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Ein phantastischer Filmklassiker - Hol mal eben Verstärkung, die Monster kommen

Ein phantastischer FilmklassikerFolge 115
Hol mal eben Verstärkung, die Monster kommen

In dieser Reihe EIN PHANTASTISCHER FILMKLASSIKER werde ich ein wenig meine Schatzkammer in Sachen DVDs öffnen, in der sich neben mehr oder weniger aktuellen Filmen eben auch so manche Klassiker der Phantastik tummeln. Wir werden einen Streifzug unternehmen, in dem wir uns z.B. über Grusel, Science Fiction und Filmen im Grenzbereich der verschiedenen Genre bewegen werden. Was Monster betrifft, ist eines in Japan wohl der König aller Monster.

Godzilla gegen Megalon (Gojira tai Megaro)Godzilla gegen Megalon (Gojira tai Megaro)
(Titel im Kino: KING KONG - DÄMONEN AUS DEM WELTALL)
In diesem Film kam damals absolut kein Riesenaffe daher, der in seinem Reisepass auch noch den wunderschönen Namen KING KONG trug. Hier hatten unsere etwas einfältigen Werbestrategen ihre Hand im Spiel, die tatsächlich glaubten, mit dem Namen KING KONG könnte man auch den letzten Stubenhocker ins Kino locken. Das gleiche machte man dann auch direkt nochmals bei den letzten zwei Filmen aus der "Showa-Reihe" um unseren König aller Riesenechsen.

1974 kam nämlich der Film KING KONG GEGEN GODZILLA in die Kinos, wobei auch hier wieder ein Roboter den KING KONG abgab, der allerdings eher einer Blechversion von GODZILLA als einem gewaltigen Inselaffen glich. Der Originaltitel lautete übrigens GOJIRA TAI MEKAGOJIRA. Zählt man nun Eins und Eins zusammen, dann lautete der Name des Roboters nicht KING KONG sondern MECHAGODZILLA. Und MECHAGODZILLA ist hier wiederum ein Cyborg-Roboter, der von affenartigen Aliens entsand wurde, um die Erde zu erobern. Hilfe bekam hier übrigens GODZILLA seitens des gerade erwachten KING CAESAR, einem seltsamen Monster das irgendwie die Merkmale eines Löwen wie auch eines Hundes aufweist. Nebenbei gesagt, also der Vollständigkeit halber kommt auch noch das Monster ANGUIRUS im Film vor.

1975 gab es dann faktisch hierzu eine Fortsetzung unter dem Titel DIE BRUT DES TEUFELS, KONGA, GODZILLA, KING KONG. Der Originaltitel lautete indessen MECHA-GOJIRA NO GYAKUSHÜ. Unser GODZILLA bekommt es hier mit einem "Titanosaurier" eines menschenfeindlichen Wissenschaftlers zu tun und einem Nachbau des MECHAGODZILLA, der von außerirdischen Wesen des Planeten "Black Hole" entsendet wurde um ... wie gehabt ... die Erde zu erobern. Von KING KONG dem Riesenaffen von der Schädelinsel war also auch hier weit und breit nichts zu sehen.

Dabei gab es jedoch durchaus in der Showa-Reihe eine Adaption des Riesenaffen mit Namen KING KONG. Hierbei handelte es sich jedoch um den dritten (von insgesamt 15 Filmen um GODZILLA in der Showa-Reihe) Film mit dem Originaltitel KINGU KONGU TAI GOJIRA aus dem Jahre 1962. Der Film wurde in Deutschland auch unter den Titeln DIE RÜCKKEHR DES KING KONG, bzw. KING KONG GEGEN GODZILLA oder aber auch unter SCHLACHTFEST DER GIGANTEN bekannt. Hierzu hatte man seitens der Toho-Studios in Japan sich auch die Rechte seitens der RKO-Pictures (USA) an Land gezogen, um die Figur des Riesenaffen samt dessen Namen nutzen zu können. Dieser Film war im übrigen auch der erste Farbfilm mit GODZILLA, dem späteren König aller japanischen Monster.

