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Ein phantastischer Filmklassiker - Versuch erst gar nicht, im Weltraum zu schreien

Ein phantastischer FilmklassikerFolge 89
Versuch erst gar nicht, im Weltraum zu schreien

In dieser Reihe EIN PHANTASTISCHER FILMKLASSIKER werde ich ein wenig meine Schatzkammer in Sachen DVDs öffnen, in der sich neben mehr oder weniger aktuellen Filmen eben auch so manche Klassiker der Phantastik tummeln. Wir werden einen Streifzug unternehmen, in dem wir uns z.B. über Grusel, Science Fiction und Filmen im Grenzbereich der verschiedenen Genre bewegen werden. Manchmal wird der Horror ordentlich in Science Fiction verpackt.


Alien - Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt (Alien)Alien - Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt (Alien)
Das hätte doch glatt mal noch ein klasse Film für Paul Newman werden können, denn der Hollywood-Superstar war eigentlich für die Rolle als Officer Ripley auf dem Erzfrachter Nostromo vorgesehen gewesen. Doch wie das Leben so spielt, setzte der Film ALIEN auch in diesem Punkt neue Akzente.

Der Punkt war recht einfach. Die Hauptfigur sollte ein völlig durchschnittlicher Charakter sein, der aber im Handlungsverlauf anfängt, ordentlich über sich hinaus zu wachsen. "Durchschnittlicher Charakter", ob das wirklich das war, was Paul Newman hier verkörpern wollte? Das kann man eigentlich schon ein wenig als abwegig bezeichnen. Und dann auch noch in einem Raumschiff, dass wie ein abschreckendes Beispiel eines Mülltransporters wirkt. Nein, so etwas konnte man Paul Newman nun wirklich nicht antun. Jedenfalls lehnte er diese Rolle schlicht ab und ebnete so gleich mal den Weg für die erste Frauenrolle, die es eben so noch nicht im Kino gegeben hat. Und die wurde von Sigouney Weaver gleich so gleichberechtigt neben den Männern der Mannschaft gespielt, dass vielen Zuschauern dabei glatt der Kinnladen vor Staunen herunter sackte. Das konnte man glatt als den Durchbruch für Frauen im Action-Genre Rot im Kalender anstreichen.

Alien - Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt (Alien)Übrigens, Literatur gibt es um, mit und über den Film geradezu in Massen und es gibt eigentlich kein Medium mehr, in dem dieses Monster aus ALIEN nicht bereits aufgetreten ist. Doch halt, eine Romanvorlage im eigentlichen Sinne gab es vor diesem Film nicht, wie wir Morgen im Artikel von Zauberspiegel-Kollege Ringo Hienstorfer in Sachen Novelizationen (Die Novelization - Der Roman zum Film: Katz und Maus-Spiel am 19.03.) noch nachlesen können. Also gleich vormerken und Morgen wieder in den Zauberspiegel schauen, wenn es einiges über den Roman zum Film zu erfahren gilt.

Auch was diesen Erzfrachter anging, wurden hier neue Maßstäbe im Weltraum gesetzt. Dieses Raumschiff würde doch glatt selbst von jeder Ratte fluchtartig verlassen werden, so dreckig wie das Ding da durch die unendlichen Weiten tuckert. Entsprechend diesem Umfeld suchte man den Helden zu Beginn auch erst einmal völlig vergeblich. Vielmehr trifft man auf eine Besatzung, wie sie uns auch in jedem Stahlwerk über den Weg laufen würde, illusionslos auf die nächste Lohnüberweisung fixiert. Dagegen sind Spock und Kirk glattgebügelte Überflieger. Den Job im All macht man daher erst einmal wegen der Kohle und weniger wegen irgendwelcher geistigen Luftschlösser im Kopf. Also von wegen Helden im Weltraum. Der einzige der an Bord der Nostromo so wirklich noch jede Menge Spaß an seinem Job haben dürfte, ist der einzige an Bord befindliche Androide Ash. Doch das der Kollege eben ein Androide ist, erfahren die anderen auch erst viel später.

