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MICHAEL WINNER

Micahel WinnerMichael Winner
(1935 - 2013)

Michael Winner wurde am 30. Oktober 1935 in London, England geboren. Er besuchte die  St. Christopher School in Letchworth, Herfordshire, und studierte danach an der Universität Cambridge Jura und Volkswirtschaft. Seine Arbeit als Redakteur und  Filmkritiker der Universitätszeitschrift VARSITY setzte er zunächst als Reporter und Filmkritiker bei Lokalzeitungen fort, dann bei großen Blättern wie THE SPECTATOR, EVENING STANDARD und SUNDAY EXPRESS.


Micahel WinnerMit 24 gründete Winner seine eigene Filmgesellschaft mit Namen SCIMITAR und produzierte, schrieb, inszenierte und Schnitt von 1955 bis 1961 eine Reihe von Kurzfilmen. So u. a. THE SQUARE (1956), IT'S MAGIC (1958), DANGER - WOMEN AT WORK (1959) oder HAUNTED ENGLAND (1961).

1961 gab er mit dem Film SHOOT TO KILL sein Kino-Debüt als Regisseur, für den er auch das Drehbuch schrieb. Nach Filmen wie OLD MAC (1961), PLAY IT COOL (1962) oder THE COOL MIKADO (1963) erregte er 1963 erste Aufmerksamkeit mit WEST 11. Ein Jahr später arbeitete er in THE SYSTEM zum ersten Mal mit dem Schauspieler Oliver Reed zusammen. Diese Zusammenarbeit setzten Winner und Reed mit den Filmen MINIROCK UND KRONJUWELEN (Originaltitel: THE JOKDER, 1967), WAS KOMMT DANACH (Originaltitel:  I'LL NEVER FORGET WHAT'S'ISNAME, 1967) sowie HANNIBAL BROOKS (1969) fort.

1971 drehte Winner mit dem Western LAWMAN seinen ersten Hollywood-Film. Ein Jahr später markierte der Film CHATOS LAND die erste Zusammenarbeit mit dem Schauspieler CHARLES BRONSON. Nach KALTER HAUCH (Originaltitel: THE MECHANIC, 1972), SCORPIO, DER KILLER (Originaltitel: SCORPIO, 1973) und EIN MANN GEHT ÜBER LEICHEN (Originaltitel: THE STONE KILLER, 1973) markierte der Kinohit EIN MANN SIEHT ROT (Originaltitel: DEATH WISH) einen Wendepunkt in Winners Karriere.

"Wenn man realistische Filme drehen will, kommt man an GEWALT nicht vorbei. Früher hat man Blut immer für etwas Vulgäres ge-halten. Die Opfer von John Wayne waren nie so geschmacklos, zu bluten. Sie starben elegante Tode, stürzten von Klippen oder fielen vom Pferd, was schließlich genau so obszön ist. Viele junge Männer sind in Kriege gezogen, nachdem sie eine Menge John Wayne-Filme gesehen hatte. Dann sahen sie ihre Kameraden vor ihren Augen desintegrieren und sagten sich: 'John Wayne hat uns nie gezeigt, daß das so aussieht!'" (1)

Micahel WinnerNach den Flops WON TON TON, DER HUND DER HOLLYWOOD RETTETE (1976), HEXENSABBAT (Originaltitel: THE SENTINEL, 1977), TOTE SCHLAFEN BESSER (Originaltitel: THE BIG SLEEP, 1978) sowie FIREPOWER (1979) gelang Winner erst  1982 mit DER MANN OHNE GNADE (Originaltitel: DEATH WISH II) wieder ein Hit an den Kinokassen.

"Das Schlimme am ERFOLG ist, daß er einem immer wieder die-selbe Tür öffnet. Wenn man einen Kino-Erfolg dreht, in dem 94 Leute erschossen werden, bekommt man sofort ein Angebot, wieder einen Film zu machen, in dem 94 Leute erschossen wer-den - aber niemals das Angebot, 'Hamlet' zu verfilmen." (2)

Doch an seine beiden DEATH WISH-Erfolge konnte er danach nicht mehr anknüpfen. Seine beiden nächsten Filme DIE VERRUCHTE LADY (Originaltitel: THE WICKED LADY, 1983) sowie SPUR IN DEN TOD (Originaltitel: SCREAM FOR HELP, 1984) wurden Flops. Daher er drehte er 1985 seinen dritten DEATH WISH-Film mit Charles Bronson.

