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Ein phantastischer Filmklassiker - Der (fesche) Bastian auf Vampirjagd

Ein phantastischer FilmklassikerFolge 103
Der (fesche) Bastian auf Vampirjagd

In dieser Reihe EIN PHANTASTISCHER FILMKLASSIKER werde ich ein wenig meine Schatzkammer in Sachen DVDs öffnen, in der sich neben mehr oder weniger aktuellen Filmen eben auch so manche Klassiker der Phantastik tummeln. Wir werden einen Streifzug unternehmen, in dem wir uns z.B. über Grusel, Science Fiction und Filmen im Grenzbereich der verschiedenen Genre bewegen werden. Manche Filme sollten dabei ein Sprung aus der Krise sein.


Captain Kronos – Vampirjäger (Captain Kronos - Vampire Hunter)Captain Kronos – Vampirjäger (Captain Kronos - Vampire Hunter)
Um die einmal wegweisenden Filmproduktionen aus dem englischen Hause Hammer sah es nicht wirklich rosig aus im Jahr 1974. Von den Hammer Studios konnte man mittlerweile nicht mehr reden, denn so ein eigenes Filmstudio verschlang eine Menge Geld, das man bei den Hammer-Produktionen bereits liebend gerne einsparte. Hier war es nun durchaus billiger, sich gegebenenfalls ein entsprechendes Studio mit samt den Angestellten für Aufnahmen anzumieten, oder gleich mit einem anderen Studio in den USA zusammen zu arbeiten. Da als Beispiel die American International Pictures (AIP) im gleichen Genre-Teich des Horrors wilderte, konnte man Hammer in Sachen Studioaufnahmen so schon mal tatkräftig unter die Arme greifen.

Natürlich kostete auch das wiederum Geld, denn in den Studios arbeiteten die Mitarbeiter auch nicht für ein Salatblatt und speichelfeuchte Ratschläge. Um hier die Kosten zu senken, verlegte man sich deshalb z.B. im Film CAPTAIN KRONOS - VAMPIRJÄGER auf möglichst viele Außenaufnahmen in der freien Natur. Das war billiger, alle atmeten gesunde Landluft und so übel machten sich diese Naturaufnahmen dann auch nicht einmal im Film selbst aus.

Außerdem benötigte die Hammer Films-Company endlich mal wieder einen dicken Erfolg an den Kinokassen, denn längst hatten Horrorfilme der eher blutigen wie auch härteren Gangart die schöne, eher dem Bereich des Gothic-Horror zugewanten Filmkost seitens Hammer, weit hinter sich gelassen. Das ganze hatte langsam nämlich mehr Ähnlichkeit mit einem Wettrennen zwischen Hase und Schnecke angenommen, was die Gunst der Zuschauer und allgemein der Genre-Fans des Horrorfilms anging. Erfolge fuhren nun eher Filme ein wie der 1973 gedrehte Schocker DER EXORZIST oder das BLUTGERICHT IN TEXAS (THE TEXAS CHAIN MASSACRE/1974). Vampire mit dem obligatorischen Umhang frei nach dem Großvater aller Vampire namens DRACULA wurden nun mitunter (wenn auch nicht immer) eher in seltsamen Anwandlungen  wie dem Film BLACULA (1972) verballhornt oder gleich zur Kunstform erhoben wie in ANDY WARHOL'S DRACULA von 1974.  Und zwingend musste auch längst nicht wirklich mehr ein phantastischer Einfluss im Horrorfilm eingebettet werden, wie man es etwa in dem Film DAS HAUS DER PEITSCHEN von Pete Walker als britische Produktion im Jahre 1974 schön zu sehen bekam.

Captain Kronos – Vampirjäger (Captain Kronos - Vampire Hunter)Machen wir es mal in eine andere Richtung:
Hammer hatte es ja bereits mit nackten, weiblichen Tatsachen versucht, wieder in Sachen Horror an die Spitze zu kommen. Schließlich stand ja der Zeitgeist auf sexuelle Revolution und Nacktheit als natürliche Körperdarstellung. Gut, im Film waren es weniger die Darsteller männlicher Natur sondern verstärkt die weiblichen Figuren, die besonders oben herum nun blank ziehen durften, aber wer will schon das keine Elend eines verschüchterten Mannes im Auge haben.

