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Ein Filmklassiker - Istanbul, ein doppeltes Lottchen und der Agent FX 18

Ein FilmklassikerFolge 15
Istanbul, ein doppeltes Lottchen und Agent FX 18

In dieser Reihe DER FILMKLASSIKER werde ich ein wenig meine Schatzkammer in Sachen DVDs öffnen, in der sich neben mehr oder weniger aktuellen Filmen eben auch mitunter manche Klassiker des Films tummeln. Wir werden hierzu einen Streifzug unternehmen, in dem wir uns z.B. von manchen Actionfilmen über Western bis hin zu besonderen Romanzen einen Einblick gewähren werden. Nicht alle Filme wo Agent draufsteht, ist James Bond drin.

Der Teufelsgarten (Coplan sauve sa peau)Der Teufelsgarten (Coplan sauve sa peau)
Was gibt es denn im Vorfeld zu diesem Agentenfilm zu sagen, bei dem mir eigentlich die Klassifizierung "Agenten-Thriller" nicht wirklich über die Lippen kommen will.

Zuerst einmal die Geschichte an sich, die man so vielleicht schon in einem ähnlichen Heftroman der 70er Jahre hätte lesen können. Da muss man nämlich mitunter eher auf die Fantasie des Autors, aber wohl weniger auf eine innere Logik bauen.

Und so ganz abwegig ist das ganze dann bei näherer Betrachtung auch nicht, denn im Grunde wird bei diesem Film bei anderen Agentenfilmen geklaut was das Zeug hält. Das James Bond dabei in seinen Filmen nicht plötzlich nur noch in der Unterhose dastand, dürfte hierbei ein glattes Wunder sein.  Und seien wir mal ehrlich, im Heftroman hatte man in diesem Genre ja auch fleißig bei James Bond geklaut, was nicht bei Drei wieder in der Dose für die Filmrollen verschwand.

Der Teufelsgarten (Coplan sauve sa peau)Vorsicht! Das ist wirklich ernst gemeint:
Wer allerdings Spaß mit Leichen als allgemeine Unterhaltung zu schätzen weiß, der sollte wirklich bei DER TEUFELSGARTEN zugreifen. Denn manche Dialoge haben es da bei genauerer Betrachtung wirklich in sich. Hier mal ein kleines Beispiel:

Da fragt beispielsweise der Lieutenent etwas aufgebracht seinen Untergebenen, wie es denn sein könne, dass es Coplan trotz Bewachung gelingen konnte zu entfliehen, worauf dieser dann recht treffend und reich an Action erwiedert...

"Er hat die Tür aufgemacht, Herr Lieutenant!"

(Filmzitat: Der Teufelsgarten)

Wenn dies mal nicht eine originelle Flucht ist, dann weiß ich es auch nicht mehr. Jeder andere Agent hätte seine Bewacher überwältigt oder wäre halsbrecherisch aus dem Fenster gesprungen, egal in welchem Stockwerk er sich gerade befindet. Aber nicht so Coplan, der Agent FX 18, der macht die Tür auf und haut ab, während seine Bewacher scheinbar noch lange danach rätseln, was er wohl vorhaben könnte.

Noch ein Beispiel gefälligst?

"Kein vernünftiger Mensch geht freiwillig in die Gärten des Teufels!"
"Die Gärten des Teufels?"
"Seit Jahrhunderten werden sie so genannt."
"Und warum?"
"Man erzählt, dass in diesem Tälern der Teufel umgeht."

(Filmzitat: Der Teufelsgarten)

Was soll ich da noch hochgeistiges sagen? Wer dumme Fragen stellt, der muss um noch dümmere Antworten nicht lange betteln.

