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Lassiter unter der Lupe einer Frau: »Ein Mann, der das Unmögliche nicht wagt, wird das Mögliche nie erreichen« »Das falsche Spiel der Kutschenlady« (Lassiter 2224)

Lassiter unter der Lupe»Ein Mann, der das Unmögliche nicht wagt,
wird das Mögliche nie erreichen«

»Das falsche Spiel der Kutschenlady« (Lassiter 2224)

Überall im Westen schließen Postkutschenlinien, weil die Konkurrenz durch die Eisenbahnen erdrückend wird. Die Menschen wissen den Komfort der Eisenbahn zu schätzen und nehmen sogar Umwege in Kauf, um nicht von einer Stage Coach durchgeschüttelt zu werden. In South Dakota werden die Postkutschen der »Starr, Hutchinson & Partners Overland« regelmäßig überfallen.

Wie Augenzeugen berichten, sind es sieben Banditen. Sechs Männer und eine Frau. Die Firmenchefin Emma Starr gibt sich kämpferisch und lässt verlauten, dass sie es nicht zulässt, dass eine Handvoll Banditen und skrupellose Verbrecher das traditionsreiche Fracht- und Postkutschengeschäft in den Ruin treiben würden. LASSITER, der im Auftrag der Brigade Sieben unter falschem Namen ermittelt, äußert den Verdacht, dass eventuell eine Konkurrenzfirma absichtlich das Postkutschen- & Frachtunternehmen ruinieren wolle. Bis die Eisenbahn in dieser Gegend Fuß fassen könnte, dürfte noch einige Zeit vergehen, bis dahin könnte Starr, Hutchinson für ein mächtiges Unternehmen der Branche wie Wells Fargo durchaus interessant sein. Emma Starr aber glaubt nicht, dass ein ehrenwertes Frachtunternehmen wie Wells Fargo solche Machenschaften ausüben würde. LASSITER  hatte in Bezug auf Wells Fargo leider andere Erfahrungen sammeln müssen. Zwischen ihm und Wells Fargo hatte eine jahrlange Fehde bestanden, nachdem sein eigenes Fuhrunternehmen von der Company in den Ruin getrieben wurde und sein Partner Selbstmord begangen hatte. Deshalb wollte der große Mann sich mit Emma Starr, beim Stichwort „Wells Fargo“,  auf keine Diskussion einlassen. Denn seine Tarn-Identität  - als Red Brannock und Emma Starrs persönlicher Berater und Safety Agent - musste bestehen bleiben, wenn er die Hintergründe der Postkutschen-Überfälle aufdecken wollte.

Das falsche Spiel der KutschenladyZum Roman:
In diesem Roman gibt es keine langweiligen Abschnitte. Was besonders gefällt ist das fundierte Wissen der Serien-History. Man merkt, dass der Autor einige Recherchen betrieben hat und diese anschaulich in die Geschichte einfließen lässt. Der Roman liest sich flüssig, unterhaltsam, humorvoll und ist schön erzählt. Durch den spannenden, bildlichen und flüssigen Schreibstil kann sich der Leser super in die Geschichte hineinversetzen.  Besondere Erwähnung verdienen die Action-Sequenzen, die mit einem großen Können und Wissen beschrieben sind.

Was mich stört ist das fast schon übertriebene Macho-Gehabe des omnipotenten LASSITER, der bei jeder Frau, die er sieht nur an das eine denkt. Da wundert es mich, dass der gute Mann seine Hosen am Morgen überhaupt noch anziehen kann, bei soooo großen Eiern! Diese vielen Adult-Szenen in diesem Roman sind vergleichbar mit einem guten Spielfilm, der dauernd unterbrochen wird mit Sex-Werbungen: „Ruf mich an…ich bin der härteste Mann meiner Zeit!“

Ich finde, dass eine gewisse Zurückhaltung in Bezug auf die Menge von Adult-Handlungen oft zu einer besseren Qualität oder zu einem besseren Ergebnis führen würde als eine möglichst große Quantität.

„Eine Reise, die ist lustig, eine Reise, die ist schön!“

Das denkt auch LASSITER, als er in der Postkutsche auf die schöne junge Rothaarige Lady aus Montana trifft. Als LASSITER sich auf seinem Polstersitz vorbeugt, um aus dem Fenster zu schauen, lässt es sich nicht vermeiden, dass er der schönen Mitreisenden so nahe kommt, dass er beinahe ihr Knie küssen kann. Wie zufällig spreizt Florence Merry ihre Beine – nur ein wenig. Doch LASSITER erkennt die wohldosierte Absicht dahinter und ist hin und weg von der schönen Dame. Dem großen und härtesten Mann seiner Zeit reicht es, um seine Fantasie zu beflügeln und seine Libido wachsen zu lassen. Zugleich gefällt es ihr offensichtlich, ebendiese Reaktion auf ihre Herausforderung zu beobachten. Bestimmt, so glaubt LASSITER zu wissen, malte die feurige rothaarige junge Dame sich aus, was er in seiner Fantasie gerade mit ihr anstellen würde und wer weiß, vielleicht wäre die junge Dame längst über ihn hergefallen, wenn sie mit ihm allein im Abteil gewesen wäre. Was es auch sein mochte, es schien ihr zu gefallen, denn sie lächelte.

Am Horizont werden Reiter gesichtet. LASSITER vermutet dass es sich um Banditen handeln könnte und nimmt seine Winchester unter dem Sitz hervor. Die Lady aus Montana, die seit Kindsbeinen an gelernt  hat, mit Gewehr und Revolver umzugehen ist nicht geschockt, als sie von LASSITER erfährt, dass sie womöglich überfallen werden.