Das, was in Filmen wie CIRCUS DER VAMPIRE (1972) oder etwa DRACULAS HEXENJAGD (1971) fürs Kino noch ein Eyecatcher war, wurde im Film CAPTAIN KRONOS - VAMPIRJÄGER erst wieder einmal etwas zurück gefahren. Zwar entblättert sich Caroline Munro hier in einer Szene gänzlich, nur blieb sie dabei so im schattigen Bereich verschämt gefilmt, das man eher mehr erahnen als wirklich erkennen konnte. Aber ich greife hier schon etwas vor. Kümmern wir uns also erst einmal um das filmische Eingemachte.

Der Film CAPTAIN KRONOS - VAMPIRJÄGER wurde nämlich schon unter dem vorläufigen Titel KRONOS 1972 gedreht und 1973 fertiggestellt. Das Budget betrug läppische 160 000 Pfund Sterling, was noch im angenehmen Bereich für die Hammer Films-Company gelegen haben dürfte. Um also hier mal das Eckige ins Runde zu bekommen, stellen wir also mal fest, das ab 1973 der Film bereits für den Kinoeinsatz in den Startlöchern lag. Das war es dann aber auch erst einmal gewesen.

Captain Kronos – Vampirjäger (Captain Kronos - Vampire Hunter)Man nehme ein "K" wie bei Kelloggs Cornflakes:
Dieser letzte, in typisch klassischer Form gedrehte Horrorfilm von Hammer stand dann bis zum April 1974 eben so lustlos rum, bis er dann einmal eine Uraufführung erfuhr. Bei der Hammer Films-Company wollte man mit diesem Film eigentlich "neue Wege" gehen, bzw. einschlagen und da musste man dann auch mit den blanken Brüsten und etwas mehr Haut etwas vorsichtiger sein. Denn eigentlich hatte man schon bei Hammer mit dem Gedanken gespielt, diesen Film als Auftakt für eine ganze Reihe von Filmen um den Vampirjäger ins Rennen zu schicken und sich nebenbei so die Kriegskasse ordentlich aufzufüllen um vielleicht bald wieder im alten Glanz erscheinen zu können. Und wenn dies nicht im bzw. durch das Kino möglich war, so hätte man die Filme ja locker als Serie auch direkt in die heimischen Wohnstuben per Fernseher bringen können. Quasi also als Fernsehserie, bei der zu viele nackte Tatsachen eher negativ gewesen wäre. In beiden Fällen benötigte man aber etwas, das gleich dem Zuschauer ins Auge stach und einen direkten Wiedererkennungswert darstellte. Quasi also eine Art "Produktlogo", das in den Filmen immer wieder auftauchte und das man so direkt mit eben den Filmen des Vampirjägers KRONOS von Hammer verbinden würde.

Also erfand man dieses hübsche runde Logo mit dem "K" für KRONOS, das gezielt sowohl auf den Kinoplakaten als auch im Film immer wieder mal auftauchte. User Erlkönig hatte ja hierzu bereits recht nett auf die mit dem "K" bestickte Pferdedecke hingewiesen in seinem Kommentar zur letzten Folge der Reihe DER FILMKLASSIKER. Aber Nein, Werbung für "Pferdefutter" wurde hier nicht unterschwellig betrieben (lecker Pferdewürstchen wären mir da auch ehrlich gesagt lieber gewesen).

Captain Kronos – Vampirjäger (Captain Kronos - Vampire Hunter)Trotzdem war der Gedankengang durchaus ein Volltreffer ins Schwarze und wäre am besten vergleichbar mit dem typischen "S-Logo" auf der Hühnerbrust von SUPERMAN oder der Flattermaus ... ähm ... Fledermaus von BATMAN. Der Wiedererkennungswert des Logos sollte schlicht Werbung sein, die sich durch die Fans leicht verbreiten lassen würde, weil es eben irgendwo immer im Hinterkopf hängen bleibt. Ähnlich wie ein Geschmacksverstärker, wenn der Pappdeckel nicht munden möchte.

