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Ein Filmklassiker - In der Savanne steppt die Elefantenmutter

Ein FilmklassikerFolge 4
In der Savanne steppt die Elefantenmutter

In dieser Reihe DER FILMKLASSIKER werde ich ein wenig meine Schatzkammer in Sachen DVDs öffnen, in der sich neben mehr oder weniger aktuellen Filmen eben auch mitunter manche Klassiker des Films tummeln. Wir werden hierzu einen Streifzug unternehmen, in dem wir uns z.B. von manchen Actionfilmen über Western bis hin zu besonderen Romanzen einen Einblick gewähren werden. Mitunter gab es spannende Filme für die ganze Familie.


Hatari! (Hatari!)Hatari! (Hatari!)
Ist es ein Abenteuerfilm? Ein Tierfilm oder gar Action? Ist es eine exotische Liebesgeschichte oder ein Werbefilm für Besucher des nächsten Zoo? Wir könnten diese Fragen noch um eine Filmkomödie und mehr erweitern und wenn man es genau nimmt, dann kann man jede der Fragen auch noch mit einem Ja beantworten, weil einfach alles irgendwie gut verteilt wie auch verbunden in diesem Film steckt.

Und damals dürfte man sich auch noch nicht wirklich viele Gedanken um die sterbende Artenvielfalt in der Tierwelt gemacht haben, denn irgendwie war noch genug Platz vorhanden und es gab jede Menge Tierreportagen die ihre Bilder direkt aus der scheinbar unendlichen Wildnis von Afrika (oder etwa des Amazonas usw.) direkt über Fernsehen in die deutschen Wohnstuben flimmern ließen. Man denke hier nur an so bekannte Namen wie Professor Grzimek, der gleich auch schon mal einn "putzigen" Geparden gleich mit ins Fernsehstudio brachte, oder Heinz Silmann, der auch schon mal dazu aufrief, die Hamster und ihr Verhalten zu verstehen.

Gut, eine rote Liste gab es für manche Tierarten wohl schon damals, denn ich kann mich nicht daran erinnern, das die Gorillas und ihr Fortbestand irgendwann mal nicht gefärdet gewesen wären. Das lag aber schon darin begründet, das Wilderei damals schon ein durchweg großes Problem war, dem man damals nur halbherzig begegnete und Sportjäger machten die Sache auch nicht gerade einfacher, da sie das ganze locker mit der geöffneten Brieftasche regelten. Der Film HATARI! wurde damals im heutigen Tansania gedreht und wir würden mit den Ohren schlackern, wenn wir heute vergleichen würden, wie sich der Lebensraum der Wildtiere seit damals alleine dort verringert hat. Weitet man diese Erkenntnis dann auf alle Tierarten und ihre Lebensräume in der gesamten Welt aus, dann kann man durchaus sagen, das Mutter Natur sich mit der Gattung Mensch wohl doch ein gewaltiges Ei ins Nest gelegt hat. Und dies eben nicht im guten Sinne betrachtet. Was Großwildjagten selbst angeht, so hat die Farm im Film durchaus eine eigene Geschichte, die ich etwas später noch mal anhand ihrer früher berühmten Besitzerin aufgreifen werde.

Hatari! (Hatari!)Als HATARI! dann 1962 in die Kinos kam, war ich gerade mal so ein gutes Jahr alt und ich möchte eigentlich nicht einmal wissen, wie viele Tierarten seit meiner Geburt im Mai 1961 bis heute ausgestorben sind. Da kann einem schon Übel werden. Natürlich ist da auch die stetig wachsende Überbevölkerung mit daran Schuld, doch man hatte politisch eben noch nie ein Interesse daran, die unterentwickelten Regionen der Welt wirklich zu fördern. Damit blieben Kinder also eine durchweg wichtige Lebensversicherung im Alter für die ärmeren Menschen. Nimmt man die hohe Säuglingssterblichkeit hinzu, dann kann man sich durchaus sehr gut vorstellen, das eine Familienplanung nicht wie bei uns mit geschätzten eineinhalb Kinder (statistisch gesehen) beendet war. So schrumpften damals und schrumpfen noch immer die Lebensräume für die Natur und die Tiere, während der Mensch sich explosionsartig vermehrt. Da drängt sich mitunter auch schon mal der nicht gerade nette Vergleich zwischen Menschen und Heuschrecken auf. Die letzteren können in einem großen Landstrich zur Plage werden, die ersten jedoch für den gesamten Planeten Erde.