Als die rothaarige Florence (oder Rothhornige, je nachdem wie man es betrachtet, denn Haar und Horn ist ja dasselbe und riecht bekanntlich auch gleich) sich erhebt um ihre Winchester aus ihrem Gepäck zu nehmen und in der Enge der Postkutsche ihr Hinterteil mit den zwei ausgesprochen wohlgeformten Hinterbacken von beachtlicher Größe, über denen sich der dünne Stoff eines hellblauen Kostümrocks spannt dem omnipotenten LASSITER entgegenstreckt, ist es beinahe um seine Beherrschung geschehen. Der eng anliegende Rock ermöglicht LASSITER ein ausgiebiges Studium des Muskelspiels dieser prachtvollen Backen. Es wurde dadurch erzeugt, dass sie ihr Körpergewicht geschickt von einem Bein auf das andere verlagerte, während sie in Kopfhöhe hantierte. Miss Merry nahm sich ihre Winchester, drehte sich um und setzte sich wieder. Ihn ihren graugrünen Augen erkannte Lassiter ein angriffslustiges Feuer. Der Große Mann von der Brigade Sieben konnte sich nur mühsam beherrschen, und dankte allen Göttern, dass er sitzen konnte und nicht stehen musste, da seine Beule in der Hose sich stetig vergrößerte.

Dazu kurz eine persönliche Bemerkung zu diesen Zeilen auf Seite 4 und 5: Das sind wieder mal so Szenen, da kringelt es mir die Zehennägel!

  • Erstens: Lassiter muss ja wohl einen Dauersamenstau haben, dass sich bei der kleinsten Beinbewegung von Florence Merry gleich sein bestes Stück in die Höhe reckt…
  • Zweitens: LASSITER ist natürlich solch ein toller Hengst und von sich überzeugt, dass JEDE Frau sogleich sexuelle Fantasien entwickelt, wenn sie sieht wie seine Beule in der Hose wächst….
  • Drittens: wenn eine Frau lächelt, muss es nicht unbedingt heißen, dass sie sexuell erregt ist, sie könnte auch die Zähne zeigen! Denkt mal darüber nach, meine lieben Herren!

Glaubwürdige Actionszenen:
Die Action-Sequenzen sind hervorragend und glaubwürdig geschildert, denn der Autor versteht das Handwerk gelungener Beschreibungen.

Positiv:
LASSITER  und Florence Merry im Kampf gegen die Postkutschen-Räuber

Die Mündungsblitze aus ihren Karabinern zuckten über die Köpfe der Pferde hinweg. Lassiter stieß seine Winchester durch das Buschwerk, hoch genug über dem Gras, um zielen zu können. Die Reiter kamen rasend schnell näher. Lassiter nahm das Mündungsfeuer des ersten ins Visier und jagte seine Kugeln hinein. Neben ihm ließ die Rothaarige ihre Winchester krachen. Sie feuerte und repetierte schnell und gekonnt- dreimal hintereinander. Während der erste Reiter aus dem Sattel stürzte, ohne dass Lassiter weitere Geschosse hinterherschicken musste, hielt sich der zweite hartnäckig auf dem Rücken seines Grauschimmels. Der große Mann und seine Gefährtin feuerten gleichzeitig. Die Wucht beider Kugeln hieb den zweiten Angreifer nach hinten. Über die Kruppe des Grauen rutschte er abwärts, während das Pferd einen Bogen schlug und gemeinsam mit dem Braunen des anderen davonstob.

Seite 8

Florence und LASSITER werden angegriffen

Ein schwacher Luftzug wehte ins Zimmer. Lassiter warf sich zur Seite, als hätte ihn eine Sturmbö vom Stuhl geschleudert. Der Mann, der den Luftzug verursachte, feuerte sofort. Das Krachen seines Revolvers vervielfachte sich zwischen den Wänden zum Donnerschlag. Im Fallen verspürte Lassiter den heißen Hauch des Bleigeschosses, als es in der Gegend seines linken Ohrs über ihn hinwegstrich. Ein schmetternder Schlag folgte, und Scherben vom Fensterglas klirrten auf den Fußboden. Der Eindringling stieß einen Fluch aus. Hastig versuchte e, seinen Fehler wettzumachen, indem er sofort die zweite Kugel aus dem Lauf jagte. Sie hieb Holzsplitter aus der Tischkannte und krachte dort in den Fußboden, wo Lassiter eben aufgekommen war. Buchstäblich im allerletzten Sekundenbruchteil hatte er sich abgestoßen und schlug einen Salto über dem Bettvorleger. Aus der Drehbewegung heraus rollte er sich ab und entging so der dritten Kugel, die in das kleine Stück Orientteppich fuhr und dort einen dumpferen Laut verursachte. Lassiter packte seinen Revolvergurt, der neben dem Kopfende des Betts lag, und drehte sich weiter um die eigene Achse. Er bekam den Kolben des Remingtons zu fassen, krümmte sich zur Embryohaltung und schrammte mit der Schulter über die scharfkantige Ecke einer Kommode.

Seite 17

LASSITER erkundet das Lager der Banditen

Noch bevor er in Sichtweite der Gebäude gelangte, ließ er sich zu Boden gleiten und legte die restliche Strecke robbend zurück. Die Winchester zog er dabei in der Armbeuge mit, indem er das vordere Ende des Laufs im Gelenkwinkel zwischen Daumen und Zeigefinger hielt.