Es hätte also alles so schön werden können und mit dem deutschen Schauspieler Horst Janson (bekannt aus Serien wie DER BASTIAN oder später der Fernsehfilmreihe DAS TRAUMSCHIFF) hatte man zumindest optisch eine Art Frauenmagneten als Heldenfigur, die im Filmkonzept den Heftromanhelden wie JOHN SINCLAIR oder TONY BALLARD überraschender Weise nicht ganz unähnlich war. Zudem war Janson für dieses Genre ein recht unverbrauchtes Gesicht und in seiner Karriere war dieser Film wohl auch sein einziger, wirklicher Abstecher in den Bereich Horror (ein weiterer ist mir auf die Schnelle bei "Schwiegermutters Liebling" jedenfalls nicht bekannt).

Captain Kronos – Vampirjäger (Captain Kronos - Vampire Hunter)Erfolg - wo läufst du hin?
Ja, es hätte wahrlich so schön sein können, wäre dieses Konzept wenigstens halbwegs aufgegangen. Tat es aber nicht.

Man kann es schon daran festmachen, das der Film CAPTAIN KRONOS - VAMPIRJÄGER es trotz eines deutschen Hauptdarstellers in einer englischen Produktion nicht einmal in die deutschen Kinos geschafft hatte. Selbst im deutschen Fernsehen soll der Film nie angekommen sein und wenn sich doch in den letzten Jahren ein Fernsehsender hier an diesem Film vergriffen haben sollte, dann möge man mir dies per Kommentar als fehlende Info bitte mitteilen. Ich selbst konnte leider auf die Schnelle zur Frage einer Fernsehausstrahlung in Deutschland bei diesem Film nichts handfestes finden.

Nun hingen die Träume von Hammer natürlich bei diesem Film nicht alleine vom deutschen Kino- und Fernsehmarkt ab, aber auch sonst schien man nicht wirklich mit wehenden Fahnen auf die Kinokassen losgestürmt zu sein. Logo hin oder her - Hammer legte jedenfalls bei diesem unterirdischen Erfolg jegliche weiterreichende Planungen in Sachen KRONOS schnell wieder zu den Akten.

Dabei muss ich ehrlicher Weise jetzt einmal gestehen, das der Film eigentlich nicht einmal wirklich so schlecht war. Hatte man doch auch etwas aus dem Kinoerfolg TANZ DER VAMPIRE von Roman Polanski (1976) abgekupfert. Denn das Zusammenspiel von KRONOS und  Professor Grost wirkte dem zwischen Alfred und Professor Abronsius nun wirklich nicht unähnlich, auch wenn man eine gewisse komödiantische Schiene bei CAPTAIN KRONOS - VAMPIRJÄGER nur sehr dezent bzw. punktuell einfließen ließ.

Captain Kronos – Vampirjäger (Captain Kronos - Vampire Hunter)Es mag auch durchaus richtig sein, das Caroline Munro niemals eine wirkliche Schauspielschule besucht hatte, aber selbst wenn sie nur lächelt, erotisch mit den Augen klappert oder mit den Hüften wackelt, reicht dies in dem Film schon, um Horst Janson locker an die Wand zu spielen. Janson selbst rattert seinen filmischen Charakter nun wirklich nicht locker und gekonnt herunter, sondern wirkt eher in manchen Szenen verbissen ernst und etwas gestelzt. Hier darf ich durchaus mal ganz offen sein, denn diesem deutschen Schauspieler liegt die Rolle von Schwiegermutters Liebling wirklich eher als die des kühnen und verwegenen Vampirjägers, da beißt die Maus für mich keinen Faden ab.

Nicht das Horst Janson sich hier nicht redlich Mühe gegeben hätte, ganz im Gegenteil. Aber man merkt doch recht schnell das er sich hier auf einem Eis bewegt, das ihm nicht wirklich zu liegen schien.

Eine weitere Frage dürfte sein, ob die Wandlung innerhalb des Vampirmythos so glücklich gewählt war. Schließlich musste unser Held nicht permanent mit Kreuz und Weihwasser herum wedeln oder Knoblauch vertilgen. Auch die Vampire selbst hatte man hier eher fast auf Nulldiät in Sachen Blut gesetzt. Dafür durfte man nun jungen Mädchen (der Gleichberechtigung wegen seien hier vielleicht auch zumindest die jungen Knaben mal erwähnt) die Lebensenergie und damit die Jugend abzapfen. Das aber hatte nicht mehr wirklich viel mit der unterschwelligen Erotik zu tun, die so ein Vampir im Film sonst stets wie eine Schmusedecke hinter sich herzieht.

