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Mit Schirm, Charme und Melone … recht verpeilt ins Kino

Mit Schirm, Charme und Melone Mit Schirm, Charme und Melone …
… recht verpeilt ins Kino

John Steed ist ein britischer Agent des Secret Service, der scheinbar unter zwei Führungspersönlichkeiten seinen Dienst zu verrichten hat. Das eine Ist der männliche Part "Mutter" und das andere der weibliche "Vater", so das die Geschlechterrollen in der Bezeichnung hier ziemlich vertauscht daher kommen. Doch "Vater" steht dabei lieber gleich auf der Gehaltsliste des schottischen Schurken Sir August de Wynter, was allerdings noch keiner wirklich ahnt.

Mit Schirm, Charme und MeloneDie Wissenschaftlerin Dr. Emma Peel indessen soll laut der Auswertung der Sicherheitskameras in ein Forschungszentrum eingebrochen sein. Jedoch bestreitet Emma Peel selbst, eine Einbrecherin zu sein, oder zu der fraglichen Zeit sich überhaupt in der Nähe der Einrichtung befunden zu haben. Aus diesem Grunde beschließt der Chef des Geheimdienstes "Mutter", das Mrs. Peel gemeinsam mit John Steed ihre Unschuld beweisen soll.

Schnell kommt Steed dabei auf die Spur von August de Wynter, dem es gelungen ist, eine Maschine zu entwickeln, mit der er das Wetter kontrollieren kann. Mit diesem Machtinstrument in der Hand  will er nicht nur die britische Regierung, sondern alle Regierungen der Welt erpressen. Und um seinen Forderungen Nachdruck zu verleihen, belegt er London mit einem Schneesturm und fordert deshalb für gutes Wetter von jedem Land 10 Prozent des Bruttosozialprodukts ein.

Schnell stellt sich allerdings auch heraus, das August de Wynter über eine Mitarbeiterin verfügt, die Emma Peel bis aufs Haar gleicht und auch für den Einbruch verantwortlich war. Und genau diese Doppelgängerin entführt mit der für Wynter arbeitenden "Vater" die echte Emma Peel in einem Heißluftballon, den Emma jedoch während eines Kampf mit ihrer Doppelgängerin zum explodieren bringen kann.

Zwar überlebt Emma Peel den Absturz, da sie ziemlich weich im hohen Schnee landet, doch John Steed, der sie auffindet, überzeugt sich erst einmal mittels eines Kuss davon, ob er es hier wirklich mit der echten Mrs. Peel zu tun hat. Shließlich hätte es sich hier ja auch um die bösartige Doppelgängerin handeln können, die er ansonsten nicht hätte von Mrs. Peel unterscheiden können.

Gemeinsam machen sich John Steed und die echte Emma Peel nun auf, um in das in London befindliche, geheime Kontrollzentrum von Wynters Wetterkontrollmaschine einzudringen und dem Wahnsinn ein Ende zu bereiten, bevor noch schlimmeres passiert. Dabei kommt es zum finalen Schlagabtausch mit August de Wynter und seinen Schergen, die in dem Chaos dann auch ihr Leben lassen müssen. Und da nun das Wetter wieder normal verläuft und man "Vater" als Doppelagenten enttarnt hatte, feiern John Steed, Emma Peel und "Mutter" erst einmal den errungenen Sieg.

Mit Schirm, Charme und MeloneDie 1990er Jahre, Fernsehserien und das Kino:
In den 90er Jahren erinnerte man sich plötzlich wieder der Fernsehserien, die früher einmal die Einschaltquoten nach oben schießen ließen und ging nun daran, diese Fernsehserien nun nachträglich auch als Spielfilm für das Kino zu adaptieren. So gelangten dann auch beispielsweise Serien wie LOST IN SPACE, AUF DER FLUCHT oder etwa MISSION: IMPOSSIBLE dann auch recht bald auf die Kinoleinwand. Nur leider war dann leider so manche Serienadaption fürs Kino eher ein Fiasko anstatt einer ansprechenden filmischen Neuauflage.