Alien - Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt (Alien)Der Künstler, der der Hölle ein Gesicht gab:
Da gab es natürlich auch Auszeichnungen und Nominierungen für den Film, denn eine solch trostlose Zukunft musste ja einfach belohnt werden. Und doch holte den einzigen Oscar ein Mann, der im ganzen Film nicht einmal vorkommt. Doch Vorsicht, ohne diesen Künstler aller Albträume, HR Giger, wäre dieser Scifi-Film niemals zu dem geworden, was er danach wurde, nämlich ein filmischer Meilenstein. Der Maler, der nebenbei auch Möbel kreierte, die ebenfalls in jeden Horrorfilm passen würden, war der Schöpfer des ALIEN. Dabei handelt es sich nicht nur um die ausgewachsene Version des ALIEN sondern auch um die gesamten Vorstufen (z.B. das keinere Mischwesen irgendwo zwischen Spinne und Scorpion). Selbst die Albtraumwelt auf der man landet um überhaupt mit dem Schrecken in Kontakt zu kommen, ist den düsteren Phantasien von HR Giger entsprungen. Das "sein" Monster in verschiedenen Variationen auf die künstlerische Leinwand gebracht, einmal auch die Leinwände der Kinos erobern würde, hätte HR Giger allerdings wohl in frühen Jahren seines Schaffens wohl auch nicht im Traum gedacht.

In jungen Jahren besaß ich übrigens schon ein großes Bildband des Künstlers HR Giger unter dem Titel NECRONOMICON 1 & 2, für das man heute gebraucht als Sammler so um die 80,00 Euro berappen muss. Alleine für diese von ihm geschaffenen Bilder gebührt Giger eigentlich meiner Meinung nach schon ein Oscar, denn er dürfte der einzige Künstler sein, der der Hölle mit seinen Kreaturen, Monstern und dem optischen Grauen ein wirklich erschreckendes Gesicht gegeben hat, dass für schlaflose Nächte sorgen konnte. Man kann also ohne Übertreibung festhalten, dass ohne HR Giger der Film ALIEN wohl kaum zu dem Erfolg heranwachsen konnte, der seit 1979 bis heute ungebrochen anhält.

Alien - Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt (Alien)Eine kleine rote Haltelinie:
Ja, die muss ich leider in diesem Artikel in meiner Reihe DER PHANTASTISCHE FILMKLASSIKER einhalten, denn bei den ganzen Informationen vom, um und über den Film (und die nachfolgenden Kinofilme) könnte man locker mindestens drei recht lange Artikel zaubern und hätte immer noch nicht alles abgedeckt. Zwar sind wir hier beim ZAUBERSPIEGEL, aber um nicht den Rahmen völlig zu sprengen, will und muss ich mich hier auf einige wenige, aber wesentliche Informationen konzentrieren.

Das bedeutet in diesem Fall, dass wir nun zügig zur eigentlichen Handlung des Film ALIEN kommen. Dabei bleiben die Fortsetzungen ebenso unerwähnt wie auch das bisherige Prequel PROMETHEUS (das leider bei mir kaum punkten konnte), oder die diversen filmischen Crossover zwischen ALIEN gegen PREDATOR (die die Welt vielleicht auch nicht alle gebraucht hätte). Aus dem Film ALIEN ist mittlerweile ein eigenes mediales Multiversum nicht nur von Filmen, sondern auch Romanen, Comics und Spielen geworden, so das es einem Fan durchaus gelingen könnte, links und rechts von ALIEN nichts anderes mehr wahrnehmen zu müssen. Würde man also auf alles eingehen wollen, würde ich jetzt keinen Filmartikel samt persönlicher Kritik mehr abliefern, sondern bereits an einem Buch schreiben, dass mit den ersten 100 Seiten hinten und vorne nicht hinkommen würde. Wem also hier noch die eine oder andere Information im Artikel fehlt, der sei herzlich eingeladen per Kommentar diesen Artikel um weitere Informationen zu bereichern. Der Dank der Fans ist euch dafür schon jetzt gewiss.

Alien - Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt (Alien)MU/TH/UR 128 ändert den Kurs:
Der Erzfrachter Nostromo befindet sich im Jahre 2122 auf dem Rückweg zur Erde als der Zentralcomputer MU/TH/UR 128 (ausgesprochen "Mother" bzw. "Mutter") plötzlich eine Art SOS-Signal empfängt und sofort den Kurs dorthin ändert, bevor sie die im Kälteschlaf befindliche Besatzung aufweckt.

