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Über Rebellen und Hexen in England - »Der Hexentöter von Blackmoor«

Der Hexentöter von Blackmoor Über Rebellen und Hexen in England
»Der Hexentöter von Blackmoor«

Man schreibt das Jahr 1685 und König Karl II. ist verstorben. Ihm auf den Thron folgt der eher vom Volke ungeliebte König Jakob II., der in George Jeffreys, dem mächtigsten Richter Englands einen rücksichtslosen Befürworter findet. Und wo immer der Lordkanzler und Oberrichter auftaucht, wittert er sogleich Gefahr und Verrat. Das bekommen nicht nur die recht blutig zu spüren, die Jeffreys der Rebellion bezichtigt.

Der Hexentöter von BlackmoorDenn auch junge Frauen laufen bei ihm Gefahr, der Hexerei bezichtig zu werden.

So durchzieht er das Land mit einer Blutspur aus Mord und grausamen Folterungen. Wer sich auch nur mäßig gegen den neuen König ausspricht, läuft sogleich Gefahr, als Staatsfeind und Verschwörer öffentlich am Galgen zu enden. Und so manche hübsche junge Frau, die sich Jeffreys verweigert, wird von ihm umgehend der Hexerei bezichtigt und gerät in die folternden Hände seines Henkers Jack Ketch.

Nur bei der blinden Wahrsagerin Mutter Rosa, die im abgelegen Wald lebt, scheint er eine Gewisse Furcht zu verspüren, weshalb er sie bisher unbehelligt lässt. Zu sehr sitzt in ihm die Panik, sie könnte mächtig genug sein, ihn durch ihre Weissagungen und Verwünschungen ernsthaft zu Schaden. Dabei ist dieser Sadist tatsächlich von seiner Mission und deren Rechtschaffenheit überzeugt.

Auch die junge Alicia Grey wird von Jeffreys der Hexerei und der Satansanbetung bezichtig, weil sie nicht bereit ist, sich ihm zu unterwerfen und sich so auch seinen sexuellen Wünschen verweigert. Daher wird Alicia vor der Vollstreckung ihres Todesurteil noch aufs blutigste gefoltert (z.B. auf der Streckbank), bevor man sie blutüberströmt zu Tode stürzt. Nur Mary, die Schwester von Alicia versucht im Vorfeld bei Jeffreys um Gnade für ihre Schwester zu bitten, ahnt jedoch nicht, dass sie damit direkt ins Visier dieses Psychopathen gerät.

Aber auch in Harry Selton, dem Sohn des Earl of Wessex, der in Mary Grey verliebt ist, erwächst Jeffreys ein erbitteter Gegner. Da nutzt es Jeffreys auch nicht wirklich viel, mit diversen Drohungen selbst beim Earl of Wessex vorstellig zu werden, zumal dieser das Ränkespiel des Lordkanzlers sofort durchschaut hat und entsprechend vorsichtig darauf reagiert. Der eher ungestüme junge  Harry hat sich indessen der offenen Rebellion gegen König Jakob II. angeschlossen, die jedoch bei der ersten größeren Schlacht völlig unterliegen. So gelangt er auch bald in die Fänge des diabolischen Lordrichters. Um Harry vor dem Galgen zu retten, ist die junge Mary sogar bereit, sich Jeffreys hinzugeben. Mit großem Ekel entkleidet sie sich vor ihm und muss sich von ihm begrabschen und demütigen lassen. Zwar gelingt es Harry aus dem Kerker zu fliehen, wonach er mit Mary Mutter Rosa im Wald aufsucht. Als diese das junge Paar jedoch eindringlich warnt, diesen Ort so schnell wie möglich zu verlassen, greifen die Schergen Jeffreys zu.

