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Die 2000er - Die Regisseure: Christopher Nolan

Christopher Nolan

Christopher Nolan wurde am 30. Juli 1970 in London, England, geboren.

Aufgrund der Nationalitäten seiner Eltern, der Vater James ist Brite, die Mutter Christina ist US-Amerikanerin, wuchs er nicht nur abwechselnd in London und in Evanston, Illinois, auf, sondern er besitzt auch die doppelte Staatsbürgerschaft.

Nolan begann bereits mit sieben Jahren Filme zu drehen.

"Ich habe mit sieben Jahren angefangen, Filme zu drehen, im Keller unseres Hauses, mit einer Super-8-Kamera. Das war ein intimer Ort, an dem ich meiner Phantasie freien Lauf lassen konnte." (1)

Christopher NolanEr besucht das "Haileybury and Imperial Service College" in Hertford Heath, Hertfordshire, England, und studierte danach englische Literatur am  "University College London" (UCL), wo er seine spätere Frau Emma Thomas kennenlernte, die er 1997 heiratete. Das Paar hat vier Kinder zusammen.

Während seines Studiums drehte Nolan mit "TARANTELLA" (1989) und "LARCENY" (1995) seine ersten beiden Kurzfilme. 1997 folgte mit "DOODLGEBUG" (1997)  sein dritter Kurzfilm.

1998 gab Christopher Nolan mit dem Film "FOLLOWING" sein Regie-Debüt, für das er auch das Drehbuch schrieb.
Sein Regiedebüt brachte Nolan genug Anerkennung, so dass er 2000 mit "MOMENTO", basierende auf der Kurzgeschichte "MEMENTO MORI" seines Bruders,  sein nächstes Filmprojekt in die Kinos bringen konnte, dessen Filmhandlung untypischerweise rückwärts läuft.

Mit dem Film "MOMENTO" (2000), für das er ebenfalls das Drehbuch schrieb, gelang Nolan der Durchbruch als Regisseur, der jeweils in der Kategorie "Bestes Drehbuch" für einen Golden Globe und einen Oscar nominiert wurde.

2001 gründete Nolan zusammen mit seiner Frau Emma die Produktionsfirma Syncopy Films in London. Ein Jahr später folgte der Hollywoodfilm "INSOMNIA - SCHLAFLOS" mit Al Pacino, Robin Williams und Hilary Swank in den Hauptrollen.

Christopher Nolan2003 begann Nolan mit der Arbeit an dem Großprojekt "BATMAN BEGINS", der 2005 in die Kinos kam.

"Als wir 2003 mit der Arbeit begannen, gab es nur "Spider-Man" – mittlerweile ist es ein eigenes Genre. Wir wollten nie eine Comicverfilmung drehen, sondern die Batman-Story als normalen Kinofilm erzählen.
Mein Interesse an dieser Figur bestand darin, dass Bruce Wayne keine Superkräfte hat, abgesehen von seinem Reichtum. Dadurch konnte ich mich ihm wie einer realen Person nähern und einen Blick auf unsere eigene Welt werfen." (2)

Nach "PRESTIGE - DIE MEISTER DER MAGIE" (2006) folgte 2008 mit "THE DARK KNIGHT" die zweite BATMAN-Verfilmung, die über einer Milliarde US-Dollar weltweit an den Kinokassen einspielte.
Die Comicverfilmung wurde für acht Oscars nominiert, wurde aber letztendlich nur mit zwei Oscars ausgezeichnet. Darunter den Oscar für den damals bereits verstorbenen Schauspieler Heath Ledger in der Kategorie "Bester Nebendarsteller".

Nachdem BATMAN-Hit folgte 2010 der Thriller "INTERCEPTION".

"Jeder, der sich "Inception" anschaut, sieht einen Film über einen Traum über einen Film über einen Traum... Viele Filme, die mich und damit auch "Inception" beeinflusst haben, sind ihrerseits von Träumen beeinflusst wie "Ich kämpfe um dich" von Hitchcock, "2001: Odyssee im Weltall" von Kubrick oder die James-Bond-Filme.
Wir können oft kaum noch unterscheiden, ob wir Traum-Bilder sehen oder Film-Bilder träumen." (3)

2012 schloss Nolan seine geplante BATMAN-Trilogie mit dem dritten Teil "THE DARK KNIGHT RISES" (2012) ab, der knappe 1,1 Milliarden US-Dollar weltweit N den Kinokassen einspielte, und damit Nolans bisher erfolgreichster Film ist.

"An unserem aufwendigsten Drehtag hatten wir 11.000 Komparsen. Aber wir haben uns nicht sehr viel aus der Trickkiste bedient und nur ganz wenige visuelle Effekte in dem Film, etwa ein Fünftel dessen, was normalerweise Filme dieser Größe haben. Ich bevorzuge es, so real wie möglich zu drehen und Kulissen zu nutzen.
Selbst Batmans fliegendes Fahrzeug ist echt. Wir haben eins anfertigen lassen. Es konnte zwar nicht fliegen, aber es war so verkabelt, dass es sich realistisch bewegte." (4)

Nach seiner BATMAN-Trilogie wollte Christopher Nolan keine weiteren Comicverfilmung mehr drehen, fungierte aber als Produzent in der DC-Verfilmung "MAN OF STEEL" sowie als ausführender Produzent in "BATMAN V. SUPERMAN: DAWN OF JUSTICE" (2016) und in "TRANSCENDENCE" (2014), dem Regie-Debüt seines langjährigen Kameramannes Wally Pfister.

Christopher Nolan2014 drehte Nolan den SF-Film "INTERSTELLAR". Zur Zeit dreht der Regisseur den Film "DÜNKIRCHEN".

Christopher Nolan gilt als wertkonservativer Regisseur, der wenig von digitalen Effekten hält.

"Mich stören nicht die digitalen Effekte an sich, mich stört die Bequemlichkeit, zu der sie führen können. Am meisten nervt mich an Gesprächen mit anderen Filmemachern, wenn sie mir von neuem Equipment erzählen und davon schwärmen, wie leicht es zu handhaben sei. Ich pfeife auf Bequemlichkeit!
Der Regisseur David Lean ist Anfang der sechziger Jahre für seinen Film "Lawrence von Arabien" mit kiloschweren 65-Millimeter-Kameras in die Sahara gezogen und hat unglaubliche Bilder geschaffen. Dann sollten wir heute zumindest in der Lage sein, das Gleiche zu schaffen. Aber wir schaffen weniger.
Selbst mit den etwas sperrigen IMAX-Kameras kann man sehr intime Szenen drehen, das haben wir schon bei "The Dark Knight" gezeigt. Aber man muss sich anstrengen. Wir müssen wieder für handwerkliche Qualität sorgen.
Vor einiger Zeit habe ich an der University of California in L. A. eine Kopie von "Blade Runner" vorführen lassen. Es war beschämend zu sehen, wie weit er vielen der heutigen Filme an Schärfe und Bildqualität überlegen ist. Man könnte glauben, das Kino habe sich seither zurück entwickelt." (5)

 
Filmograhie
1. Following (1998)
2. Memento (2000)
3. Insomnia - Schlaflos (2002)
4. Batman Begins (2005)
5. Prestige - Die Meister der Magie (2006)
6. The Dark Knight (2008)
7. Inception (2010)
8. The Dark Knight Rises (2012)
9. Interstellar (2014)
10. Dünkirchen (2017)


(1) Christopher Nolan
(2) Christopher Nolan
(3) Christopher Nolan
(4) Christopher Nolan
(5) Christopher Nolan


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© by Ingo Löchel

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