
Der Tod von Jean Seberg strotzt jedenfalls vor Ungereimtheiten, die einen "gesicherten Suizid" durchaus mit mehr als nur mit einem Fragezeichen hinterlassen. Allerdings sind diese letzten Vorkommnisse hier eben nur eine weitergehende Information hinsichtlich des weiteren Lebensweg der Schauspielerin Jean Seberg bis hin zu ihrem eher sehr mysteriösen Tod.

Grund genug allerdings für Regisseur Benedict Andrews und die Verfasser des Drehbuches, Anna Waterhouse und Joe Shrapnel, den Tod nicht in ihrer Filmbiografie zur Schauspielerin Jean Seberg zu verarbeiten. Denn wenn man bereits in der Realität wohl nicht mehr herausfinden wird, unter welchen Umständen Jean Seberg wirklich verstorben ist, so dürfte es in einem Film in jedem Fall immer nur auf reine Spekulationen hinauslaufen, die eben durch nichts zu belegen sind. Ob es sich hier also doch um Mord oder eben einem (dann aber auch recht seltsam abgelaufenen) Suizid handelte, wird wohl aber auch nie wirklich geklärt werden.

Von daher hat man hier sehr gut daran getan, nur einen größeren Lebensabschnitt zu verwenden, welcher sich auch durch Fakten belegen lässt. Und hier liegt durchaus schon Spannung genug, so das der Film streckenweise sogar wie ein Psychothriller auf den Zuschauer wirkt, in dem eine junge Frau mit allen Mitteln aber auch mit System gebrochen werden soll, nur weil sie für einen respektvollen wie auch menschlichen Umgang ohne Ansehen der jeweiligen Hautfarbe eintritt. Und als Schauspielerin war Jean Seberg in ihrem Kampf gegen den Rassismus eben auch kein Niemand über den das politische System hätte einfach hinwegschreiten können. Ihre Bekanntheit und Beliebtheit wurde schlicht als Gefahr für das herrschende System der politischen wie gesellschaftlichen Ungleicheit betrachtet.

Das man für die Rolle der Jean Seberg die Schauspielerin Kristen Stewart (SPEAK - DIE WAHRHEIT ÄNDERT ALLES/2004, 3 ENGEL FÜR CHARLIE/2019 oder UNDERWATER - ES IST ERWACHT/2020) auswählte, kann man hier nur als einen absoluten Glücksgriff betrachten. Stewart gelingt es nämlich nicht nur hier durchaus ergreifend der verstorbenen Schauspielikone innerhalb einer Filmbiografie ein glaubwürdiges Gesicht zu verleihen, sondern auch aufzuzeigen, wie der zum Teil unmenschliche Eingriff einer Institution wie dem FBI auch als Teil eines politischen Systems, einen Menschen langsam und gezielt zerstören kann.

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Bezugspunkte zwischen Vergangenheit und Gegenwart:
Blendet man dabei als Zuschauer dann mal ein wenig das im Film gebotene Flair der 1970er Jahre aus, so gelingt es Kristen Stewart aber hier auch die gesamten damaligen politisch motivierten Verläufe wie auch das Leben einer modernen engagierten jungen Frau recht glaubwürdig und ohne inhaltliche Übertreibungen in unsere Gegenwart zu trasportieren. Ein Umstand also, der wenn man alleine nur von der Gefahr des alltäglichen Rassismus und dessen menschenverachtenden Folgen ausgeht, nicht nur in den USA immer noch hoch aktuell ist.

Ein weiterer positiver Lichtblick in dem Film AGAINST ALL ENEMIES (auch unter dem Titel JEAN SEBERG - AGAINST ALL ENEMIES bekannt) dürfte der Schauspieler Anthony Mackie als Bürgerrechtler sein, den man hier vor allem aus Filmen des Marvel Cinematic Universe (MCU) als Sam Wilson/Falcon aus ANT-MAN (2015) oder AVENGERS - INFINITY WAR (2018) oder AVENGERS - ENDGAME (2019) her kennen dürfte, um hier mal drei Beispiele zu nennen.

Als Ehefrau des Bürgerechtlers Jamal spielt dann noch Zazie Beetz eine weitere hervorragende Rolle, die man auch aus Filmen wie DEADPOOL 2/2018 neben Ryan Reynolds oder aber JOKER/2019 neben Joaquin Phoenix her kennen dürfte.