Doch schließlich wendet sich das Blatt für Jeffreys, da man den König als seinen wichtigsten Fürsprecher absetzt, der vorher selbst vor seinen Gegnern nach Frankreich geflüchtet ist. Damit verliert auch Jeffreys seine Macht im Lande, weigert sich allerdings, England ebenfalls zu verlassen. Um ihm sein eigenes Todesurteil zu überreichen, rückt der Earl von Wessex selbst mit Truppen bei Jeffreys an, um ihn bis zu seinem Tod am Galgen in den Tower von London werfen zu lassen. Vorher trifft sich der Earl allerdings noch mit seinem Sohn, um ihm die Ankunft der Truppen des Fürsten Willhelm von Oranien zu verkünden. Auch verspricht er ihm, die jungen Frauen, darunter auch Mary, die von Jeffreys in einem Gefangenentransport weggeschafft wurden, zu retten. Diesen Truppen schließt sich auch Harry an und kann so Mary gleich selbst befreien.

Jeffreys, der mittlerweile selbst im Tower festgesetzt wurde, sieht bei einer Hinrichtung zu, die sein eigener Henker Jack Ketch nun unter der Herrschaft des neuen Königs durchführt. Dabei ruft er aus, er sei nicht Schuldig und bricht danach mit einer Herzattacke sterbend vor dem Earl von Wessex in seiner Zelle zusammen.

Der Hexentöter von BlackmoorIrgendwo zwischen Historie, Abenteuer und Horror:
Nun muss ich hier schon gleich einmal sagen, dass der Film DER HEXENTÖTER VON BLACKMOOR eigentlich nichts mit dem Genre Horror zu tun hat. Hier scheint man an manchen Orten etwas übereifrig bei den Zuweisungen des Genres gewesen zu sein. Das Jess Franco (Jesus Franco Manera) sich hier an historisch belegten Figuren und Handlungen orientieren wollte, waren auch Gründe für Christopher Lee gewesen, hier die Rolle des "Bloody Judge" Lord George Jeffreys überhaupt zu übernehmen. In einem Interview gab Lee jedoch späterhin an, er habe den fertigen Film nie gesehen, weil  Franco ohne sein Wissen sowohl "exzessive" Gewalt-, Folter- und Nacktszenen eingefügt hatte. Auch habe er (Christopher Lee) sich verhemend geweigert, bei Erotikszenen mitzuspielen.

Nun muss man ja gestehen, dass B-Regisseur Jess Franco und der damalige Exploitationfilm eigentlich untrennbar miteinander verbunden sind. Und Franco geizte in Filmen wie MARQUIS DES SADE: JUSTINE (1969) oder SADOMANIA - HÖLLE DER LUST (1980) nun wirklich nicht mit junger, weiblicher Haut und schlüpfrigen Szenen mit einer netten Portion an diversen Gewaltdarstellungen. Da muss man nur meine kleine Reihe im ZAUBERSPIEGEL zu Filmen von Jess Franco nochmals Revue passieren lassen. Doch bei DER HEXENTÖTER VON BLACKMOOR muss man eigentlich feststellen, hält sich in Sachen nackte Brüste und etwas Gewalt selbst ein Jess Franco doch seltsamer Weise ziemlich zurück, wenn man ansonsten mit seinen Filmen im Vorfeld etwas bekannt ist. Nun verzichtet er nicht gänzlich auf die eine oder andere Szene in dieser Richtung, jedoch bleibt dieser Film in diesen Punkten eigentlich ziemlich untypisch zahm für einen Jess Franco. Da war der im gleichen Jahr (1970) veröffentlichte Film HEXEN BIS AUFS BLUT GEQUÄLT (von Adrian Hoven und Michael Armstrong/Regie und Drehbuch) schon ein anderes und wesentlich härteres Kaliber.  Dafür aber verfügt DER HEXENTÖTER VON BLACKMOOR auch durchaus über einige zähe Längen innerhalb der Handlung, welche der durchaus gut umgesetzte Bilderrausch nicht immer wirklich zu überdecken vermag. Zwar gibt es mal ein wenig nackte Haut hier und die eine oder andere nette Folterszene da und dort, aber alles hält sich bei der mir vorliegenden ungekürzten und restaurierten Fassung seitens XT Video Entertainment (Veröffentlichung 2006) doch ziemlich in Grenzen, so das ich die Altersfreigabe ab 18 Jahre nicht wirklich so ganz logisch nachvollziehen kann. Da hätte es eine Freigabe ab 16 Jahre durchaus auch schon locker und nachvollziehbarer getan.

