Jugendliche und junge Erwachsene, die etwas tun

Zauberwort - juniorJugendliche und junge Erwachsene,
die etwas tun

oder auch: Warum meine Generation nicht durchweg die „Generation Alkohol“ ist!

Schon oft habe ich mir anhören müssen, dass meine Generation als die „Generation Alkohol“ abgetan wird und damit verbunden auch die Meinung, dass wir Jugendliche (oder auch: junge Erwachsene) nichts tun, als den ganzen Tag vor dem PC oder Fernseher zu sitzen und abends feiern zu gehen. Ein Klischee, das immer wieder neu aufgerollt wird, wenn Jugendliche selbst Eltern werden und deren Kinder wiederum selbst einmal Jugendliche sind (genau das bestätigte mir meine Mutter während eines Gesprächs neulich, ihre Generation sei ja auch mal so abgestempelt worden).

Leider glaubt man eher den Berichten in der Zeitung oder im Fernsehen, statt die Augen aufzumachen und zu merken, dass nicht alle Jugendliche jeden Abend von einer Party zur anderen unterwegs sind ...

So durfte ich zum Beispiel im August den jungen, politikinteressierten Regisseur Tom Frey (19 Jahre alt) kennenlernen, der 2005 zusammen mit seiner Schwester Malin GobLin Pictures Entertainment gründete und seither dort Regie führt und Drehbücher schreibt.
Zusammen mit Tom und einigen anderen Menschen (die meisten in meinem Alter oder nur ein wenig älter als ich) durfte ich zwei spannende Tage am Filmset zu dem aktuellen Film „La Vie en Rose“ verbringen.

Kurz vor der Buchmesse in diesem Jahr habe ich einen Bekannten von mir wiedergesehen, Raphael, 18 Jahre alt, geschäftsführender Vorstand von „Junge Journalisten Rheinland-Pfalz e.V.“, welcher ein „Ansprechpartner für junge Medienmacher in Rheinland-Pfalz“ ist und wo überwiegend junge Menschen die Gelegenheit bekommen, sich rund um das Thema „Medien“ zu informieren, „sich an spannenden Projekten zu beteiligen und auszutauschen“.

Dies sind nur zwei Beispiele von vielen jungen Erwachsenen und Jugendlichen, die in ihrer Freizeit etwas anderes tun, als bloß vor dem Fernseher oder dem Computer zu sitzen. Es ist wichtig, dass Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen gezeigt wird, dass man sie ernst nimmt. Eben so, wie es hier beim Zauberspiegel (Junior) der Fall ist. Das, was man schreibt, wird ernst genommen, ganz gleich, wie alt man ist, wenn man die Dinge, die man tut, nur ernst genug nimmt.

Wer sich für die Filme von GobLin Pictures Entertainment interessiert, kann auf dieser Website vorbeischauen.

Einige Filme sind sogar online zu sehen.

Wer sich von euch mit dem Thema „Medien“ auseinandersetzen möchte, ist auf der Website der „Junge Journalisten Rheinland-Pfalz e.V.“ genau richtig.

Kommentare  

#1 Norbert 2011-11-08 20:12
Ein Problem, mit dem wohl jede Generation zu kämpfen hat (hatte). Zu meiner Zeit als Heranwachsender waren es die langen Haare und die Drogen. Laut den Erwachsenen rauchten alle Jugendlichen Anfang der 70er Hasch und begaben sich zu psychedelischer Musik in berauschende Welten. Auch hier wurde von den auffälligen Jugendlichen auf die Allgemeinheit geschlossen. Man sollte sich durch so etwas nicht entmutigen lassen. Das Problem ist halt, dass man in der Öffentlichkeit nur die Jugendlichen wahrnimmt, die negativ auffallen, weil jene, die sich "vernünftig" (was immer man darunter verstehen mag) verhalten, jene Öffentlichkeit oft scheuen.
Ich denke, hier liegt eine Chance für Seiten wie ZS-Junior. Es wäre wünschenswert, alten Leuten wie mir (52) aufzuzeigen, was der grössere Teil der jungen Menschen wirklich tut. Ein Ansatz ist dieser Artikel, doch er muss intensiviert werden, vor allem auch unspektakuläre Dinge aufgreifen, die sich eher in einem privaten Umfeld abspielen. Wenn du schon am Set von "La Vie En Rose" warst, dann hättest du auch gleich noch ein paar kleine Interviews machen können, die vor allem eben die Aktivität der jungen Generation in den Mittelpunkt stellen.