Godzilla gegen Megalon (Gojira tai Megaro)Zurück zum eigentlichen Film:
KING KONG - DÄMONEN AUS DEM WELTALL aus dem Jahre 1973, der auch seit einiger Zeit z.B. als DVD auch unter dem vernünftigen Titel GODZILLA GEGEN MEGALON bekannt ist, verfügte hierbei ebenso über einen recht hübschen Roboter mit Namen JET JAGUAR (statt wie in der deutschen Synchron als KING KONG benannt), der eine gewisse weitläufige Ähnlichkeit mit ULTRAMAN aus der japanischen Fernsehserie von 1966 aufweist. ULTRAMAN ist jedoch kein eigentlicher Roboter, sondern ein Hybridwesen von M78, der hier auf der Erde den Kaiju Bemular bekämpft. Diese Fernsehserie war übrigens wieder ein Ableger der Fernsehserie ULTRA Q und hatte späterhin weitere Ableger in Form von Anime- und Realverfilmungen in Japan. Warum man damals in Deutschland nicht gleich einen besseren Titel gewählt und so dem Roboter gleich seinen richtigen Namen belassen hatte, lässt sich nur noch wirklich schwer in einer halbwegs logischen Form nachvollziehen. Genauso spielte man ja damals bei den japanischen Kaiju-Filmen auch gerne bei den deutschen Titeln mit dem Namen FRANKENSTEIN herum, obwohl es auch hier kaum bis keine irgendwie logischen Verbindungen gab.

Godzilla gegen Megalon (Gojira tai Megaro)Von Atombomben und Umweltzerstörung:
JET JAGUAR/KING KONG brannte sich indessen damals richtig tief in mein noch eher kindliches Gehirn ein, weswegen ich in den späteren Jahren auch immer wieder versuchte, mir genau diesen Film wieder an Land zu ziehen, den ich in meiner Jugend so geliebt hatte. Dabei war dieser nicht einmal mein erster Film mit GODZILLA, den ich bei meinen Besuchen in unserem damals noch bestehenden Kino gesehen hatte. Das war nämlich der Film FRANKENSTEINS KAMPF GEGEN DIE TEUFELSMONSTER aus dem Jahre 1971 (Originaltitel: GOJIRA TAI HEDORA). Und wie man hier sieht, schlugen die deutschen Titel wie bereits gesagt, auch hier Kapriolen, denn weder ein FRANKENSTEIN noch dessen Monster kam hier wirklich vor. Dafür schien den Japanern für diesen Kaiju-Film das Thema "Atombomben" und die Zerstörung von Hiroshima und Nagasaki nicht mehr wirklich aktuell zu sein, weshalb man sich bei diesem Film der Umweltverschmutzung zuwandte und mit HEDORA eine mutierte Monsterkreation aus Schlamm und Industrieabfällen schuf. Allerdings saß ihnen damals auch Daiei Pictures im Nacken, die mit ihrem Filmmonster GAMERA ein ähnliches Öko-Thema bereits aufgegriffen hatten.

Godzilla gegen Megalon (Gojira tai Megaro)Je fremdartiger, je besser:
Die eigentlichen Gegner sind gerade in der Showa-Reihe meistens die anderen. Oder besser gesagt, die Gegner lebten zumeist irgendwo im Weltraum (also waren eigentlich verschiedene Alien-Völker) und sendeten von dort aus ihre Monster gegen die Erde oder übten zumindest einen bösen Einfluss auf die Monster der Erde aus, um ihre Eroberungspläne in die Tat umzusetzen. Bei GODZILLA GEGEN MEGALON/KING KONG - DÄMONEN AUS DEM WELTALL scheint es laut dem deutschen Titel wohl auch so zu sein. Doch tatsächlich kommt nur ein Monster wirklich aus dem Weltraum und das ist GIGAN, der in den damaligen Filmen auch mehr als einen Auftritt genossen hatte (weil ähnlich beliebt wie der dreiköpfige Drache KING GHIDORAH). Die Gegner an sich leben hier jedoch verborgen in einem unterirdischen Reich, welches ehemals in grauer Vorzeit untergegangen war wie Atlantis und dieses nun Seeatopia nennen. Und die aktivieren zuerst einmal das insektoide Monstrum MEGALON, welches sich aus dem Erdinnern erst einmal nach oben bohren muss, um die verhassten Menschen an der Oberfläche überhaupt angreifen zu können.