Der Teufelsgarten (Coplan sauve sa peau)Und dieses gandenlose Trommelfeuer markant-harter Dialoge beginnt bereits ziemlich zum Anfang des Films. Denn hatte die Freundin unseres Agenten FX 18 gerade noch um ihr Leben gezittert, da fällt ihr bei unserem Agenten, den sie zu Hilfe ruft, nichts besseres ein, als ihn nochmals ausführlich daran zu erinnern, wie bunt doch die "Blumen von Acapulco" waren, die ihnen da im Fluss entgegenschwammen. Ganz zu schweigen davon, dass sie die Schiffe erst erkennen konnten, als sie ganz nahe daran waren. Bleibt noch die Frage, woran waren sie denn ganz nahe um die Schiffe zu erkennen? Waren das jetzt die Blumen oder die Schiffe selbst? Egal - in jedem Fall sollten sie zuimndest mal einen Termin beim Augenarzt machen, selbst wenn sie Schiffe in der Ferne und Blumen im Wasser nicht mehr unterscheiden können. Ganz zu schweigen davon, dass die holde Dame wohl einige romantische Aussetzer hat, wenn es um die Angst und das eigene Überleben geht.

Solche Dialoge fand man damals bei James Bond durchaus selten, denn wenn Sean Connery so etwas am laufenden Meter von sich gegeben hätte, hätten die Bond-Fans ihm noch auf der Leinwand die Hosen herunter gezogen und ihn mit seinem stolzen Brusthaar per Sekundenkleber an seinen Aston Martin befestigt.

Leider gelang es für diesen Euro-Agentenfilm (Frankreich/Italien) nicht einmal einen Darsteller zu finden, der mit einem kantigen Gesicht und einem süffisanten Lächeln einem Sean Connery auch nur halbwegs das Wasser hätte reichen können. Vielmehr übte der Schauspieler Claudio Brook sich darin, stets einen Geschtsausdruck zum Besten zu geben, welches eher den Ausdruck hergab, als wüsste er einerseits nicht, wo er sich gerade befindet und andererseits, was er da gerade wohl tut. Da nutzte es auch nicht viel, wenn man in einer Nebenrolle Klaus Kinski als seltsamen Bildhauer besetzt hatte, der sich dann auch noch (oder besser gesagt, wieder) recht unspektakulär in einem Waschbecken ersäufen lässt, was er ja bereits verinnerlicht hatte in dem Film UNSER MANN AUS ISTANBUL aus dem Jahre 1965. Ganz zu schweigen darüber, dass es dem Film auch nicht geschadet hätte, wenn er nicht mitgespielt hätte, denn seine Rolle war innerhalb der Handlung ungefähr so wichtig, wie ein Abführmittel bei Durchfall.

Der Teufelsgarten (Coplan sauve sa peau)Was den Gehalt dieses Euro-Agentenfilm dann noch hebt, sind die diversen jungen Damen, die mit schmachtendem Blick, Schmollmund oder zumindest genug Holz vor der Hütten (also für Unkundige, es ist im letzteren Fall die Oberweite der Damen gemeint) von so manchen Unzulänglichkeiten der Handlung ablenken. Da ist es dann auch nicht so schlimm, wenn Margaret Lee zwischenzeitlich selbst nicht mehr weiß, ob sie nun gerade nochmal Mara oder ihre Zwillingsschwester Eva spielt. Und wer es denn braucht der findet auch noch einen gelungenen Bösewicht, der die Menschheit vor sich selbst retten will, indem er sie gleich mal auszulöschen droht. Darstellerisch bekommt der Zuschauer hier eine markant-hölzern wirkende Mischung aus dem Bond-Superbösewicht Ernst Stavro Blofeld und dem Phantom der Oper präsentiert, der dann auch noch mit der Herzdame des Agenten FX 18 verschwistert ist. Wenn das mal nicht ein unvorhersehbarer Knaller ist, dann will ich in Zukunft Paul Hase heißen.

Und dann gesteht man diesem Film auf manchen Seiten auch noch einen gewissen Horrorfaktor zu, wobei ich jedoch während des gesamten Film nicht herausgefunden habe, wo dieser Faktor denn nun gerechtfertigt wäre. Da ist jeder Edgar-Wallace-Film gruseliger und wenn Klaus Kinski noch leben würde, könnte er dies eventuell sogar bestätigen. Aber wie Kinski ja selbst einmal in einem seiner denkwürdigen Interviews mal gesagt hatte, drehte er Filme in erster Linie des Geldes wegen, egal welcher Blödsinn da gerade mit ihm vor der Kamera heruntergekurbelt wurde. Man muss ihm allerdings auch zugutehalten, dass er seine Aussagen auch manchmal so häufig wechselte, wie andere ihre Unterhosen.

