Ich schreibe, weil ...

Warum ich schreibe...Ich schreibe, weil ...

Meine Eltern fragen mich oft, warum ich schreibe und warum ich spät abends noch so lange Sätze zu Papier bringe. Ebenso oft versuche ich es ihnen zu erklären und in Worte zu fassen, was schreiben für mich bedeutet.

Nun, ich denke, viele Leute schreiben ... wenn auch nur Tagebücher. Dabei versuchen sie ihre Gefühle und Geschehnisse zu Papier zu bringen, um sie später einmal wieder lesen zu können und das Vergangene erneut zu durchleben. Auch ich schreibe abends Tagebuch, eben wegen den genannten Gründen.


Carla KienzleDoch manchmal greife ich auch einfach so zu Stift und Papier und lasse meine Gefühle und Eindrücke in eine Geschichte einfließen. Ich schreibe einfach so, ohne etwas damit zu beabsichtigen und weil es mir Spaß macht. Ich stelle mir Situationen vor, träume von etwas und werde oftmals auch von Gelesenem inspiriert und zu einer Erzählung „aufgefordert“.

Manchmal lese ich ein Buch und denke mir aber dabei: „Was wäre wenn ...?“ Und dann schreibe ich das Buch für mich an dieser Stelle einfach um, ein paar Seiten nur für mich. Das mag zwar verrückt klingen, und für manche völlig sinnlos, da meine Aufschriebe dann doch wieder nur im Papierkorb landen ... aber das Schreiben erfüllt mich in diesen Momenten einfach.

Und dann gibt es die Situationen, in denen in meinem Kopf einfach völlig neue Geschichten entstehen ... zum Beispiel morgens beim Dahinträumen in der Schule. Dann greife ich einfach zu meinen Kugelschreibern und halte sie auf einem Blatt Papier, um dann irgendwann einmal wieder daran weiterzuschreiben.

Am liebsten schreibe ich dabei an einem ruhigen, idyllischen Ort, wo ich meine Gefühle und Eindrücke, meine Worte mit meiner Umgebung verbinden kann. Zum Beispiel im Sommer auf dem Balkon oder im Winter an der Heizung am Fenster, auch im Urlaub, wenn mich die neue Umgebung anleitet.

Schreiben bedeutet für mich, meine Gefühle in eine Erzählung zu verpacken und daraus auch vielleicht eine ganze Geschichte zu erschaffen.

Ich möchte nicht Schriftstellerin werden, um Ruhm zu ernten oder Ähnliches, sondern weil ich mit meinen Büchern eine „Botschaft“ in die Welt setzen möchte und um den Menschen meine Eindrücke zu vermitteln.

Am liebsten lese und schreibe ich Fantasy/Fantasie. Sie verschönert mir meinen Alltag, ermöglicht es mir, ihm zu entfliehen und fordert mich zum Träumen auf. Ich liebe es, mir die von den Autoren erschaffenen Landschaften, Charaktere und Dinge vorzustellen und sie in meiner Fantasie leben zu lassen.

Ich glaube, jeder Mensch braucht etwas Fantasie in seinem Leben, vielleicht um sich das Unmögliche vorstellen zu können. Diese unerreichbaren Welten faszinierten uns schon immer. Erzählten sich nicht schon unsere Vorfahren abends um ein Feuer herum Geschichten über Götter und Geisterwesen?

Sie verbinden uns mit dem Unvorstellbaren; und mir persönlich hilft Fantasie und Lesen überhaupt in schwierigen Situationen mich abzulenken und lässt mich ganz in ihre Handlung versinken. Ich glaube, gerade dazu ist die Fantasie da ... um sich gehen zu lassen, zu träumen, und um dem alltäglichen Leben zu entfliehen ...

So, das war's ...
 
Und warum schreibt ihr?