Ehrlich, ich möchte nicht wissen, wie viele Tierarten unsere Enkelkinder nicht mehr wirklich kennenlernen werden, sondern über sie nur im schlechtesten Fall (wenn kein altes Filmmaterial zur Hand ist) nur noch nachlesen können, wie bei den Dinosauriern. In diesem Sinne ist der Film HATARI! vielleicht sogar einmal noch in dieser Hinsicht in gewisser Weise eine Art wertvolles Zeitdokument, auch wenn die Handlung eher rein fiktiver Natur ist.

Hatari! (Hatari!)Film fertig aber noch keine Uraufführung:
Wie gesagt, der Film HATARI! kam im Juni 1962 in den USA in die Kinos. In Deutschland sogar erst im Dezember 1962. Dabei war der Film schon 1961 längst fertig gestellt gewesen und lag nun erst einmal planlos herum. Dieses Spiel hatten wir ja bereits in DER PHANTASTISCHE FILMKLASSIKER am letzten Samstag feststellen können, wo es um den Film CAPTAIN KRONOS - VAMPIRJÄGER ging. Auch der lag erst einmal rum und kam erst später endlich in die Kinos (und hier sogar niemals in Deutschland). Das ist nicht unbedingt positiv für einen Film, denn wenn er lange Zeit einfach nur rumliegt, fährt er kein Geld ein und ist schon einmal einfach nur ein Kostenfaktor. Von schwarzen Zahlen durch hohe Zuschauerbesuche in den Kinos kann man also faktisch erst einmal nur träumen.

HATARI! wurde von November 1960 bis Anfang 1961 gedreht (wo ich noch nicht einmal geboren war). Doch die Innenaufnahmen mussten immer noch in den Paramount-Studios gedreht werden, so das der Film spätestens im März 1961 fertiggestellt werden konnte. Statt also nun in die Kinos zu kommen, wurde er quasi erst einmal ein Jahr lang eingemottet, bis das er dann im Juni 1962 endlich in die Kinos kam. Geschadet hatte es dem Film in diesem Fall allerdings glücklicher Weise nicht und er wurde ein richtiger Erfolg an den Kinokassen.

Das galt auch für die Musik. Schon die ruhige Titelmelodie bleibt recht schnell und einprägsam im Gedächtnis haften, so das ich diese auch Jahre nach der ersten Sichtung immer noch problemlos nachsummen konnte. Aber auch Henry Marcinis Musikthemen "BABY ELEPHANT WALK" oder der "STRAUSSENTANZ" wurden weit über den Film hinaus zu festen musikalischen Größen. Der Song "SWANEE RIVER - OLD FOLKS AT HOME", den Anna Maria "Dallas" D'Allessandro (gespielt von Elsa Martinelli) am Klavier spielt, stammt hingegen aus der Feder von Stephen Foster.

Howard Hawks, eher wohl bekannt durch seine Western, legte bei diesem Film auch stets immer wieder Wert darauf, zu betonen, das während der Jagdszenen keine Stuntmans zum Einsatz kamen und diese eben so recht autentisch sind. So wurden von den Schauspielern und Statisten die wilden Tiere direkt selbst sowohl in der offenen Savanne am Manyara-See als auch im Ngorongoro-Krater gefangen und später direkt an Zoos verkauft. Als Beispiel wird hier immer gerne auf die Gepardin "Sonya" verwiesen, die ihre letzte Heimat im Zoo von Los Angeles fand. Die Szenen in der Stadt wurden im übrigen original in Arusha selbst gedreht.

