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Jean Gabin

Jean GabinJean Gabin

Jean Gabin wurde am 17. Mai 1904 als Jean-Alexis Moncorgé in Paris, Frankreich, geboren. Die ersten zehn Jahre seines Lebens verbrachte Gabin auf dem Land, weit entfernt von dem Pariser Leben seiner Eltern Ferdinand Joseph Moncorgé (1868-1933), der unter dem Künstlernamen Ferdinand Gabin arbeitete, und Hélène Madeleine Petit (1865-1918). Dort wurde er von seiner ältesten Schwester Madeleine (1890-1970) in dem kleinen Dorf Mériel im Val-d'Oise (damaliges Seine-et-Oise) aufgezogen.

Jean GabinAls er vierzehn Jahre alt war, verstarb seine Mutter. Da Gabin ein schlechter Schüler war, verließ er das Gymnasium Janson-de-Sailly in Paris, und arbeitete danach unter anderem als Bürojunge und Zeitungsverkäufer sowie als Arbeiter am Bahnhof La Chapelle und in einer Gießerei.

Durch seinen Vater bekam Gabin ab dem Jahr 1922 Arbeit im Varieté-Theater und Kabaret "Folies Bergère". Von 1924 bis 1925 leistete er seinen Militärdienst in der Marine.

Am 26. Februar 1925 heiratete Gabin die Schauspielerin Gaby Basset, von der er sich aber am 15. Juni 1931 wieder scheiden ließ.
Nach seiner Scheidung von Gaby Basset folgte am 20. November 1933 seine Ehe mit Suzanne Mauchain, die aber am 18. Januar 1943 ebenfalls wieder geschieden wurde.

Im Jahr 1926 begann Gabin seine Karriere als Chansonnier. Zwei Jahre danach wurde er der Gesangspartner der Sängerin und Schauspielerin Mistinguett (1875-1956) und trat danach unter anderem mit ihr zusammen im Moulin Rouge und im Les Bouffes-Parisiens auf.

1928 gab Jean Gabin mit den beiden Stummfilmen "Ohé! Les valises" und "Les lions" sein Debüt als Filmschauspieler.
1930 folgte mit "Jedem seine Chance" Gabins erster Tonfilm. Ein Jahr danach erhielt Gabin in "Méphisto" (1931) seine erste Hauptrolle.

Nach weiteren Rollen in Filmen wie "Paris-Beguin" (1931), "Gloria" (1931), "Coeur de lilas" (1932), "La foule hurle" (1932), "Coeurs joyeux" (1932), "Adieu les beaux jours" (1933) und "Der Tunnel" (1933), stand Gabin 1934 in dem Film "Zouzou" zusammen mit Josephine Baker vor der Kamera.
Danach war er unter anderem als Pontius Pilatus in dem Film "Das Kreuz von Golgatha" (1935) und in Filmen wie " Maria Chapdelaine" (1934), "Kompanie der Verlorenen" (1935), "Variete" (1935), "Zünftige Bande" (1936) und "Nachtasyl" (1936) zu sehen.

Jean Gabin1937 gelang Jean Gabin mit der Rolle des Gangsters Pépé le Moko in "Pépé le Moko - Im Dunkel von Algier" der endgültige Durchbruch als Schauspieler.

Mit Filmen wie "Die große Illusion" (1937), "Eine Fresse zum Verlieben" (1937), "Hafen im Nebel" (1938) und "Bestie Mensch" (1938) konnte Jean Gabin danach seinen Starruhm weiter ausbauen und festigen.

Während des Zweiten Weltkrieges drehte er mit "Der Orkan" (1941) seinen letzten französischen Film und wanderte danach in die USA aus. In New York traf er im Sommer 1941 Marlene Dietrich. Die beiden wurden ein Liebespaar und Gabin zog mit ihr zusammen nach Kalifornien.