Auch Jack O'Connell kann hier als FBI-Agenten Solomon, der zuerst von der Richtigkeit des Vorgehens des FBI überzeugt erscheint, mit der Zeit jedoch immer größere Zweifel an diesem Politikum und seinen Folgen entwickelt, recht gut überzeugen. O'Connell konnte sein schauspielerisches Talent in der Vergangenheit durchaus auch in der dritten und vierten, sowie der abschließenden siebten Staffel (insgesamt 18 Episoden) der britischen Serie SKINS - HAUTNAH in der Rolle des gewaltbereiten Jugendlichen James Cook "Cook" Jr. neben der Schauspielerin Kaya Scodelario (als Effy Stonem) unter Beweis stellen. Aber auch im Horrorfilm EDEN LAKE (2008) oder dem britischen Drama um die Skinhead-Subkultur mit dem Filmtitel THIS IS ENGLAND (2006) konnte der britische Schauspieler Jack O'Connell bereits in jungen Jahren sein schauspielerisches Talent unter Beweis stellen.

Punkten kann der Film AGAINST ALL ENEMIES aber darüber hinaus auch bis in die kleineren Nebenrollen hinein mit Schauspielerinnen und Schauspieler wie Colm Meaney (STAR TREK - THE NEXT GENERATION/1984 bis 1994 oder STAR TREK - DEEP SPACE NINE/1993 bis 1999, aber auch Kinofilmen wie STIRB LANGSAM 2/1990 oder aber TOLKIEN/2019). Sarah Margaret Qualley dürfte man indessen hier bereits z.B. aus dem Film ONCE UPPON A TIME IN HOLLYWOOD/2019 von Quentin Tarantino (Regie, Drebuch und Produktion) kennen.

Alles in allem kann ich die Filmbiografie AGAINST ALL ENEMIES wirklich nur jedem empfehlen, egal ob man an einem wichtigen Lebensabschnitt der Schauspielerin Jean Seberg interessiert ist, oder man allgemein sich ein Bild zum damaligen Rassismus und der rechtsgerichteten politischen Einstellung innerhalb der USA machen möchte. Positiv ist hierbei auch, dass man innerhalb der Handlung weitestgehend auf hinzugefügte dramaturgische Veränderungen verzichtet hat, welche die Handlung eher negativ von einer realistischen Darstellung weg in ein phantasievolles Abseits hätte abgleiten lassen.

Der in diesem Artikel genannte Filmtitel bezieht sich übrigens auf die mir vorliegende Blu-ray (BD) seitens PROKINO und lustiger Weise wurde eigentlich genau dieser Titel hier dem Film für die deutsche Veröffentlichung spendiert, da der US-Originaltitel schlicht und einfach nur mit dem Nachnamen der Schauspielerin "SEBERG" daher gekommen war. Aber auch der Titel JEAN SEBERG - AGAINST ALL ENEMIES kann eventuell ein Cover für die Filmveröffentlichung (oder aber ein Filmplakat für das Kino) zieren.   

Against all Enemies

Against all Enemies
Auch unter dem Titel: Jean Seberg - Against all Enemies
(Seberg)
mit Kristen Stewart, Jack O'Connell, Anthony Mackie, Zazie Beetz, Stephen Root, Sarah Margaret Qualley, Colm Meaney, James Jordan u.a.
Regie: Benedict Andrews
Drehbuch: Anna Waterhouse, Joe Shrapnel
Produktion: Stephen Hopkins, Marina Acton, Kate Garwood, Fred Berger u.a.
Musik: Jed Kurzel
Genre: Filmbiografie/Drama/Thriller
Laufzeit: 103 Minuten
DVD/FSK: 12 Jahre
Extras: Interview mit Kristen Stewart, Jean Seberg Special, Original Kinotrailer (Bonusmaterial ca. 20 Minuten)
Vertrieb: Prokino (EuroVideo Medien GmbH)
USA/Großbritannien 2019

Kommentare  

#1 Friedhelm 2021-03-21 18:32
In einiger Hinsicht kann man Jean Seberg wohl fast mit Marilyn Monroe vergleichen. Da wäre natürlich zunächst der nie aufgeklärte Exitus zu nennen - in beiden Fällen als Selbstmord deklariert, der bis heute mehr Fragen als Antworten aufgibt. Und beide Frauen darf man durchaus als Ikonen ihrer Zeit benennen - auch wenn sich die Gründe dafür , warum sie, sagen wir mal, " in Ungnade" fielen doch erheblich unterschieden:

So wurde Monroe evtl ihr "gefährliches Verhältnis zu den Kennedys" (hier vor allem John. F.) zum Verhängnis - , während Seberg als Frau und politisch, für gewisse Kräfte (u.a. J. Edgar Hoover..) in den USA, wahrscheinlich zu "freigeistig" war. (siehe, u.a. "Black Panther..").