Godzilla gegen Megalon (Gojira tai Megaro)Böse ist, wer anders ist als andere Kinder:
Logisch betrachtet, kann man die Bewohner von Seetopia allerdings noch nicht einmal als wirkliche Feinde betrachten. Gut, sie sind nicht wirklich gut auf die Menschen der Oberfläche zu sprechen, aber das wären wir wohl auch nicht mehr, wenn uns laufend alles wegen irgendwelcher Atombombentests um die Ohren fliegen würde. Und so wirklich kriegerisch scheinen sie auch nicht gepolt zu sein, denn nennenswerte Waffensysteme besitzen sie nicht zur Verteidigung, wenn man mal davon absieht, dass sie eben nur das Monster MEGALON direkt in die Schlacht schicken können und GIGAN aus dem Weltraum quasi nur in der Hinterhand besitzt. Was den Bewohnern von Seetopia also noch bleibt, sind diverse Agenten, die man in der Oberwelt einsetzt um unbedingt noch an den Roboter JET JAGUAR/KING KONG herankommen zu können, damit dieser MEGALON überhaut in die richtige Richtung lenken kann. MEGALON ist als Monster-Waffe nämlich wirklich nicht der Hellste unter der Sonne und scheint auf der Erdoberfläche eher Gefahr zu laufen, planlos herumzuirren wie ein zweijähriges Kind in einem Laden von Toys"R"Us. Bei einer inhaltlich versteckten Kritik an den Atomwaffen in der Welt, mag dieser Umstand also durchaus etwas seltsam anmuten, denn die Bewohner von Seetopia sind hier ja quasi auch irgendwie durch diese fürchterlichen Waffensysteme eher Opfer als wirkliche Täter. Macht aber hier nicht wirklich etwas, denn wer nicht wirklich zum Rest der Menschheit dazu gehören will, der kriegt eben etwas auf die Nuss, wenn er es wagt sich zu wehren.

Nach diesen kleinen Informationen zum Film und den entsprechenden Querverbindungen zu weiteren sogenannten KING KONG-Ablegern in der Showa-Reihe (sowie anderen kleinen Auffälligkeiten), wollen wir uns aber nun der eigentlichen Handlung des Film GODZILLA GEGEN MEGALON/KING KONG - DÄMONEN AUS DEM WELTALL zuwenden. Natürlich gibt es, wenn es um GODZILLA geht, noch die Heisai-Reihe und die Millenium-Reihe und darüber hinaus noch so einiges mehr in Sachen GODZILLA sowohl in Japan, als auch Produktionen außerhalb von Japan. Doch die lassen sich vom Inhalt her nur recht schwer mit den Handlungsebenen der Filme aus der Showa-Reihe vergleichen, auch wenn 1993 nochmals MECHAGODZILLA im Film GODZILLA GEGEN MECHAGODZILLA II. (GOJIRA VS. MEKAGOJIRA) auf den Plan tritt. Denn GODZILLA kehrte ab der Heisei-Reihe wieder zu seinen Ursprüngen (den ersten zwei Verfilmungen) zurück und legte das Image des netten Monster von nebenan hierbei wieder erfolgreich ab.

Godzilla gegen Megalon (Gojira tai Megaro)Und willst du nicht mein Bruder sein... :
Erfinder Goro Ibuki verbringt mit seinem Bruder Hiroshi und seinem kleinen Sohn Rokuro einen freien Tag am See, wo der Kleine auch eine Menge Spaß hat. Doch dann kommt es zu einem höchst seltsamen Beben, weshalb sie alles daran setzen müssen, Rokuro wieder mit seinem lustigen Tretboot an Land zu holen. Denn das gesamte Wasser des See scheint nun in einem riesigen Erdspalt zu verschwinden, der sich durch das Beben aufgetan hat und alles mit sich in die Tiefe zu ziehen droht. Goro und Hiroshi gelingt es zwar, Rokuro wieder an Land zu bekommen, sind sich aber mehr als sicher, dass dieses Beben wieder einmal von einem der üblen Atombombentest der Regierung verursacht worden ist.