Um den Ursprung des Signals festzustellen, landet man auf einem unwirtlichen Planeten, wo man dann plötzlich ein völlig unbekanntes Raumschiff entdeckt, in dem sich nur noch ein versteinertes Besatzungsmitglied einer fremden Rasse befindet. Während man noch rätselt, was hier passiert sein könnte, findet Kane, ein Besatzungsmitglied der Nostromo in einem weiteren unterirdischen Gewölbe jede Menge eiförmige Gebilde, in denen scheinbar Leben zu existieren scheint. Doch Kane scheint jegliche gebotene Vorsicht gegenüber diesen fremden Gebilden vermissen zu lassen.

Offizier Ellen Ripley kommt indessen jedoch der Verdacht, dass es sich hier weniger um ein Not- als um ein Warnsignal gehandelt haben könnte, was jedoch vom Wissenschaftsoffizier Ash auf wenig Beachtung stößt. Kane wird indessen von einem aus einem geöffneten Ei entsprungenen, spinnenartigen Wesen angegriffen, dass direkt durch sein Helmvisier sich auf seinem Gesicht festsetzt. Zwar verweigert Ripley aufgrund der Quarantänebestimmungen den Zugang für Kane, was jedoch von Ash missachtet wird, der das Opfer, mitgeführt von Dallas und Lambert in das Landefahrzeug lässt. Doch dieses spinnenartige Wesen lässt sich auch auf der Krankenstation nicht von Kanes Gesicht entfernen, weil es sonst mit seinem Schwanz droht, Kane zu erwürgen. Aber auch das gelbe Blut dieses Wesens scheint hoch gefährlich zu sein, da es sich wie eine hochkonzentrierte Säure gleich durch mehrere Etagen im Raumschiff frisst und droht, auch die Außenhülle des Raumschiff erheblich zu beschädigen.

Die Crew der Nostromo macht sich wieder auf den Kurs zur Erde, als man nach einiger Zeit bemerkt, dass die spinnenartige Kreatur nun scheinbar Tod wieder von Kanes Gesicht abfällt. Kane selbst erwacht wieder und scheint sich ohne Probleme schnell von diesem Angriff zu erholen und auch einen guten Appetit zu entwickeln.

Doch dieser positive Zustand von Kane täuscht. Plötzlich kommt es zu schockierenden Szenen, denn eine weitere, kleinere Kreatur bricht plötzlich blutig aus dem Oberkörper von Kane heraus, der diesem scheinbar nur als Wirt gedient hatte. Während Kane stirbt, gelingt es diesem fremden Organismus im Schiff zu entkommen, worauf die Crew sich dazu entschließt, dieses fremde Wesen zu verfolgen. Dabei ahnen sie nicht einmal, dass sich dieser Organismus rasend schnell häutet, weil es in unvorstellbarer Geschwindigkeit wächst. So werden die Jäger bald zu Gejagten, weil diese Kreatur aus den Ventilationsschächten heraus wie ein Phantom absolut tödlich und schnell zuschlägt.

Alien - Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt (Alien)Das Raumschiff wird so zu einer tödlichen Falle. Als auch Dallas der Kreatur zum Opfer fällt, wendet sich Ripley als nun ranghöchster Offizier direkt an den Zentralcomputer und befragt diesen zu den verdeckten Zielen der Mission und dem scheinbar bisher seltsamen Verhalten von Ash. Dabei erfährt sie, dass dieser Abstecher wegen dem fremden Signal kein Zufall, sondern streng Geheim als verdeckte und damit zentrale Mission vorgesehen war. Die Firma, für die die Nostromo im All unterwegs war, schien von diesen fremden Aliens sogar gewußt zu haben, denn eines sollte mit dem Raumfrachter zur Erde verbracht werden. Ash versucht indessen Ripley zum Schweigen zu bringen, wird dabei aber von Parker und Lambert überwältigt.  Dabei stellt sich unvermittelt im Kampf heraus, dass Ash kein Mensch, sondern ein Androide ist.

Um weiteres zu erfahren wird der Kopf von Ash kurzzeitig von ihnen reaktiviert. Dieser bestätigt das dem fremden Alien die Priorität der Mission galt. Dabei bringt er der fremden und absolut tötlichen Kreatur seinen Repekt entgegen und offenbart weiterhin, dass man für diese Mission die eigene Besatzung als völlig entbehrlich und später ersetzbar eingestuft hatte.