Manche dieser Adaptionen fürs Kino, wie etwa späterhin auch zu Serien wie SOLO FÜR O.N.C.E.L. oder STARSKY & HUTCH überboten sich nämlich vor Albernheiten oder konnten schlicht das Flair der früheren Fernsehserien schlicht nicht wirklich vermitteln. Und hier fällt leider auch die Adaption zur Fernsehserie MIT SCHIRM, CHARME UND MELONE (THE AVENGERS) darunter, dessen zugegeben etwas schräge Handlung nun für diesen Kinofilm völlig in die Ecke der überzogenen Albernheiten gedrängt wurde.

Dies fängt schon bei der typisch schrägen Form der früheren Serienepisoden und dem berühmten Wortwitz an, der hier nun für das Kino nun stellenweise dermaßen überzogen wurde, dass z.B. aus witzigen Wortspielen schlicht und ergreifend nur noch kindgerechter Blödsinn wurden, für den man sich eigentlich nur noch fremdschämen konnte.

Da nutzte dann auch der zumindest im Originalton stimmliche Cameo-Auftritt seitens Patrick Macnee nichts, der dem "Invisible Jones" im Kinofilm MIT SCHIRM, CHARME UND MELONE seine Stimme lieh. Das der Film dann allerdings ein gewaltiger Flop werden würde, war selbst Macnee nicht entgangen. Diana Rigg, die in der Serie früher die Rolle der Emma Peel mit Bravour meisterte, musste indessen wohl schon im Vorfeld bereits gemerkt haben, dass dieser Neuaufguss der Serie fürs Kino eine gewaltige Bauchlandung machen würde. Denn auch ihr hatte man für die Kino-Adaption die Rolle der "Alice" angeboten gehabt, welche sie jedoch gleich ablehnte.

Mit Schirm, Charme und MeloneWarum nur einen Fehler machen, wenn man auch mehr machen kann:
Laut wohl vorsichtigen Schätzungen beliefen sich die gesamten Produktionskosten damals auf runde 60 Millionen US-Dollar, was jedoch nichts nutzte, da der Kinofilm zur Serie MIT SCHIRM, CHARME UND MELONE bereits bei Testvorführungen äußerst negativ abschnitt. Dummer Weise war man seitens der Macher allerdings der Meinung, man könne durch eine Straffung der Gesamtspielzeit das ganze doch noch irgendwie retten. Also begab man sich daran, die Länge des Films massiv zu kürzen.

Am Ende verblieb so eine Gesamtspielzeit von etwa 90 Minuten, die man als annehmbar für die Kinobesucher empfand. Ein gewaltiger Fehler, denn die Filmschnitte wirkten nun mitunter, als hätten sie unter einer Axt, statt am Schneidetisch stattgefunden und die meisten Logikfehler im Film selbst entstanden gerade eben durch die eher recht wahllosen Kürzungen.

Ein gefundenes Fressen also für den US-amerikanischen Filmkritiker James Berardinelli, der in der ReelViews wahrlich kein gutes Haar mehr an dem Kinofilm MIT SCHIRM, CHARME UND MELONE (THE AVENGERS) aus dem Jahre 1998 ließ, wobei er dann auch hinsichtlich der Regie, dem Drehbuch oder den Schauspielern kein Blatt vor den Mund nahm. So sei Ralph Fiennes in der Rolle des John Steed zwar nicht die schlechteste Besetzung gewesen, auch wenn er im Film selbst recht "emotionslos" und wie ein "Schlafwandler" wirkte. Zumindest sei er aber besser gewesen als Uma Thurman, die schlicht "keine Ahnung habe, wie die Rolle der Emma Peel zu spielen sei." Dafür schwanke sie laut Berardinelli recht überzogen in ihrem Spiel dann irgendwo zwischen einer "Ice Queen" und einem "Vamp".

Berardinellis abschließendes Resümee fällt dann auch recht vernichtend aus, als er anführte, dass der Kinofilm THE AVENGERS die wohl "derzeit schlechteste Adaption einer Fernsehserie als Spielfilm" sei.