Damit liegen sie auch wirklich nicht daneben, denn die zerstörerische Wirkung des Atombombentests fügt auch der im Meer verschollenen Zivilisation von Seetopia wieder erheblichen Schaden zu. Um ihr geheimes Reich zu schützen und die Menschen dazu zu bringen, ihre Tests einzustellen, aktiviert man nun das Monster MEGALON. Ein Insektenmonster das eigentlich in den Tiefen unter der Erde schläft und nun von den Seetopianern erweckt wird. Denn wirklich andere wirksame Waffen zur Verteidigung besitzen die Seetopianer nicht.

Um sich in letzterem Punkt etwas zu verbessern, sendet man auf der Erdoberfläche seitens Seetopia weitere Agenten aus, die sich ihrerseits daran machen, den von Goro entwickelten Roboter KING KONG (im Original JET JAGUAR) für ihre Zwecke einzusetzen. Denn um MEGALON direkt auf sein Zielgebiet anzusetzen, benötigt dieser die Führung durch ein bestimmtes Signal, welches ihm der Roboter von Goro in unmittelbarer Nähe senden soll. Zwar können Goro und Hiroshi den ersten Angriff abwehren, doch die Agenten bemächtigen sich bald Rokuro um ihr Ziel zu erreichen und KING KONG für ihre Zwecke umzuprogrammieren. Doch sie haben nicht mit den Kampfkünsten seitens Hiroshi gerechnet. Mit einem LKW wird indessen Goro und sein Sohn Rokuro in die Nähe des Staudamm gebracht, wo MEGALON mit Hilfe von KING KONG ebenfalls ankommt.

MEGALON hat ja bereits sein zerstörerisches Werk an der Oberfläche begonnen und zerstört gerade einen Staudamm und auch KING KONG steht völlig unter der programmierten Befehle seitens der Agenten aus Seetopia. Doch es gelingt Goro mit Rokuro aus dem LKW zu entkommen und auch seinen Roboter wieder aus der Entfernung umzuprogrammieren. Doch statt nun wieder zurück zu fliegen, entwickelt der Roboter plötzlich ein beträchtliches Eigenleben und macht sich direkt auf den Weg, GODZILLA aufzusuchen, damit dieser sich MEGALON entgegen stellen kann, bevor der die nächstgelegene Großstadt angreifen kann.

Da sich nun die Riesenechse GODZILLA samt dem Roboter KING KONG gegen MEGALON und die Seetopianer stellen, ziehen die ihr letztes As aus dem Ärmel und rufen ihrerseits ein weiteres Monster aus dem Weltall zu Hilfe und GIGAN lässt sich da nicht zweimal bitten. Da GODZILLA aber nunmehr zwei gewaltigen Monstern gegenübersteht und dringend Hilfe benötigt, wächst nun auch KING KONG zur gewaltigen Größe heran und nimmt seinerseits gemeinsam mit GODZILLA den Kampf der Giganten vor den Toren der nächsten Großstadt auf.

Zwar machen MEGALON und GIGAN es GODZILLA und KING KONG nicht gerade leicht, aber am Ende gehen Letztere doch gegen die Monster der Seetopianer siegreich hervor. Die Gefahr für die Menschen der Großstadt ist nun gebannt und die Seetopianer samt ihrer Monster besiegt. GODZILLA macht sich daher wieder auf, zur Insel der Monster zurückzukehren und auch KING KONG schrumpft wieder auf seine normale Größe zurück und scheint laut Goro wieder ein ganz normaler Roboter zu sein, den man mit der passenden Programmierung steuern kann. Gemeinsam mit KING KONG und Rokuro kehren Goro und Hiroshi daher wieder in ihr Heim zurück. Das Reich der Seetopianer indessen, welches sich nur vor den "Angriffen" der Menschen von der Oberfläche der Erde erwehren wollte, steht nunmehr wohl vor seinem völligen Untergang.

