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Ein phantastischer Filmklassiker - Resteverwertung zur Lebensverlängerung

Ein phantastischer FilmklassikerFolge 97
Resteverwertung zur Lebensverlängerung

In dieser Reihe EIN PHANTASTISCHER FILMKLASSIKER werde ich ein wenig meine Schatzkammer in Sachen DVDs öffnen, in der sich neben mehr oder weniger aktuellen Filmen eben auch so manche Klassiker der Phantastik tummeln. Wir werden einen Streifzug unternehmen, in dem wir uns z.B. über Grusel, Science Fiction und Filmen im Grenzbereich der verschiedenen Genre bewegen werden. Nicht immer sollte man es dabei mit der Logik genau nehmen.


Das Haus an der Friedhofsmauer (Quella villa accanto al cimitero)Das Haus an der Friedhofsmauer (Quella villa accanto al cimitero)
Wie sagte der Komiker Otto so ähnlich: Früher wohnte er in dem weißen Haus gegenüber dem Friedhof. Nun wohnt er gegenüber dem weißen Haus. Also ich fand das schon damals witzig, aber Lucio Fulci legt hier noch einen drauf und zieht im deutschen Titel gleich auch noch eine Mauer zwischen dem Haus und dem Friedhof.

Doch um die Mauer geht es eigentlich im gesamten Film nicht wirklich. Und wenn man es jetzt mit typischer deutscher Gründlichkeit sieht (die mir netter Weise schon als Kleinkind abhanden gekommen ist), dann standen Fulci, Mariuzzo und Sacchetti, die gemeinsam auch am Drehbuch gearbeitet hatten, mit der sprichwörtlichen Logik innerhalb der Handlung nicht unbedingt immer im Einklang.

Letzteres sollte aber bei diesem Film nicht wirklich ein Qualitätsmerkmal dieses Artikels sein, denn der Film funktioniert einfach. Und das er funktionierte, daran haben die zum Teil damals heftigen Gewaltszenen, aber auch der düstere Verlauf der Handlung seinen Anteil, der den Zuschauer einfach in seinen Bann schlägt.

Das Haus an der Friedhofsmauer (Quella villa accanto al cimitero)Die Grundidee mit den neuen Körperteilen:
Ja, ein möglichst langes Leben, wenn nicht sogar die Unsterblichkeit gilt durchaus für viele als ein erstrebenswertes Ziel. Aber seien wir mal ehrlich, alles hat irgendwo seine Grenzen.

Welchen Sinn macht es denn, wenn ich dafür im Keller meine Opfer suchen muss, weil ich mittlerweile so hässlich aussehe, dass ich mich selbst im Spiegel nicht mehr sehen mag. Ganz zu schweigen davon, dass ich mir ständig neue Körperteile und Organe selbst annähen muss, die darüber hinaus auch von immer jüngeren Opfern stammen müssen.

Eigentlich sollte man hier mal Danke sagen, dass man selbst nicht so verrückt sein kann um solch einen haarsträubenden Unsinn in die Tat umzusetzen. Man muss sich nämlich auch mal nach dem tieferen Sinn fragen, wenn so etwas so einfach möglich wäre. Den gibt es nämlich hinter der Grundstory eigentlich nicht. Vielmehr gibt es durchaus Situationen, in denen es wohl besser wäre aus dem Leben zu treten, als sich selbst einen solchen Horror anzutun. Oder anders gesagt, die Opfer hätten wohl gerne auch noch was länger gelebt, aber denen geht es im Tode wohl sogar noch besser als dem Professor Freudstein, der sich selbst zu einer Trümmerlandschaft aus Fleisch und Blut verändert hat.

Man sieht also, die tiefere Logik hat so ihre Tücken. Auch das Böse verfolgt ja ein gewisses Ziel, was hier der gute Professor vielleicht auch mal hatte. Aber die richtig bösen Figuren in Horrorfilmen wissen zumindest sehr genau was sie tun, was unser Professor hier scheinbar allerdings nicht abzuschätzen wusste. Da gilt er dann für Tod obwohl er es noch nicht ist, kann sich aber so wie er ist auch nirgendwo mehr blicken lassen. Hier hätte er sich auch selbst lebendig begraben können und der Effekt wäre (fasst) der gleiche gewesen.