Und besser wird es bei deutschen Filmkritiken dann auch nicht mehr, wie wir hier lesen dürfen:

Das Ergebnis ist erschütternd, Den amerikanischen und britischen Kritikern wurde der Film gnädigerweise vom Verleih vorenthalten, das zahlende Kinopublikum aber genießt keinen solchen Schutz.

(Filmkritik seitens SPIELFILM.DE von Rico Pfirstinger)

Der Film selbst schaffte indessen so einige Nominierungen und konnte auch einen Preis abstauben. Nur Stolz dürfte niemand darauf gewesen sein, denn der Preis war schlicht eine Goldene Himbeere als schlechtestes Remake. Und auch die Nominierungen sprachen dann Bände, denn die Kinoversion von THE AVENGERS erhielt diese nicht nur in der Kategorie als "schlechtester Film", sondern auch die Schauspieler Ralph Fiennes, Uma Thurman und Sean Connery wurden jeweils als schlechteste Darsteller, Nebendarsteller bzw. schlechtestes Filmpaar nominiert. Das gleiche Schicksal in Sachen negativer Nominierungen ereilte dabei auch gleich Jeremiha S. Chechik (Regie), Don MacPherson (Drehbuch) bis hin zum Titelsong "Storm" selbst, den wohl auch niemand mochte.

Auch weitere Filmkritiken sahen zum Kinofilm MIT SCHIRM, CHARME UND MELONE nicht wirklich besser aus. Grund genug für die Hauptdarsteller, lieber gleich danach abzutauchen, wie man hier in einer Filmkritik anmerkte:

Das holprige Werk war so peinlich, dass die drei Hauptdarsteller sich bei der Weltpremiere in London gar nicht erst blicken ließen.

(Aus der Filmkritik der Fernsehzeitschrift PRISMA)

Mit Schirm, Charme und MeloneMeine Filmkritik:
Ehrlich gesagt hatte ich damals nicht einmal im Vorfeld mitbekommen, dass man die Serie MIT SCHIRM, CHARME UND MELONE nun seitens einer US-Filmadaption ins Kino bringen wollte. Das es diesen Film aber gab, bekam ich erst mit, als dieser damals in Deutschland auch im Fernsehen präsentiert wurde. Dabei sollte die Handlung der Filmadaption auf der Episode H2O - TÖDLICHES NASS seitens der Originalserie mit Patrick Macnee und Diana Rigg beruhen, was man durchaus etwas erkennen kann.

Mein erster Eindruck im Vorfeld war, dass Ralph Fiennes kein schlechter Schauspieler war und eben auch Sean Connery hier mal den Schurken spielte. Von daher ging ich einfach mal davon aus, dass bei dieser Filmadaption ja eigentlich nicht mehr viel schief gehen konnte. Nur bei Uma Thurman war ich mir da nicht so sicher und eine glaubhafte Darstellerin als Emma Peel schien sie mir auch nicht gerade zu sein. Dabei kann sie durchaus recht gut ihre Rollen mit Leben füllen und umsetzen, sofern sie dies allerdings auch wirklich will und darf. In JENNIFER 8 (1992) oder GATTACA (1997) hatte sie mir sogar ausgesprochen gut gefallen. Allerdings zeigte sie mir leider auch in Filmen wie BATMAN & ROBIN (1997) oder eben auch späterhin in KILL BILL Volume 1 und 2 (2003 & 2004), das sie in Sachen ernstzunehmender Darstellung auch völlig von der Rolle sein kann und sich für jede eher nervige Albernheit auch durchaus einspannen lässt.

Nun ja, mit meinem ersten Eindruck im Vorfeld sollte ich wahrlich völlig neben der Realität liegen. Denn als ich die Filmadaption dann im Fernseher sah, fragte ich mich ernsthaft, ob man mich hier gerade irgendwie völlig auf den Arm nehmen wollte.