Godzilla gegen Megalon (Gojira tai Megaro)Meine Filmkritik:
Ja, die armen Seetopianer können einem schon irgendwie leid tun. Erst hauen die Dummköpfe der Regierungen mit ihren Atomwaffentests ihr kleines Reich fasst in Klump und Asche und als man ihnen dann mal die Rechnung präsentieren will, kommt GODZILLA daher und JET JAGUAR verbündet sich dann auch noch mit unserer Rieseneidechse, um den Seetopianern mal zu zeigen, dass man sich eben nicht zu wehren hat, wenn man nicht im gleichen Sandkasten spielt wie die anderen Kinder.

Das hatte man aber früher im Kino auch noch nicht so differenziert und kritisch gesehen. Viel eher wartete man gespannt darauf, dass die Monster mal wieder durch Tokio stampfen oder sich zumindest die Gicht aus den Schuppen prügelten, während das aufgefahrene Militär mal wieder nebenbei zusammengeschmolzen wird.

Da man sich zu der Zeit ja auch noch für Science Fiction in Filmen, Comics und Romanheften interessierte und besonders auf Roboter stand, war der Blechfreund JET JAGUAR ein absoluter Eyecatcher. Schon damals fand man den Namen KING KONG für den Roboter zwar recht blöde, aber na gut, er konnte schließlich auch groß werden wie der Gorilla von der Schädelinsel. Im Grunde war es also schönstes Action-Monster-Kino, welches damals unsere Phantasie so richtig in Wallung brachte. Und wenn ich mir da Heute meine rund 25 cm GODZILLA-Figur (Original aus Japan) aus den damaligen Kaiju-Filmen ansehe, der da in meinem Regal steht, dann kommt auch immer wieder etwas Wehmut hinsichtlich der vergangenen Kindheit auf.

Godzilla gegen Megalon (Gojira tai Megaro)Man sollte zumindest bei dieser Art von Filmen sich keiner tiefgründigen oder kritischen Betrachtungsweise hingeben. So etwas ramponiert das mittlerweile doch im Alter etwas nüchterner betrachtete Flair dieser Monsterfilme nur zusätzlich. Man sollte sich hier also eher den noch vorhandenen Spaß bewahren, den diese Filme einem in der Jugend bescheert hatten. In diesem Sinne kann ich dem Film GODZILLA GEGEN MEGALON/KING KONG - DÄMONEN AUS DEM WELTALL nur positive fünf von insgesamt fünf Punkte geben. Ein wenig wackelt da der fünfte Punkt schon, was allerdings nicht am Inhalt des Film selbst liegt, sondern an der Bildqualität, die die mir vorliegende DVD vom Marketing-Film aufweist. Da hätte man ruhig etwas mehr in Richtung Qualität tun können. Auch fehlen hier bei einer fehlenden Altersfreigabe wohl rund vier Minuten Spielzeit, die wohl auch irgendwo unter den Tisch gefallen sind. Aber vielleicht ist hier bei der Version in der Steel Box ja noch nachgebessert worden. Zu Hoffen wäre es zumindest und vielleicht kann hierzu jemand ja nähere Auskünfte in Sachen Bildqualität erteilen.

Ausblick:
Der nächste FILMKLASSIKER ist mal wieder älter als ich es selbst bin. Das ganze wurde damals noch in schönstem Schwarzweiß gedreht und nutzt das damalige Berlin als Kulisse, als die Berliner Mauer noch nicht im Bild störte.

Insgesamt bekommt man hier auch einen gewissen filmischen Zeitkolorit geboten, der eigentlich schon wieder irgendwie zuerst als Massenware daher kommt, allerdings dann doch erstaunlich subtil und präzise die damalige Zeit zwischen jugendlicher Rebellion und Wirtschaftswunder aufgreift. Wer jetzt mal die letzten Jahre Revue passieren lässt, was die Fernsehprogramme angeht, der dürfte hier locker sagen können, dass das Fernsehen diesen Film wohl schon seit Ewigkeiten und drei Tagen nicht mehr ausgestrahlt hat.

