| Reden ist Silber - Tun ist Gold - Was der Fan tun kann? |
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| Geschrieben von Horst Hermann von Allwörden | |
| Montag, 1. Februar 2010 | |
Reden ist Silber - Tun ist GoldWas der Fan tun kann... Der Heftroman wird selbst von vielen an den phantastischen Genres, dem Krimi, dem Abenteuer und Western Interessierten mit einem Naserümpfen betrachtet. Schund und Schmutz. Nichts von bleibendem Wert sei dergleichen. Und im Grunde ist das richtig: Der Heftroman war nie als »hohes Kulturgut« geplant. Er war etwas, dass nicht das Bedürfnis nach Bildung und nach den »ewigen Wahrheiten« dienen sollte. Der Heftroman gehört zu dem Teil der Kultur, der schlicht und ergreifend der Unterhaltung dient. Um ihn zu lesen, braucht man nur den Willen, sich zu amüsieren. Das ist aber vielen zu wenig. Selbst einige, die sich ihre literarischen Meriten mit dem Verfassen von Heften verdient haben, wollen gar nicht mehr gern auf diesen Teil ihres Schaffens angesprochen werden. Das finde ich wenig überzeugend. Und wenn ich mich an meine Schulzeit erinnere, gab es da diverse Auseinandersetzungen um Sinn und Nutzen des Heftes. – Und manche meiner Lehrer betrachten Unterhaltung nicht als Nutzen – im Gegensatz zu mir... Und so ist der Heftroman, seine Autoren und alle, die damit zu tun haben, eben Nichts, das sich aufzuheben lohnt. Ein Kulturchauvinismus der besonderen Art. Kultur ist nicht nur das was die Goethes, Schillers, Heiner Müllers, Grass und Jelineks schufen. Kultur ist die Gesamtsumme aller Leistungen einer Gesellschaft. Dazu gehören Hefte, Comics, Zeitschriften, Trashfilme – eben Alles. Und wenn unsere Nationalbibliothek, sich sogar einen Paragraphen schafft, der es ermöglicht, Bände abzulehnen, ist das meiner Meinung nach peinlich. Ein Gutteil des literarischen Schaffens unseres Landes, geht dadurch verloren. Es heißt aber in der »Verordnung über die Pflichtablieferung von Medienwerken an die Deutsche Nationalbibliothek«... Wenn nun nur die Wächter des Kulturolymps so wären, hätte man ein klares »Feindbild« und die Fans und Interessierten könnten das Kulturgut Heftroman bewahren. Aber ganz so einfach ist das nicht. Wie gesagt: Selbst Fans rümpfen im Angesicht von Heftromanen die Nase. Ein schönes Beispiel gab FOLLOW ab, als die Bastei-Heftreihe FANTASY erschien, die von Helmut W. Pesch betreut wurde. Die Reaktionen reichten bis zum Naserümpfen. – Peinlich... Dabei erschienen gerade da durchaus Stoffe, die durchaus gute Beiträge zum Genre waren. Und selbst wenn, hätte man als »Literaturverein« eigentlich sich trotzdem damit befassen müssen. – Pustekuchen... Manchmal ist der Interessierte auch nur dem primären Konsum zugeneigt. Gelesen und OK. – Soll mir recht sein. Aber: Andere wiederum tragen die Legenden und Gerüchte weiter (und mit einigen Jahren Abstand kann man sagen, dass ich auch Opfer einiger Legenden wurde, die so erzeugt wurden). Das ist auch nicht hilfreich, weil diese Legenden nicht Wissen bewahren. Nur wenige bemühen sich ernsthaft darum, dass das Kulturgut Heftroman nicht in Vergessenheit gerät. Und viele wissen ein bisschen. Mein Aufruf geht dahin, es aufzuschreiben und zu veröffentlichen. Das kann man unter anderem hier im Zauberspiegel tun. Fühlt Euch angesprochen und aufgerufen. Es gibt einige Websites. Helft in der Wikipedia Fehler auszumerzen, Artikel zu ergänzen oder gar neue einzustellen. Es gibt vieles, was Interessierte und Fans tun können. Nur, es muss getan werden. Kennt Ihr Angehörige verstorbener Autoren. Versucht dort Infos zu sammeln. Tut was, bevor Wissen unwiederbringlich verloren geht. Und dann gibt es da die so genannte »Sammlung Ehrig«. Das ist ein Schatz (nicht nur was den Heftroman angeht). Denn in der Sammlung Ehrig reicht weit darüber hinaus. Marianne Ehrig (einigen bestimmt auch als Sydow bekannt) beschreibt aber noch Schätze, die denjenigen, die Informationen suchen einen wahren Quell bietet. In ihren eigenen Worten liest sich das so: „Zu dieser riesigen Sammlung gehören unter anderem reihenweise Ordner mit Korrespondenzen mit Verlagen, Autoren, Vereinen, Sammlern usw, sowie eine Unzahl von Fanzines - meines Wissens hat nur Dieter Steinseifer da noch mehr zu bieten: Informationsquellen in Hülle und Fülle, die nur darauf warten, ausgewertet zu werden. Einer unserer absoluten Schwerpunkte waren (und sind) darüber hinaus gerade die Heftromane“ Korrespondenz! Fanzines! Da liegt Wissen gesammelt. Das lohnt sich zu erhalten. Marianne Ehrig braucht nun Unterstützung, um diese Sammlung zu erhalten, zu katalogisieren und für die Nachwelt auszuwerten. Erste und dringlichste Hilfe ist – wie in unseren Zeiten üblich – Geld. Also kauf die CDs, die Marianne Ehrig zur Sammlung herausgibt. Werdet Abonauten! Kauft direkt an der Quelle. Abonniert den Luftpirtaen, jene klassische Serie, die sie nachdruckt. Wie man beides machen kann, erfahrt Ihr auf der Homepage Marianne Ehrigs, der Villa Galactica . Weitere Ideen in dieser Hinsicht sind willkommen. Sie müssen aber wohl mehrere Voraussetzungen erfüllen. Die Sammlung muss erhalten bleiben. Sie soll das Eigentum Marianne Ehrigs bleiben. Die Umwandlung in öffentliches Eigentum ist kein Weg. Also: Jetzt ist genug geredet. Lasst uns was tun, um einen der größten Schätze, die man zur Forschung im Sachen Phantastik in jeglichem Format in Deutschland hat, zu erhalten und letztlich auch auszuwerten. Was kann und soll man tun? Seid kreativ... |
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