Angewidert von dieser kaltblütigen Einstellung ihrer Auftraggeber beschließen die Drei, die Nostromo aufzugeben und mit dem kleinen Rettungsschiff zu verlassen. Doch bei den Vorbereitungen kommen auch Lambert und Parker durch die kosmische Kreatur ums Leben.  Nun ist Ripley völlig auf sich allein gestellt. Um die Kreatur zu vernichten, aktiviert sie die Selbstzerstörung des Raumfrachters.

Während der Countdown nun unerbittlich läuft, muss Ripley jedoch umkehren, weil das Alien ihr zuerst den Weg zum Rettungsschiff versperrt. So versucht sie die Selbstzerstörung vergeblich wieder außer Kraft zu setzen. Dieses Unterfangen scheitert, wobei es ihr dann aber doch noch gelingt, mit dem Bordkater ins Rettungsschiff zu gelangen und rechtzeitig zu starten.

In sicherer Entfernung beobachtet Ripley so, wie der Frachter Nostromo in einer gigantischen Explosion völlig zerstört wird. Doch die angebliche Sicherheit ist trügerisch, denn auch dem Alien ist es gelungen, sich im Rettungsschiff zu verstecken. Erst in letzter Sekunde gelingt es Ripley die tödliche Kreatur durch  Öffnen der Ausstiegsluke und die dadurch entstehende explosionsartige Dekompression aus dem Rettungsschiff zu schleudern. Mit der Hoffnung, eines Tages doch noch im Weltraum gerettet zu werden, begibt sich Ripley in die Kälteschlafkapsel des kleinen Rettungsschiff.         

Alien - Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt (Alien)Noch eine kleine Information im Vorfeld des morgigen Artikels:
Wie ihr Morgen ja sehen werdet, war auch hier der Film vor dem Buch vorhanden und nicht umgekehrt. Doch zumindest scheint eine Episode mit dem Titel DISCORD IN SCARLET (UNGEHEUER AN BORD) aus dem Buch DIE EXPEDITION DER SPACE BEAGLE von A. E. van Vogt aus dem Jahr 1979 in die Filmhandlung mit eingeflossen zu sein. Da Vogt diese Episode aus seinem Buch als geklaute Vorlage für den Film ALIEN vor Gericht brachte, wurden ihm nach dem Rechtsstreit runde 50.000 US-Dollar zugesprochen. Einige offensichtliche Ähnlichkeiten müssen also scheinbar zwischen dem Film ALIEN und der Episode aus dem Buch von A. E. van Vogt wohl bestanden haben. 

Alien - Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt (Alien)Meine Filmkritik:
Der Film ALIEN hat durchaus einen filmischen Meilenstein im SF-Genre gelegt, auch wenn der erste Film hier faktisch eine Horrorstory direkt in die Zukunft und damit in den Weltraum verlegt. Von einem reinen SciFi-Film kann man bei ALIEN aus dem Jahre 1979 daher nicht sprechen. Eigentlich würde ich sogar die kühne Behauptung aufstellen, dass die SF-Elemente hier schlicht die Verpackung zu einem heftigen Horrorfilm darstellen. Dies hat sich in den filmischen Fortsetzungen, Crossovern und Prequels immer weiter durchaus sichtbar in Richtung SciFi verschoben, doch für den Originalfilm kann ich leider von meiner Seite aus keine andere Betrachtung abgeben.

Der Weltraum bietet so den gewünschten klaustrophobischen Rahmen, dem man unmöglich entfliehen kann. Das Raumschiff selbst lässt zu keinem Zeitpunkt das Gefühl von Sicherheit aufkommen und so läuft eigentlich alles auf das Finale zu, in dem es zur ultimativen Auseinandersetzung mit dem in Gestalt gegossenem, absoluten Bösen kommt. Auch ein weiteres Element des typischen Horrorfilm findet man in ALIEN. Am Ende bleibt nur einer übrig der vielleicht die Chance bekommt, mit dem Leben davon zu kommen. Alle anderen sind verdammt dazu, zu Opfern des Bösen zu werden. Dabei ist das "Monster" die perfekte Tötungsmaschine schlechthin, frei von jeglicher Moral und Gefühl und mit jeder Faser seiner Existenz eine absolute Waffe der Vernichtung. Man hätte ihm locker auch einen Namen wie "Armageddon" geben können. Zeit und Raum sind daher durchaus austauschbar. Die Handlung könnte auch auf einer Insel in der Gegenwart stattfinden, auf der man strandet ohne die Möglichkeit der Flucht zu haben und auf der man den Keim alles Bösen findet, der sich durch und mit seinen Opfern zur Perfektion des Schreckens entwickelt.