Man sieht also hier recht genau, dass Gänsehaut und Spannung nicht immer konform laufen müssen mit einer inneren Logik in der Handlung.

Das Haus an der Friedhofsmauer (Quella villa accanto al cimitero)Zombies haben auch nichts mit Logik zu tun:
Nun wissen wir ja, das Lucio Fulci eigentlich erst richtig zur Höchstform auflief, wenn er sich den Zombies widmete. Zwar sollte man bei den Zombies der damaligen Filme auch nicht unbedingt auf die Suche nach der Logik dahinter gehen, aber zumindest waren diese Zombies auch nicht freiwillig wieder auferstanden und fraßen sich danach durch die Gedärme ihrer Opfer.

Lucio Fulci musste allerdings die US-Horrorfilme THE AMITYVILLE HORROR von 1979 oder gar die Stephen King-Verfilmung SHINING aus dem Jahr 1980 recht intensiv inhaliert haben, denn bei genauerer Bestrachtung kann man Verstatzstücke aus beiden Filmen hier durchaus heraus erkennen. Das ganze mixt Fulci dann mit einem typischen Zombie-Thema, wobei er auch hier nicht einfach die bekannte Mär dieser Untoten wiederholt, sondern sie dahin verändert, dass das Monster sich mit immer neuen, implantierten Körperteilen seinen Fortbestand absichert. Oder anders gesagt, der stumpfsinnige Fresstreib fällt weg, die optische Ähnlichkeit zu einem Zombie bleibt aber durchaus erhalten.

Das Haus an der Friedhofsmauer (Quella villa accanto al cimitero)Der besagte Professor Freudstein aus dem Film DAS HAUS AN DER FIEDHOFSMAUER war also damit keiner dieser dann doch eher bemitleidenswerten Kreaturen die aus ihren Gräbern aufstanden, auch wenn sie dies eigentlich zu Lebzeiten wohl nie wollten. Sieht man sich den Film aber an, so kommt man hier einfach nicht daran vorbei, dass das Zombie-Thema hier einen bestimmenden Einfluss hatte. Dies mag dann leider aber auch ein Manko sein, dass dieser Film hier locker mit sich herum schleppt. Denn um einen recht blutigen Film mit einem gewissen Ekelfaktor zu drehen, benötigt es nicht zwingend Themen, die aus den damaligen Zombie-Filmen entlehnt sind.

Weitere Löcher in der Logik sind zum Beispiel nach dem Mord des Kindermädchens zu sehen, wo das Blut geradezu wahllos herum spritzte, davon aber nichts mehr vorhanden ist, als der kleine Junge den Keller kurz darauf betritt. Unser Monster-Professor mag hierbei vielleicht ein durchaus reinlicher Bösewicht sein, der die Spuren seiner Untaten schnell wieder weggeputzt zu haben scheint. Oder warum vermisst eigentlich niemand die Maklerin, die ebenfalls in dem Haus recht unschön vom Leben in den Tod befördert wurde? Von der eingerosteten Kellertür will ich hier schon nicht mehr reden, die sich nur dann locker öffnen lässt, wenn es gerade in die Handlung passt.

Mein Tipp in Sachen Logik ist hier bei diesem Film daher recht einfach umzusetzen: Einfach darüber hinweg sehen. Alles andere würde den Spaß an diesem ansonsten recht unterhaltsamen Horrorfilm nur schmälern.

Das Haus an der Friedhofsmauer (Quella villa accanto al cimitero)Trotz Logiklöcher, die Umsetzung zündet:
Die Grundidee des Films an sich ist also durchaus interessant. Auch weist er eine Menge düstere wie spannende Elemente auf und was den Härtegrad mancher Szenen angeht, hatte sich der Film auch locker sehen lassen können, sofern man jedenfalls solche Szenen mag (manche Fans des Horror mögen es ja auch eher, wenn Gewaltszenen und/oder der Eklefaktor eher unterschwellig nur angedeutet wird). Doch was die Story an sich angeht, hätte Fulci sich doch etwas stärker von den Ähnlichkeiten mit einem Zombie trennen sollen.