Dabei fragt man sich allerdings durchaus, warum man solche filmischen Perlen irgendwo im tiefsten Keller der Sendeanstalten einfach verschimmeln lässt. So üppig ist schließlich der Wert der filmischen Eigenproduktionen z.B. von ARD und ZDF der letzten Jahre nun wirklich nicht, dass man sich einen solchen Luxus leisten könnte, um wirklich gute Filme der frühen Bundesrepublik vom Sonnenlicht beständig fern zu halten. Dabei spielten in diesem Film so manche filmischen Größen mit, wie man sie Heute eigentlich nur noch selten im deutschen Filmgeschäft vorfindet. Da war schon der Name eines Darstellers oder einer Darstellerin ein Aha-Gefühl wert, während man viele Jahrzehnte danach eigentlich nur noch auf schauspielerische Massenware trifft, deren Namen man eventuell schneller vergessen hat, als der besagte filmische Beitrag überhaupt an Spielzeit aufbringen konnte.

Das Prinzip hat allerdings funktioniert. Den Film kennen Heute nur noch die wenigsten, obwohl die Filmmusik hierzu, die dem Film auch den Titel gab, damals zum Welthit wurde. Der Artikel zu diesem FILMKLASSIKER aus heimischer Produktion dürfte auch nicht wirklich so lang werden, denn da dieser Klassiker faktisch vor der Öffentlichkeit versteckt gehalten wurde, hat auch im Internet kaum wirklich eine erhellende Auseinandersetzung über den Film und seinem Inhalt stattgefunden. Dafür gibt es aber zumindest einige Informationen seitens der Illustrierten Filmbühne, die man als Informationsquelle für diesen kommenden Artikel nutzen kann.

Lassen wir uns also im nächsten Beitrag von DER FILMKLASSIKER etwas in eine vergangene Welt jugendlicher Rebellen, Kriminalität und der Träume der "Wirtschaftswunder-Sprösslinge" enführen. Und wer hier den Filmtitel sogar nennen kann, vor dem ziehe ich bei diesen spärlichen Informationen von mir hier sogar den Hut (wenn ich denn einen hätte). Also lasst euch überraschen.

Eine Million Jahre vor unserer Zeit (One Million Years B.C.)
Godzilla gegen Megalon
(Gojira tai Megaro)
mit Katasuhiko Sasaki, Hiroyuki Kawase, Yutaka Hayashi, Robert Dunham, Kenpachiro Satsuma, Tsugutoshi Komada, Hideto Odachi, Kanta Mori, Kataro Tomita, Wolf Otsuki, Gentaro Nakajima, Sakyo Mikami, Fumiyo Ikeda u.a.
Regie: Jun Fukuda
Drehbuch: Takeshi Kimura, Jun Fukuda
Produktion: Tomoyuki Tanaka
Genre: Kaiju/Fantasy
Laufzeit: 78 Minuten
Extras: Trailershow, Bildergalerie, Biogarfien u.m.
DVD/FSK: Keine Angaben
Vertrieb: Marketing-Film
Japan 1973

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Kommentare  

#1 Friedhelm 2017-12-30 11:00
Ach ja, unsere guten, alten Kaijus. Das erinnert mich an "Sonntag, 14 Uhr, JugendvorstellungZitat:
Hierzu hatte man seitens der Toho-Studios in Japan sich auch die Rechte seitens der RKO-Pictures (USA) an Land gezogen,
.
Wobei die Idee ja eigentlich Willis O'Brien hatte, der legendäre FX-Mann vom originalen KOng. In seinem Film (einer der möglichen Titel"Kong vs the "Ginko"..) sollte Kong gegen ein rieisiges Frankenstein-Monster fighten. Sein Partner, JOhn, Beck hat dann die Idee , ohne O'Briens Einverständnis, an die Toho verhöckert, weil er schnelles Geld machen wollte.
Der deutsche "King Kong"-Titel kam wohl zustande, weil da bereits schon lange diverse PLäne für einen amerikanischen, neuen Kong bekannt waren.
Der "Frankenstein", in den anderen Filmen, ging ja eher auf den Film "Frankenstein, der Schrecken mit dem Affengesicht" zurück , in dem ja wirklich ein riesiger Frankenstein-Monster-Verschnitt vorkam. Verkaufte sich halt besser..