Sollte man dann nach geschlagenen 105 Minuten als Zuschauer etwas verstört vor dem Fernseher sitzen und sich fragen, was man denn da gerade gesehen hat, um dann zu dem Schluss zu kommen, dass es am Bosporus mitunter auch ganz nett ist, wenn da nicht so viele Leichen rumliegen würden, dann bleibt nur noch eins zu tun: Den Film DER TEUFELSGARTEN gleich nochmals ansehen, um vielleicht so hinter den tieferen Sinn der Handlung zu gelangen. Aber Vorsicht, ab dem zweiten Versuch geht das ersichtlich zu Lasten ihrer persönlichen Lebenszeit, die man sparsam verprassen sollte. Damit sie, liebe Leser sich das sparen können, gibt es hier nun einen kleinen Einblick in die Handlung des Film DER TEUFELSGARTEN.

Der Teufelsgarten (Coplan sauve sa peau)Ein bisschen Tod soll schließlich Spaß machen:
In Istanbul wird ein Gelehrter und Bekannter der schönen Mara direkt vor ihren Augen erstochen, wobei sie gerade noch so entkommen kann. Telefonisch setzt sie sich dann sogleich mit ihrem Ex-Freund und Geheimagenten Francis Coplan in Verbindung, der auch als Agent FX 18 seinen Job ausführt. Coplan eilt denn auch sogleich in die Türkei zu Hilfe, wobei er sich bei einem nächtlichen Spaziergang auch gleich an den Lippen von Mara mal festsaugt. Doch die Bösen liegen in Istanbul bereits auf der Lauer. So landet Coplan erst einmal im Bosporus und wird für tot gehalten, während Mara (scheinbar) erschlagen wird (wie gesagt, irgendwann rätselt da auch der Zuschauer, weil unsere Darstellerin irgendwann durcheinander gerät und nicht genau weiß, ob sie nun wieder Mara oder doch lieber Eva sein will).

Doch unsere Schergen haben sich in Sachen Coplan getäuscht, denn der wird am nächsten Morgen (immer noch) lebend von der jungen Jasmin aus dem Wasser gezogen. Auf seiner darauf folgenden Suche nach dem Mörder von Mara trifft er dabei auch auf ihren Ehemann, den Archäologen Saroghu und dem Präparator Mascar. Letzterer bringt ihn dann auch auf die erste richtige Spur, die wiederum über den etwas sonderbaren Künstler Theler führt, der irgendwie halb nackig eine Seance durchführen möchte. Etwas später glaubt Coplan dann in einer Bar, die scheinbar ermordete Mara zu sehen. Dies ist dann auch das Signal für die nächste Leiche in Form von Saroghu. Doch vorher setzt die angebliche Mara Coplan noch darüber in Kenntnis, dass sie die Zwillingsschwester von Mara mit Namen Eva ist.

Der Teufelsgarten (Coplan sauve sa peau)Durch den Mord an Saroghu wird Coplan allerdings als Tatverdächtiger festgenommen, kann aber schneller wieder entkommen als gedacht und zu allem Überfluss ist nun auch Eva verschwunden. Coplan hält sich also wieder an den Bildhauer Theler und erzwingt von diesem die weiteren Informationen, wobei dieser ihn von den Gärten des Teufels berichtet, wo eine gefährliche Verbrecherorganisation ihre Zentrale besitzt. Während sich Coplan dorthin aufmacht, werden auch Theler und Mascar Opfer der Verbrecherorganisation.