Die Erstausstrahlung des Film HATARI! im deutschen Fernsehen (die ich auch selbst damals gesehen hatte), erfolgte am 06. Mai 1973 um 21:10 Uhr im Ersten Programm der ARD.

Hatari! (Hatari!)Reale Geschichte, der Film Hatari! und noch etwas mehr:
Brandys Fangstation wurde auf der Momella Farm von Margarete Trappe (geborene Zehe/1884 geboren in Petersdorf bei Sagen, gestorben 1957 in Momella/Tansania) gedreht, die im damaligen Tanganjika (später Tansania) als deutsch-britische Großwildjägerin lebte und auch als Führerin für Jagdgesellschaften bekannt war. Nach der Niederlage des Deutschen Reiches im Ersten Weltkrieg und damit durch den Verlust der dortigen deutschen Kolonien, wechselte sie ihre Staatsbürgerschaft und wurde offiziell Britin, um dort weiterhin leben zu können. Ihr Sohn Rolf Trappe jun. verpachtete die Farm für die Dreharbeiten von Howard Hawks am Film HATARI! dann nach ihrem Tode an die Paramount Pictures.

Jim Mallory und Hardy Krüger beteiligten sich später an der Farm und gründeten die Momella Game Lodge, die wiederum späterhin im Arusha Nationalpark aufging. Rolf Trappe jun. ist übrigens auch ein Patenson von Ernest Hemingway. 2006 setzte das ZDF mit dem Doku-Drama MOMELLA - EINE FARM IN AFRIKA dem Leben von Margarete Trappe ein filmisches Denkmal, wobei sie hier in der Hauptrolle von der Schauspielerin Christine Neubauer gespielt wurde. In der amerikanischen Filmreihe um DIE ABENTEUER DES JUNGEN INDIANA JONES, nach einer Idee von George Lucas und hier genauer in der Folge YOUNG INDIANA JONES AND THE PHANTOM TRAIN OF DOOM (DIE JAGD NACH DEM GEISTERZUG), kämpft Margarete Trappe (gespielt hier von Lynsey Baxter) im ersten Weltkrieg in Ostafrika an der Seite der "deutschen Schutztruppen". Richtig ist hierbei durchaus, das Margarete Trappe tatsächlich im Ostafrika-Feldzug Nachschublieferungen für die deutschen Verbände organisierte und als sehr gute Schützin bei Freund wie Feind bekannt war.

Doch kommen wir nun langsam zur eigentlichen Handlung des Film HATARI!, bevor wir wirklich zu weit vom eigentlichen Thema abschweifen.

Hatari! (Hatari!)Wilde Gesellen, wilde Tiere und die Mama Tembo:
Nashörner sind nicht gerade die Sorte von Wildtieren, denen die Tierfänger unter  der Leitung des Iren Sean Mercer wirklich zu nahe kommen sollten. Dies muss auch "der Indianer" Little Wolf nun wieder feststellen, als man eines dieser Prachttiere einfangen möchte. Schließlich war es damals auch bereits ein Nashorn, weswegen der Vater der jungen Brandy, die nun die Stationsleiterin ist, ums Leben kam. Und auch Little Wolfs Verletzung ist alles andere als ungefährlich, denn leider hat er eine recht seltene Blutgruppe, die man im Krankenhaus von Arusha nicht so einfach mal in jeder Ecke findet.

Da sich der Franzose Charles gleich mal den Job von Little Wolf im Krankenhaus sichern will, gerät er daher auch gleich recht heftig mit Kurt Müller aneinander, der früher mal deutscher Rennfahrer war, bevor er sich als Tierfänger verdingte. Doch dann muss er seine Wut auf Charles erst einmal kräftig abkühlen, denn Charles hat genau die Blutgruppe, die Little Wolf retten könnte. Also muss Kurt kleine Brötchen bei ihm backen und Sean sagt dem Franzosen einen Job zu, wenn dieser nach der Hilfe für Little Wolf aus dem Krankenhaus wieder entlassen wird.