Fakt ist jedenfalls, dieser recht alberne und völlig missratene Film von 1998 hatte nie auch nur den Hauch einer Chance gehabt, seinen Weg auch in mein Filmarchiv machen zu können und wird es wohl auch in Zukunft nicht mehr schaffen, nochmals bei mir über die Mattscheibe zu laufen. Dabei will ich nicht einmal den Darstellern wie Fiennes oder Connery hier eine Alleinschuld anhängen, denn um solch einen filmischen Tiefschlag hinzubekommen, muss man wohl auch die Schuldigen bei der Regie und eben auch dem Drehbuch suchen. Nur bei Uma Thurman hatte ich mich ehrlich gesagt gefragt, was sie da eigentlich in einer Doppelrolle spielte? Hatte sie eigentlich zur Vorbereitung auf ihre Rolle als Emma Peel jemals auch nur eine Episode der Originalserie gesehen? Wohl kaum. Allerdings sollte man mit etwas Verstand die Filmadaption einer englischen Kultserie auch wirklich nicht in die Hände von US-Filmemachern legen.

Zumindest hatte ich damals bereits den Verdacht, dass man mit dieser Filmadaption eher eine Kultserie wie THE AVENGERS einfach nur durch den Kakao ziehen wollte, was nicht einmal mit gutem Willen als nette Geste mit einem Augenzwinkern zu entschuldigen wäre. Und da ich ja hier im ZAUBERSPIEGEL gerade die Originalserie und die jeweiligen Episoden von MIT SCHIRM, CHARME UND MELONE präsentiere, kommt man irgendwann leider auch nicht wirklich an der Filmadaption von 1998 vorbei. Da mir allerdings bei den Artikeln zu den einzelnen Episoden der Platz ehrlich gesagt zu schade ist, um auch auf diese Filmadaption entsprechend mal einzugehen, habe ich mich mal hingesetzt und diesem filmischen Tiefschlag einen eigenen Artikel gewidmet.

Alleine die Tatsache, dass solche, eigentlich recht gute Schauspieler wie Ralph Fiennes oder Sean Connery das Elend auch nicht mehr verbessern konnten, was seitens des Drehbuch und der Regie verbrochen wurde, treibt mich dazu um, dem Kinofilm MIT SCHIRM, CHARME UND MELONE von 1998 noch gerade eben knapp einen von insgesamt fünf Punkte als Höchstbewertung zu vergeben. Eine Empfehlung, sich diese Filmadaption zumindest mal anzusehen, kann ich allerdings mit gutem Gewissen hier wirklich auch nicht aussprechen (was allerdings auch auf eine Menge anderer Filmadaptionen zu damals beliebten Fernsehserien zutrifft).

Mit Schirm, Charme und MeloneMit Schirm, Charme und Melone
(The Avengers)
mit Ralph Fiennes, Sean Connery, Uma Thurman, Jim Broadbent, Fiona Show, Eddie Izzard, Eileen Atkins, John Wood, Carmen Ejoga, Shaun Ryder u.a. sowie der Stimme von Patrick Macnee
Regie: Jeremiah S. Chechik
Drehbuch: Sydney Newman
Produktion: Stephen Barker, Gerry Toomey u.a.
Musik: Joel McNeely
Genre: Action/SciFi/Abenteuer
Laufzeit: 89 Minuten (DVD)
DVD/FSK: 12 Jahre
Vertrieb: Warner Home Video GmbH
USA 1998

Kommentare  

#1 Friedhelm 2020-05-23 12:04
Den Film habe ich damals im Kino gesehen - allerdings ist mir entfallen, ob der Plot (wie das "Man from U.n.c l.e-Movie ) in den Sixties angelegt ist oder neuzeitlich.

Davon abgesehen - die meisten Kultreihen (egal ob TV oder Kino..) müssen natürlich immer mit einer gewissen Typentoleranz kämpfen. Man erinnere sich daran, dass Mr. Bond ohne Sean Connery, in den 1960ern, für die Fans damals fast ein offensichtliches NoGo darstellte.