Doch bevor wir hier nun ins Schwelgen bei den Kleinigkeiten ankommen, sei ein Blick auf die Handlung des Films selbst geboten. Schließlich will man ja auch wissen was so passiert, bevor der Held die holde Maid im Hof bei den Hühnern stehen lässt (kann ich echt nicht verstehen) und dem Morgenrot sowie neuen Abenteuern entgegenreitet.

Captain Kronos – Vampirjäger (Captain Kronos - Vampire Hunter)Von Jungbrunnensaugern und Schwerthelden:
Irgendwo am Rande eines kleinen Dorfs werden die hübschen Wälder den noch hübscheren jungen Frauen zur Todesfalle. Eine verhüllte, dunkle Kreatur streift dort durch das Unterholz und entzieht ihnen jegliche Lebensenergie. Die ehemals hübschen Mädchen altern so in rasender Geschwindigkeit und sind dem baldigen Tode geweiht. Das kommt natürlich dem Landarzt Dr. Marcus mehr als Merkwürdig vor, so das er sich um Hilfe ersuchend an seinen Armeekameraden Captain Kronos wendet.

Kronos, ein ehemaliger Captain der englischen Armee, macht sich mit seinem Partner, Professor Hieronymus Grost auch sogleich auf, um dem besagten Freund zur Seite zu stehen. Kronos selbst hat mit Grost längst sein Leben dem Kampf gegen den Vampirismus gewidmet, nachdem seine gesamte Familie diesen untoten Kreaturen zum Opfer gefallen ist. Kurz vor dem Ziel ihrer Anreise begegnen sie dabei noch der bildschönen Carla, die man im Wald zur Bestrafung an einen Pranger gefesselt hatte (erstklassiger Augenaufschlag und perfekte Körperhaltung der A-Note). Kronos befreit sie natürlich, worauf sich Carla den beiden anschließt.

Schnell findet Grost als Experte für Vampire heraus, das man es hier nun mit einer recht besonderen Art dieser Kreaturen zu tun hat. Denn im Gegensatz zu den üblichen Blutsaugern greifen diese ihre jungen Opfer bei Tage und nicht in der Nacht an und es geht ihnen kaum um das Blut ihrer Opfer, sondern direkt um dessen Lebensenergie, die sie ihnen im handumdrehen aussaugen um selber jung und schön zu sein. Ein spezieller Test bestätigt recht bald Grosts Theorie.

Während Dr. Marcus am Friedhof vorbei kommt, trifft er am Grab von Lord Hagen Durward dessen erwachsene Kinder Sara und Paul, die sich recht seltsam benehmen. Auch Lady Durward ist in der Kutsche anwesend, will jedoch nicht, das Dr. Marcus zu ihr vorgelassen wird. Doch Dr. Marcus erkennt sehr wohl, das sie scheinbar nicht nur extrem gealtert ist, sondern auch körperlich höchst kränklich wirkt. Deshalb findet er sich bald auch zu einem Hausbesuch in Durwards Manor ein, wird aber auch dort nicht zu der erkrankten Witwe vorgelassen. Auf dem Rückweg begegnet Dr. Marcus allerdings einer seltsamen Gestalt, der scheinbar noch Blutstropfen an den Lippen kleben.

In einer Dorfschenke muss sich Kronos indessen gegen den rüpelhaften Kerro und seinen Schlägertypen zu Wehr setzen. Dabei ahnt er nicht, das diese vom Kutscher der Lady Durward auf ihn angesetzt wurden um seinem Leben ein schnelles Ende zu bereiten. Doch die gefährlichen Rüpel ahnen leider nicht einmal im Ansatz, mit wem sie sich da gerade anlegen.