Als man aus Freude darüber, das es mit Little Wolf nochmal gut gegangen ist, in einer Bar in Arusha einen ordentlich zur Brust genommen hat und nun den Weg zurück  zur Station antritt, ahnt man noch nicht, das dort die nächste Überraschung seitens des Zoo von Basel auf sie wartet. A.M. D'Alessandro ist bereits in der Station eingetroffen. Wegen der Initialien hatte Sean eigentlich mit einem männlichen Fotografen gerechnet, doch statt dessen ist D'Alessandro oder "Dallas" wie sie auch genannt wird, nicht nur eine weibliche italienische Fotografin, sondern auch noch eine verdammt hübsche dazu.

Hatari! (Hatari!)Am liebsten würde Sean sie gleich wieder zurück schicken, doch das gelingt leider nicht mehr, da die anderen Dallas bereits ins Herz geschlossen haben. Und wie es der Teufel nun einmal so will, verliebt sich Sean in sie, obwohl er wegen schlechter Erfahrungen eigentlich die Frauenwelt sowohl in Gegenwart wie auch Zukunft links liegen lassen wollte. Aber auch Dallas fühlt sich zu Sean hingezogen, der aber etwas ungeschickt und ruppig daher kommt. Tipps in Sachen Sean kann ihr aber Pocket liefern, der eigentlich den meisten Tieren aus Angst nie zu nahe kommen möchte, sich allerdings als  genialer Tüftler beim Fang von einer Herde Affen erweist, indem er sie mit einer selbstgebauten Rakete und einem riesigen Netz einfängt.

Auch Kurt und Charles kommen sich während eines Wettschießens näher und selbst Little Wolf wird bald wieder aus dem Krankenhaus entlassen. Doch die gerade begonnene Freundschaft zwischen Kurt und Charles wird bald wieder auf eine harte Probe gestellt, weil sie sich plötzlich beide in Brandy vergucken, was natürlich wieder zu kleinen, aber eher spielerischen Eifersuchtsanfällen zwischen den Beiden führt.

Andere Sorgen umtreiben Sean, denn mit Erfolg kann sich Dallas bei den anderen durchsetzen, als es darum geht, ein kleines Elefantenbaby zu retten, dessen Muttertier erschossen wurde. Und tatsächlich gelingt es der Fotografin recht bald für das Jungtier ein vollwertiger Mutterersatz zu werden, auch wenn die Sache mit den Ziegen zwecks Milch für den kleinen Elefanten für recht viel Wirbel sorgt. Sean sieht dies mit einem gewissen Stolz, hat jedoch selber weiterhin Schwierigkeiten, seine wahren Gefühle zu ihr richtig auszudrücken.

Hatari! (Hatari!)Mit fortschreitender Zeit fängt man eine Menge weiterer Tierarten für die Zoos und natürlich steht auch ein Nashorn immer noch ganz oben auf deren Wunschliste. Aber auch das fängt man nun ohne weitere, negative Vorkommnisse ein. Nur bei Dallas stellen sich gewisse negative Folgen ein, denn mit der Zeit kommen plötzlich noch zwei weitere Elefantenbabys hinzu, die alle in ihr ihre neue Mutter sehen. Selbst bei den Eingeborenen erhält die junge Frau daher bald den Beinamen "Mama Tembo", was so viel wie "Mutter der Elefanten" bedeutet.

Und auch Kurt und Charles müssen bald feststellen, das Brandy in ihnen nur gute Kumpels und Geschäftspartner, aber eben keinen von beiden als ihren "Herzkönig" in ihrem zukünftigen Leben sieht. Denn so ganz nebenbei ist es gerade der etwas seltsame Pocket, der das Herz von Brandy faktisch im Sturm erobert.