Der Hexentöter von BlackmoorDas man im Titel übrigens ein Gebiet namens "Blackmoor" nennt, liegt nicht etwa daran, weil die Handlung an einem so benannten Ort spielen würde. Der Name "Blackmoor" spielt nämlich im gesamten Film keine Rolle und wurde damals nur in Anlehnung an den deutschen Edgar Wallace-Gruselkrimi DER WÜRGER VON SCHLOSS BLACKMOOR (1963 mit Karin Dor) vom deutschen Filmverleih mit in den deutschen Titel übernommen. Da muss man sich aber keine großen Gedanken hinsichtlich der Logik machen, da dieser deutsche Titel in diesem Punkt wohl ebenso sinnfrei zusammengebaut wurde, wie bei den damaligen japanischen Monsterfilmen um Godzilla und Co., in dessen Filmtitel man ja auch "Frankenstein" mit einbaute, der mit den Filmen selbst aber absolut nichts zu tun hatte. Dafür hatte Jess Franco den Henker Jack Ketch, recht ansprechend gruselig gespielt von Howard Vernon, an die Figur des Scharfrichter aus dem Film DER HENKER VON LONDON (1939) mit Boris Karloff angelehnt.

Ein uninteressanter filmischer Beitrag ist DER HEXENTÖTER VON BLACKMOOR (Originaltitel: EL PROCESO DE LAS BRUJAS/IL TRONO DI FUOCO) allerdings auch nicht, auch wenn er eben über so manche Längen innerhalb der Handlung verfügt, welche die Geduld des Zuschauers vielleicht auch mal etwas strapazieren könnte.  Wirklich aufrecht hält indessen wohl wesentlich Christopher Lee die Handlung durch sein eindringliches Schauspiel. Allerdings konnte ich bei der Gesamtfassung des Film von rund 103 Minuten (DVD) nun wirklich keine der von ihm so kritisierten "exzessiven" Sexszenen vorfinden. Und auch in Sachen Gewaltszenen hielt sich Jess Franco hier ehrlich gesagt ziemlich zurück. Hinzu kommt, dass bei den meisten Szenen, die bei anderen Schnittfassungen gekürzt wurden, es sich zumeist nicht einmal um solche freizügigen bzw. gewalttätigen Szenen handelte. Dies kann man nämlich bei dieser Gesamtfassung seitens XT Video sehr schön erkennen, weil diese Szenen auf der DVD über keine deutsche Synchronisation verfügen.

Der Unterschied der Gesamtfassung hinsichtlich anderen Fassungen lässt sich zudem sehr schön anhand der deutschen und spanischen Kinofassung ablesen. Denn die deutsche Kinofassung betrug damals wohl gerade mal 82 Minuten und die spanische Fassung hatte zumindest mit 84 Minuten zwei Minuten mehr zu bieten. Die echten geschichtlichen Zusammenhänge dürfte Jess Franco allerdings durchaus recht vage innerhalb des Gesamtfilm verarbeitet haben, auch wenn dieser Film für den Spanier sogar ungewöhnlich konventionell in Szene gesetzt wurde.

Wirklich ziemlich blass blieb im Film allerdings der österreichische Schauspieler und Schlagersänger Hans Hass jr., der hier die Rolle des Harry Sefton, dem Sohn des Earl of Wessex, spielte. Die ebenfalls österreichische Schauspielerin Maria Rohm war hierbei wohl als Mary Grey auch eher für den Blickfang zuständig und durfte daher auch schon mal ein wenig blank ziehen (zumindest oben herum). Darstellerisch gab es bei ihr zwar nicht viel zu bemängeln, jedoch hinterlässt sie hier aber auch keinen bleibenden Eindruck, so das man ihr Gesicht leider auch kurz nach dem Film schnell wieder vergisst.