Ich habe mir diesen Film auf der Homepage von GobLin Pictures ansehen wollen, doch leider hakte das Ding nach drei Minuten. Bis dahin sah das Ganze sehr gut aus, wenn ich es auch nicht verstanden habe (mir fehlen ja leider die restlichen fünf Minuten). Da du Zugang zu dieser Produktionsfirma hast, schreibe doch etwas darüber. Es ist bestimmt auch für andere Jugendliche interessant, wie das Projekt entstanden ist, um für sich selbst Anregungen zu finden.

Ich wollte mir auch die Seite der Jungen Journalisten ansehen, doch leider funktioniert der Link nicht. Ich bitte um Abhilfe.

Soll's jetzt wieder losgehen? Der ZS-Junior ist ein Projekt, dem ich sehr viel Interesse entgegen bringe. Ich wünsche euch viel Inspiration und Erfolg.
#2 G. Walt 2011-11-09 12:04
Bei mir war es genauso in den 80ern. Das Hauptproblem ist wohl, dass jede Generation andere Möglichkeiten hat, die sie auch nutzt. Heute sind das eben PC und Internet. Alkohol ist nur so ein Nebenfaktor den es immer gab. Heute wird nur sehr viel mehr publik gemacht wie und wo Jugendliche mit was feiern. Es gab schon zu meiner Zeit Strandpartys, Sommercampen und K.O.-Saufen. Nur es hat keinen interessiert.
#3 Pisanelli 2011-11-09 20:05
Ich habe lange im Jugendbereich gearbeitet und ich finde schon lange, dass da Vorurteile gepflegt werden. Manchmal schauen Erwachsene vielleicht auch mit einer gewissen Portion Neid auf die Jugendlichen, die noch alles vor sich haben und noch vieles unverkrampft angehen und versuchen ihnen, einfach den Spaß und die Lebensfreude zu verderben. Natürlich machen Jugendliche auch Sch..., aber ich habe festgestellt, dass es meistens eher lustig ist, wenn man mal wieder ein bißchen sein Herz aufmacht und "das Kind" reinlässt. Und ich finde, dass niemand so schöne und wichtige Fragen stellen kann wie Jugendliche. Auch habe ich festgestellt, dass viele Jugendliche durchaus engagiert sind und sehr kreativ und phantasievoll, wenn sie eine Idee haben (es müssen halt die richtigen Ideen sein) - dann hält sie keiner mehr auf. Es ist gut, dass es die Jugend gibt, mit all ihren Vor- und Nachteilen. Wir Erwachsene können eine Menge von ihnen lernen und wenn man vorurteilsfrei auf sie zugeht, dann kann man eine Menge positive Überraschungen erleben. Auch, dass sie einen durchaus ernst nehmen und eben auch das andere zulassen: von uns Erwachsenen zu lernen.
Und dass Jugendliche auch was zu sagen haben und etwas sagen sollten, finde ich ganz wichtig, schließlich ist die Jugend die Zukunft. Wenn Ihr hier also eine Plattform findet für Eure Anliegen, super! Ich werde es gerne lesen!
#4 Verena 2011-11-09 21:31
Vielen Dank für die Rückmeldungungen :).
Norbert, bei mir funktioniert der Link, geht er bei Dir mittlerweile auch?
Über "La Vie en Rose" kann ich gar nicht so viel schreiben (sonst verrät man zu viel über den Inhalt :D). Es handelt sich um einen surrealistischen Kurzfilm und wie Du sicherlich schon gemerkt hast, er enthält keine Dialoge. Es geht um die Liebe und Tod und lässt allerhand Spielraum für eigene Interpretationen und Gedankengänge.
Das Projekt wurde durch den Regisseur ins Lebe gerufen, durch seine Mutter hatte ich erfahren, dass er noch Menschen sucht, die ihm helfen, den Film zu realisieren. Vorab haben wir uns über Facebook ausgetauscht und schließlich haben wir Ende Juli, zwei Tage gedreht, in Mainz und in Wiesbaden. Wer sich das Making of anschaut sieht, dass wir nur wenige Menschen waren, die zwei Schauspieler gehen oder gingen zur Schauspielschule in Mainz und haben Anstellungen im Theater in Wiesbaden und Trier.
Es waren einige beim Dreh dabei, die noch keinerlei Erfahrungen bezüglich des Films hatten und wir hatten eine Menge Spaß und ich konnte so viel dazu gewinnen an neuen Erkenntnissen :).