Der subtile Horror war allerdings auch nie Fulcis Art und so wundert es wenig, dass der Film in Deutschland recht schnell indiziert wurde. Netter Weise erhält man aber auch die deutsche Fassung des Films ungekürzt, so das gerade die Fans des harten und recht blutigen Horrors hier durchaus zugreifen können.

Den Schrecken bringt Fulci jedenfalls auch in dem Film DAS HAUS AN DER FRIEDHOFSMAUER noch recht ansprechend herüber und auch der musikalische Teil passt zum visuellen Vergnügen wie die Faust aufs Auge. Man sollte bei der DVD aber die Ansprüche nicht zu hoch schrauben, denn der Film ist in Mono produziert, was auch auf der DVD selbst tontechnisch nicht wirklich viel hergibt.

Auch das Ende ist, wie es sich für einen guten Horrorfilm gehört, eher ohne größere Hoffnung zu betrachten, da uns Fulci auch hier ein kitschiges Happy End netter Weise erspart.

Doch kommen wir jetzt zum eigentlichen Inhalt des Film DAS HAUS AN DER FRIEDHOFSMAUER, den ich euch hier in aller Kürze nicht vorenthalten will.

Das Haus an der Friedhofsmauer (Quella villa accanto al cimitero)Die Forschungen des Schreckens:
Das Haus des Professor Freudstein liegt nunmehr verwaist direkt  neben einem Friedhof. Dies hindert jedoch Dr. Norman Boyle nicht daran, mit seiner Frau Lucy und seinem kleinen Sohn Bob dort einzuziehen, um hier die Forschungen seines Freundes und Kollegen Dr. Peterson weiter zu führen.

Dr. Peterson und seine Freundin hatten ebenfalls im Haus von Freudstein gelebt und gearbeitet. Doch aus einem unerfindlichen Grund hatte der eher freundliche und lebensfrohe Peterson hier erst seine Freundin und dann sich selbst ermordet. Norman weiß bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht, was seinen befreundeten Kollegen zu dieser unverständlichen Tat getrieben haben könnte.

Der kleine Bob macht indessen rasch die Bekanntschaft mit dem fasst gleichaltrigen Mädchen May. Doch etwas scheint bei May nicht zu stimmen, denn außer Bob scheint niemand das kleine Mädchen überhaupt sehen zu können oder überhaupt Notiz von ihr zu nehmen. Auch scheint sie über das Haus mehr zu wissen, als sie Bob bereit ist mitzuteilen. Dafür warnt sie den Jungen ständig davor, dieses Haus überhaupt zu betreten.

Norman vertieft sich indessen immer tiefer in die Forschungsergebnisse von Professor Freudstein, an denen auch Peterson gearbeitet hatte. Doch seine Familie bemerkt auch, dass es in diesem Haus irgendwe nicht mit rechten Dingen zugeht, zumal hier Menschen plötzlich verschwinden und nicht wieder auftauchen.

Der Ursprung der seltsamen Begebenheiten scheint im Keller des Hauses zu liegen, dessen Tür jedoch nach wie vor verschlossen ist und erst einmal aufgebrochen werden muss, um sich hier umsehen zu können. Doch Norman kommt langsam dahinter, dass Freudstein nicht wie gedacht, seit langem schon verstorben ist. Vielmehr scheint dieser bei Zeiten noch im Keller seines Hauses recht lebendig herum zu geistern.

Das Freudstein nach wie vor am Leben ist, hat er allerdings nicht einer gesunden Lebensweise oder guten Genen zu verdanken. Vielmehr muss er, um überhaupt überleben zu können, sich immer wieder neue Körperteile und Organe selbst implantieren. Diese müssen dabei nicht nur recht frisch von einem seiner Opfer stammen, sondern die Opfer selbst müssen zu diesem Zweck auch immer jünger ausfallen.

Als Norman eines Tages wieder nach Hause kommt, befindet sich sein Sohn Bob gerade im besagten Keller, aus dem es jedoch scheinbar für ihn kein Entkommen mehr zu geben scheint. Gemeinsam mit seiner Frau Lucy bricht Norman daraufhin mit Gewalt die Kellertür auf. Hier kommt es zum entscheidenden Kampf gegen das Monster, das einmal Professor Freudstein gewesen war.