Das ist bei "festgelegten" Figuren bekannter TV-Serien nicht anders. Patrick Macnee i s t nun einmal John Steed - und das zurecht. Und irgendwie hätte es sonnenklar sein müssen, dass Uma Thurman niemals eine Diana Rigg vergessen machten könnte. Und mal ehrlich Ralph Fiennes hätte ich als Steed eh nicht auf dem Plan gehabt, Thurman als Peel schon gar nicht. Dass der Film floppen musste war kein Wunder - bedenkt man, dass es ohnehin keinen Sinn macht, eine angestaubte Sixities-Plotline ,mit Ingridentitien wie dem hier erwähnten Wortwitz, in die Neuzeit (hier die 19990er) zu verlegen. Und ich denke, selbst wenn dieser Film(wie mir ja entfallen ist.) in den 1960ern angelegt ist, kann man so etwas kaum erfolgreich wiederholen. Da spielt es schon beinahe keine Rolle mehr, dass hier amerikanische Macher am Werk waren.

Neu-Adaptionen (ob nun TV oder Kino..) funktionieren ohnhin auch nur, (oder sehr selten...) wenn andere Charaktere gewählt werden, die keinen solchen Fan-Bonus haben wie eben Steed und Peel (oder meinetwegen auch wieder Bond..)

Als Beispiel dafür kann man "Mission Impossible" nennen. Tom Cruise wurde nicht einfach als Jim Phelps besetzt sondern gleich mit einem neuen Namen (Ethan Hunt) eingeführt. Es gab damit also gar keine Vergleichsmöglichkeiten mit Peter Graves (damit musste sich wahrscheinlich Jon Voight im erste Film nachhaltig auseinandersetzen..) - zumal bereits in der TV-Serie (bis auf Phelps' ) immer wieder andere, neue Figuren auftraten.

Was den Film selber betrifft: ich fand schon bei der Erstsichtung, dass zumindest diese Kinoversion kaum der Rede wert war. Der Plot ist einfach viel zu lahm...und Sean Connery als Bösewicht total verschenkt. :-* ;-)
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#2 Laurin 2020-05-23 13:23
Zitat Friedhelm:
"Man erinnere sich daran, dass Mr. Bond ohne Sean Connery, in den 1960ern, für die Fans damals fast ein offensichtliches NoGo darstellte. "

Ich glaube fasst, ich muss da mal gerade zu diesem Bond wohl einen eigenen Artikel machen. Denn so ganz passt diese Aussage nun auch nicht, da man Roger Moore durchaus von Seiten des Publikum und der damaligen Fans gerne akzeptierte, obwohl er ebenfalls nicht Sean Connery ähnelte. Und eventuell wäre statt Lazenby im Vorfeld auch John Gavin die etwas interessantere Wahl gewesen, den man allerdings erst auf dem Schirm hatte, als man die Zusammenarbeit mit Lazenby beendete. :-*

Was allerdings richtig zu dem obigen Film ist, dass die Besetzung irgendwie hinten und vorne nicht stimmte. Connery tat sich selbst wohl keinen Gefallen mit dieser Rolle und Fiennes sowie Thurman wurden wohl auch nur deshalb hier als John Steed und Emma Peel besetzt, weil beide zu diesem Zeitpunkt als Schauspieler wirklich gehypt wurden. Frei nach dem Motto, mit denen kann eigentlich nichts schief gehen, was dann ja leider ein Trugschluss war.

Bei "Mission Impossible" hatte man eigentlich alles richtig gemacht, auch wenn ich persönlich dieser Adaption auch nicht viel abgewinnen kann. Wenn man es grob sieht, hatte man hier allerdings auch nur den Titelsong und den Titel sowie einige recht kleine Bezugspunkte zur damaligen TV-Serie übernommen.