Nach einigen Hindernissen erreicht Coplan die Festung des Superverbrechers Hugo Gersbach, dessen Plan es ist, die Menschheit vor sich selbst zu retten. Dafür will er mit seinen tödlichen Strahlen ganze Städte auf der gesamten Welt vernichten, um die jeweiligen Regierungen zur Abrüstung zu zwingen. Coplan findet aber auch die mittlerweile ebenfalls entführte Jasmin und auch Eva bei Gersbach wieder, der sich zudem als Bruder von Eva und so wohl auch von Mara herausstellt (sofern es sich nun wirklich um Zwillinge handeln sollte).

Doch statt Coplan nun ebenfalls auf die galante Art zu beeseitigen, schlägt Hugo Gersbach diesem einen spannenderen Weg des Ableben vor - eine drollige Menschenjagd. Und so sieht sich Coplan bald gehetzt von Hugos Schergen, die mit Armbrust, Messern, Sense und effektvoll im Bikini in Szene gesetzt, ihm das Lebenslicht ausschalten wollen. Doch wie das mit Helden so ist, sie überwinden alle Mordbuben (und das mörderische Mädel) und so schreitet auch Coplan zur Tat, befreit Jasmin aus ihrem Gefängnis und stellt sich zum Duell mit Gersbach. Doch der Superverbrecher hat nicht damit gerechnet, dass sich nun auch seine Schwester gegen ihn stellt, welche sich mit ihm im strahlenverseuchten Labor einschließt und so gemeinsam mit ihm einen grausamen Tod findet.

Der Teufelsgarten (Coplan sauve sa peau)Meine Filmkritik:
Ich muss gestehen, ich hatte von dem Film etwas mehr erwartet. Auch wenn so manche Euro-Agentenfilme lustig flockig bei James Bond abgekupfert hatten, so waren nicht wenige zumindest noch orginell in ihrer Handlung gewesen. Und dann spielte ja noch Kinski mit, da hätte dieser Agentenfilm doch glatt interessant werden können.

Bei DER TEUFELSGARTEN hatte ich nach etwa dem ersten Drittel allerdings angefangen, die erwartete Spannung bei mir unter dem Sofa zu suchen. Vielleicht ist die ja aus versehen da runtergerutscht. Aber auch da habe ich nur ein paar Wollmäuse und eine verloren gegangene Haselnuss finden können. Von Spannung war da also leider auch nichts zu sehen. Als Mann dürfte da jeder Besuch eines Frauenarztes spannender sein als dieser Agentenfilm aus dem Jahre 1967. Und dabei hatte der Film sogar einmal eine Altersfreigabe ab 18 Jahre besessen. Gut, auch in dem Punkt gab es wohl ein Einsehen, weshalb der Film nun bereits ab 16 Jahre freigegeben wurde. Schließlich holen die Leichen kaum noch jemanden hinter dem Ofen hervor und auch die hübsche Braut des Verbrechers lässt jüngere Zuschauer in ihrem schicken Bikini nicht mehr sabbernd den Hand-Hose-Kontakt suchen. Egal wie formschön sie sich da in freier Natur auch entblättert. Geschnitten wurde da jedenfalls nichts, weshalb man bei der DVD auch mit dem Zusatz der ungekürzten Kinofassung wirbt. Zwar gibt man auf einer Seite im Internet auch eine Laufzeit für das Kino von 111 Minuten an, doch hier mag wohl eher der Wunsch der Vater des Gedankens gewesen sein, oder man rechnet einfach den Vor- und Abspann ganz genau mit.

Claudio Brook wirkt als Agent absolut farblos und konnte mich zu wirklich keinem Zeitpunkt überzeugen. Gleiches gilt leider auch für die eher nichtssagende Nebenrolle von Klaus Kinski als Bildhauer Theler. Bei dieser Rolle nehme ich Kinski jedenfalls unbesehen ab, dass es ihm hier nur schnöde um die Gage ging, die er hierbei einstreichen konnte. Da bringt es dem Film auch nichts, dass Kinski hier mal wieder etwas aus der Reihe tanzen konnte, um den wunderlichen Verrückten zu geben.