Wie gesagt, und wie Ihr schon erkannt habt, so ziemlich jede jugendliche Generation wird zu ihrer Zeit negativ abgestempelt. Seien es durch angeblich zu viel Drogenkonsum oder sonstiges.
Ich für meinen Teil halte mich aus Partys raus, ich kann damit nicht viel anfangen. Umso mehr Menschen lerne ich kennen, die genauso ticken,die sich eben für andere Projekte und Ziele einsetzen und es sind gar nicht so wenige, wie immer behauptet wird :).

Und ja, es soll wieder losgehen mit dem Junior, Norbert!

Norbert, das mit den Interviews war sehr schwer, wir haben bestimmt an die 20 Stunden gedreht, puhh. Ich musste am nächsten Tag auch schon vor Drehschluss fahren, um meinen Flieger nach England zu bekommen.
Wir waren am Ende alle k.o :D
#5 Norbert 2011-11-10 05:52
Ja, inzwischen funktioniert der Link, danke. Da die erreichte Seite sich noch im Aufbau befindet, lässt sich noch nicht viel darüber sagen.
Hey, das mit den Interviews war nur so ein Gedanke, der sich aufgrund der geschilderten Situation anbot. Es wäre für andere Heranwachsende sicherlich inteessannt, wie es zu dem Projekt GobLin Pictures gekommen ist. Wenn ich deinen Text richtig verstanden habe, dann muss Tom Frey 13 Jahre alt gewesen sein, als er die Firma gründete. Hier wäre der Ansatz zu finden, um Kindern und Jugendlichen aufzuzeigen, was möglich ist. Nun sollen sich nicht gleich alle dadurch berufen fühlen, selbst Firmen zu gründen oder den Weg in die Professionalität zu suchen. Es geht um Kreativität.
Nur mal ein Beispiel: Seit etwa zwei Jahren läuft bei uns in der örtlichen Wurfzeitung ein Projekt mit mehreren Schulklassen im südlichen Bereich Hamburgs. Ein Mal im Monat werden auf einer Sonderseite unter dem Titel "Kinder schreiben für Kinder" Geschichten und Illustrationen veröffentlicht, die in den Klassen erarbeitet werden. War es Anfangs noch unzusammenhängend, so gibt es inzwischen eine klare Konzeption. Zu jeder Seite wird ein Thema gestellt und einige Kinder schreiben entsprechende Geschichten, die von anderen Kindern illustriert werden. Das nenne ich effektive und kreative literarische Förderung, zumal die Veröffentlichung dann die Motivation deutlich anhebt. Inzwischen denkt man über ein entsprechendes Buch nach.
Vielleicht wäre ein solches Projekt übertragbar auf den ZS-Junior, wenn man es schaffen könnte, Kinder und Jugendliche für die Seite zu interessieren.

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