Der Hexentöter von BlackmoorMaria Schell wiederum spielt ihre Rolle als sogenannte blinde Hexe Mutter Rosa ebenfalls nicht wirklich schlecht. Kennt man aber so einige ihrer anderen Filme, so bemerkt man jedoch recht schnell wieder, dass sie als Schauspielerin wohl tragische Rollen bevorzugte. So gibt die Schell denn auch hier in dieser eher überschaubaren Rolle mal wieder eine satte Kostprobe an Weltschmerz in ihrem Schauspiel ab. Das mag mitunter passen und eventuell auch gefallen, allerdings trägt sie hier in diesem Punkt und für mich persönlich in den wenigen, kurzen Szenen, nun doch etwas zu dick auf in Sachen Tragik.  Dafür konnte allerdings in seinen wenigen Szenen der schweizerisch-französische Schauspieler Howard Vernon als Henker Jack Ketch überzeugen. Denn wenn er ins Bild kam, konnte man gleich davon ausgehen, dass mal endlich wieder etwas im Film passiert, anstatt weiter in der Handlung etwas seicht dahin zu plätschern. Zumindest sorgte sein Auftreten gleich für eine bedrohliche Atmosphäre bei, welche auch die Spannungskurve dann sichtlich nach oben trieb. Aber der Bösewicht war Vernon ja in so manchen Filmen förmlich auf den Leib geschrieben gewesen, egal ob als sadistischer Edelmann oder als Scherge der Nazidiktatur, bevor ihn dann die Karriere immer stärker in Richtung des europäischen Trashfilm verschob. In seiner Rolle als Earl of Wessex konnte hingegen auch der britische Schauspieler Leo Genn durchaus recht positiv glänzen, auch wenn seine Auftritte hier auch eher etwas mager ausgefallen sind.

Nun mag man bei Filmen von Jess Franco ja ebenfalls wie bereits gesagt, schnell auf die Bezeichung Trashfilm kommen, doch bei DER HEXENTÖTER VON BLACKMOOR schien man in finanzieller Hinsicht zumindest tiefer in die Geldbörse gegriffen haben, was dem Film daher auch sichtlich gutgetan hatte, was die logische Umsetzung an sich anging. Der Verlauf der Handlung überzeugt aber auch durch einen gut strukturierten Aufbau, den man Jess Franco auch nicht unbedingt in dieser Form zugetraut hätte. Da fallen Szenen, in denen Frauen verzweifelt schreien und das Kunstblut fließt schon eher untergeordnet auf, zumal sie auch nicht den Gesamtfilm dominieren.

Die eigentliche Präsenz im Film stellte jedenfalls Christopher Lee als ebenso sadistischer wie zerstörerischer Psychopath dar. Davon lebt jedenfalls der Film erheblich. Ohne ihn in der Rolle des grausamen Richter hätten sich die offensichtlichen Längen des Films allerdings auch noch stärker in den Vordergrund gerückt, was wohl für den Gesamtfilm und die Handlung an sich wohl eher auch in Sachen Langeweile tödlich gewesen wäre.

Der Hexentöter von BlackmoorDer Film DER HEXENTÖTER VON BLACKMOOR lief übrigens auch unter dem Titel NIGHT OF THE BLOD MONSTER (USA) mit einer Art gehörntem Teufel auf dem Kinoplakat. Vielleicht ist dies der Grund dafür, dass man diesen Film von Jess Franco auch mitunter unter dem Genre des Horrors eingeordnet hatte. Weitere Alternativtitel waren darüber hinaus:

  • El proceso de las brujas
  • Le trone de feu
  • The Bloddy Judge

Meine Filmkritik:
Der Film DER HEXENTÖTER VON BLACKMOOR gehörte ganz offensichtlich zu der kleinen und recht kurzen Welle der Filme, in denen es um die Hexenverfolgung ging und man mit etwas nackter Haut und einigen Floterszenen das Publikum in die Kinos lockte.

Den Auftakt machte 1968 hierbei wohl der Film DER HEXENJÄGER von Michael Reeves mit Vincent Price in der Hauptrolle, der ein ansehnlicher Erfolg an den Kinokassen wurde.