Was macht den Film DER TEUFELSGARTEN denn nun zu einem Filmklassiker? Zum einen ist dieser Euro-Agentenfilm ziemlich schnell wohl in der Versenkung verschwunden und erst für die Filmkonserve wieder ausgegraben worden. Zum anderen ist es das Alter dieses Agentenfilm. Und seien wir mal ehrlich, nicht alles was sich da in der Welt zwischen Kino und DVD-Player herumtreibt und sich FILMKLASSIKER nennen darf, muss auch zwangsläufig gut sein. Hätte man ein wenig mehr auf Humor bei diesem Film gesetzt, hätte daraus vielleicht noch etwas verwertbares werden können ... aber so!

Der Teufelsgarten (Coplan sauve sa peau)Zumindest dürfte dies nun einer der bisher kürzesten Artikel in der Reihe DER FILMKLASSIKER sein, denn man soll gewisse Dinge auch nicht überstrapazieren. Generell kann man sich den Film DER TEUFELSGARTEN ja mal ansehen, wenn einen eh gerade die Langeweile im Würgegriff hat, oder bevor der grausame Wunsch sich im Kopf festsetzt, sich vielleicht doch noch Dieter Bohlen mit seiner Sendung DSDS reinzuziehen um danach endgültig ernsthaften Suizidgedanken nachzuhängen. Aber dann sollte man zumindest die Messlatte der Erwartungen ziemlich in Bodennähe halten, damit dieser Agentenfilm wenigstens nicht völlig zu einer Enttäuschung wird. Also so weit unten, dass man auch das Limbo tanzen unter der Messlatte getrost vergessen kann. Man sollte den Film eher als das nehmen was er ist: Eine etwas sperrige Agentengeschichte die jedes Klischee mitnimmt und so zu einer 60er Jahre Sause mutiert, die man nicht wirklich ernst nehmen sollte.

Bei aller Liebe kann ich dem Film DER TEUFELSGARTEN daher gerade noch einen von insgesamt fünf Punkten als Wertung vergeben, und selbst der steht für den guten Willen der Macher, wie dem Regisseur Yves Boisset und Claude Veillot (Drehbuch). Denn zumindest der gute Wille sollte ja belohnt werden, auch wenn man eigentlich das Werk selber gnadenlos in den Sand gesetzt hat. Eine Empfehlung zum ansehen verkneife ich mir da selbstverständlich auch und überlasse dies ganz den Freunden der eher skurrilen FILMKLASSIKER.

Ausblick:
Der nächste Beitrag zur Reihe DER PHANTASTISCHE FILMKLASSIKER kommt aus dem Genre Science Fiction, wobei der Titel aus meiner Sichtweise etwas staubig daher kommt. Aber zwischen den Sternen ist ja schließlich auch nicht alles im Sinne einer klinischen Reinheit zu bewundern.

Die Tour zwischen den Sternen wird hierbei auch nicht von der guten alten Erde aus gestartet und ob man das Ende dann als Happy End betrachten sollte, bleibt ebenfalls dem geneigten Zuschauer überlassen. Es ist eben nicht alles strahlend wie der nächste Stern.

Ach ja, der Name des Raumschiff ist dem des Planeten, von dem man gestartet ist, schon recht ähnlich bis fasst gleich. Da hätte man sich seitens der Macher vielleicht etwas mehr Fantasie gewünscht. Aber man kann leider nicht immer alles haben.

Und als einen weiteren Hinweis kann ich noch anbieten, dass dieser SciFi-Film von 1976 von einer künstlerischen Arbeitsgruppe produziert wurde. Der Name dieser Gruppe wurde jedoch bei der DVD-Verwertung sowohl aus dem Vor- als auch dem Nachspann entfernt.

Ich könnte jetzt sagen, dass dies sich alles etwas Deutsch anhört, womit ich vielleicht nicht so ganz falsch liegen könnte ... oder? Zumindest sollte die Handlung auch den in die Zukunft verlegten Widerspruch zwischen historischer und sozialer Ordnung aufgreifen, wo man allerdings damals irgendwann der Meinung war, dass dies dem Regisseur wohl nicht so gelungen ist, wie man es gerne gesehen hätte.