Da die Gefahr für das Dorf direkt aus den Wäldern zu kommen scheint, bringt man indessen dort einige Fallen an um die Dorfbewohner zu schützen. Doch trotzdem wird wieder ein junges Mädchen von der finsteren Kreatur im Dorf selbst angefallen und stirbt daraufhin ebenfalls an Altersschwäche. Auch Dr. Marcus wurde dabei zum Opfer, mutiert aber selbst zum Vampir, woraufhin er seinen Freund Kronos bittet, seinem Leben ein Ende zu setzen, bevor das Böse vollkommen von ihm Besitz ergreifen kann. Man fesselt Dr. Marcus hierzu an einen Stuhl, doch das übliche Pfählen mit einem Holzpflog ist bei dieser Art von Vampiren, die sich von der Lebensenergie anderer ernähren, völlig nutzlos. Alternativ stößt Kronos dem Arzt nun sein Stahlkreuz in die Brust, worauf dieser erlöst stirbt. Nun weiß man zumindest, wie man diesen Kreaturen zu Leibe rücken kann.

Captain Kronos – Vampirjäger (Captain Kronos - Vampire Hunter)Also holt man vom Friedhof ein großes Stahlkreuz, das von Professor Grost zu einer geweihten Waffe gegen die Kreaturen geschmiedet wird. Hierbei kommt es auch zu einer Auseinandersetzung mit einer Horde von aufgebrachten Dorfbewohnern, die Kronos, Carla und Grost die Hauptschuld am Tode von Dr. Marcus geben. Die kann Kronos jedoch recht shnell entwaffnen. Aber auch ein weiterer Vampirangriff findet statt und Kronos erkennt, das die Kutsche der Durwards sich recht schnell vom Tatort entfernt. Folglich muss sich für Kronos die Kreatur in Durward Manor versteckt halten. Dabei hat er die beiden Geschwister Paul und Sara Durward in Verdacht, die ihm unnatürlich jugendlich erscheinen und sich auch sonst recht seltsam verhalten.

Kronos macht sich also auf, in Durward Manor einzudringen um dem Schrecken ein Ende zu setzen. Aber auch Carla hat sich bereits unter einem Vorwand Zugang bei den Durwards verschafft. Kronos muss indessen feststellen, dass selbst die Geschwister Sara und Paul unter dem bösen Einfluss der Kreatur stehen, die niemand anderes als deren Mutter, Lady Durward selbst ist. Die hat ihren verstorbenen Ehegatten aus grenzenloser Liebe wieder zum Leben erweckt und weil dieser nun nach weiterer Lebensenergie dürstet, wird Carla ihm von Lady Durward gleich auch als leckerer Happen angeboten. Doch zum Glück kann Kronos rechtzeitig mit der neuen Waffe dazwischen gehen und nimmt den Kampf siegreich gegen die teuflischen Kreaturen auf. Dabei hilft ihm diese neue Wunderwaffe auch gegen den hypnotischen Einfluss der Vampir-Lady und wirft diesen so auf sie selbst zurück.

Nachdem Kronos die beiden Vampire für immer erledigt hat, treibt es ihn und Professor Grost zu Pferde (und Kutsche) am nächsten Morgen zu neuen Abenteuern hinaus in die Ferne. Carla, sichtlich etwas verschossen in den fechen Captain, bleibt indessen auf dem Hof zwischen Misthaufen und Hühnerstall zurück und schmachtet ihm noch etwas nach, bis das er und der Professor im Morgenrot (irgendwo zwischen den Bäumen des Waldes) verschwunden sind.

Captain Kronos – Vampirjäger (Captain Kronos - Vampire Hunter)Meine Filmkritik:
Seien wir mal ehrlich, Caroline Munro benötigte kaum eine Ausbildung als Schauspielerin. Wenn sie die Hüften schwingt und lasziv in die Kamera lächelt, interessiert sich niemand mehr wirklich für ihre Dialoge. Und man kann irgendwie sagen, das sie damit sogar Horst Janson noch locker an die Wand spielte, der mitunter etwas zu verbissen und steif wirkte, weil er hier in einem Genre agiert, das ihm nicht so wirklich zu liegen scheint. Dabei gibt er sich allerdings durchaus redlich Mühe, was man ihm ab und an aber leider auch ansehen kann (was eigentlich eben nicht sein sollte).

Aber gut, Peter Maffay hatte (Mein Langzeitgedächtnis funktioniert noch etwas) bei seinem allerersten Auftritt in der Hitparade (ZDF - verdammt lange her) noch auf der Bühne vor Panik und Lampenfieber Rotz und Wasser geschwitzt, das man es schon vom Fernseher ausgehend riechen konnte. Und heute ist er einer der ganz großen Rocker im Showgeschäft. Also hätte Horst Janson es mit der Zeit wohl auch in diesem Genre besser hinbekommen als in dem Film CAPTAIN KRONOS - VAMPIRJÄGER. Leider kam es aber nicht  wirklich dazu, diesen Film als Auftakt einer Filmreihe oder zumindest TV-Serie auszubauen.