Gegen den deutschen Beitrag von Michael Armstrong und Adrian Hoven unter dem Titel HEXEN BIS AUFS BLUT GEQUÄLT, der 1970 im gleichen Jahr wie eben DER HEXENTÖTER VON BLACKMOOR in die Kinos kam, konnte diese Gemeinschaftsproduktion zwischen Spanien, Deutschland und Italien jedoch nicht wirklich anstinken. Da täuscht auch das durchaus ansprechende Schauspiel von Christopher Lee nicht wirklich drüber hinweg. Denn mit Herbert Lom in der Hauptrolle wusste man auch in HEXEN BIS AUFS BLUT GEQUÄLT einen der ganz großen Kinostars zu präsentieren, der durchaus eine starke Präsenz ausstrahlte. Aber auch in Sachen nackte Haut und Gewaltszenen hatte HEXEN BIS AUFS BLUT GEQUÄLT eindeutig die Nase vorne und setzte damit auch wiederum in Sachen Spannung und Atmosphäre wesentlich intensivere Eckpunkte.

DER HEXENTÖTER VON BLACKMOOR punktet hingegen wohl eher mit einem höheren Budget und einigen recht schönen Bildern und entsprechenden Kostümen. Die Nase vorne in Sachen Atmosphäre und Spannung allerdings hat dieser Film damit leider nicht, denn er verfügt dafür über einige Längen, die sich entsprechend drückend leider auch auf eine kontinuierliche Spannungskurve legen.

Da will ich hier nun auch nicht so lange um den heißen Brei reden oder mich bei den Kritikpunkten wiederholen müssen. Denn gesamt betrachtet schafft DER HEXENTÖTER VON BLACKMOOR es bei mir gerade einmal knapp an die drei von insgesamt fünf Sterne hinsichtlich der Gesamtbewertung. Und wer trotzdem gerne diesen Filmbeitrag zum Thema Hexenverfolgung und dem Unrecht gegen die damaligen Menschen (hier insbesondere der zu unrecht beschuldigten Frauen) in seiner Sammlung haben möchte, dem kann ich nur empfehlen, hier zur Version seitens XT Video zu greifen, wo man sich bemühte, den Film nun in seiner ganzen Pracht zu präsentieren. Denn es gibt schließlich auf dem DVD-Markt auch die eine oder andere stark gekürzte Fassung, die manchmal auch vom Preis her wohl eher zu hoch angesetzt angeboten wird. Eine Empfehlung spreche ich hier aber mal eher eingeschränkt aus, denn wirklich interessant dürfte der Film wohl eher für Nostalgiker sein, zu denen ich mich aber auch mitunter etwas zählen darf. Das Bonusmaterial beschränkt sich hier bei der ungekürzten Gesamtfassung von XT Video indessen auf das unbedingt nötigste wie Trailer, TV-Spot oder etwa die immer wieder gerne gesehene Bildergalerie.

Der Hexentöter von BlackmoorDer Hexentöter von Blackmoor
(El proceso de las brujas/Il trono di fuoco)
mit Christopher Lee, Maria Rohm, Peter Martell, Dennis Price, Margaret Lee, Maria Schell, Leo Genn, Diana Lorys, Howard Vernon, Milo Quesada, Werner Abrolat, Hans Hass u.a.
Regie: Jess Franco
Drehbuch: Jess Franco, Michael Haller, Enrico Colombo
Produktion: Harry Alan Towers
Musik: Bruno Nicolei
Genre: Historienfilm/Abenteuerfilm
Laufzeit: 103 Minuten (Ungekürzt/DVD)
DVD/FSK: 18 Jahre
Vertrieb: XT Video Entertainment
Spanien/Deutschland/Italien 1970

Kommentare  

#1 Friedhelm 2020-03-21 12:50
Na, ist es denn...? Den von dir erwähnten "Hexen bis aufs Blut gequält" habe ich mir gestern Abend noch in den Player geschoben - war aber nicht die neue Uncut-Fassung, sondern eine ältere DVD, die mir eher nach Bootleg aussah. Was mich da, unter anderem, richtig gestört hat, das war der dödelige Soundtrack von Schlagerfuzzi Michael Holm.

Den "Hexentöter" habe ich irgendwann mal im TV gesehen (oder war's doch ein Video?). Jess Franco war ja nun wirklich ein recht gewöhnungsbedürftiger Filmemacher - aber dass er dann ausgerechnet das "Seelchen vom Dienst", Maria Shell besetzen musste, ist für mich dann doch unverständlich. Die "huschige" Schell hat mich noch nie begeistert...