Seite 57

LASSITER erkundet das Lager der Banditen

Die Winchester im Hüftanschlag, drehte er sich nach allen Seiten-wobei er den Lauf der Langwaffe seiner Blickrichtung folgen ließ

Seite 60

Ein Kriterium, das ich immer wieder aufzeige ist die ...
... Geheimhaltung der Brigade Sieben:

Positiv:
Super gelöst, in dem LASSITER unter dem falschen Namen Reginald Brannock agiert.

„Mein Name ist Red Brannock“, sagte Lassiter.

Seite 10

„Richtig heiße ich Reginald mit Vornamen. Aber das klingt allen, die ich kenne, viel zu gestelzt. Schon in der Schule wurde ich Red genannt.“

Seite 10

Negativ:
Als LASSITER beim County Sheriff Bruce Irving vorspricht, um Unterstützung gegen die Banditen zu erhalten, outet er sich als Agent der Regierung in Washington und zeigt dem Gesetzeshüter seinen Dienstausweis in Form einer ID-Card. Da kann ich nur den Kopf schütteln, Wildwest-FBI lässt grüßen.

„Mein richtiger Name lautet Lassiter. Ich bin Agent der Regierung in Washington. Zum Beweis zeige ich Ihnen jetzt meinen Dienstausweis.“ Er griff in die Innentasche des Jacketts und klappte das Lederetui mit der ID-Card auf.

Seite 55

Lederetui mit ID-Card im Jahr 1885, so ein hanebüchener Schwachsinn….!

Ein Thema, das mir als Waffensammlerin von Western-Waffen sehr am Herzen liegt sind...
... »authentische Waffen«!
Ein Thema, das mir als Waffensammlerin von Western-Waffen sehr am Herzen liegt sind „authentische Waffen“!

Ich lasse mich immer wieder gerne positiv von den Autoren überraschen, vor allem wenn sie eine gute Recherche ausüben:

Positiv:
Emma Star benutzt rauchschwache Patronen:

„Das rauchlose Pulver der Patronen ermöglichte ein sofortiges Betrachten des Ergebnisses.“

Seite 19

„Ich traue diesem neuen rauchlosen Pulver nicht. Der Lauf wird zwar nicht mehr so stark verunreinigt wie durch Schwarzpulver, aber alte Gewohnheiten legt man nicht so schnell ab. Deshalb - unter Wettkampfbedingungen - nach sechs Schuss einmal durchziehen.“

Seite 23

Und das sich jetzt kein geschichtlicher Unfug in meine Rezension einschleicht, hier die etwas größere Ausführung über rauchschwaches Pulver:

Entwickelt wurden die rauchschwachen Schießpulver am Ende des 19. Jahrhunderts, als das bis dahin hauptsächlich als Treibmittel verwendete Schwarzpulver den Anforderungen moderner Waffen nicht mehr genügte.

Für die Verwendung in großkalibrigen Geschützen war Schwarzpulver wenig geeignet, weil es zu offensiv war: Die Treibladung war bereits abgebrannt, ehe das Geschoss das Rohrende erreicht hatte, und verursachte so eine stark ansteigende Druckkurve. Versuche, die Abbrandgeschwindigkeit zunächst durch gröbere Körnung des Schwarzpulvers, danach durch höhere Verdichtung der Rohpulvermasse zu verringern, zeigten nur begrenzte Erfolge. Weitere Nachteile waren die starke Rauchentwicklung und die starke Verschmutzung der Rohre durch Salze, die bei der Verbrennung von Schwarzpulver entstehen. So liefert ein Kilogramm Schwarzpulver bei der Verbrennung etwa 560 Gramm Salzgemisch, hauptsächlich Kaliumsulfit und Kaliumcarbonat. Die Salzverschmutzung bereitete besonders Probleme bei Gewehren (bei denen die Offensivität des Schwarzpulvers nicht störte) und war hinderlich beim Übergang zu kleineren Kalibern.

Nach wenig erfolgreichen Versuchen auf der Basis von Kaliumpikrat und einem Gemisch von Kaliumchlorat, Blutlaugensalz und Zucker begannen Versuche mit nitrierter Zellulose. Diese entwickelte kaum Rauch und hinterließ keinen Rückstand, war jedoch auch bei Gewehren zu offensiv. Abhilfe für diese unerwünschte Offensivität wurde durch das Gelatinieren mit verschiedenen Lösemitteln und das Phlegmatisieren gefunden. Durch das angewendete Gelatinierungsverfahren, Variation der Zusätze sowie Größe und Form der Pulverteile konnte nun das Abbrandverhalten weitgehend beeinflusst werden, jedoch nahm durch die verwendeten Zusätze die Rauchentwicklung zu und das Pulver verbrannte nicht mehr komplett rückstandsfrei. Das wurde jedoch aufgrund der sonstigen Vorteile in Kauf genommen.

Nitrocellulosepulver wurde von Alfred Nobel entwickelt und von 1887 an als Ballistit vermarktet. In diesem Zusammenhang gab es Patentstreitigkeiten zur Parallelerfindung Kordit. Die rauchschwachen Pulver haben in der Folgezeit das Schwarzpulver als Treibladungsmittel fast völlig verdrängt, da sie gegenüber dem Schwarzpulver den Vorteil haben, den Lauf kaum zu verschmutzen und sicherer in der Handhabung zu sein.