Wer hier nun eine ähnliche Version von STAR TREK oder gar von STAR WARS erwartet, der bewegt sich nicht gerade auf den Brettern die die Welt bedeuten, sondern eher auf einer morschen Planke. Die Tricks mögen ebenfalls nicht gerade Hollywood reif sein, aber das will nicht unbedingt heißen, dass dieser SciFi-Film nun weniger interessant sein muss. Ob diesen Film aber in Deutschland alle gleichsam noch in Erinnerung haben, wage ich allerdings etwas zu bezweifeln.

In diesem Sinne, viel Spaß beim rätseln des Filmtitels und für die, die daran zu verzweifeln drohen, eine spannende Wartezeit bis zum nächten Sanstag.

Der Teufelsgarten (Coplan sauve sa peau)Der Teufelsgarten
(Coplan sauve sa peau)
mit Claudio Brook, Bernard Blier, Margaret Lee, Agatha Alma, Andrea Aureli, Aldo Canti, Sergio Sossa, Klaus Kinski, Roger Lumond, Hans Meyer, Nanna Michael, Roger Lumont, Jean Topart, Jean Servais u.a.
Regie: Yves Boisset
Drehbuch: Claude Vaillot, Yves Boisset
Produktion: Comptoir Frankcais du Film Production
Basierend auf einer Novelle von: Paul Kenny
Genre: Agentenfilm/Krimi
Laufzeit: 105 Minuten/Ungekürzte Kinofassung
DVD/FSK: 16 Jahre
Vertrieb: VZ Handels GmbH
Frankreich/Italien 1967

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Kommentare  

#16 Feldese 2018-03-04 17:27
@Friedhelm

Ja, ich fand es auch immer schade, wie sich Harmstorfs Kinokarriere entwickelt hat. Vom coolen Typen zum blöden Bösewicht und Prügelknabe von Bud Spencer.
In den drei Jack-London-Verfilmungen (als Sidekick einmal von Charlton Heston und zweimal von Franco Nero) mochte ich ihn noch sehr, in dem Pseudo-Jack-London-Film von Harald Reinl (neben Ron Ely) war es schon zwiespältig (wer hatte ihn da bloß für Alaska so "passend" ;) eingekleidet?)

Er war in seiner Rollenauswahl schlecht beraten (oder hatte nicht soviel Auswahl bei entsprechendem Honorar...) Wirklich schade, da wir in Deutschland nicht so viele überzeugende Abenteurer-Darsteller hatten.

Was in Erinnerung bleiben wird, ist aber "Der Seewolf" - und welche fatalen bis letalen Folgen eine unsägliche Berichterstattung in eine "Zeitung" haben kann. (Da sollte man gerade heute mal wieder dran erinnern...)
#17 Andreas Decker 2018-03-04 18:00
zitiere Feldese:


Bezüglich COPLAN: Gab es die TV-Serie nicht auch im deutschen Fernsehen und evtl. sogar als DVD???


@Feldese
Ja, ist schon schade, dass die letzten Jahre von Malko nicht mehr auf Deutsch kamen. Ich habe mir die englischen Übersetzungen besorgt, die nach dem Tod des Autors noch rauskamen. Waren aber auch nur 5. Scheint also nicht gut gelaufen zu sein. (Ist bei dem Überangebot in Amerika aber auch kein Wunder.)

Ja, Coplan kam 1990 in der ARD und gibt es auch auf DVD. Ich habe es gerade für einen Artikel nachgeschlagen.

Hast du dir als Harmstorf-Fan denn die DVD-Neuausgabe von "Blutiger Freitag" besorgt? Soll ja nicht übel sein.
#18 DarkDancer 2018-03-04 18:31
Schön das man einfach mal so über solche Dinge reden kann ohne sich mörderisch in die Haare zu bekommen. Ich kenne Foren wo das nicht selbstverständlich ist. Wollte ich dir mal anmerken.
#19 Feldese 2018-03-04 19:13
@Andreas
Nö, Fan ist übertrieben, obwohl mir damals sein Tod bzw. die Umstände schon etwas nahe gegangen sind.
Aber er war durch den Weihnachtsvierteiler (bzw. die Wdh.) einfach ein Teil der Kindheit.
"Blutiger Freitag" müsste ich eigentlich noch irgendwo als ungekürzte (?) Videoedition (von Astro?) rumstehen haben.