Bei der Kinoversion von "Mit Schirm, Charme und Melone" dürfte allerdings jede Version kaum der Rede wert sein, da die Handlung doch schon als Beispiel des Öfteren von einer passenden Portion Humor immer wieder extrem in diverse Albernheiten abdriftete, bei denen man sich als Zuschauer und auch als Fan der Originalserie schon eher übel verschaukelt vorkam.
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#3 Friedhelm 2020-05-23 20:12
Zitat:
Denn so ganz passt diese Aussage nun auch nicht, da man Roger Moore durchaus von Seiten des Publikum und der damaligen Fans gerne akzeptierte, obwohl er ebenfalls nicht Sean Connery ähnelte.
Sorry, aber ich habe hier ja von den 1960ern geschrieben, und da lag der Fall nun doch etwas anders. Roger Moore war ja bekanntlich erst ab 1973 als Geheimagent tätig. Und wie ich in einem Kommi zu einem anderen "Avengers-Artikel" angeführt habe, wollte das Publikum ihren Helden laut Albert R. Broccoli in diesen Zeiten etwas anders - "leichter", komischer; und da war Roger Moore natürlich die geeignete Wahl. Mit Connery wurde dieser "Umschwung" zwar bereits 1971 ("Diamantenfieber") angedeutet - aber so richtig konnte man dem frühren "Hardliner-Bond" die Komikeinlagen eben doch nicht abnehmen. Naja, und John Gavin wäre sicherlich ein guter Bond geworden - aber weil die Macher nach Lazenby halt kein größeres Risiko mehr eingehen wollten, wurde der Ur-Bond Connery ja nochmals monetär geködert. Und erst, als der endgültig "NO" sagte, kam dann bekanntlich auch Moore zum Zug - so ist das nun einmal, Zeiten ändern sich, gelle. In diesem Fall hielt sich der Spass-Bond bis 1985 - danach war endlich wieder eine ernstere Gangart angesagt.. :-*

Und was nochmal Ralph Fiennes als John Steed betraf: während Mcnee mit Bowler (und Schirm) tatsächlicher wie ein Gentleman-Agent rüberkam, blieb Fiennes viel zu hölzern in der Rolle. Da kann er wirklich von Glück sagen, dass dieser Umstand wenigstens zu seiner Rolle als neuer "M" passt.. :-*
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#4 Laurin 2020-05-24 02:40
@ Friedhelm:
Also Dezember 1969 ist nur noch ein Katzensprung in die 1970er Jahre, da tut sich also nicht mehr wirklich viel, wenn es darum geht, dass das Publikum einen "leichteren" und auch etwas "komischeren" Bond wollte. Und wie du ja schon richtig sagst, versuchte man das mit Connery ja auch schon 1971 umzusetzen. Lazenby war hingegen dann nicht nur ein Risiko (unbeliebt hatte er sich ja schon zu genüge gemacht), sondern man bekam mit ihm auch keine für beide Seiten vernünftigen Verträge zusammen. Mit Gavin hätte dies wohl eher geklappt, auch wenn Connery danach noch einmal ins Boot kam. Dafür durfte Gavin trotzdem seine Gage einstreichen und behalten. Und nach "Diamantenfieber" war Roger Moore so ziemlich die einzig logische Wahl um Bond so aufzubauen, wie man ihn für die Zukunft benötigte. Und selbst Connery hatte als Bond seine komischen Einlagen und war nicht einfach nur der härtere Brocken. Von daher war also auch der Wechsel von Connery zu Moore kein wirklich gewaltiger Umschwung. Richtig ist hingegen, dass man Connery so auch einen FBI-Agenten oder Cop hätte spielen lassen können, während Moore hier eher den britischen Gentleman-Agenten raushängen lassen konnte. Und Connery musste man auch nicht mit aller Gewalt für "Diamantenfieber" ködern, denn er hatte mittlerweile durchaus auch selbst durchblicken lassen, noch ein letztes mal den Bond spielen zu wollen, weshalb dann Gavin zwar die Gage, aber nicht die Rolle erhielt. Aber ich sehe es schon, dass schreit in naher Zukunft mal nach einem eigenen Artikel. :lol: ;-)

Was Fiennes anging, so versuchte er wohl gerade mit seiner hölzernen Art diesen Gentleman-Agenten rüber zu bringen. Der Nachteil war leider nur, das er gegenüber Macnee als John Steed damit eher wirkte, als hätte er einen Besenstil im Hintern. Das er jetzt die Rolle von "M" hat, habe ich ehrlich gesagt nicht wirklich mehr mitbekommen, da ich mit den Bond-Filmen heute absolut nichts mehr anfangen kann und daher die letzten paar Filme nicht mehr gesehen habe.
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#5 Friedhelm 2020-05-24 10:46
Ach ja, das kommt davon, man man an einem Sonntagmorgen "zu früh" aufsteht - Frauchen schläft noch, und die Frage naht: "Was machste, bis er Kaffee klar ist...? ;-) :D