Auch sonst hat der Film durchaus so seine Macken. Zu offensichtlich wurde hier bei der Konstellation bei TANZ DER VAMPIRE geklaut, auch wenn das Original mehr als wesentlich witziger und ansprechender war. Hinzu kamen die ungewöhnlichen Vampire. Die Idee war zwar recht nett, aber irgendwie kam sie hier wohl zur falschen Zeit.

Am Ende kommt dann ein wenig das Flair eines Westerns auf, wenn der Held dem Morgenrot entgegen reitet und die Schöne auf dem Misthaufen zurück lässt (habe ich irgendwie bei dem Anblick der Frau immer noch kein Verständnis für). Und inhaltlich hatte der Film auch etwas von den hübschen Mantel-und-Degen-Filmen, wobei dies durchaus auch gut in die Handlung eingebaut wurde.

Der Endkampf auf Durward Manor jedoch wirkte etwas lahm und holprig und brachte mein Blut als Zuschauer nicht wirklich in spannungsgeladene Wallungen. Hier hatte Hammer auch mal ein besseres Händchen gehabt. Die Kritiken selbst waren für den Gesamtfilm allerdings nicht gerade schlecht. Leider sahen dies die angepeilten Zuschauer etwas anders und blieben den Kinokassen schlicht fern. Man kann daher also nur spekulieren, was man uns noch alles bei einer Filmreihe oder einer TV-Serie vorgesetzt hätte und ob Horst Janson hier als KRONOS wieder zum Einsatz gekommen wäre.

An sich empfand ich den Film aber nun nicht als Totalverlust, sondern er war durchaus interessant von der veränderten Handlung der Vampire her und an ein paar weiteren hübschen jungen Damen (neben Caroline Munro) hatte man schließlich auch nicht gespart. Ob das aber als Filmreihe oder Fernsehserie wirklich viel hergegeben hätte, wage ich irgendwie zu bezweifeln. In diesem Sinne mag es vielleicht sogar positiver Natur gewesen sein, wenn uns diese Zukunftspläne bei Erfolg erspart geblieben sind. Und was die eindimensionale Heldenfigur selbst angeht, reicht es meiner Meinung nach durchaus auch, wenn man sich ab und an ein Heft von JOHN SINCLAIR oder PROFESSOR ZAMORRA und Co. zwischen die Augen direkt ins Gehirn schiebt.

Von mir jedenfalls bekommt der Film CAPTAIN KRONOS - VAMPIRJÄGER durchaus noch lockere drei von insgesamt fünf Heldenlocken und für Fans von Caroline Munro ist der Film eh ein absolutes Muss in der Sammlung.

Ausblick auf DER FILMKLASSIKER:
Ein verletzter Indianer, ein Raketenstart der Affen wegen und eine italienische ... sagen wir mal ... Tier-Mama, sind doch schon mal Ideen, die es sich lohnen, mal näher betrachtet zu werden.

Der Hauptdarsteller läuft mit den gleichen krummen Beinen daher, als wenn er in Silver City zum Revolverduell auf die einzige hier vorhandene Staubpiste (allgemein wohl Straße genannt) geht und auch ein weiterer deutscher Schauspieler buhlt hier plötzlich um die Gunst einer hübschen, aber auch schlagfertigen Maid mit einem anderen (Film-) Franzosen. Da schreit es geradezu nach einem lachenden Dritten in Sachen Liebe, Balztänze und möglicher Aktivitäten zur menschlichen Arterhaltung. Aber Vorsicht, wir reden dieses mal nicht von einem Liebesfilm, auch wenn dieses Thema Bestandteil der meisten Filme aus Hollywood ist.

Das ganze spielt dann noch in einer Region der Welt, wo die Wärme dem Frosch die Locken austrocknet und Mäuse bekanntlich Elefanten in Angst und Schrecken versetzen.