In Hinsicht auf Francos Versprechungen, sich an historischen Figuren und Geschehnissen zu orientieren, hätte sich Christopher Lee den fertigen Film besser einmal angetan. Dann er wäre er Franco für "Nachts, wenn Dracula erwacht,1970" wahrscheinlich kaum "auf den Leim gegangen.."

Während von genannten Filmen immer mal wieder die eine oder andere "Scheibenfassung" auf den Markt kommt, sucht man den letzten Film dieser "Hexenjäger-Welle", "Hexen-Geschändet und zu Tode gequält1972" bisher wohl vergebens auf DVD. Ich konnte den nur einmal, Ende der 1970e, im Kino esehen.
Für Komplettisten wäre das sicherlich wünnschenswert...

Mich wundert eigentlich, dass nach dem Vincent-Price-Movie "Der Hexenjäger/The Witchfinder General" kein weiterer Beitrag mehr aus englischen Studios kam. Wenn jetzt einer den Film "In den Krallen des Hexenjäger/Blood of Satans Claw,1970" nennt, dann ist das ein leider ein Irrtum. In dem Plot kommt gar kein Hexenjäger vor - der Schauspieler Patrick mimt hier einen Richter, der mit ein paar jugendlichen Teufelsanbetern aufräumt. :-* ;-)
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#2 Andreas Decker 2020-03-21 14:13
Zitat:
Allerdings konnte ich bei der Gesamtfassung des Film von rund 103 Minuten (DVD) nun wirklich keine der von ihm so kritisierten "exzessiven" Sexszenen vorfinden.
Lee hat immer gern übertrieben. Allerdings ist die Szene, in der sich der Richter über sein Opfer hermacht, eindeutig gefakt. ;-) Allerdings hat ihn Franco noch mal reingelegt, und zwar wesentlich gravierender. In "DeSade 70" hat er ihn wohl mit ein paar vorher aufgenommen Szenen, in denen er irgendwelchen Unsinn labert, in die Sexhandlung reingeschnitten.

Und "Blood on Satan's Claw" muss man dazuzählen. :-) Thema und Epoche sind deckungsgleich. Und es gibt noch ein paar englische Horror Independents aus der Zeit, wo das Thema zumindest in der Handlung aufgegriffen wurde, z.b. "Satan's Slave" - "Die Teufelsbrut - Sklaven des Satans". Gibt es auf Deutsch glaube ich aber nicht auf DVD. Oder "Cry of the Banshee" - "Todesschrei der Hexen", auch mit Price, gerade neu bei Ostalgica.

Davon abgesehen, warum hätten die Engländer Geld aufbringen sollen, um den Reeves zu imitieren? Der hat eigentlich alles zu dem Thema gesagt, was dazu zu sagen ist. "Cry" und "Blood" machen daraus eine okkulte Geschichte, also das genaue Gegenteil.

Dass die Deutschen den Reeves imitieren mussten, höflich ausgedrückt, wundert einen nicht. Der Film hat viel Geld eingespielt, und da ging etwas. Der Hoven ist meilenweit besser als der Franco, der Meinung bin ich auch.
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#3 Friedhelm 2020-03-21 19:09
Zitat:
Und "Blood on Satan's Claw" muss man dazuzählen. :-) Thema und Epoche sind deckungsgleich.
Der Film zählt nur bedingt dazu - klar, die Epoche ist deckungsgleich, die Thematik allerdings nicht so ganz. Wie in den anderen Filmen geht es hier nicht um die Verfolgung vermeintlicher Hexen...sondern -wie bereits erwähnt- um einen jugendlichen Satanskult.