Sicher könnte man dieses Thema noch ausführlicher beschreiben, doch ich bin überzeugt, dass meine Ausführungen für diesen LASSITER-Roman vollumfänglich genügen.

Für alle Studierten (oder Hobby-) Militär-Historiker und Geschichts-Professoren noch die von mir benutzten
Quellen:

  • Illustriertes Deutsches Militär-Lexikon, von J. Scheibert, W. Porth, Verlag von W. Paulis Nachf. (H. Jerosch) 1897

  • Artillerie und Ballistik in Stichworten von W. Oberst, A. Busemann, W. Eckardt, O. Eggert, W. Feucheter, L. Hänert, Ch. von Hofe,K. Jutrow, H.-H. Kritzinger, A. Langhans, H. Lüscher, D.W. Marx, W. Nehring, K. Pannke, V. Schläfer: 1939

Negativ:
Emma Starr beim Schießen:

„Der Rückstoss ließ die Waffe nur kurz hochrucken, dann hatte die elegante dunkelhaarige Frau die Waffe wieder unter Kontrolle.“

Seite 19

Beim Abfeuern eines Revolvers sollte eine ausgebildete Schützin die Waffe eigentlich immer unter Kontrolle haben, auch wenn der Rückstoß die Waffe hochrucken lässt. Als geübte Schützin sollte Miss Emma Starr dies eigentlich wissen. Kann es sein, dass der Autor nur theoretische Waffenkenntnisse besitzt und noch nie eine Faustfeuerwaffe abgefeuert hat?

Positiv:
Das theoretische Wissen des Autors über Waffen ist hervorragend, so beschreibt er die Handhabe des S&W Revolver Nr. 3 gekonnt und mit einem großen Wissen.

Lassiter zu Emma Starr:

„Eine hervorragende Waffe“, sagte er. „Mit einigen Vorteilen gegenüber dem Single Action-Revolver - aber auch ein paar Nachteilen:“

Seite 23

„Ja, Madam“, antwortete Lassiter ruhig. „Bei schnell aufeinander folgenden Schüssen führt Double-Aktion leicht zum Verreißen-wegen des höheren Abzugsgewichts. Außerdem ist die Verriegelung des Rahmens eine Schwachstelle.“ „Schwachstelle?“, schnappte sie, und ihre Stimme wurde noch einen Grad schärfer. Er blieb gelassen  und erwiderte: „Dieses Modell von Smith & Wessen wurde bei der Armee und auch bei einigen Polizeidienststellen probeweise eingesetzt. Durch das häufige Öffnen und Schließen erweitert sich der Spalt zwischen Trommel und Rahmen, und der Mechanismus leiert aus.“

Seite 23

Hier eine etwas „kleinere“ Ausführung über den S&W SA-Revolver Nr. 3 und den Smith & Wesson Double Action Revolver im Cal.38 & .32.
S&W SA-Revolver Nr. 3
SA-Revolver Nr. 3:
Smith & Wesson entwickelte ihren berühmten SA-Revolver Nr. 3 um 1868 und er blieb bis 1898 in Produktion. Wie bei jedem einzelnen Revolver musste der Hammer der Nr. 3 manuell gespannt werden, bevor die Waffe abgefeuert werden konnte.  Dies, plus die Tatsache, dass der Zylinder sechs Patronen hielt, war in etwa seine einzige Ähnlichkeit mit den populären SA-Revolvern dieser Zeit, insbesondere mit den exzellenten Remington- und Colt-Modellen.

Im Jahr 1875 unterzeichneten die US Army und Smith & Wesson einen Vertrag für Schofield Revolver im Kaliber .45 Colt.  Die Revolver-Trommel der Nr. 3 war nicht lang genug, um die .45 Long Colt-Patrone aufzunehmen, so dass S & W die Patrone einfach kürzte und so den .45 Schofield (.45 Short Colt) herstellte, der sowohl in den Colt SAA- als auch S & W Schofield-Revolvern verwendet werden konnte.  Nach einem relativ kurzen Produktionslauf kündigte die Armee den S & W-Vertrag und standardisierte stattdessen den Colt Single Action Army Revolver und die originale .45 Long Colt Patrone.

Die letzte Entwicklung des S&W Revolvers Nr. 3 war das "New Model Number Three", eingeführt im Jahr 1877. Dies integrierte zusätzliche Verbesserungen und ersetzte alle früheren Modelle, wie American, Russian und Schofield. Der „New Model Revolver“ wurden als Frontier und Target Modelle verkauft und für die leistungsstärkere .44-40 Winchester Patrone, sowie die .44 russischen, .38-44, .38-40 und .32-44 Patronen benutzt. Im Jahr 1898 verkaufte die Armee als Überschuss ihre restlichen Schofield Revolver. Wells Fargo & Company kaufte viele dieser Army-Schofields und verkürzte ihre Sieben-Zoll-Läufe auf handlichere fünf Zoll, um von ihren Agenten besser versteckt getragen zu werden.

Die Nr. 3 hatte ein gelungenes Design und eines der wenigen Smith & Wesson Modelle, das nicht unbedingt eine Kopie der beliebten Schusswaffe eines Konkurrenten war. Eine Reihe von bekannten Grenzgängern besaß zu verschiedenen Zeiten die Nummer 3. Vielleicht der berühmteste von ihnen war der Gesetzlose Billy the Kid (William H. McCarty, Jr., alias William H. Bonney), der bekannt war, die Nr. 3 zu bevorzugen. Andere waren Pat Garrett (der Billy tötete), Jesse James, John Wesley Hardin, Wyatt Earp, Wyatts Bruder Virgil und Annie Oakley.

