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Vorhersehbarer Plot, stereotype Figuren - KONG: Skull Island

KONG: Skull IslandVorhersehbarer Plot, stereotype Figuren
KONG: Skull Island

»King Kong« (1933), die affige Version von der ›Schönen und dem Biest‹, entstand im Zeichen der amerikanischen Wirtschaftskrise. Dass der damals recht kostenträchtige Monsterstreifen zum massiven Hit geriet, lag wohl nicht zuletzt am, zu jener Zeit, innovativen ›Stop Motion-Verfahren‹ des FX-Experten Willis O Brien (1886-1962); der grandiose Erfolg erzwang im gleichen Jahr eine billigere Fortsetzung (»Son of Kong«, 1933).


King KongGänzlich seiner tragischen Aura verlustig gegangen, tauchte Kong dann irgendwann in diversen, Trashmovies wieder auf: O’Brien selber hatte 1961 den Einfall, ihn gegen ein riesiges ›Frankenstein-Monster‹ antreten zu lassen. Weil die hiesigen Studios dem Projekt aus Kostengründen nichts abgewinnen wollten, verkaufte sein windiger Produzent das Konzept schließlich nach Japan; als ›Man in Suit-Ape‹ traf der haarige Antiheld auf das Toho-Hausmonster Godzilla (Die Rückkehr des King Kong / King Kong vs. Gojira,1962)…und musste 5 Jahre später gegen sein Robo-Gegenstück, ›Mechani Kong‹, (King Kong, Frankensteins Sohn/King Kong no gyaukushu/KK Escapes, 1967) fighten.

In Great Britain entstand bereits 1961 der triviale Schnellschuss »Konga, Frankensteins Gorilla«(Konga), aber der wahre König war eh schon lange hin – deshalb sollte die komisch gemeinte, englische Gorilla-Lady „Queen Kong,1976“ ihn wahrscheinlich beerben; der völlig witzlos abgekupferte Plot brachte allerdings niemanden wirklich zum Lachen.


Zu meinem Artikel zur ›Kong-Story

Godzilla vs. King KongDer legendäre Ahnherr aller Superaffen wurde dann bekanntlich zweimal in Hollywood (1976/2005) reanimiert und wieder abgemurkst. Zwölf Jahre nach Peter Jackson präsentiert der kaum bekannte Jordan Vogt-Roberts den Mythos vom haarigen Antihelden, retro, neuinterpretiert

1973, kurz vor dem Ende des Vietnamkrieges, macht  sich der mysteriöse Wissenschaftler Bill Randa (John Goodman), in Begleitung eines Militärtrupps, auf die Suche nach einer unbekannten Insel im Pazifik, die den Namen Skull Island trägt. Das Unternehmen ist Colonel Packard (Samuel L. Jackson unterstellt; mit im Team sind aber auch der Fährtenleser –und ehemalige SAS Captain- James Conrad.(Tom Hiddleston) und die pazifistische Fotografin Mason Weaver (Brie Larson).

Endlich angekommen, wird die Expedition von einem gigantischen Affenwesen dezimiert – Hank Marlow (John C. Reilly), vor 28 Jahren Jahren dort gestrandet, klärt die Überlebenden auf: das Tierwesen, Kong, ist unumstrittener König dieses ungastlichen Eilandes und schützt die Eingeborenen vor noch schlimmeren Gefahren. Die Insel wieder zu verlassen, erweist sich als wahres Himmelfahrtskommando – dabei gibt es ein weiteres Problem. Packard will seine toten Kameraden rächen…und Kong zur Strecke bringen..

Nachdem Marvel das ‚Cinematic Universum’ erfolgreich im Kino etabliert hat, basteln die Cleverles in Hollywood bereits, in ähnlicher Weise, am ’Monsterversum’ (“Die Mumie“ … etc.), um klassische Gruselgestalten zu rebooten. Weil “Godzilla“ (2014) bereits Teil davon ist, muss der abenteuerliche Inselprimat unbedingt wieder an die (Film)front.


KONG: Skull IslandAuf „Skull Island“ ist der Kong immer noch King – aber seine Heimat erinnert kaum noch an eine Insel, die aus der prähistorischen Zeit gefallen ist. Und gingen da nicht ein paar andere, fiese Viecher um , dann wäre „Vietnam“ näher dran.. Klar, wir schreiben das Jahr 1973 und befinden uns eigentlich auf „Kriegsfilm-Terrain“; richtig erkannt, „Apocalypse Now“ (1979) lässt grüßen - haben ‚pfiffige’ Filmfans zweifellos längst mitbekommen. Selbst für Packard ist der übergroße Gegner nur mehr der ‚Viet-King Kong’.

Nächstes Ärgernis – Kong musste größentechnisch gewaltig zulegen, weil er sich 2020 mit Godzilla balgen soll. Wenn ihm dann die, recht blasse, Weaver/Larson und ihr Loveinterest, Conrad/Hiddleston, „ Auge in Auge“ gegenüberstehen, wird’s richtig lächerlich. Kein Wunder, dass die aufgeblasene „Naturbursche“ sich diesmal nicht in die “weiße Frau“ verknallt – ohne scharfe Sehhilfe geht ja gar nix.

Vorhersehbarer Plot, stereotype Figuren – Monstergezücht aus dem Rechner, das nach einer gewissen Laufzeit nur noch langweilt. Um fair zu bleiben, muss man wenigstens den Pixel-Aufwand loben – „Kong: Skull Island“ ist digitaler Eyecatcher – auch wenn der Hauptdarsteller manchmal fast wie ein steinzeitlicher, gigantischer Neanderthaler rüberkommt.

Ewige „Köpferschütteler“ dürften einmal mehr Gründe zum Grübeln finden – unter anderem darüber wie Reilly’s Charakter es denn nur geschafft haben könnte , in dieser menschenfeindlichen Umgebung so lange am Leben zu bleiben; wo doch die „ungebetenen Eindringlinge“ baldigst zum „Creaturefutter“ werden.

Möglicher Weise hätte der Streifen aber auch viel interessanter werden können, als das, was auf der Leinwand jetzt abgeht

2015 wollten Warner Bros/Legendary-Pictures nämlich ursprünglich Brad Stricklands illustrierten Roman „Kong: King of Skull Island/05, aus dem Hause „Dark Horse-Press“, adaptieren. (Ja, ich weiß, es gibt auch eine Comic-Reihe dazu…)

 Darin macht Carl Denhams Sohn, 25 Jahre später , eine schockierende Entdeckung, die ihn auf die Insel zurückführt. In „Legendary Pictures’ „Skull Island sollte es außerdem um eine Prequelstory gehen, die erzählt wie der große Kong zum König der Insel wird.

Ehrlich, das ist der Film, den ich irgendwann sehen möchte…(und evtl. viele andere auch).
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Ich bin „not amused…

Kommentare  

#1 Mainstream 2017-03-19 11:47
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Lustig, wie weit man mit Empfindungen auseinanderliegen kann.

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