Sowohl für Monroe als auch für Seberg gilt wohl leider, dass die Umstände ihres Todes auf künftig nie aufgeklärt werden. Das mag, unter anderem, daran liegen, dass inwischen zuviel Zeit vergangen ist, um Ermittlungen in eine erfolgreiche Richtung zu lenken. Es könnte ja auch sein, dass eine endgültige Aufklärung gar nicht mehr gewünscht ist.

Konrad, du hast mit deinem Beitrag natürlich -ungewollt?- ein dankbares Thema berührt, das gerade in diesen Zeiten Hochkonjunktur hat.
Beide Fälle passen nämlich wunderbar in die aktuelle Verschwörungsschiene.. ;-)

Den Film habe ich noch nicht gesehen - werde das aber sicherlich irgendwann nachholen.
#2 Laurin 2021-03-22 17:31
Nun ja @Friedhelm, Der Stallgeruch der Verschwörungstheorie beginnt dort, wo man die Grenzen des wirklich Belegbaren überschreitet und sich dann auch noch als Verpfechter der reinen Lehre gebärdet. Ich werde hier also tunlichst keine Behauptungen als Wahrheit präsentieren, die ich nicht wirklich mit Hand und Fuß belegen kann. Gerade bei Personen wie J. Edgar Hoover oder auch dem US-Politiker McCarthy weiß man allerdings durchaus, welche rechten Geisteskinder sie waren und zu welchen recht undemokratischen Mitteln sie dafür griffen. Da findet man mittlerweile durchaus jede Menge belegter Beweise oder Aussagen von unterschiedlichen Zeitzeugen.

Ob allerdings Jean Seberg nun durch den Geheimdienst ermordet wurde oder nicht, kann man also nicht belegen, sondern sich eben nur auf Aussagen anderer Beteiligter stützen. Sollte da wirklich nachgeholfen worden sein (was man aber wegen mangelnder Beweise nicht als gesichert ansehen kann), dann hatte man schon damals und wohl selbst noch heute von keiner offiziellen Stelle ein Interesse daran, hier alles aufzudecken. Genau genommen schwebt eben deshalb auch hier ein großes Fragezeichen über dem realen Seberg-Fall (oder bei der Monroe), so das man davon ausgehen kann, dass diese Akten wohl auch nie für alle Seiten befriedigend geschlossen werden. Blind vertrauen würde ich solchen politischen Systemen und irgendwann mal gewählten Einzelpersonen, die sich "demokratisch" nennen, allerdings auch nicht. Aber wenn man was in die Welt setzt, sollten die Beweise hierzu auch eben Hand und Fuß haben und nicht selbst (wie bei den Verschwörungstheoretikern) eher undurchsichtiger Natur sein. Von daher ist z.B. die Behauptung seitens Sebergs zweitem Ehemann, dass es sich um einen Mord seitens des US-Geheimdienst gehalndelt haben soll, schlicht nur spekulativ da unbewiesen. Es stellt sich zudem die Frage, welche Logik hätte dahinter stecken sollen, eine Schauspielerin zu ermorden, um die es schon auch so recht still geworden war. Denn auch das ergibt bei genauer Betrachtung erst einmal keinen wirklich greifbaren Sinn.

Und was den Film an sich angeht, da kann ich nur sagen, sieh ihn dir an. Die gesamte Umsetzung und das Spiel der Darstellerinnen und Darsteller kann sich absolut sehen lassen. :-)
#3 Friedhelm 2021-03-23 12:38
Zitat:
Es stellt sich zudem die Frage, welche Logik hätte dahinter stecken sollen, eine Schauspielerin zu ermorden, um die es schon auch so recht still geworden war
Sagen wir mal so: wer einmal zu unbequem war, der könnte es ja -auch nach längerer "Abwesenheit"- durchaus wieder werden. Seberg hätte also (wenn auch mit einiger Anstrengung, bzw. viel Glück..) ), wie "Phoenix aus der Asche", erneut ins ins Rampenlicht aufsteigen können - und sei es auch nur, um ihre Karriere wieder anzukurbeln. Was, wenn so eine Möglichkeit für gewisse, politische Kräfte wohlmöglich zuviel "Restrisiko" gewesen wäre?

Abgesehen davon, sollte man tatsächlich nicht zu tief in die Verschwörer-Kiste greifen - den Schuh muss ich mir in dieser Hinsicht dann wohl mal "anziehen". Und wir wollen den Zauberspiegel ja auch nicht zum "Politikum" werden lassen, gelle.

Warum also kein gewöhnlicher Selbstmord.. ;-)

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