Mir ist allerdings nicht bekannt, dass der von dir jetzt besprochene Film, irgendwann den Titel (evtl bei TV oder Video-Verwertung)"Eine Million Jahre...ect." hatte.

Zum Ausblick: Das müssten "Die Halbstarken" sein. Das Titellied wird von einer gewissen "Romy" gesungen - und heisst ebenso wie der Film.

Kann mich allerdings an eine TV-Ausstrahlung erinnern, die erst ein "paar Jährchen" her ist.
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#2 Andreas Decker 2017-12-30 11:19
Ach, der Film mit dem Roboter, der mit ein paar Tai-Chi-Bewegungen wachsen kann :-) Den habe ich als Kid gesehen. hat damals einen starken Eindruck hinterlassen. Vielleicht weil er wie Iron Man aussah. Habe ich aber auch schon ewig nicht mehr gesehen.

Zum Ausblick: Schwierig. Meinst du den mit Felmy und dem leider vergessenen Kabarettisten Wolfgang Neuss, der im Film zwischendurch in die Tasten haut? So einen würde man heute dringend brauchen im Zeitalter der Dummen.

Obwohl der Film auch noch voriges Jahr auf arte lief.
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#3 Friedhelm 2017-12-30 12:08
Bin mir jetzt doch nicht mehr sicher, dass es der"Halbstarken--Film" ist. Zum ist der ziemlich bekannt, , zum anderen lief der des öfteren im TV.
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#4 Laurin 2017-12-30 12:24
Zitat: Friedhelm:
Mir ist allerdings nicht bekannt, dass der von dir jetzt besprochene Film, irgendwann den Titel (evtl bei TV oder Video-Verwertung)"Eine Million Jahre...ect." hatte.

Mir auch nicht. Scheint aber ein kleiner Fehler zu sein, denn den Film "Eine Million Jahre vor unserer Zeit" hatten wir ja schon in der Reihe DER PHANTASTISCHE FILMKLASSIKER. Habe das mal schnell geändert. So etwas kann beim einpflegen eines Artikels mal passieren, ist aber doch kein Beinbruch, wenn sonst alles stimmt. ;-)

Was die deutschen Entgleisungen bei den Titeln angeht (Frankenstein oder King Kong), glaube ich aber mal das die Antwort viel einfacher ist. Denen ist nichts passenderes eingefallen, also griffen sie auf etwas zurück, was sie kannten. Wenn ich da von früher so manche andere eingedeutschte Titel Revue passieren lasse, dann mag ich so viel Intelligenz bei den Verantwortlichen nicht wirklich erkennen können. :P
Die Info zu den RKO-Rechten hatte ich aber so leider nicht. Danke für die Info hierzu. :-)

Zitat: Andreas Decker:
Vielleicht weil er wie Iron Man aussah.
Lustig, weil ich mich noch genau erinnern kann, dass ich damals als (fasst) Jugendlicher den gleichen Vergleich gezogen hatte. Obwohl, rein von der Optik ging uns beiden da wohl die Phantasie etwas durch. ;-)

Zum Ausblick: Das Titellied von "Die Halbstarken" stammte übrigens von Martin Böttcher". Der Film ist es aber nicht, auch wenn das Orchester von Martin Böttcher instrumental den erfragten Titelsong im Film eingespielt hatte. Der gesuchte Song, der dem Film der nächsten Woche auch den Titel gab, ist allerdings auch eine deutschsprachige Coverversion. Auf der besagten Platte des Welthit als deutsche Version spielte allerdings musikalisch das Orchester R. Lefevre. Vielleicht hilft aber dieser Hinweis: Von dem so erfolgreichen Song gab es über 30 Coverversionen, davon auch gleich einige deutsche (zum Beispiel eine Trompetenversion usw.) Versionen darunter.