Smith & Wesson Double Action "Self-Cocking"  Revolver:
1872 entwickelte Smith & Wesson einen "Double Action" Revolver, der dann aber als "Self-Cocking" (Selbstspanner) bezeichnet wurde. Dieses Modell war eine Weiterentwicklung des Modells No. 3, welches damals dem zaristischen Russland angeboten wurde.

Die kommerzielle Einführung auf dem amerikanischen Markt erfolgte aber erst nach 1880; man wollte abwarten, wie sich die anderen Double-Action-Modelle z. B. von Colt am Markt behaupten konnten. S&W begann die Markteinführung mit einem kleineren Modell in den Kalibern .38 und .32. Das Design war klassisch an das Modell No. 3 angelehnt, Der Rahmen und Lauf konnten zum Be- und Entladen nach vorne abgekippt werden und die Waffe hatte wie alle damals üblichen Modelle einen außen liegenden Hahn. Diese Entwicklung sollte zu einer der populärsten Waffen werden; bis zur Einstellung der Produktion im Jahre 1919 wurden insgesamt rund eine Million Stück hergestellt.

Der Double-Action-Abzug („Double“ für zwei ausgelöste Vorgänge), auch als DA/SA (Double Action/Single Action) bezeichnet, ist eine Weiterentwicklung des Single-Action-Abzuges. Durch Betätigung (Ziehen) des Abzugs wird der Hahn gespannt, bis sich der Schuss löst. Ein vorheriges Spannen des Hahnes ist nicht notwendig, aber manuell möglich. Bei Revolvern wird zusätzlich die Trommel weitergedreht. Ein weiterer Schuss wird dann entsprechend dem Single-Action-Abzug ausgelöst.

Bei der "Little Tom" von Alois Tomiska gab es 1908 dann den ersten Double-Action-Abzug einer Selbstladepistole, der es erlaubte, die Waffe schussbereit mit entspanntem Hahn zu tragen. War dem Tschechen Tomiska noch kein kommerzieller Erfolg beschieden, wurde mit der Walther PP dieses Prinzip ab 1929 bekannt. Heute ist es bei den meisten Pistolen verbreitet. Nachteil dieses Systems ist der erheblich höhere Abzugswiderstand bei Abgabe des ersten Schusses (gegenüber einem Single-Action-System) und der Umstand, dass der Abzugswiderstand zwischen dem ersten Schuss und den weiteren Schüssen deutlich differiert, was das Abkommen (die Schusspräzision) nachteilig beeinflusst.

Sicher könnte man dieses Thema noch ausführlicher beschreiben, doch ich bin überzeugt, dass meine Ausführungen für diesen LASSITER-Roman vollumfänglich genügen.

Quellen:

  • Revolver/Untertitel: Colt Single Action Army, Smith & Wesson No 3, Colt Open Top, Colt Double Action Revolver Model 1877 und 1878, Smith & Wesson No 1, Colt House 1871, S&W Model 686-3 Eurotarget, Nagant M1895, Dan Wesson Model 44, Webley-Revolver/ Books LLC, Reference Series 2011

  • Edward C. Ezell, Handguns Of The World - Military Revolvers and Self-Loaders from 1870 to 1945, Barnes & Noble Books Inc., 1993, ISBN 0-88029-618-6

  • W. H. B. Smith, Joseph E. Smith, Small Arms Of The World - a basic manual of small arms, 10th Edition, Stackpoole Books, Harrisburg, Pennsylvania, 1973, Seite 159, ISBN 0-88365-155-6

  • R. Bruce McDowell, A Study of Colt Conversions and other Percussion Revolvers, Krause Publications, Iola, WI, 1997, ISBN 0-87341-446-2

  • Norm Flayderman, Flaydermans Guide to antique American Firearms, 8th Edition, Krause Publications, Iola, WI, 2001, ISBN 0-87349-313-3

Sex bei der Serie LASSITER:
Allgemein gilt: LASSITER Romane sind Western, in denen Frauen mitspielen. Sie sind keine Sexromane vor der Kulisse des Wilden Westens.

Negativ:
In diesem Roman leidet LASSITER meiner Meinung nach an übertriebener Hypersexualität. Fünf Adult-Szenen in einer Geschichte mit dem übertriebenen und ätzenden Macho-Gehabe vom großen Mann sind einfach zu viel.  

Das Phänomen des angeblich süchtigen sexuellen Erlebens wurde in der Literatur auch früher beschrieben. Medizinisch wurde es erstmals von den zwei französischen Psychiatern Esquirol und Pinel (ca. 1830) als Störung gesehen und mit „Erotomanie“ bezeichnet. Im weltweit ersten wissenschaftlichen Lehrbuch über Störungen der Sexualität wurde es von Krafft-Ebing (1896) aufgeführt und „sexuelle Hyperästhesie“ genannt. Sexualsucht, Hyperlibido, Hypererotizismus, Sexualzwang und Sexualabhängigkeit sind einige der benutzten Begrifflichkeiten, die seither gefunden wurden, um dieses Phänomen zu benennen. Geschlechtsspezifische Bezeichnungen haben auch Eingang in die Umgangssprache gefunden. So wird bei der Frau von Nymphomanie, beim Mann von Satyriasis gesprochen.