Kommentare  

#1 Laurin 2011-03-10 09:45
Die Sache mit dem "umschreiben" einiger Seiten aus einem Buch finde ich durchaus interessant. Da nimmt eine Geschichte ja plötzlich eine ganz andere Richtung. Einfach mal nicht in den Papierkorb werfen und immer mal wieder dran rumfeilen, dann könnte daraus eine tolle eigene Geschichte werden. ;-)
#2 McEL 2011-03-10 15:30
Zitat:
Und warum schreibt ihr?
Frei nach Luther: "Hier sitze ich und kann nicht anders!" In meinem Kopf sind so viele Geschichten, und fast täglich kommen neue hinzu, dass ich rattendoll und "verrückt" werde, wenn ich die nicht rauslasse. Augenzeugen berichten, dass ich, wenn ich sie mal nicht rauslassen kann (wegen irgendwelcher widrigen Dinge wie Terminen etc.), wie ein Süchtiger reagiere, dem man den Stoff geklaut hat: reizbar, nervös, unleidlich bis unausstehlich und erst wieder erträglich werde, wenn ich an meinem PC sitze und die "kreativen Hummeln im Hirn" (wie es mal jemand nannte) rauslassen kann. Ohne Schreiben bin ich nur ein halber Mensch. Und das Tollste ist, wenn meine Ideen nicht nur auf dem Papier (und dann irgendwann vor dem geistigen Auge der Leser) lebendig werden, sondern wenn sie auf der Bühne zum Leben erwachen als Theaterstück oder auch "nur" ein kurzer Sketch. Besonders bei Stücken für Kinder und Jugendliche, wenn die 10 - 16-jährigen richtig eintauchen in die Geschichte und sie spielen, als wären die Geschehnisse real. Das ist ein Wahnsinnsgefühl!

Kurzum: Schreiben ist mein Lebenselexier, mein geisitges tägliches Brot und meine größte Leidenschaft.

Carla:
NIEMALS irgendwas wegwerfen!!! Man kann es irgendwann mal als Inspiration für was ganz Neues brauchen. Oder sich einfach nur eines Tage erinnern, welche Ideen man "damals" hatte.
#3 Pisanelli 2011-03-10 17:47
Ich schreibe, weil ich mein Leben so am besten verarbeiten kann. Das war schon immer mein Stresskiller Nr. 1. Wenn ich ein Problem habe, dann schreibe ich es auf und schwups, schon ist es eine Nummer kleiner. Noch besser funktioniert es, wenn ich ein Problem mit jemanden habe. Dann schreibe ich ihm einen fiktiven Brief, den ich ihm niemals geben würde und schwups: schon weiß ich, was ich eigentlich will und wie ich es besser machen kann.
Ich kann beim Schreiben einfach besser nachdenken.
Und ja, meine überbordende Phantasie kann sich austoben und das brauche ich einfach. Ich werde sonst schlicht wahnsinnig, wenn ich die Dinge, die mein Kopf so ausbrütet, nicht irgendwie loswerden kann. Eine Freundin schüttelt immer den Kopf über meine verrückten Ideen, aber das ist nun mal das Los von uns kreativen Irren.
Ich kann mich meinem Vorredner nur anschließen: niemals etwas wegschmeissen. Irgendwann werden die ganzen kleinen Puzzleteile was großes Ganzes.
Ach ja, ich habe auch einfach immer was zum Schreiben dabei, denn meine Einfälle kommen mir zu den unmöglichsten Tages- und Nachtzeiten. Tipp: sofort aufschreiben, sonst ist es weg!
#4 Mikail_the_Bard 2011-03-10 19:28
Das "Schreiben " kam bei mir später, nämlich nach dem "Lesen" - und ich meine jetzt nicht die 1te & 2te Klasse. :D
Im Gegensatz zu Pisanelli bearbeite ich in meinen Geschichten weniger persönliche Probleme, sondern versuche einfach nur den Stress abzubauen, den man sich im Leben (meist) selbst macht.
Meinem jetzt 10jährigem Sohn musste ich als 3-6 Jährigen immer vorm Schlafen eine Geschichte erzählen.. am liebsten eine Erfundene. (leider habe ich die meinsten Geschichten nicht notiert). Und wehe ich wieder holte eine oder änderte leicht den Text... verboten. Ab und an fragt mein Sohn heute noch nach eine Geschichte... aber meist schälft er dann vorm TV ein.
Schreiben ist etwas Tolles, man sollte es einfach tun, egal ob die Texte gut oder schlecht sind, die man verfasst.
Aber wo sind die schreibenden Jugendlichen? Wir sind auf euren Grund gespannt.
Nur Mut, wir beißen nicht! - das war jetzt nicht auf Alter bezogen wegen "3te Zähne" und so... :-*

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