Der Kampf auf Leben und Tod ist weder für Lucy noch für Norman wirklich zu gewinnen, denn Freudstein scheint ihren vereinten Kräften mehr als nur gewachsen zu sein und tötet beide auf grausame Weise.

Nur Bob gelingt es über eine Leiter zu entkommen, die ihn aber geradewegs in ein Grab des benachbarten Friedhof führt. Es ist jedoch keine wirklich gelungene Flucht des Jungen vor der Bestie, zu der der Professor mittlerweile geworden ist.

Vor dem Haus des Schreckens wartet indessen das Geistermädchen May und auch ein weiterer Geist einer älteren Dame taucht bei ihr auf. Diese teilt May mit, dass man nun gehen könne, weil nun auch der Geist von Bob bei ihnen sei. Danach geht die Geisterfrau mit den zwei verstorbenen Kindern fort. Der Film selbst endet dann mit einem Zitat das Henry James zugeschrieben wird.

"Niemand wird je wissen, ob Kinder Monster sind, oder Monster Kinder."

(Schlusszitat von Henry James)

Das Haus an der Friedhofsmauer (Quella villa accanto al cimitero)Meine Filmkritik:
Welchen tieferen Sinn dieses Zitat von Henry James im Bezug auf die eigentliche Handlung des Films DAS HAUS AN DER FRIEDHOFSMAUER haben soll, blieb mir irgendwie bisher verschlossen. Schließlich war der kleine Bob Opfer und nicht Täter. Aber sei es drum, etwas gruselig ist dieses Zitat ja schon und ändert am Film inhaltlich ja nichts.

Wie es für Fulci üblich ist, hält man hier mit der Kamera auch richtig drauf, wenn es an die blutigen Details geht. Wer sich den Film also ansehen möchte, der sollte schon auf derbe wie auch intensive Splatterszenen stehen. Wer diese brutale Schiene nicht mag, der wird sich diesen Klassiker allerdings wohl auch kaum ansehen. Von dieser Warte aus gesehen gibt es also nichts zu meckern und der Fan bekommt genau das geboten, was er sich von dem Film auch erwartet hat, wenn der Name Fulci drauf steht. Übrigens spielte Lucio Fulci in dem Film auch selbst eine kleine Nebenrolle als Professor Muller.

Als nette Idee ist hier auch das Monster zu betrachten, wobei man die Ähnlichkeiten in Richtung der geistlosen Fressmaschinen, auch Zombies genannt, nicht gänzlich von der Hand weisen kann. Leider klappt es dabei leider nicht so ganz, diesen Professor Freudstein auch als intelligente und berechnende Figur des Schreckens darzustellen.

Natürlich wird in Sachen Logik beim Zuschauer die eine oder andere Frage auftauchen, was sich leider auch nicht wirklich vermeiden lässt. Dafür sind manche Löcher in der Logik eben auch zu offensichtlich. Visuell und musikalisch passt allerdings alles, wie oben schon einmal gesagt, wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge, weshalb man hier trotzdem von einer recht ansprechenden und spannenden Umsetzung sprechen kann.

Das Haus an der Friedhofsmauer (Quella villa accanto al cimitero)Ob der Film in der jeweiligen persönlichen Sammlung PHANTSTISCHER FILMKLASSIKER gehört, muss hier aber jeder selbst entscheiden. Denn man muss mit dem hohen Grad an Gewalt schließlich auch umgehen können, was nicht jedem gegeben ist (und natürlich auch nicht muss). Von mir gibt es für den Film DAS HAUS AN DER FRIEDHOFSMAUER gute drei von insgesamt fünf möglichen Punkte, zumal ich bei Lucio Fulci eben durchaus auch noch besseres gewohnt bin.

Ausblick:
Der Film der nächsten Woche hat damals eingeschlagen wie eine Bombe. Wenn man damals also auch noch ein sehr groß gewachsener Mann war, der Hauptberuflich mit Verstorbenen und dem ganzen Drumherum zu tun hatte, dann konnte es bei ganz sensiblen Gemütern passieren, dass diese schreiend das Weite suchten, nachdem sie diesen Film gesehen hatten.