„Eine Lady frisst einem Mann  aus der Hand“, nahm Lassiter den Gesprächsfaden wieder auf. Er setzte dazu eine Besserwissermine auf, hob lehrmeisterhaft den Zeigefinger und fügte hinzu: „Man muss nur wissen, wie man es anstellt.“

Seite 22

„Eine starke Frau herumzukriegen“, dozierte er angeberisch, „ist das lohnendste Ziel, das ein Mann sich setzen kann“,

Seite 22

Es lag an der Wirkung, die er auf Frauen hatte. Immer wieder erlebte er es, dass sie alles daran setzten, ihre weiblichen Reize auf ihn wirken zu lassen – und zwar mit Erfolg. Unter dem Strich war es für die Frauen eine Bestätigung ihres Selbstwertgefühls, der Beweis, wie zuverlässig ihre Signale funktionierten, die sie an einen Mann aussandten, um ihn herumzukriegen.

Seite 35

Solche Aussagen sind einfach überheblich und ringen mir nur ein müdes Lächeln ab…

Leider gelingt es dem Autor nicht, eine zusätzliche Frauenrolle im Roman zu schaffen, die ohne sexuelle Bezüge positive Funktionen hat.

Meine absolut »besten« Sätze im Heft:
Florence zum Kutscher Frank Hobart

„Wir Frauen stehen den Männern in nichts nach- und im Übrigen, Mister Hobart, bleibt ein schlechter Scherz ein schlechter Scherz.“

Seite 12

Meine Worte Florence, meine Worte…

Lassiter betrachtet Emma Starr

Emmas feine Gesichtsform wies nur angedeutete Spuren von Puder oder anderen Mitteln weiblicher Selbstdarstellungskunst auf.

Seite 19

Weibliche Selbstdarstellungskunst?  Soso… wieder ein Autor, der meint, Frauen zu kennen!!!

Emma Starr beim Schiesstraining

„Emma Starr zielte sorgfältig. Sie hielt den schweren Revolver mit gestreckten Armen im Beidhandanschlag. Der lange Lauf bewegte sich nicht, vibrierte nicht einmal; es war, als wäre die ganze Waffe in einen Schraubenstock gespannt worden.“

Seite 19

Ein vibrierender Revolverlauf möchte ich auch gerne. Schade, dass der Autor keine genauen Angaben macht, wo man solch ein Teil kaufen kann?

LASSITER beim Beischlaf mit Emma Starr

Hatte sie sich anfangs – in der Öffentlichkeit – mehr als hartgesottene Arbeitgeberin gegeben, so zeigte sie sich nun als die Mensch gewordene weibliche Anschmiegsamkeit.

Seite 34

Ohne Worte…

Emma Starr zu LASSITER

„Ich habe gehört, dass jeder Mann im kalten Wasser zum Zwerg wird“

Seite 38

Habe ich auch schon gehört… und bei manch einem Mann trifft diese Aussage auch wirklich zu…

LASSITER mit der Privat Sekretärin Nuala Owen

Bewusst langsam drang er in sie ein, indem er seine Hände auf ihre Hüften legte und ihren Rückwärtsdrall bremste.

Seite 52

Rückwärtsdrall...???

Positiv:
Ich finde die beste Szene im Roman ist, als LASSITER nackt und Spiegeleier kochend im Hotelzimmer mit Florence Merry eine italienische Arie singt.

„Aber ich kann nicht singen. Italienisch kann ich auch nicht. Und meine Spiegeleier werden kalt.“
Florence lachte. „Keine faulen Ausreden!  Singen kann jeder. Italienisch brauchst du nicht. Sing einfach ›La, la, la‹. Und die Spiegeleier sind nach einer Strophe immer noch ein Hochgenuss. Also…“ Sie holte Luft. „Noch mal von vorn.“ Lassiter fügte sich seufzend und verunzierte-wie er meinte- Florences kristallklaren Nachtigallengesang mit total falschen Lalala - Gebrumm. Zum Glück brillierte ihr Sopran so stark und sicher, dass seine dilettantischen Versuche als bedeutungsloser Nebengeräusche durchgehen konnten.

Seite 16

Positiv:
Der Autor überzeugt mit einem hervorragenden Wissen der Serien-History

Dennehys Mutmaßung war gerade in Bezug auf Wells Fargo nicht von der Hand zu weisen. Lassiter hatte mit dem Frachtgiganten seine eigenen leidvollen Erfahrungen.
Erst vor wenigen Monaten hatte er mit seinem alten Feind Sidney Blood, dem Sicherheitschef von Wells Fargo Frieden geschlossen. Zwischen ihnen hatte eine jahrelange Fehde bestanden, seit Wells Fargo das Fuhrunternehmen, das Lassiter zusammen mit einem Partner führte, in den Ruin getrieben hatte. Der Partner hatte Selbstmord begangen, und Lassiter hatte die Company und ihren Bluthund Sidney Blood bekämpft, wo er nur konnte.

Seite 29

Negativ:
Gewandung von Florence Merry

Mit langen Sätzen scherten sie auseinander, schlugen einen scharfen Bogen um die Enden des Erdbuckels und trafen sich dahinter wieder.
Ohne einen Sekundenbruchteil zu verschwenden, robbten sie in das Gebüsch über dem Bunker – schnell genug, um die beiden Reiter zu erspähen.

Seite 8

Ich glaube kaum, dass die gute Dame in einem enganliegenden über die Knie reichenden Rock lange Sätze vollbringen kann, geschweige denn, durch die Prärie in die Büsche robben. Und dazumal trugen die Damen noch keine enganliegenden Reisekleider, auch keine Sängerinnen.