Nach DIRTY WEEKEND (1993) sowie PARTING SHOT (1998) zog sich Michael Winner Ende der 1990er Jahre aus dem Filmgeschäft zurück. Danach machte er als Restaurantkritiker bei der SUNDAY TIMES eine zweite Karriere. 2006 veröffentlichte Winner seine Autobiographie WINNER TAKES ALL: A LIFE OF SORTS.

Seit sich Winner durch verdorbene Austern eine bakterielle Infektion zugezogen hatte, ging es ihm ab 2007 gesundheitlich immer schlechter. Er musste sich mehreren Operationen unterziehen Michael Winner verstarb am 21. Januar 2013 an den Folgen seiner langjährigen Leberkrankheit in seinem Anwesen in London.

“Wenn ich sterbe, wird die Überschrift lauten ‘Ein Mann sieht rot-Regisseur stirbt’. Aber das macht mir nichts aus – Ein Mann sieht rot war ein bahnbrechender Film. Der erste Film in der Geschichte des Kinos, in dem der Held andere Zivilisten umbringt.” (3)

Filmographie
1. Shoot to Kill (1960)
2. Climb Up the Wall (1960)
3. Old Mac (1961)
4. Out of the Shadow/Was geschah im College (1961)
5. Play It Cool (1962)
6. Some Like It Cool/Manche lieben's kühl (1962)
7. The Cool Mikado (1963)
8. West 11 (1963)
9. The System (1964)
10. You Must Be Joking! (1965)
11. The Jokers/Minirock und Kronjuwelen (1967)
12. I'll Never Forget What's'isname/Was kommt danach...? (1967)
13. A Little of What You Fancy (1968)
14. Hannibal Brooks (1969)
15. The Games (1970)
16. Lawman (1971)
17. The Nightcomers/Das Loch in der Tür (1971)
18. Chato's Land/Chatos Land (1972)
19. The Mechanic/Kalter Hauch (1972)
20. Scorpio/Scorpio, der Killer (1973)
21. The Stone Killer/Ein Mann geht über Leichen (1973)
22. Death Wish/Ein Mann sieht rot (1974)
23. Won Ton Ton: The Dog Who Saved Hollywood/Won Ton Ton, der Hund der Hollywood rettete (1976)
24. The Sentinel/Hexensabbat (1977)
25. The Big Sleep/Tote schlafen besser (1978)
26. Firepower (1979)
27. Death Wish II/Der Mann ohne Gnade - Death Wish II (1982)
28. The Wicked Lady/Die verruchte Lady (1983)
29. Scream for Help/Spur in den Tod (1984)
30. Death Wish /Death Wish 3 - Die Rächer von New York (1985)
31. Appointment with Death/Rendezvous mit einer Leiche (1988)
32. A Chorus of Disapproval/Alles nur Theater (1989)
33. Bullseye!/Bullseye - Der wahnwitzige Diamanten Coup (1990)
34. Dirty Weekend (1993)
35. Parting Shots (1998)

Kurzfilme
1. The Square (1956)
2. This is Belgium (1956)
3. Man with a Gun (1958)
4. It's Magic (1958)
5. Danger, Women at Work (1959)
6. Floating Fortress (1959)
7. Girls, Girls, Girls! (1961)
8. Haunted England (1961)
9. Behave Yourself (1962)

Drehbuch
1. The Square (1957)
2. Man with a Gun (1958)
3. Shoot to Kill (1960)
4. Climb Up the Wall (1960)
5. Out of the Shadow/Was geschah im College (1961)
6. Girls Girls Girls! (1961)
7. Behave Yourself (1962)
8. Some Like It Cool/Manche lieben's kühl (1962)
9. The Cool Mikado (1963)
10. You Must Be Joking! (1965)
11. The Jokers/Minirock und Kronjuwelen (1967)
12. Hannibal Brooks (1969)
13. The Sentinel/Hexensabbat (1977)
14. The Big Sleep/Tote schlafen besser (1978)
15. Firepower (1979)
16. The Wicked Lady/Die verruchte Lady (1983)
17. Claudia (1985)
18. Appointment with Death/Rendezvous mit einer Leiche (1988)
19. A Chorus of Disapproval/Alles nur Theater (1989)
20. Bullseye!/Bullseye - Der wahnwitzige Diamanten Coup (1990)
21. Dirty Weekend (1993)
22. Parting Shots (1998)

(1) Michael Winner
(2) Michael Winner
(3) Michael Winner

© by Ingo Löchel

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