Am Ende der Fangsaison will man nochmals ausgelassen feiern, bevor alle wieder ihre privaten Wege gehen. Dallas, die sich durch die distanzierte Art von Sean von ihm zurückgesetzt fühlt, bleibt indessen dieser Feier fern und reist nun alleine und ohne Wissen der anderen heimlich nach Arusha um dort das nächste Flugzeug zu nehmen.  Erst jetzt leuchtet Sean ein, das er seine Gefühle für Dallas endlich offen zeigen muss, wenn er sie nicht verlieren will. Mit Hilfe der drei kleinen Elefanten eilt man nun nach Arusha um durch sie Dallas in der Stadt aufzuspühren. Natürlich vermissen die drei kleinen Elefanten ihre Pflegemutter und suchen bald im wilden Sturm die gesamte Stadt ab, bis das sie sie gefunden haben. Noch am gleichen Tag gesteht Sean ihr seine Zuneigung und beide heiraten noch auf der Stelle.

Hatari! (Hatari!)Meine Filmkritik:
Man, hätte dieser Film von Howard Hawks in die Hosen gehen können. Zwar hatte er über vier Millionen US-Dollar als Budget in der Tasche und eine international zu nennende Schauspielertruppe zusammen bekommen. Doch als er mit John Wayne als Hauptdarsteller und jeder Menge an Fahrzeugen und anderem technischem Material sowie der Filmcrew in Tansania ankam, hatte er nicht einmal ein richtiges Drehbuch in der Tasche.

Alles was er wirklich vorweisen konnte war eigentlich nur eine (locker) gefasste Story und die Schauspieler wurden mündlich darüber unterrichtet, welche Rolle sie jeweils in dem Film spielen sollten. Hawks selbst betonte nachträglich immer wieder, das der Film nur deshalb so ein Erfolg werden konnte, weil die jeweiligen Darsteller, allen voran John Wayne, über die nötige Erfahrung und das Können verfügten, um hier eine erfolgreiche und zum größten Teil improvisatorische Arbeit abzuliefern.

Hawks fungierte zudem als sein eigener Produzent und bestimmt hat es dem Film selbst auch gut getan, dass sich die Geldgeber und Studiobosse weitgehend zurück gehalten hatten und Hawks so eigentlich völlig freie Hand hatte. Anders hätte das ganze so auch ziemlich in die Hose gehen können.

Unter dem Strich kam so ein Film zustande, der eigentlich für jeden Zuschauer etwas bereit hielt. Tierfreunde kamen hier durch die schönen Aufnahmen ebenso auf ihre Kosten wie Freunde von Action und Abenteuer. Das ganze wurde dann noch garniert und aufgehübscht mit einer Reihe von komischen Elementen und Einlagen sowie einigen Liebesszenen speziell fürs Herz der weiblichen Zuschauer. Das funktionierte damals, als der Film dann endlich in die Kinos kam, prächtig und dies gelingt dem Film auch heute noch, viele Jahrzehnte später, eben noch genauso gut.

Man kann eigentlich nichts finden um hier wirklich mal meckern zu können, denn der Film nimmt einen vom ersten bis zum letzten Bild gefangen und es kommt nie Langeweile auf. Dabei ist der Grundgehalt der Story an sich mehr als simpel zu nennen. Es gab dabei allerdings durchaus einige Veränderungen in Sachen Darsteller. Die zweite Hauptrolle sollte z.B. Clark Gable spielen, doch der wäre zu teuer gewesen und gesundheitlich war er auch nicht mehr so auf der Höhe der Zeit. Auch Peter Ustinov kam aus finanziellen Gründen nicht mehr in Betracht. Yves Montand sollte eigentlich den französischen Tierfänger Charles spielen, zog aber seine Zusage zum Film zurück, so das nun Gerard Blain die Rolle des "Franzosen" übernahm. Die Rolle der "deutschen Fotoreporterin" wurde indessen schlicht in eine italienische Fotografin des baseler Zoos umfunktioniert, zumal Elsa Martinelli in der Rolle der Dallas Hawks schauspielerisch durchaus überzeugte.