Zitat:
Und es gibt noch ein paar englische Horror Independents aus der Zeit, wo das Thema zumindest in der Handlung aufgegriffen wurde, z.b. "Satan's Slave" - "Die Teufelsbrut - Sklaven des Satans". Gibt es auf Deutsch glaube ich aber nicht auf DVD. Oder "Cry of the Banshee" - "Todesschrei der Hexen", auch mit Price,
Richtig, diese Filme habe ich glatt vergessen. "Todeschrei der Hexen" kann man übrigens bei Amazon beziehen..:-*
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#4 Laurin 2020-03-21 20:43
Nun ja, zu den von euch noch so genannten Filme wie etwa HEXEN - GESCHÄNDET UND ZU TODE GEQUÄLT oder z.B. TODESSCHREI DER HEXE kann ich hier eigentlich nichts sagen. Denn über Filme, die man noch nicht gesehen hat, kann man sich kein Urteil bilden und erst recht nicht erlauben. Da wird es schon mit der Einordnung kritisch. So habe ich mich auch hier eher auf den Vergleich zwischen DER HEXENTÖTER VON BLACKMOOR und HEXEN BIS AUFS BLUT GEQUÄLT gestützt. Und nach DER HEXENTÖTER VON BLACKMOOR hatte ich (eben auch vor kurzem) noch mal HEXEN BIS AUFS BLUT GEQUÄLT angesehen um im Vorfeld direkt auch vergleiche ziehen zu können. Dabei schneidet der Film von Jess Franco eben nicht schlecht ab, was Atmosphäre, Handlungsaufbau und den auch farblich recht ansprechenden Bilderrausch angeht. Auf der anderen Seite zieht der Film von Hoven/Armstrong allerdings die Zügel mehr an und weiß so auch die Spannungskurve kontinuierlich hoch zu halten. Francos Film hingegen schwächelt in diesem Punkt leider etwas zu oft und eben auch zu auffällig. Man muss jedoch auch sehen, dass beide Filme jeweils für sich stehend betrachtet ihre Vorzüge haben, auch wenn aus unterschiedlichen Ansatzpunkten. Und so kam dann auch am Ende des Artikels die Frage etwas auf, mit welchem der beiden Filme könnte man noch heute eher jüngere Zuschauer hinter dem Ofen hervorlocken, und da hat schlicht in meinen Augen und nach meiner Erfahrung mit dem Geschmack jüngerer Bekannter der Film HEXEN BIS AUFS BLUT GEQUÄLT schlicht die Nase eben doch irgendwie sehr weit vorne.
Und mal ganz unter uns gesagt, Friedhelm. Bei HEXEN BIS AUFS BLUT GEQUÄLT hatte ich schon recht bewusst damals nach einer guten und in jedem Fall ungekürzten Version Ausschau gehalten (eine Film-Rezension gibt's zu dem ja auch hier im Zauberspiegel von mir), denn eine eventuell gekürzte Fassung hätte ich mir bei dem Film wirklich nicht ins Haus geholt. Gleiches galt da auch für mich hinsichtlich DER HEXENTÖTER VON BLACKMOOR, bei dem man hier ja recht schön sehen kann, dass man hier wohl eher den Film in der damaligen Kinoversion und älteren Versionen auf VHS oder DVD nur um einige Längen innerhalb der Handlung gestrafft hatte. ;-)
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#5 Friedhelm 2020-03-21 22:12
Zitat:
Auf der anderen Seite zieht der Film von Hoven/Armstrong allerdings die Zügel mehr an und weiß so auch die Spannungskurve kontinuierlich hoch zu halten.
Wie bereits erwähnt, habe ich den Streifen "Hexen - Geschändet und zu Tode gequält" Ende der 1970e im Kino gesehen. Ich meine mich zu erinnern, dass der um ein paar Zacken härter/fieser war als "Hexen bis aufs Blut gequält." Soviel ich noch weiss, gab es da eine Szene, in der eine fetter Folterknecht eine vermeintliche Hexe solange brutal vergewaltigt, bis er sich selber erbricht. Muss ich nicht nocheinmal haben - und auch den Film, der sich in meinem Archiv befindet, wird dort wohl nicht mehr lange verweilen. Ich bin ansich ja kein wirklicher Fan von Folterplots - egal ob diese Dinger nun in den Tagen der Hexenverfolgung spielen - oder in der Neuzeit (siehe, u.a. Hostel: ja, ich weiss, hat mit der Thematik hier nix zu tun....aber... :-* .)
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