Zitat:
Also Dezember 1969 ist nur noch ein Katzensprung in die 1970er Jahre, da tut sich also nicht mehr wirklich viel, wenn es darum geht, dass das Publikum einen "leichteren" und auch etwas "komischeren" Bond wollte
Naja, solche Entscheidungen können sich von "heute auf morgen" ergeben - bei einer damals "so engen" Produktionszeit von 2 Jahren wäre "Diamantenfieber" dann der beste Beweis dafür. Möglich aber auch, dass die Produzenten (Broccoli und Salzman) sich(aufgrund diverser Publikumsreaktionen eben..) bereits noch früher mit dem Gedanken trugen.

Zitat:
Und nach "Diamantenfieber" war Roger Moore so ziemlich die einzig logische Wahl um Bond so aufzubauen, wie man ihn für die Zukunft benötigte. Und selbst Connery hatte als Bond seine komischen Einlagen und war nicht einfach nur der härtere Brocken. Von daher war also auch der Wechsel von Connery zu Moore kein wirklich gewaltiger Umschwung.
Connerys Auftritte bis "Man lebt nur zweimal,1967" betrachtetend, waren die "komische Einlagen" des Mimen allerdings nicht so dominierend (oder auffällig) wie eben in "Diamantenfieber". Dazwischen "lagen schon Welten" - und selbst Connery hat seinen 1971-Bondfilm damals als Comicstrip für Erwachsene bezeichnet.

Was den Wechsel vom "Urbond" zum endgültigen "Comic-Bond" betraf, finde ich schon (wie viele andere sicherlich auch..), dass hier ein "gewaltiger Schnitt getan wurde. Mit Connery und Moore bekamen die Fans völlig unterschiedliche Interpretationen des kultigen Geheimagenten. Wie du ja selber schreibst, war der smarte, etwas zu steife Brite, (in Hinsicht auf die Mitbewerber für diese Roll,e) die logische Wahl für einen künftigen, gewollt comicesken Bond. Und, mal ehrlich, dem oft softig wirkenden, fast zu schönen Roger Moore hätte man doch eh nie einen so "handfesten" Agenten abgenommen wie ihn sein schottischer Vorgänger gab. Umgekehrt war Connerys Umkehr zum Comic-Helden (meiner bescheidenen Meinung nach...-wie immer..-) irgendwie kaum glaubwürdig.

Zitat:
Und Connery musste man auch nicht mit aller Gewalt für "Diamantenfieber" ködern, denn er hatte mittlerweile durchaus auch selbst durchblicken lassen, noch ein letztes mal den Bond spielen zu wollen, weshalb dann Gavin zwar die Gage, aber nicht die Rolle erhielt. Aber ich sehe es schon, dass schreit in naher Zukunft mal nach einem eigenen Artikel.
Naja, "Gewalt" musste ihm bestimmt niemand androhen.. :lol: Alledings konnte man seine Rückkehr mit einer "ordentlichen, monetären Spritze" erzwingen.. :P :lol: :-*

Na denne, ich warte dann auf deinen adequaten Artikel - da gibt es garantiert wieder ordentlichen Diskussionsstoff. Und ich bin einfach mal darauf gespannt, was ich noch nicht darüber weiss. ;-)

Und weil gerade mein Frauchen ruft, höre ich jetzt besser auf - die mag keinen kalten Kaffee. ;-) Hat aber mal widder Spass macht, Konrad... :D
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#6 Laurin 2020-05-24 11:29
Nein ... das Frauchen lässt man nicht mit heißem Kaffee warten, wenn man den Tag noch halbwegs gut überstehen will. :P :lol:

Übrigens Comic und Bond. Da fallen mir zum Beispiel die damaligen Comics des italienischen Magazins Corriere dei Ragazzi ein von 1973. Da gab es nämlich eine schöne Serie, wo man irgendwie zwischen "Schirm, Charme und Melone" und "James Bond" mixte. In Deutschland kamen davon einige Sachen der Serie im ZACK Comic (Koralle Verlag) unter dem Titel "Die Gentleman GmbH" heraus. Und in einem Abenteuer des Comics traf man auf James Bond der recht schön die Gesichtszüge von Sean Connery trug, nur etwas weniger Haare auf dem Kopf und um die Hüfte etwas rundlicher. Man was war gerade dieses spezielle Comic ein Spaß, wo man Bond so richtig auf die Schippe nahm. :D

Und wie ich gerade sehe, sollten die Comics in Neuauflage in hochwertiger Ausführung wohl ab August 2020 beim Peter Poluda Medienvertrieb (PPM) wieder als überarbeitete Gesamtausgabe herauskommen, werden aber wohl wegen Corona zeitlich leider nach hinten verschoben. Muss ich mir also auch gleich zumindest mal vormerken. ;-)

Also der Artikel kommt zum Bond-One-Hit-Wonder, wird aber noch ein wenig dauern, weil ich den so zwischen den anderen Artikeln fertigmachen werde. :-)
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#7 Friedhelm 2020-05-24 12:01
Ach ja, die guten, alten "Zack-Comics" habe ich auch verschlungen. Und die "Gentleman GmbH" gefielen mir auch. Allerdings habe ich das Magazin anfangs eher wegen der SF-Serie "Luc Orient" gelesen. Zudem gab da auch eine bond-ähnliche Reihe mit dem Titel "Bruno Brazil". Vielleicht kannst du dich an Stories wie "Komando Kaiman" erinnern.. Irgendwie konnte man bei den Geschichten glatt vergessen, dass es eigentlich "nur" Comics waren...
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#8 Laurin 2020-05-24 12:18
Zitat Friedhelm:
"Allerdings habe ich das Magazin anfangs eher wegen der SF-Serie "Luc Orient" gelesen."

Ging mir genauso, zumal sie damals ja im Vorfeld zu den ZACK Comics sogar Fernsehwerbung machten und da stach eben "Luc Orient" gleich ins Auge. Bei "Bruno Brazil" kann ich mich allerdings an nichts mehr erinnern, außer an den Namen. :oops:
Dafür wurde Zack eigentlich auch nur von mir wegen Serien wie eben "Luc Orient", "Dani Futuro", "Mondbasis Alpha" oder "Raumschiff Enterprise" (seitens SF) gekauft. Natürlich wurden dann aber auch "Die Gentleman GmbH" oder "Umpah Pah" von Albert Uderzo und Rene Goscinny von mir geradezu verschlungen. ;-)
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#9 Friedhelm 2020-05-25 11:52
Jo, "Umpah Pah" und sein Blutsbruder Hubert von Täne. Ich habe tatsächlich nicht gewusst, dass Albert Uderzo und Rene Coscinny die kreativen Köpfe dahinter waren.

Die "Zack-Zeiten" sind auch unvergesslich - obwohl ich damit eigentlich so ab 1978 "fertig war". Das Magazin gibt es heute übrigens immer noch - aber die Aufmachung empfinde ich eher als gewöhnungsbedürftig.. :-*

Jetzt haben wir es geschafft - von John Steed..über Bond...bis zum Comic-Magazin "Zack". Ich liebe diese "verzweigten Diskussionen... :lol:
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#10 Laurin 2020-05-25 13:00
@ Friedhelm:
Ja, ZACK gibt es immer noch ... oder besser gesagt, nach einer ganzen Weile wieder. Habe da aber dann nie reingesehen. Erinnere mich aber auch noch daran, als Alternativ noch die KOBRA Heftchen kamen mit "Archie dem Roboter" oder der Serie "TRIGAN" von Don Lawrence. Überhaupt lag mit der Zeit das Interesse eher bei den wesentlich teuren Comics "Heavy Metal". :-*

Aber so ist das eben, wenn man bei einem Thema vom Hölzchen aufs Stöckchen kommt. :D
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