Gesamt gesehen finde ich, das der Film HATARI! durchaus eine Berechtigung in einer Sammlung von Filmklassikern beanspruchen kann. Was Spannung und Kurzweil angeht, kann es der Film auch heute noch mit jedem sündhaft teuren Hollywood-Blockbuster aufnehmen und gerade in Sachen Heimkino holt man den Film immer wieder gerne hervor um ihn richtig gehend zu genießen. Von mir erhält der Film HATARI! daher die vollen fünf von möglichen fünf Punkten, egal wie simpel die Grundstory eigentlich auch gestrickt sein mag, denn am Ende zählt immer das fertige Resultat und das kann sich hier durchaus als Zeitlos betrachtet, sehen lassen. Ein Kick bei diesem Film dürfte für die Zuschauer darüber hinaus noch sein, das Hawks von Beginn an darauf bestand, das die Fangsequenzen nicht durch Stuntdubles gedreht wurden, sondern das hier die Stars wie John Wayne und Co. selbst ran mussten, wovor man auch einmal hier den Hut ziehen darf.

Ausblick zu DER PHANTASTISCHE FILMKLASSIKER:
Trash kann wirklich nervtötend sein. Trash kann aber auch irgendwie recht angenehm sein, besonders dann, wenn man mit Figuren wieder konfrontiert wird, die man in seiner frühesten Jugend im Kino geradezu verschlungen hatte.

Da gab es riesige Monster die einem damals auf der Leinwand des noch vorhandenen örtlichen Kinos die Sprache verschlugen und die man mit dem gewissen Glanz in den Augen betrachtete, der einem mit zunehmendem Alter leider mehr und mehr verloren gegangen scheint.

Und wenn ich hier davon rede, das es sich hierbei zumeist um japanische Filmprodukte handelte, dann wird hier jeder wohl gleich den Namen GODZILLA im Munde führen. Doch um diesen Superstar des japanischen Monsterfilm geht es demnächt eigentlich nicht einmal im Ansatz.

Denn GODZILLA dürfte hier durchaus als Inspiration gedient haben, war allerdings selbst eine Schöpfung der Produktionsgesellschaft Toho. Doch Toho hatte gerade bei diesem Monster nicht die Finger im Spiel. Hier handelt es sich eher um die Produktionsgesellschaft Shochiku Eiga, die uns hier ein entsprechendes Ei ins Nest gelegt hatte (also wenn ich hier nicht schon eine Menge Hinweise gegeben habe, dann weiß ich auch nicht mehr weiter bei euch).

Dieses recht seltsam aussehende Monster kommt auch nicht geradezu liebenswürdig daher, sieht aber etwas skurril aus, auch wenn da die eine oder andere weitläufige Ähnlichkeit zur Figur des GODZILLA ersichtlich ist. Dabei ist dieses Monster aber auch noch heute bei seinen Fans in Japan als "der Freund aller Kinder" bekannt (warum auch immer).

Wirklich kennen dürften wir hier nur den einen Film, der es auch in die deutschen Kinos geschafft hatte und ehrlich gesagt ist mir auch nach einiger Suche im Internet nicht bekannt, das es hierzu einen weiteren Film gegeben hätte.

Im Gegensatz zu GODZILLA stammt dieses grüne Monster auch nicht von der Erde und hat, was seinen Ursprung angeht, ziemlich wenig mit Atomkraft oder spaltbarem Material zu tun, wie eben GODZILLA. Dafür kommt dieses putzige Tierchen direkt aus dem Weltraum und wird quasi so im Vorbeiflug mit auf die Erde verfrachtet, wo es in rasender Geschwindigkeit   zu wachsen beginnt um dann mit manchen Gebäuden kegeln zu können.

Zwei Gemeinsamkeiten zu GODZILLA kann ich euch aber noch als zusätzlichen Hinweis hier nennen. Beide Namen fangen mit einem "G" an im deutschen Titel und auch die Nennung von "Frankenstein" im deutschen Titel ist in schönster nostalgischer Art vorhanden.