1942 drehte Gabin mit "Nacht im Hafen" (1942) seinen ersten Hollywood-Film, gefolgt von "The Imposter" (1944). Weitere Filmprojekte mit Gabin kamen in den USA nicht zustande.

Jean GabinMit der Zeit Gabin bekam Heimweh und so kehrte er im Jahr 1943 nach Europa zurück, wo er als Soldat den französischen Streitkräfte von General de Gaulle anschloss. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges verließ er hoch dekoriert die französische Armee.

Nach Beendigung der Beziehung mit Marlene Dietrich, mit der 1946 noch in seinem ersten Nachkriegsfilm "Martin Roumagnac" gemeinsam vor der Kamera stand, hatte Gabin unter anderem 1946 einen Beziehung zu Maria Mauban und 1947 zu Colette Mars.

Nach "Martin Roumagnac" (1946) folgten Rollen in den beiden Filmen "Miroir" (1947) und "Die Mauern von Malapaga" (1949).

Am 28. März 1949 heiratete Gabin Dominique Fournier, mit der er bis zu seinem Tod zusammenlebte. Das Paar hatte drei Kinder zusammen. Florence, geboren am 28. November 1949, Valérie, geboren am 23. September 1952 und Mathias, geboren am 22. November 1955.

Gabins Enkel sind die Schauspieler Jean-Paul Moncorgé (geboren 1981, Sohn von Florence), und Alexis Moncorgé (geboren 1986, Sohn von Mathias), die ihren Großvater nie kennenlernten.

1951 wurde Jean Gabin auf den Internationalen Filmfestspielen in Venedig für seine Rolle in "Die Nacht ist mein Reich" in der Kategorie "Bester Hauptdarsteller" mit dem "Coppa Volpi" ausgezeichnet.

Es folgten die Filme "Die Wahrheit über unsere Ehe" (1952), "Pläsier" (1952), "Geständnis einer Nacht" (1952), "Das Fleisch ist schwach" (1953) und "Wenn Lola nicht gesungen hätte" (1953).

Jean GabinIm Jahr 1953 las der Regisseur Jacques Becker den Roman "Touchez pas au grisbi" von Albert Simonin (Deutscher Titel: "Wenn es Nacht wird in Paris, erschienen 1958 im Kurt Desch Verlag in der Krimi-Taschenbuch-Reihe "Die Mitternachtsbücher"), der in Frankreich zum Bestseller avancierte.

Becker entschied sich nach dem Lesen des Romans, das Buch zu verfilmen, und nahm Kontakt mit dem Autor Albert Simonin auf, der mit Becker und Maurice Griffe zusammen das Drehbuch zum Film verfasste.

Nachdem das Drehbuch von der Produktionsgesellschaft akzeptiert worden war, ging die Suche nach einer geeigneten Besetzung für den Film los.

Regisseur Jacques Becker, der ein großer Fan von Jean Gabin war, besetzte den Schauspieler für die Rolle des Max, dessen Karriere seit Ende des Zweiten Weltkrieges signifikant stagnierte.

Gabin und Ventura wurden während der Dreharbeiten nicht nur Freunde, sondern der Gangsterfilm "Wenn es Nacht wird in Paris" wurde in Frankreich auch ein Riesenerfolg an den Kinokassen, den über 4,71 Millionen Franzosen sahen.

Aufgrund seiner herausragenden Leistung wurde Gabin 1954 auf den Filmfestpielen von Venedig erneut mit dem "Volpi Cup" in der Kategorie "Bester Schauspieler" ausgezeichnet.

Mit seinem Freund und Kollegen Lino Ventura drehte Jean Gabin danach noch die Filme

  • "Razzia in Paris" (1955)
  • "Schuld und Sühne" (1956)
  • "Die Nacht bricht an" (1957)
  • "Kommissar Maigret stellt eine Falle" (1958)
  • sowie "Clan der Sizilianer" (1969).