Also ehrlich, viel mehr an Hinweisen geht nun wirklich nicht mehr. Alles was ich euch hierzu noch mitteilen kann, ist, das der Film wirklich Spaß macht und Spannung wie Frohsinn breitflächig verbreitet.

Für eine kleine Sammlung schöner Filmklassiker halte ich diesen Film sogar persönlich für ein Muss, zumal das Thema, um das sich die Story aufbaut, auch nicht gerade sehr häufig genutzt wurde.

Also, wer jetzt noch nicht weiß, welchen Film wir beim nächsten mal besprechen, dem kann ich auch nicht mehr helfen. Aber ich schätze mal, wer diesen Klassiker nicht kennt, der versucht auch heute noch den nächsten Fernsehsender am Radio einzustellen und sucht die Leinwand des Kinos in einer Tiefgarage. Von der Warte aus betrachtet, sollten wir uns wirklich am nächsten Samstag hier wieder lesen, wenn ich mein Archiv in Sachen FILMKLASSIKER mal wieder öffne. Also dann, Termin im Kalender ankreuzen und bis die Tage.
Captain Kronos – Vampirjäger (Captain Kronos - Vampire Hunter)
Captain Kronos – Vampirjäger
(Captain Kronos - Vampire Hunter)
mit Horst Janson, Caroline Munro, John Carson, John Cater, Lois Daine, Shane Briant, William Hobbs, Brian Tully, Ian Hendry, Wanda Ventham, Elizabeth Dear, John Hollis, Paul Greenwood, Robert James u.a.
Regie und Drehbuch: Brian Clemens
Produktion: Brian Clemens, Albert Fennell
Genre: Horror
Laufzeit: 91 Minuten (BD)
Besonderheit: Produktionsjahr bereits 1972/1973
DVD/FSK: 12 Jahre
Vertrieb: Anolis
Großbritannien 1974

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Kommentare  

#1 Andreas Decker 2017-07-15 15:18
Kronos läuft immer mal wieder auf Sky Nostalgie. Das nächste mal am 27.7 nachts.

Kronos ist eigentlich kein "richtiger" Hammer-Film. Autor Clemens hat ihn zusammen mit seinem Partner Fennell produziert - die haben ja auch schon The Avengers fürs Fernsehen zusammen gemacht -, da waren nur wenige von Hammers altem Personal dabei. Carreras war wohl auch nicht so angetan vom Endergebnis. Er mochte ihren selbstironischen Stil nicht. Noch 1977 hat er ihn in einem Interview runtergemacht.

Der letzte richtig gute Hammer ist Twins of Evil, gefolgt von Demons of the Mind (mit Abstrichen. irgendwie funktioniert keiner der von Chris Wicking geschriebenen Filme so richtig)

Ich persönlich kann auch wenig mit dem Film anfangen. Größtenteils finde ich ihn ziemlich lahm. Vor allem die Regie hat Fernsehniveau. Da ist eigentlich nichts, das nach der großen Leinwand schreit.

Allerdings bin ich immer wieder verblüfft, wie sehr der hohle Van Helsing ihm in vielen Punkten der Konzeption ähnelt. Die Idee vom Monsterjäger und seinem eher unbeholfenen gebildeten Sidekick ist oft kopiert worden.
#2 Laurin 2017-07-15 20:41
@ Andreas Decker:
Tja, es war schon ein Hammer-Film, nur eben keiner mehr der besten Art. Wenn man es ganz böse sehen will, war Hammer da wohl schon längst auf das Niveau einer Briefkastenfirma herabgesunken und nicht wenige der alten Garde dürften das langsam sinkende Schiff schon verlassen haben.

Das mit dem Fernsehniveau ist nicht nur dir aufgefallen, sondern wird auch in den Kommentaren zum Film bestätigt, die man auf der BD vernehmen kann. Hier scheint man allerdings auch schon auf eine mögliche Fernsehserie spekuliert zu haben, wobei dieser Beitrag faktisch der Pilotfilm gewesen wäre. Aber alles weiterführende zu KRONOS blieb ja schlichte Wunschvorstellung, was wohl auch besser so war. Aber selbst bei Fernsehniveau ist der Film für mich eben noch kein Totalausfall, wenn man die eigenen Erwartungen auf nüchternem Niveau hält. Da kenne ich schlimmeres wie z.B. die (deutsche RTL-Produktion) JOHN SINCLAIR-Filme und die absolut katastrophale Serie hierzu, die wirklich nur noch Verschwendung von Lebenszeit des Zuschauers bedeutet. Wenn man ganz ehrlich die Sache betrachtet, war die Zeit von Hammer zu diesem Zeitpunkt schon vorbei gewesen und es ging nur noch um das langsame sterben.