Also, bei so vielen Infos dürfte es doch nun wirklich nicht schwer sein, zumindest den gängigen deutschen Titel aus dem Ärmel zu schütteln. Und wer da jetzt doch noch etwas ratlos aus der Wäsche schaut, der hat ja bis nächsten Samstag noch Zeit zum raten.

Wie gesagt, heute ordnet man Filme dieser Art eher als Trash ein, aber irgendwie nicht im wirklich negativen Sinne, weil da doch  manche Erinnerungen aus der schönen Jugendzeit mit verbunden sind, so das man sich diesen Film mit einem leichten aber weisen Lächeln gerne mal wieder zu Gemüte führen kann.
  
Hatari! (Hatari!)Hatari! 
(Hatari!)
mit John Wayne, Hardy Krüger, Elsa Martinelli, Red Buttons, Michele Girardon, Gerard Blain, Valentin de Vargas, Bruce Cabot, Eduward Franz, Queenie Leonard u.a.
Regie: Howard Hawks
Drehbuch/Story: Leigh Brackett
Produktion für Paramount Pictures: Howard Hawks
Genre: Abenteuer/Komödie/Action
Laufzeit: 158 Minuten (BD)
DVD/FSK: 12 Jahre
Vertrieb: Paramount (Universal Pictures)
USA 1961

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Kommentare  

#1 Friedhelm 2017-07-22 06:56
Zitat:
Die Erstausstrahlung des Film HATARI! im deutschen Fernsehen
Da habe ich den Film dann ebenfalls zum ersten Mal gesehen - der lief in der Reihe "Das Filmfestival", in der ARD.

Ich mag diesen Film und sehe ihn immer wieder gerne. Meistens treibt mich -in Bezug auf Wayne- allerdings eine Frage um:

Warum verliebt sich Elsa Martinelli ausgerechnet in den ollen John Wayne - irgendwie kaum nachvollziehbar.

Zum Ausblick: Ich liebe ja die guten, alten Kaijus - damit bin ich in den früheren Jugendvorstellungen groß geworden.

Das besagte Ei klebt übrigens an einem (irdischen) Raumschiff - und wird im Titel mit dem Gehörnten in Verbindung gebracht.
#2 Laurin 2017-07-23 00:46
@ Friedhelm:
Das mit John Wayne ist eigentlich nicht neu. Auch in diversen späteren Western (z.B. RIO BRAVO) verlieben sich ja jüngere Frauen in das alte Raubein. Klar, man könnte jetzt sagen, sie hätten einen Vaterkomplex, aber in wen sollten sie sich sonst verlieben (laut Drehbuch), schließlich ist er z.B. faktisch die Hauptfigur im Film und in "HATARI!" könnte man bei der restlichen männlichen Besetzung auch sagen, er ist das Auge des Zyklons. Würde er da bei dem jungen Gemüse leer ausgehen, hätte seine Rolle eher tragisch angelegt werden müssen, aber das hätte nicht wirklich in den Film gepasst.

Was den "Ausblick" angeht, hattest du den richtigen Riecher. Aber mit den alten Kaijus in der Jugendvorstellung sind wir wohl beide groß geworden. Da bleibt dann so einiges in der Erinnerung hängen. Und was das Ei angeht, das erinnert mich gerade wieder daran, das ich heute Mittag eine Pfanne voll Rührei mit vier kleingeschnittenen Sucuk-Würstchen verputzt habe. Ehrlich, war verdammt lecker, aber eben auch eine Monster-Portion die nun etwas schwer im Magen liegt. :-* :D
#3 Friedhelm 2017-07-23 06:17
Schon klar, als "leading Man" des Films muss der Duke natürlich -wie immer- Ziel der "weiblichen Begierde" sein. Ich meinte auch eher, dass so etwas wohl nur im Film möglich sein kann - all die Weil der Mann a) viel zu alt ...und b) für so ein junges Ding auch wohlkaum attraktiv genug wäre. Es sei denn sie hätte tatsächlich einen krassen Vaterkomplex...

nochmal zum Ausblick: Das dödelige "Kaiju-Viech" hatte tatsächlich nie einen offiziellen, zweiten Auftritt. Es gab allerdings 2008 ein merkwürdiges Filmchen mit dem Titel: "Monster X gegen den G8-Gipfel." Dafür wurde das Monster-Kostüm originalgetreu wieder repliziert - und Monsterszenen aus dem 60er Movie einkopiert.