Nach "Wenn es nach wird in Paris, konnte Gabin mit Filmen wie "French Can Can (1955), "Wie verlorene Jean GabinHunde" (1955), "Gas-Oil" (1955) und "Zwei Mann, ein Schwein und die Nacht von Paris" (1956) weitere Erfolge an den französischen Kinokassen feiern.

1958 mimte er in dem Kriminalfilm "Kommissar Maigret stellt eine Falle" (1958) zum ersten Mal den Kommissar Maigret, mit dem er über drei Millionen Franzosen in die Kinos lockte.
Nach dem Erfolg des Kriminalfilms "Kommissar Maigret stellt eine Falle" (1958) spielte Gabin den Kommissar Maigret danach noch in den beiden Filmen

  • "Maigret kennt kein Erbarmen" (1959)
  • und "Kommissar Maigret sieht rot!" (1963).

Jean GabinWeitere Erfolge an den Kinokassen feierte Gabin unter anderem mit den Filmen "Die Miserablen" (1958), "Mit den Waffen einer Frau" (1958) mit Brigitte Bardot, "Die großen Familien" (1958), "Im Kittchen ist kein Zimmer frei" (1959), "Wiesenstraße Nr. 10" (1959), "Ein Herr ohne Kleingeld" (1960), "Der Himmel ist schon ausverkauft" (1960) und "Der Präsident" (1961), die alle ebenfalls Millionen Franzosen in die Kinos lockten.

1962 folgte mit dem Film "Ein Affe im Winter" seine einzige Zusammenarbeit mit dem Schauspieler Jean-Paul Belmondo.

Ein Jahr danach stand er in dem Kriminalfilm "Lautlos wie die Nacht" (1963) zum ersten Mal mit dem Schauspieler Alain Delon zusammen vor der Kamera.
Zwei weitere Zusammenarbeiten mit Delon folgten 1969 mit "Der Clan der Sizilianer" und 1973 mi "Endstation Schafott" (1973).

1963 gründete Jean Gabin zusammen mit dem Schauspeiler Fernandel (1903-1971) die Produktionsfirma GAFER. Die beiden Schauspieler standen danach in dem Film "Flegelalter" (1964) gemeinsam vor der Kamera.

Danach sah man Gabin in Filmen wie "Auch eine französische Ehe" (1965), "Rififi in Paris" (1966), "Blüten, Jean GabinGauner und die Nacht von Nizza" (1966), "Action Man" (1967), "Der Bulle" (1968), "Balduin, das Nachtgespenst" (1968), "Der Clan der Sizilianer" (1969), "Der Erbarmungslose" (1970) und "Die Katze" (1971).

Nach "Der Killer und der Kommissar" (1972), "Die Affäre Dominici" (1973), "Endstation Schafott" (1973) und "Das Urteil" (1974) drehte der Schauspieler 1976 mit "Zwei scheinheilige Brüder" seinen letzten Film.

Anfang 1976 wurden Gabin der "Ordre national du Mérite", der nationale Verdienstorden Frankreichs, sowie am 14. Juli 1976 der "L’ordre national de la Légion d’honneur", der Verdienstorden der Ehrenlegion, verliehen.

Jean Gabin verstarb am 15. November 1976 in Neuilly-sur-Seine, Hauts-de-Seine, Frankreich, an den Folgen eines Herzinfarktes.

