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Gerard Barray: Die drei Musketiere

Gérard BarrayGérard Barray
Die drei Musketiere

Der junge D'Artagnan (Gérard Barray) hat seine Heimat, die Gascogne, verlassen, um ein Mitglied der königlichen Musketiere zu werden.

Nachdem er in Paris angekommen und dort Freundschaft mit den drei Musketieren Athos (Georges Descrières), Porthos (Bernard Woringer) und Aramis (Jacques Toja), bekommt der Gascogner auch die Gelegenheit dazu, seine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen.

Gérard BarrayKönigin Anne von Frankreich (Françoise Christophe) liebt den Herzog von Buckingham (Jacques Berthier) und hat ihm als Pfand ihrer Liebe ein Collier mit Diamanten geschenkt.
Da der Kardinal Richelieu (Daniel Sorano) von dieser Liebschaft weiß und die Königin damit kompromittieren will, überzeugt er ihren Ehemann Ludwig XIII. (Guy Tréjan) einen Hofball zu veranstalten und überredet den König, dass die Königin dabei dieses spezielle Diamantencollier trägt.

Daraufhin erhält D'Artagnan den Auftrag, die verschenkten Diamanten des Colliers zurück zu holen. Zusammen mit seinen drei Freunden Athos, Porthos und Aramis macht er sich sofort nach England auf.

Doch sie haben die Rechnung ohne Richelieu gemacht. Denn der Kardinal hat ihnen auf ihren Weg durch Frankreich nicht nur eine Vielzahl von Fallen gestellt, sondern Lady de Winter (Mylène Demongeot) hat in seinem Auftrag auch zwei Diamanten des Colliers gestohlen...

1844 wurde der Roman "Die drei Musketiere" aus der Feder von Alexandre Dumas (dem Älteren) (1802-1870) und seinem Ghostwriter August Marquet in Frankreich veröffentlicht. Im Jahr 1845 erschien das Buch zum ersten Mal in Deutschland.

Der Roman "Die drei Musketiere", der auf der Biographie "D’Artagnans Erinnerungen" (1700) von Gatien de Courtilz de Sandras (1644-1712) basiert, ist der erste Teil einer Buch-Trilogie, die mit den Romanen "Zwanzig Jahre danach" (1845) und "Zehn Jahre später" (1847) fortgesetzt wurde.

Gérard BarrayDer Abenteuerroman "Die drei Musketiere" von Alexandre Dumas (dem Älteren) gehört wohl zu den meistverfilmten Romanen der Literatur.
Bereits im Jahr 1903, in der Anfangsphase des aufkommenden Stummfilms, wurde„das Buch unter dem Titel "Les Mousquetaires de la Reine" verfilmt. Es folgten "I Tre Moschettieri" (1909) und "Les Trois Mousquetaires" (1912).

Neben "Les Trois Mousquetaires" (1921) ist "The Three Musketeers" (mit Douglas Fairbanks Sen. als D'Artagnan) aus dem Jahre 1921 die wohl berühmteste Verfilmung des Romans aus der Stummfilmzeit, die 1929 mit dem Film "Die eiserne Maske", ebenfalls mit Douglas Fairbanks Senior in der Hauptrolle, fortgesetzt wurde.

In den nachfolgenden 100 Jahren hatte danach wohl jedes Jahrzehnt ihren eigenen D'Artagnan und ihre eigenen Musketiere.

In den 1940er Jahren waren es Gene Kelly als D'Artagnan und Van Heflin als Athos in der Hollywood-Verfilmung "Die drei Musketiere" aus dem Jahre 1948 unter der Regie von George Sidney.

In den 1950er Jahren folgte Georges Marchal als D'Artagnan. In den 1970er Jahren ging es dann etwas freizügiger und offenherziger in "Die drei Muskeitere" und in "Die vier Musketiere" (1974) mit Michael York als D'Artagnan, Oliver Reed als Athos, Frank Finlay als Porthos und Richard Chamberlain als Aramis weiter.

Gérard Barray1993 traten Chris O'Donnell als D'Artagnan, Charlie Sheen als Aramis, Kiefer Sutherland als Athos, und Oliver Platt als Porthos in der Walt Disney Verfilmung "Die drei Musketiere" ein durchaus akzeptables Erbe als Musketiere an.