Und ja, TWINS OF EVIL war wirklich noch richtig gutes Hammer-Kino, aber ab einem gewissen Punkt war hierfür wohl bei dem Restbestand von Hammer die Luft wohl raus um nochmals etwas vergleichbares in die Kinos zu bringen.

Was Sky angeht, so rechne ich dieses Bezahlportal (und wohl nicht nur ich) nicht zu den normalen Fernsehsendern (also frei zu empfangende Sender). Von daher dürfte also die Aussage stimmen, das der Film nie im normalen Fernsehen zu sehen gewesen ist.
#3 Erlkönig 2017-07-16 21:09
Erst mal danke, Konrad, für die vielen erklärenden Infos zum Film.
Ich kann gar nicht fassen, daß Carolin allein unter Hühnern - wahrscheinlich traurig jodelnd "Flieg, junger Adler" - zurückbleiben musste. Den Hofhahn wirds allerdings gefreut haben. :-) Aber Horst musste leider dringend nach Hamburg, um in "Zinksärge für die Goldjungen" ausgiebig mit P. Gori zu kuscheln.

Ausblick

Indianer, Affen, Raketenstart, italienische Mama? Mal kurz umrühren und was kommt dabei für mich heraus? Natürlich "Mama mia, Winnetous Reise zum Planet der Affen" :P
#4 Laurin 2017-07-17 15:43
@ Erlkönig:
Ob Caroline mit dem Hahn gejodelt hat, weiß ich nun nicht, weil ich leider nicht dabei war (sonst hätte ich mit ihr gejodelt und der Hahn wäre in der Suppe gelandet). Und der Horst Janson wird schon irgendwo eine Schwiegermutter gefunden haben, mit der er noch zwischendurch kuscheln konnte. :lol:

Was den "Ausblick" angeht: Mit "Mama mia" bist du schon nahe dran, nur das "mia" musst du austauschen. Im Film selbst wird der Indianer ... glaube ich vom Duke selbst ... auch schon mal "alter Häuptling" genannt, aber Winnetou ist er nicht (eher Winnie Puh) und die Affen (weder Schimpanse noch Gorilla) sind schon mit einem großen Baum zufrieden. ;-)
Mist, schon habe ich wieder Hinweise auf den Film im "Ausblick" gespoilert. : :o
#5 Friedhelm 2017-07-19 19:41
"Captain Kronos" wäre damals als TV-Reihe wohl irgendwie durchgegangen - schon der Film hatte ja irgendwie schon TV-Niveau...

Was den Ausblick betrifft: Zitat:
Indianer, Affen, Raketenstart, italienische Mama? Mal kurz umrühren und was kommt dabei für mich heraus? Natürlich "Mama mia, Winnetous Reise zum Planet der Affen" :P
Da muss dann wohl "Mama Tembo" gemeint sein (oder so ähnlich)..und der "Duke" war hier auf eher untypischem Terrain zu sehen. Der Darsteller des Indianers ist ganz früher schon mal einem (großen) Affen begegnet - und war 1971 im Bond-Film "Diamantenfieber" zu sehen..
#6 Laurin 2017-07-20 16:10
@ Friedhelm:
Ja der "Indianer" hatte schon mal was mit einem sehr großen Affen und spielte dort den Maat Jack Driscoll. Und im Bond-Film Diamantenfieber spielte er Albert R. "Bert" Saxby. ;-)
Mutter der Elefanten stimmt übrigens auch. :lol:
Und so untypisch fand ich die Rolle vom Duke nicht einmal. Vertausch Afrika mit dem Wilden Westen, setze ihm einen Cowboy-Hut auf und drück ihm einen Revolver in die Hand und er könnte locker so weiter spielen. :P

Was CAPTAIN KRONOS anging, der hatte tatsächlich TV-Niveau. Aber der Film rasselte so extrem durch, das da nicht einmal mehr eine kleine Fernsehreihe für diese Figur mehr drin war.

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