Negativ:
Emma Starr trägt einen Pagenkopf

„Das Auffälligste an ihr war ihre Frisur, ein hochmoderner und perfekt gestalteter Pagenkopf. Das dunkle Haar umschloss die ovale Form ihres Kopfs wie eine Haube. Die untere Kante des Schnitts verlief wie eine messerscharfe Kante vom Nacken nach vorn, um dort als vorausgerichtete Spitze in Kinnhöhe zu enden.“

Seite 19

Der Pagenkopf, auch Etonschnitt genannt, ist eine Kurzhaarfrisur, die sich im Zuge der Emanzipation der Frauen, insbesondere ab den 1920-er Jahren durchsetzte, glaube weniger, dass es die Frisur damals im Wilden Westen schon gab.

Quelle:

  • Thomas Blubacher: Bubikopf , in nome. Schönes und Wissenswertes aus Großmutters Zeiten , 1. Auflage Ausgabe 2013

Negativ:
Emma Starr trägt einen Hosenanzug

Zu ihrem Erscheinungsbild passte der Hellgraue Hosenanzug, der ebenfalls der neuesten Mode in den Großstädten entsprach.

Seite 20

1885 gab es noch keine Hosenanzüge für Frauen. Im Jahr 1911 machte der Modeschöpfer Paul Poiret der seine schwangere Frau vom einengenden Korsett befreien wollte, die ersten Schritte zum Hosenanzug.

Entstehung des Hosenanzugs:
Frauen waren bis Anfang des 20. Jahrhunderts dem Mann nicht gleichgestellt. Ihre „Zartheit“ und „Unfähigkeit richtig arbeiten zu können“ wurde durch die umständliche und einzwängende Kleidung symbolisiert. Frauen konnten niemals die gleiche Leistung erbringen, da sie die schweren Röcke, einschnürenden Korsette,... daran hinderten, sich normal zu bewegen. Die amerikanische Frauen forderten unter Elisabeth Cady Stanton das Recht, sich ohne fremde Hilfe an- und ausziehen zu können. 1851 wagten erstmals junge Damen in knielangen Röcken und darunter so genannte Türkenhosen zu tragen, unter ihnen auch Amelia Bloomers, eine bekannte Frauenrechtlerin.

Paul Poiret:
Paul Poiret war einer der führenden „Modedesigner“ Anfang des 20. Jahrhunderts, er stach, dank seiner ungewöhnlichen Kreationen, aus der Masse der Zeichner diverser Modehäuser heraus. Als ein erklärter Gegner des Korsetts und Befürworter des Büstenhalters, versuchte er diese Qualen seiner damals schwangeren Frau zu ersparen und entwarf schlichte Hängekleider. Da er aber die Figur gern betonte, wurden aus seinen Hängekleider bald hautenge Schläuche. Da es damals aber noch keine elastischen Fasern gab, musste er Schlitze in die Kleider nähen, damit sich die Frauen auch noch bewegen konnten. Um noch schicklich zu bleiben, nähte er ihnen Hosenbeine ein. Aus diesen ersten Kleidern entwickelte er 1911 den ersten Hosenanzug für die Frauen, womit er aber der Zeit noch weit voraus war.

Durch den ersten Weltkrieg waren viele Frauen gezwungen, in Fabriken schwere körperliche Arbeit zu leisten. Dadurch fand die Hose ihren Weg in die Kleiderschränke der Frauen. Nach dem Krieg wurde die Hose gern als Freizeit- und Sportbekleidung verwendet.

Die 20er – 40er und der Hosenanzug:
In den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts versuchte die Frau sich gänzlich dem Manne anzupassen, sie durfte nun in einigen Ländern wählen und wollte sich auch ähnlich kleiden. Der Garçonnestil stellte die Frau als männliches Wesen dar, sie trugen die gleiche Kleidung und den gleichen Haarschnitt. Dieser Stil setzte sich aber nicht durch, da die meisten Frauen sich nicht trauten und blieb daher nur einigen wenigen mutigen Frauen vorbehalten.


In den 30ern erlebte der Hosenanzug aber durch Marlene Dietrich einen gewaltigen Aufschwung. Sie zeigte, dass ein Hosenanzug auch ohne zu provozieren sehr gut aussehen konnte. Der von ihr getragene Look wird auch heute noch als Marlene-Dietrich-Stil bezeichnet.

Durch den zweiten Weltkrieg wurden Stoff und Zubehör teuer, viele Frauen mussten sich nun komplett praktisch anziehen, daher erlebte die Hose in allen Lebenslagen einen erneuten Aufschwung.

Sicher könnte man dieses Thema noch ausführlicher beschreiben, doch ich bin überzeugt, dass meine Ausführungen für diesen LASSITER-Roman vollumfänglich genügen.