Die DVD habe ich nach kurzer Ansicht allerdings dann schnellstens wieder "in die Tonne gekloppt".
#4 Laurin 2017-07-23 11:41
@ Friedhelm:
Na ja, das muss nicht nur im Film so sein mit den jungen Damen und den älteren Herrn. Meine letzte Frau war schließlich auch 16 Jahre jünger als ich und drei sehr gute Freundinnen von mir sind da locker weit über 20 Jahre jünger (also noch vom eigenen Alter her sogar unter 30 Jahre) als ich. Nur hätte ich bei der Menge von Büchern und Filme überhaupt keinen Platz mehr für eine junge Frau in meiner Wohnung, also lassen wir das auch mal lieber auf freundschaftlicher Basis ruhen. :lol: Mit Frauen in meinem Alter kam ich dagegen immer nur recht schwer klar (zu denen finde ich kaum einen Draht an Gemeinsamkeiten und Interessen). Und ich wage zu bezweifeln, das ich aussehe wie ein Adonis über 50 . :-*
Von daher hatte sich mir diese spezielle Frage (älterer Mann und recht junge Frau) auch noch nie wirklich aufgedrängt.

Was das Filmchen mit dem Monster zum G8-Gipfel angeht, hatte ich den nicht hinzurechnen wollen, auch wenn ich wusste, das es dieses "kleine Werk" gibt. Wir reden ja hier grob gesehen vom Spannungsgenre im Unterhaltungsbereich und dieses besagte "Filmchen" liegt da doch auf einer etwas anderen (wenn auch nicht unbedingt schlechteren) Wellenlänge. ;-)
#5 Erlkönig 2017-07-23 21:08
Vergnüglicher Spass für die ganze Familie. Ich war allerdings damals in Kino getrabt, um Mr. Wayne Mau-Mau-Krieger jagen zu sehen. Hatte irgendwie noch Ruarks Buch "Die schwarze Haut" im Hinterkopf. :-)
Übrigens: Die Film-Credits unter deinem Artikel gehören wohl zu einem anderen Film.

Ausblick

Da brütest du ja wieder mal was aus..... :-)
#6 Laurin 2017-07-24 09:41
,@ Erlkönig:
Stimmt, sehe ich jetzt erst. Die Film-Credits stammen vom FILMKLASSIKER "Die Klasse von 1984", aber was die unter dem Artikel von HATARI! zu suchen haben, da kann wohl Harantor eher was zu sagen, hoffe ich mal.
#7 Harantor 2017-07-24 10:21
zitiere Laurin:
,@ Erlkönig:
, da kann wohl Harantor eher was zu sagen, hoffe ich mal.


Da hat der Harantor beim Einstellen gepennt und wird das heute abend korrigieren ...

und er hat es getan ...
#8 Laurin 2017-07-25 16:33
Ja, jetzt stimmt es.
Danke Harantor ;-) .
#9 Erlkönig 2017-07-25 20:54
Ich will ja jetzt nicht pingelig sein, aber:
FSK ab 21 Jahre? :-) So hart war der Film nun doch nicht. Oder waren die mitwirkenden Giraffen etwa minderjährig?
#10 Laurin 2017-07-26 13:23
Das ist jetzt mein Fehler, Erlkönig, und bereits behoben. ;-)
Man könnte es auch den flotten Zahlendreher nennen. :lol:
Andererseits muss der Film auch nicht so hart sein, aber die kleinen Elefanten waren schließlich nackt, da greift halt mal eine höhere Altersfreigabe. :P

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