Der Nachteil bei diesem Beruf ist ja leider auch, dass man nicht gerade mit farbenfrohen Kleidern seinen Job verrichtet.

Der Film selbst besitzt durchaus kleine Mengen an SF-Elementen, muss allerdings klar im Bereich des Horrors angesiedelt werden. Das liegt daran, dass das tödliche Übel irgendwie seinen Ursprung in einer anderen Dimension besitzt und für diesen Übergang eben nicht mit Zaubersprüchen und mystischen Formeln um sich schmeißt.

Im allgemeinen kann man bei diesem Film allerdings sagen, dass die Hauptfiguren besser in erster Linie Friedhöfe tunlichst meiden sollten, was sie aber (für den Zuschauer positiv gesehen) nicht tun.

Der Film schlug wie gesagt recht gut ein und hatte auch schnell eine nicht zu verachtende Fangemeinde, weshalb Fortsetzungen später natürlich unausweichlich blieben. Im Grunde wurde mit den Jahren dann drei Fortsetzungen gedreht, wobei die letzte 1998 ihren Schrecken verbreitete. Doch damit nicht genug, gab es 2016 dann nochmals eine weitere Verfilmung, die ich allerdings weder kenne, noch in meinem persönlichen Filmarchiv habe.

Was mich bei diesem Film allerdings immer gewundert hatte, war der Umstand, wie die ein menschliches Gehirn immer in so ein glänzendes Ding hinein bekommen haben. Groß war das ja nun wirklich nicht gewesen.

Der deutsche Titel umfasst übrigens nicht mehr als sieben Buchstaben. Der Originaltitel kommt dagegen mit acht Buchstaben daher. Aber natürlich werde ich hier den deutschen wie auch den Originaltitel jetzt nicht nennen, dann wäre es ja kein Rätsel mehr. Weiteres kann ich euch hier auch nicht als Hinweise anbieten, denn dann wäre das Rätsel schlicht zu einfach. Aber wie ich euch kenne, wird es eh nicht lange dauern, bis ihr herausgefunden habt, um welchen Film es nächsten Samstag geht.

In diesem Sinne wünsche ich euch noch ein schönes und spannendes Wochenende und schließe die Schränke meines Filmarchiv vorerst wieder.   
Das Haus an der Friedhofsmauer (Quella villa accanto al cimitero)
Das Haus an der Friedhofsmauer
(Quella villa accanto al cimitero)
mit Paolo Malco, Catriona MacColl, Giovanni Frezza, Teresa Rossi Passante, Giovanni De Nava, Silvia Collatina, Ania Pieroni, Dagmar Lassander, Giampaolo Saccarola, Kenneth A. Olsen, Lucio Fulci, Daniela Doria u.a.
Regie: Lucio Fulci
Drehbuch: Lucio Fulci, Dardano Sacchetti, Giorgio Mariuzzo
Produktion: Fabrizio De Angelis
Genre: Horror
Laufzeit: 82 Minuten (Uncut)
DVD/FSK: 18 Jahre
Vertrieb: Laser Paradise/Red Edition
Italien 1981

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Kommentare  

#1 Andreas Decker 2017-05-13 13:52
Ich hatte nur eine dunkle, nicht besonders gute Erinnerung an den Film, also habe ich noch mal in den Player geschoben. Ich habe mal so eine englische Fulci-Box gekauft., Grauenhafte Synchro. Aber die ist trotzdem nicht schuld dran, dass ich ihn einfach nur öde und stinklangweilig fand ;-) .

Wenn man Splatter nicht mehr abendfüllend findet, bleibt hier nicht mehr viel übrig. Die Story ist hauchdünn und würde kaum für eine vernünftige Kurzgeschichte reichen. Die krude Inszenierung und Fulcis ewige Zooms sind hier fast schon Selbstparodie. Es muss nicht immer alles erklärt werden, aber hier grenzt es schon schwer ans Willkürliche. Warum trägt das kleine Mädchen 70er Klamotten, wenn sie ein Geist von 1890 ist oder so? Klar, weil man sonst die dünne Pointe verraten hätte. Und das James-Zitat ist in dem Zusammenhang prätentiöser Käse.