Und was Felmy und Neuss angeht, die sind im Film des nächsten Samstag auch nirgendwo zu finden. Scheint, dass diese Nuss (oder Rätsel) dieses mal etwas härter zu knacken ist. :lol:
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#5 Andreas Decker 2017-12-30 12:54
zitiere Laurin:
Was Felmy und Neuss angeht, die sind im Film des nächsten Samstag auch nirgendwo zu finden. Scheint, dass diese Nuss (oder Rätsel) dieses mal etwas härter zu knacken ist. :lol:


Hm. Wenn es die beiden nicht sind, ich habe keine Ahnung ;-)
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#6 Laurin 2017-12-30 13:04
Wie ich schon schrieb, Andreas Decker, nicht nach den Filmen suchen, die in den letzten Jahren mal wieder irgendwo im Fernsehen liefen. Im Film selbst sind zudem einige damals sehr berühmte Schauspieler drin, die auch international recht erfolgreich gewesen sind. ;-) Nur Mut beim rätseln. :lol:
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#7 Friedhelm 2017-12-30 14:35
Okay, kurz vor Jahresende, ein letzter Versuch:

Wie wäre es mit: "Am Tag, als der Regen kam..", der lief meines Wissens zumindest in den letzten 30 Jahren nie im TV gelaufen.

Zum "Pseudo-Kong"..
Zitat:
Denen ist nichts passenderes eingefallen,
Das mag vielleicht zum Teil stimmen, aber....
der "Frankenstein-Titel" (und später beim King KOng) bezog sich aus publikumswirksamen Gründen auf den zuvor gelaufenen Film "Frankenstein, der Schrecken mit dem Affengesicht.". So ,z.B. , auch "King Kong, Frankensteins Sohn", der ebenfalls eine Fortsetzung zum "Affengesicht" suggerieren sollte.

Was nun den King KOng betrifft, da könnte natürlich auch Einfallslosigkeit eine Rolle gespielt haben. Aber hier wollten die deutschen Titelschmiede gleich zwei "Fliegen mit einer Klappe schlagen. " Zum einen geisterten bereits die Pläne von "Universal" und "Paramount" für ein künftiges Kong-Projekt durch die Medien. Da konnte man mit einem schnellen Kong-Titel bereits im Vorfeld Kohle machen.

Zum anderen lief der oben erwähnte "KK-Frankensteins Sohn" in den Siebzigern die Jugendvorstellungen "rauf und runter". Und was lag da näher, als mit einem weiteren Kong-Titel im Programm zu teasen.

Damals gängige Verleih-Praxis - siehe die diversen, angeblichen "Draculas"
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#8 Laurin 2017-12-30 19:26
And the winner is...

...User Friedhelm, der mal flott mit dem Filmtitel für den nächsten FILMKLASSIKER das Rätsel geknackt hat. Habe jetzt wirklich schon damit gerechnet, dass ich dieses mal locker mit einem Rätsel einen K.O. gleich in der ersten Runde lande. :lol:

Was die eingedeutschten Titel so angeht, sei es drum. Ein Kopfschütteln bleibt jedoch in jedem Fall darüber.
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#9 Erlkönig 2018-01-02 20:23
Ausblick
Laurin, ganz so versteckt war der Film denn doch nicht. Das Label "Toppic" brachte ihn auf Video heraus. Ist natürlich auch schon wieder eine ganze Zeit her.
Wie ich den Film in Erinnerung habe, würde ich ihn mit 2 Regentropfen (Höchstbewertung wäre Wolkenbruch) bewerten. :-)
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#10 Laurin 2018-01-03 19:09
@ Erlkönig:
Was das "verstecken" angeht, habe ich z.B. den Videoverleih ausgeklammert und bezog mich eigentlich völlig auf das Fernsehen (und hier an erster Stelle den öffentlich rechtlichen Sendern). Das Firmen wie damals "Toppic" oder jetzt "Pidax" diesen Film trotzdem zugänglich machen, ist da leider eine lobenswerte Ausnahme.

Und was die Bewertung angeht, da tendiere ich durchaus schon mal hier verraten, in Richtung "Wolkenbruch", zumal der Film unterschwellig gesellschaftlich-politische Kritikpunkte transportiert, die man in ähnlich gelagerten Filmen von damals leider schmerzlich vermisst. Aber dazu mehr am kommenden Samstag. ;-)
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