Filmographie
1. Ohé! Les valises (1928)
2. Les lions (1928)
3. Jedem seine Chance (1930)
4. Méphisto (1931)
5. Paris-Beguin (1931)
6. Tout ça ne vaut pas l'amour (1931)
7. Gloria (1931)
8. Pour un soir..! (1931)
9. Coeur de lilas (1932)
10. Les gaîtés de l'escadron (1932)
11. La foule hurle (1932)
12. La belle marinière (1932)
13. Coeurs joyeux (1932)
14. L'étoile de Valencia (1933)
15. Adieu les beaux jours (1933)
16. Du haut en bas - Von oben nach unten (1933)
17. Der Tunnel (1933)
18. Maria Chapdelaine (1934)
19. Zouzou (1934)
20. Das Kreuz von Golgatha (1935)
21. Kompanie der Verlorenen (1935)
22. Variete (1935)
23. Zünftige Bande (1936)
24. Nachtasyl (1936)
25. Pépé le Moko - Im Dunkel von Algier (1937)
26. Die große Illusion (1937)
27. Le messager (1937)
28. Eine Fresse zum Verlieben (1937)
29. Hafen im Nebel (1938)
30. Bestie Mensch (1938)
31. Le récif de corail (1939)
32. Der Tag bricht an (1939)
33. Der Orkan (1941)
34. Nacht im Hafen (1942)
35. The Impostor (1944)
36. Martin Roumagnac (1946)
37. Miroir (1947)
38. Die Mauern von Malapaga (1949)
39. Die Marie vom Hafen (1950)
40. È più facile che un cammello... (1950)
41. Victor (1951)
42. Nacht ist mein Reich (1951)
43. Die Wahrheit über unsere Ehe (1952)
44. Pläsier (1952)
45. Geständnis einer Nacht (1952)
46. Das Fleisch ist schwach (1953)
47. Wenn Lola nicht gesungen hätte (1953)
48. La vierge du Rhin (1953)
49. Wenn es Nacht wird in Paris (1954)
50. L'air de Paris (1954)
51. Napoléon (1955)
52. Razzia in Paris (1955)
53. French Can Can (1955)
54. Hafen des Verlangens (1955)
55. Wie verlorene Hunde (1955)
56. Gas-Oil (1955)
57. Der Weg ins Verderben (1956)
58. Der Engel, der ein Teufel war (1956)
59. Vulkan im Blut (1956)
60. Zwei Mann, ein Schwein und die Nacht von Paris (1956)
61. Schuld und Sühne (1956)
62. Der Fall des Dr. Laurent (1957)
63. Die Nacht bricht an (1957)
64. Kommissar Maigret stellt eine Falle (1958)
65. Die Miserablen (1958)
66. Im Mantel der Nacht (1958)
67. Mit den Waffen einer Frau (1958)
68. Die großen Familien (1958)
69. Im Kittchen ist kein Zimmer frei (1959)
70. Maigret kennt kein Erbarmen (1959)
71. Wiesenstraße Nr. 10 (1959)
72. Ein Herr ohne Kleingeld (1960)
73. Der Himmel ist schon ausverkauft (1960)
74. Der Präsident (1961)
75. Der Herr mit den Millionen (1961)
76. Ein Affe im Winter (1962)
77. Ein Herr aus besten Kreisen (1962)
78. Lautlos wie die Nacht (1963)
79. Kommissar Maigret sieht rot! (1963)
80. Monsieur (1964)
81. Flegelalter (1964)
82. Auch eine französische Ehe (1965)
83. Rififi in Paris (1966)
84. Blüten, Gauner und die Nacht von Nizza (1966)
85. Action Man (1967)
86. Der Bulle (1968)
87. Balduin, das Nachtgespenst (1968)
88. Sous le signe du taureau (1969)
89. Der Clan der Sizilianer (1969)
90. Der Erbarmungslose (1970)
91. Die Katze (1971)
92. Le drapeau noir flotte sur la marmite (1971)
93. Der Killer und der Kommissar (1972)
94. Die Affäre Dominici (1973)
95. Endstation Schafott (1973)
96. Das Urteil (1974)
97. Zwei scheinheilige Brüder (1976)


© by Ingo Löchel

 

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Die weiteren Artikel
1954: Wenn es Nacht wird in Paris
1955: Razzia in Paris 
1958: Die Elenden (2021)

1968: Der Bulle (2. Dezember 2020)
1969: Der Clan der Sizilianer (2021)
1970: Der Erbarmungslose (18. November 2020)

 

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