Fulci hat gute Filme gemacht, tolle Thriller und auch bissige Komödien. Aber von seinen 80er-Filmen hat mir nicht einer gefallen, obwohl ich zugegeben nicht viele davon gesehen habe, da sie größtenteils schlecht zu kriegen sind.

Den Film nächste Woche habe ich auch schon ewig nicht mehr gesehen.
#2 Laurin 2017-05-13 18:33
@ Andreas Decker:
Ich würde diesen Film von Fulci nun nicht als Totalausfall einstufen, aber richtig ist, dass es an vielen Ecken hapert. Man sollte also wirklich nicht mit einem gewissen Anspruch an diesen Film heran gehen. Da war Fulci wesentlich besser wenn es direkt um das Thema Zombies ging.

Was den Film der nächsten Woche angeht, den hatte ich damals gesehen als er auf VHS raus kam. Erst vor gut einem Jahr habe ich mir die BD-Box an Land gezogen, in der alle vier Filme drin sind (ohne den 2016er). Dazwischen lagen auch verdammt viele Jahre. ;-)
#3 M. Botulino 2017-05-14 21:16
Besten Dank für die Besprechung eines der schönsten Beispiele "klassischer" Horrorfilme überhaupt, auch wenn sich ein Bild des "Glockenseils" im Beitrag verirrt hat.
"Das Haus an der Friedhofsmauer" ist ein Lehrbuchbeispiel "visuellen" Filmemachens. Es gibt tatsächlich nicht ein einziges Bild im Film, welches nicht sorgfältig komponiert wäre, selbst in "nebensächlichen" Szenen. Fulci ist mittlerweile als einer der ganz, ganz grossen Regisseure anerkannt, und technisch war er tatsächlich allen anderen überlegen. Regisseure wie Visconti oder Pasolini hat er in puncto Szenenaufbau im Handstreich vom Tisch gefegt (auch wenn diese andere Herangehensweisen hatten), und auch der Stilist Argento kam nur mit Mühe an den als "Argento-Plagiator" zeitweise verkannten großen Meister des italienischen Genrekinos heran (wie Argento auch selber zugegeben hat).
Es gab wahrlich nur wenige Filmemacher, die das Geheimnis der Inszenierung tatsächlich kannten. Fulci war von diesen der Beste. Und "Das Haus an der Friedhofmauer" ist ein eindrucksvolles Beispiel seiner Kunst. Schon ein Jahr später ging es kontinuierlich bergab- geschuldet dem Gesundheitszustand und den Produktionsbedingungen einer zusammenbrechenden Filmindustrie...
#4 Erlkönig 2017-05-14 21:20
Andreas Decker
"Warum trägt das kleine Mädchen 70er Klamotten?"
Auch Geister kleiden sich gern modisch, besonders, wenn sie weiblichen Geschlechts sind. :-) Ausnahme: asiatische

Ausblick
"menschliches Gehirn in glänzendes Ding hineinbekommen"
Das ganze Filmgeschehen läuft ja wohl auf "Komprimierung" hinaus.
Ansonsten, trotz oder gerade wegen kleinem Budget gut gemachter Film mit hervorragendem Soundtrack.
#5 M. Botulino 2017-05-16 20:25
Ein Nachtrag sei mir noch gestattet: Die Tatsache, dass manch Sachverhalt bewusst UNERKLÄRT bleibt, hat primär mal nichts mit FEHLENDER LOGIK zu tun…(trifft auf viele Elaborate Sacchettis in dieser Phase zu, allen voran natürlich „Glockenseil“ und „Jenseits“)…
#6 Laurin 2017-05-17 16:31
@ M. Botulino:

Ich weiß schon was du meinst und damit liegst du auch durchaus richtig. Der Zuschauer, der den Film aber nur ansehen will und sich weniger um solche Stilmittel kümmern wird (also rund 99% z.B. der Kinobesucher) sehen darin schlicht logische Fehler.
Und was sagt uns dies jetzt? Das Stilmittel, manche Sachverhalte bewusst unerklärt zu belassen mag künstlerisch gedacht sein, geht aber am Publikum irgendwo mitunter völlig vorbei.

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