Quellen:

  • Frauen mit Stil: Stilikonen der Frauenmode Autor: Josh Sims   ISBN: 978-3-907100-53-0

Diese Kritik geht ans Lektorat:

Negativ:
Die beiden Leibwächter - Darren Everton und Finn Jarvis -  werden auf Seite 21 als ehemalige Offiziere der US Infantry vorgestellt. Umso verwunderlicher ist die Aussage auf Seite 22, dass Finn Jarvis als Master Sergeant in der Kompanie von Captain Everton gedient hatte. Ein Unteroffizier ist nun mal kein Offizier, sondern wie der Name schon sagt ein Unteroffizier!!! Sicher kann ein fähiger Unteroffizier auch Offizier-Aufgaben ausführen, das will ich gar nicht bestreiten, aber er ist nun mal kein Offizier. Mal abgesehen, dass es den Rang Master Sergeant 1885 noch gar nicht gab …. vielleicht meinte der Autor den „Regimental Quartermaster Sergeant“ oder „Company Quartermaster Sergeant“?
S&W SA-Revolver Nr. 3 Company Quartermaster Sergant Infantry






 

Regimental Quartermaster Sergeant Infantry                                       Company Quartermaster Sergeant Infantry

Die beiden Leibwächter-Darren Everton und Finn Jarvis- waren ehemalige Offiziere der US Infantry

Seite 21

Darren Everton, ehemals Captain der Infanterie, war ein hochgewachsener, breitschultriger Mann mit lockigem blondem Haar, langen Koteletten und einem gepflegten Schnauzbart.

Seite 22

Der dunkelhaarige Finn Jarvis war bullig und untersetzt, hatte in Everton Kompanie als Master Sergeant gedient. Noch heute sprach er Everton mit Captain an.

Seite 22

Quelle:

  • The United States Infantry: An Illustrated History, 1775-1918  von Gregory J. W. Urwin
    ISBN-13: 978-0806132174

  • The U.S. Army in the West, 1870-1880: Uniforms, Weapons, and Equipment von Douglas C. McChristian
    ISBN 0-8061- 3782-7

  • Educating the U.S. Army: Arthur L. Wagner and Reform, 1875-1905 von Todd R. Brereton
    ISBN 0-8032-1301-8

Negativ:
Auf Seite 31 begleitet LASSITER den Journalisten James Rutherford im Auftrag von Emma Starr zu seinem schwarzen Buggy. Der Autor beschreibt, dass am Haltebalken LASSITERS brauner Wallach, den er in Yankton gekauft hatte, angeleint sei. Doch auf Seite 32 kauft LASSITER noch mal mit Emma Starr einen braunen Wallach für sich, mit der Begründung beweglich sein zu müssen. Hat LASSITER jetzt zwei Wallache?

Unter den wenigen Reitpferden befand sich auch Lassiters brauner Wallach, den er in Yankton gekauft und in einem Mietstall untergebracht hatte.

Seite 31

Den offiziellen Teil des Nachmittags hatten sie mit notwendigen Erledigungen verbracht. In einem Mietstall hatte Lassiter unter seinem falschen Namen einen braunen Wallach mitsamt Sattelzeug gekauft. Er hatte Emma davon überzeugt, dass er ein eigenes Pferd brauchte, um beweglich zu sein.

Seite 32

Negativ:

Es bestätigte seine Annahme, das Everton und Jarvis ihn als Eindringling betrachteten und deshalb.

Seite 47

Deshalb. Und weiter?

Mit rauschendem Beifall empfing Publikum anschließend Florence Merry.

Seite 47

Sicher sind das nur Flüchtigkeitsfehler und kann dem Autor nicht angekreidet werden, aber das hätte vom Lektorat mit Leichtigkeit ausgebügelt werden können.

Kann es sein, dass nur bezahlte Querleser mit der Lizenz zu korrigieren am Werk sind?

Titel:
Der Titel passt hervorragend zum Roman, denn die Kutschenlady Emma Starr spielt wirklich ein falsches Spiel.


Cover:

Für einen LASSITER Roman passt es sehr gut, zeigt es doch Florence und LASSITER im Kampf gegen die Postkutschen-Räuber. Nur Florence Merry‘s Reisekleid wird im Roman anders geschildert.



Brigitta Creanna Rogenmoser-GrobFazit:
Ein für mich mittelmäßiger bis guter und lesbarer Roman. Was ihn meines Erachtens abwertet, sind die unzähligen Sexszenen,  mit einem von sich und seiner Libido beherrschenden LASSITER. Wobei ich noch bemerken muss, dass die Passagen wenigstens noch stilvoll beschrieben wurden.

Was ich dem Autor zugutehalten muss, sind seine Actionszenen, die Serie-History, die geschichtlichen Hintergründe und seinen Schreibstil. Dies alles ist wirklich lesenswert, spannend und hat mich sehr unterhalten.

 

 



Heftvorschau Bastei Webseite auf diesen Roman:

Die Postkutsche jagte dahin. Mit voller Kraft stemmten sich die sechs Gespann Pferde ins Geschirr. Die Steigung der Straße oberhalb des Flusses war enorm. Die sandigen Wagenspuren schienen in den weißen Wolken zu enden.
Lassiter beugte sich aus dem offenen Fenster nach links, zum Fluss hin. Er kniff die Augen zusammen, ließ sich den sand- und staubgeschwängerten Fahrtwind um die Ohren wehen.
Die schöne Rothaarige ihm gegenüber beobachtete ihn scheinbar beiläufig. In Wahrheit wäre sie längst über ihn hergefallen, wenn sie mit ihm allein im Abteil gewesen wäre.
Die Reiter waren nur manchmal zu sehen, unten, am Fuß des Steilufers. Auf dem flachen Uferstreifen hielten sie im Tempo der Kutsche mit. Sieben Männer. Oder sechs Männer und eine Frau? Lassiter war nicht ganz sicher. Aber eins stand für ihn fest: Über kurz oder lang würden sie angreifen.

 

 

Das falsche Spiel der Kutschenlady
Lassiter 2224
von Jack Slade (?)
Cover: Boada / Norma
Ersterscheinung: 03.03.2015
1,70 € / 3,40CHFr
Bastei

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