Das Waisenhaus

 Das Waisenhaus Das Waisenhaus
Originaltitel: El Orfanato
mit Belén Rueda, Fernando Cayo, Geraldine Chaplin, Montserrat Carulla, Mabel Rivera, Andrés Gertrúdix, Roger Príncep, Carla Gordillo Alicia, Georgina Avellaneda, Alejandro Campos, Oscar Guillermo Garretón, Edgar Vivar
Regie :  Juan Antonio Bayona
Drehbuch : Sergio G. Sanchez
Kamera : Oscar Faura
Musik : Fernando Velazquez
Altersfreigabe : FSK 16
Mexico / Spanien / 2007

Laura (Belén Rueda) kehrt nach 30 Jahren wieder zu dem Haus zurück, in dem sie als Waise bis zu ihrer Adoption ihre Kindheit verbrachte. Sie ist in Begleitung ihres Mannes Carlos (Fernando Cayo) und ihres kleinen Sohnes Simón (Roger Príncep) und will mit diesen wieder in das lange leerstehende Haus einziehen, um dort selbst eine Heimstätte für behinderte Kinder zu betreiben.

Simón, der auf Grund einer vor ihm geheimgehaltenen Krankheit, täglich Tabletten schlucken muss, ist ein Kind mit lebhafter Phantasie, der sich zwei imaginäre Freunde erfunden hat. Daran hatten sich die Eltern gewöhnt, aber seine neuen Freunde, die er in dem geheimnisvollen Haus kennenlernt, entwickeln ein wesentlich stärkeres Eigenleben und nehmen Einfluss auf Simóns Verhalten...
 
Gute Grusel - und Gespensterfilme gibt es ja nicht gerade viele und gerade in der heutigen Zeit sind sie eher absolute Mangelware. "Das Waisenhaus" ist hier eine sehr wohltuende Ausnahme und bietet dem Zuschauer Gruselfeeling pur.

Endlich mal wieder ein Film, der vollkommen auf blutige Szenen verzichtet und als bestes Beispiel dafür dient, das man auch ohne Härte überzeugen und die Betrachter für sich einnehmen kann. Meiner Meinung nach gibt es an diesem Film gar nichts auszusetzen, er hat eine sehr interessante Story, die sehr flüssig und ohne Längen erzählt wird. Nachdem es hier eher etwas ruhiger losgeht, wird die Spannung immer mehr gesteigert, was sich auch immer mehr im Sehverhalten des Betrachters niederschlägt. Sitzt man am Anfang noch ziemlich entspannt vor dem Bildschirm, so lässt man sich doch mit der Zeit von der steigenden Spannung und der gespenstischen Atmosphäre gefangennehmen.

Gut gesetzte Gruseleffekte sorgen dafür, das sich ein sehr belemmendes Gefühl breitmacht, das man bis zum bitteren Ende nicht mehr abstellen kann. Einen Großteil der Faszination, die dieser Film ausstrahlt, hat man den erstklassigen Darstellern zu verdanken, bei denen meiner Meinung nach Belen Rueda hervorsticht, die den Charakter der sensiblen und liebevollen Mutter einfach nahezu perfekt darstellt. Auch ihrer dargebotenen Leistung ist es zu verdanken, das der Zuschauer tiefer in ihre Gefühlswelt eintauchen kann und mit ihr leidet und mitfiebert.

Lediglich das Ende hat mir persönlich nicht gänzlich zugesagt, da es ziemlich tragisch ist, aber es passt trotz allem perfekt und ein Happy - End wäre hier auch eher unglaubwürdig und unpassend gewesen.

In der Zeit der harten Splater / Gore Filme bietet "Das Waisenhaus" eine mehr als willkommene Abwechslung. Ein sehr niveauvoller Gruselfilm, der es versteht, den Zuschauer für sich zu gewinnen und zu begeistern. Ein Film, der keinerlei Längen aufzuweisen hat und jederzeit kurzweilige und gespenstische Unterhaltung garantiert.

Kommentare  

#1 Mainstream 2008-11-05 09:26
-
Schade das Du in Deiner Besprechung das
Ende des Filmes vorweg genommen hast.

Den Film hätte ich ja wahnsinnig gerne im
Kino gesehen, aber unser 21 Kino großes
Multiplex ist sets der Meinung, das man
unbekanntere Grusel-, oder Horrorstreifen
selbst in der Startwoche nur in einer Vorstellung
nach 22 Uhr spielen muss. (an dieser Stelle
wilde Flüche)

Springt denn im 'Wasienhaus' auch ständig
etwas vor die Kamera, mit kreischenden
Toneffekten? Oder können die Macher ihr
Handwerk.
#2 horror1966 2008-11-05 13:17
Nun ja, das Ende vorweggenommen habe ich ja nicht, ich habe lediglich gesagt, das es tragisch ist, darunzer kann man ja viel verstehen.

Und ich bin schon der Meinung, das die Macher ihr Handwerk verstehen, hier wird nicht auf blinde Effekthascherei gesetzt. In meinen Augen hat man es hier mit einem Gruselfilm auf hohem Niveau zu tun.
#3 G. Walt 2008-12-03 10:34
Wirklich ein guter Film. Er überzeugt jedoch nicht in allen Details. Aber allemal sehenswert.
#4 horror1966 2008-12-03 13:26
Wäre mal interessant zu wissen, wo er Dich denn nicht überzeugt hat. :lol:
#5 G. Walt 2008-12-03 14:32
Er hat doch gerade am Anfang ein paar Längen, viele Dinge sind auch nicht erklärt, so dass sich der Zuschauer selbst ein Reim auf alles machen muss.
#6 horror1966 2008-12-03 15:58
Warum denn das? Im Laufe des Films werden doch alle Fragen geklärt, man muß halt nur richtig aufpassen.
#7 G. Walt 2008-12-03 21:36
Richtig. Aber die Dinge werden nicht immer zeitgleich mit den Geschehnissen erklärt. Zum Beispiel am Ende.
Sowas mag ich nicht.
#8 horror1966 2008-12-03 21:38
Ja gut, aber ich finde, gerade in so einem Film ist das passend, da es auch die Spannung aufrecht erhält. Wenn man alles sofort erklärt bekäme, wo bleibt denn dann der Spannungsbogen?

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