| ... Stephan Askani übers Lektorat im Bereich „Fantasy“ bei Klett-Cotta |
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| Geschrieben von Jochen Adam | |
| Mittwoch, 26. November 2008 | |
... Stephan Askani übers Lektorat, Fantasy und Klett-Cotta Viel zu früh musste Herr Askani wieder aufbrechen, um seinen nächsten Termin wahrzunehmen. Wirklich schade, denn viel zu selten hat man die Gelegenheit, mit einem Menschen zu reden, mit dem man gleichermaßen entspannt und fachlich über Fantasy diskutieren kann. Doch glücklicherweise erklärte er sich bereit, dem Zauberspiegel Rede und Antwort zu stehen, was sein Verhältnis zu Fantasyromanen und das Programm von Klett-Cotta anbelangt. : Ein Lektor ist verantwortlich für sein Programm, das heißt er macht Projektplanungen, akquiriert Manuskripte, die Lizenzen an ausländischen Titeln und begleitet jedes Buch bis hin zum „Imprimatur“, der Freigabe zum Druck. : Das Fantasygenre hält eine unglaubliche Bandbreite an Möglichkeiten und Spielarten bereit, sie reicht bei Klett-Cotta zum Beispiel von so ernsten und dramatischen Büchern wie »Die Kinder Húrins« von Tolkien bis zu einem so humorvollen Buch wie »Die Brautprinzessin« von William Goldman. Mich fesseln vor allem die Ausnahmeautoren wie z.B. Tad Williams oder jetzt ganz neu Patrick Rothfuss mit »Der Name des Windes«. : Da gibt es eine ganze Reihe von Kriterien, sogar welche, die ich nicht verraten würde. Am wichtigsten sind mir der Erzählton und die Frage: Hat der Autor überhaupt eine richtige Beziehung zu seinen Figuren? Nimmt er sie (und damit den Leser) ernst? : Doch, allerdings möchte ich hinzufügen, dass in der Beschränkung auch ein Vorteil liegt. Unsere Bücher sind sehr lange im Programm, wir haben viele Titel aus den 80er Jahren lieferbar, die inzwischen Klassiker sind: »Die Borribles«, »Der König auf Camelot«, »Das letzte Einhorn«, für das ich gerade eine erweiterte Neuausgabe vorbereite. Ein gutes Fantasyprogramm braucht Sorgfalt und Zeit. Und diese Zeit hat man nur, wenn man sich in der Titelanzahl beschränkt. : Das hängt damit zusammen, dass für uns vor allem die erzählerischen Vorzüge für ein Buch den Ausschlag geben. Die Zuordnung in die Subgattungen des Genres sind demgegenüber nicht ganz so wichtig. : Mit der Zeit lernt man, rein polemische Kritik an sich abprallen zu lassen. Kritik von sensiblen Lesern, die sich unter dem Buch, das sie sich gekauft haben, etwas anderes vorgestellt haben, geht mir schon eher nahe. : Ja, da bin ich unmittelbar dran, und da wird es spannende Sachen geben, die ich aber noch nicht preisgebe. : Nein, ich denke, wir bleiben bei dem, was wir gut können… : Ja natürlich. Zum Beispiel hätte ich »Wächter der Nacht« von S. Lukianenko auch sehr gerne bei Klett-Cotta gehabt. Aber mein Kollege Sascha Mamczak von Heyne hat das Buch und den Erfolg auch verdient. : Eindeutig und ohne Zögern: Patrick Rothfuss, »Der Name des Windes«. Wer ist... ...? Jahrgang 1960 und Pfarrerssohn, ist verheiratet mit der bildenden Künstlerin Veronika Askani geb. Scholl, und hat zwei Töchter. Stephan Askani studierte Allgemeine Rhetorik, Neuere deutschen Literatur und Philosophie in Tübingen und Paris. 1989 begann er seine Verlagslaufbahn und arbeitete seither in mehreren Verlagen als freier Lektor und in fester Anstellung. Seit 1996 ist er bei dem angesehenen Stuttgarter Verlag Klett-Cotta in verschiedenen Funktionen tätig. 2003 wurde er verantwortlicher Lektor für den Bereich Phantastische Literatur/Hobbit Presse. In seiner Freizeit spielt Askani Geige, v.a. Bach und Mozart (am liebsten, wenn niemand zuhört), und fährt Motorrad (am liebsten, wenn die Straßen frei sind). |
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