Das Witzige ist, wenn man hier über solche Sachen plaudert, bekomme ich sofort Lust, mal wieder einen Malko zu lesen - und ein paar 70er-Jahre Trash-Filme zu gucken. (Z.B. "Inglorious Bastards" - mit Harmstorf...)

Anfang des Jahres hat erst Ingo mit einem Bericht bei mir eine Roy-Rogers-Retrospektive ausgelöst...
Es gibt einfach zuviel, was man immer mal wieder gern guckt oder liest.
#20 Feldese 2018-03-05 08:53
Edit: Da sieht man mal wieder wie beeinflussbar ich bin, Andreas...
Da ja schon zwei Kinoschnittfassungen (einmal ab 18, einmal ab 16) von "Blutiger Freitag" existierten, hatte ich mich im letzten Jahr eigentlich dagegen entschieden, den neuen "Director's Cut" auf bluray zu kaufen, da mich eigentlich diese "noch länger, noch besser, noch gewalttätiger"-Attitüde nervt. (Wobei hier das Mehr an ca. 4 Minuten ja fast nur Dialog sein soll plus eine "Gewaltszene" plus ein Hauch Sex).

Aber Deine Erinnerung daran hat mich - angesichts der alten Bildqualität - nun doch dazu bewogen (nach dem Motto "Man gönnt sich ja sonst nichts") die Special Edition zu kaufen.
Hauptsächlich (noch vor dem Bild) wegen der Extras... Denn ich fand den Film nie so toll oder gar besonders wie er von Fans gepusht wurde.
Aber wer weiß, vielleicht ist es wie bei manch altem Italo: Wenn man den schön restauriert sieht, steigt er ja auch manchmal extrem in der Wertschätzung.
#21 Andreas Decker 2018-03-05 12:19
zitiere Feldese:


Hauptsächlich (noch vor dem Bild) wegen der Extras...


Das kenne ich :lol: Es sind die Extras, die mich da viel zu oft anlocken, auch wenn ich den Film dann öde finde.

Aber die Preisentwicklung ist da ein schönes Korrektiv geworden. Seitdem immer mehr MBs über 30 Euro gehen - oder mehr, der Dr Hichcock kostet bei Amazon 40 - kaufe ich immer weniger. Das ist es mir einfach nicht wert.
#22 Feldese 2018-03-05 14:26
Geht mir genauso, Andreas, aber hier hab ich nochmal zugeschlagen.
Die Special Edition "Blutiger Freitag" enthält 4 Scheiben (für knapp 25 Euro), also zwei Bluray und zwei DVDs. Und damit die ungekürzte 18er Kinofassung (jetzt neu mit FSK 16), die neu entdeckte, noch "ungekürztere" Director's Cut Fassung (nun auch mit FSK 16 abgenommen), sowie gut zwei Stunden Bonus, wobei die zwei DVDs anscheinend nicht weniger enthalten als die zwei blurays (hätten mir also auch gereicht), aber die Doppel-DVD-Zusammenstellung (DC und KF) gibt es wohl nur in diesem Package. (Und die Einzel-DVD - nur DC - sollte auch schon knapp 20 Euronen kosten.)

Und anders als auf dem Astro-Video könnte ich den Streifen jetzt auch auf französisch gucken... ;-)

Ok, dabei hab ich zur Zeit eigentlich nur Bock, Western zu schauen...
(Aber Du weißt ja, wie das ist. Hätte ich jetzt nicht doch noch zugeschlagen, hätte es die Edition irgendwann nicht mehr oder nur sehr teuer gegeben. Und spätestens dann hätte ich sie plötzlich unbedingt "gebraucht".
Jetzt allerdings, wo ich sie gekauft hab, wird sie bestimmt bald viel billiger... :sad: )

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