2005 sah man unter anderem Heino Ferch als Athos und Emmanuelle Beart als Milady de Winter in einer französischen Musketier-Verfilmung.

Doch der Musketier-Stoff scheint zeitlos zu sein und scheint bis heute noch nicht aus der Mode gekommen zu sein, denn immer wieder kommen Verfilmungen ins Kino und ins Fernsehen, die auf irgendeine Weise auf den Roman von Alexandre Dumas basieren.

Wie auch die französische Verfilmung "Die drei Musketiere" aus dem Jahr 1961 mit dem Schauspieler Gérard Barray als D'Artagnan und Mylène Demongeot als Lady de Winter.

Gérard BarrayDer drei Stunden lange Film, startete Ende 1961 als Zweiteiler "Die drei Musketiere - 1. Teil: Haudegen der Königin (Première époque — Les Ferrets de la reine) und "Die drei Musketiere - 2. Teil: Ohne Furcht und Tadel (Deuxième époque — La Vengeance de Milady) in den westdeutschen Kinos.

Nach seiner Rolle des Duc de Vallombreuse in dem Abenteuerfilm Film "Fracass, der freche Kavalier" (1961) mit Jean Marais, erhielt Barray in dem Mangel- und Degenfilm "Die drei Musktiere" mit der Rolle des D'Artagnan seine erste Hauptrolle.

Der französische Film "Die drei Musketiere" wurde von Regisseur Bernard Borderie nicht nur farbenprächtig umgesetzt, sondern auch in den Fecht- und Kampfszenen kann diese Musketier-Verfilmung aus den 1960er Jahren punkten, in der Borderie seine Erfahrung in Bezug auf Actionszenen unter Beweis stellen kann, die er mit seiner erfolgreichen "Lemmy Caution" - Film-Reihe mit Eddie Constantine gewonnen hatte.

Hinzu kommt ein charmant und kämpferisch agierender Gérard Barray, der auch in den diversen Kampf- und Fechtszenen überzeugen kann, in denen er in langen Einstellungen selbst zu sehen ist, so dass davon auszugehen ist, dass Barray diese ohne eigenen Stuntman ausgeführt hat.  

Gérard BarrayDie drei Musketiere
(Les Trois Mousquetaires)
Frankreich, Italien 1961

Regie: Bernard Borderie
Drehbuch: Bernard Borderie und Jean-Bernard Luc
Kamera: Armand Thirard
Schnitt: Christian Gaudin
Musik: Paul Misraki

Darsteller
Gérard Barray als D’Artagnan
Mylène Demongeot als Lady de Winter
Perrette Pradier als Constance Bonacieux
Georges Descrières als Athos
Bernard Woringer als Porthos
Jacques Toja als Aramis
Jean Carmet als Planchet
Guy Delorme als Rochefort
Daniel Sorano als Kardinal Richelieu
Françoise Christophe als Anna von Österreich
Robert Berri als Monsieur Bonacieux
Henri Nassiet als Monsieur de Tréville
Guy Tréjan als Ludwig XIII.
Jacques Berthier als Herzog von Buckingham

FSK: Ab 12 Jahren
Laufzeit: 186 Minuten

Deutscher Kinostart: Am 1. Dezember 1961

© by Ingo Löchel

 


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Kommentare  

#1 Falk 2020-11-11 14:46
War schon immer meine Lieblingsverfilmung! Seit Douglas Fairbanks hatte wohl kein d’Artagnan mehr diese freche Leichtigkeit wie Gérard Barray. Bei Gene Kelly sticht mir etwas zu sehr der Tänzer hervor, bedauerlich ist, dass Errol Flynn diese Rolle nie gespielt hat. Die Richard Lester-Verfilmung mit Michael York und weiterer Superstar-Cast fand ich dagegen schon immer überschätzt, aber vielleicht hängen solche Einschätzungen auch davon ab in welchem Alter man welche Verfilmung kennenlernt. Auf jeden Fall sind die Kämpfe zwischen Gérard Barray und Guy Delorme (Rochefort) besondere Höhepunkte des Zweiteilers.
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