Leider hat der Showdown des Films wirklich schon irgendwie einen langen Bart, den man bereits aus diversen anderen Filmen nur zu gut kennen dürfte. Der Held - in diesem Fall die Heldin - überlebt natürlich. Es wird zwar nicht ersichtlich, ob sie ihre Flucht am Ende auch als vollen Erfolg verbuchen kann, oder ob es sich hier nur um einen Aufschub des Unvermeidlichen handelt. Ob das unvermeidliche Ende naht, wird  zum Schluss des Films ALIEN allerdings dankenswerter Weise nicht wirklich ersichtlich (wir lassen da mal die Kenntnisse um die Fortsetzungen außen vor), was typisch für einen guten Cliffhanger ist. Gleichsam traut man als Zuschauer dem ALIEN aber auch direkt zu, diese Situation in der leere des Weltraums unbeschadet zu überleben, denn man nimmt das Böse über den gesamten Film hinweg als Teil dieser völlig lebensfeindlichen Umgebung wahr. So bleibt das Ende offen und bietet jede Möglichkeit, den Faden wieder aufzunehmen. Der Film wurde schließlich zu einem Erfolg auf ganzer Line, womit sich der Cliffhanger am Ende durchaus bezahlt gemacht hatte, denn so fieberte schließlich auch der Zuschauer von ALIEN einer Fortsetzung am Ende des Kinobesuch förmlich entgegen, was man durchaus als den Grundstein weiterer Erfolge werten darf.

Wie bereits oben schon mal von mir angedeutet, würde ich als Beispiel einer Konkretisierung den Horroranteil bei 70 Prozent im Originalfilm ansetzen und den eigentlichen SciFi-Anteil als Rahmenhandlung bei 30 Prozent. Sieht man sich dann z.B. nur die direkten Fortsetzungen an, so bemerkt man durchaus, dass sich dieser Prozentsatz immer stärker zugunsten der Science Fiction verschiebt, bis man direkt von einer SciFi-Filmreihe reden kann, die wiederum gesamt betrachtet über einen gewissen Anteil an Horror-Elementen verfügt.

Für mich persönlich ist dieser erste Film unter dem deutschen Titel ALIEN - DAS UNHEIMLICHE WESEN AUS EINER FREMDEN WELT  auch ohne Frage der beste Film und bekommt von mir locker die Gesamtanzahl von fünf möglichen Punkten. Das trifft leider später bei den direkten Fortsetzungen nicht mehr mit diesem Enthusiasmus meinerseits zu, wobei ich gestehen muss, dass die Crossover mit den PREDATOREN bei mir im Höchstfall noch drei von fünf Punkten abräumen können und das erste Prequel (es soll ja auch hiervon eine Fortsetzung geben) nur noch mit sehr viel Mühe zwei von möglichen fünf Punkten erhält. Was also den Originalfilm ALIEN angeht, so dürfte dieser für mich in einer Sammlung PHANTASTISCHER FILMKLASSIKER stets einen gesicherten Platz verdienen. Bei allen weiteren Ablegern überlasse ich diese Entscheidung gerne dem persönlichen Geschmack des Filmsammlers und Fan.

Ausblick:
Bleiben wir doch gleich mal bei der Science Fiction mit recht hohem Horror-Faktor. 

Und auch im nächsten Fall geht es um einen Außerirdischen, der nicht gerade viel gutes mit den Menschen geplant hat. Er scheint seinen Feldzug gegen die menschliche Rasse allerdings nicht ganz freiwillig alleine zu führen. Ist er etwa nur durch einen Unfall hier gestrandet?

Nun, so ganz möchte ich hier nicht weiter auf diese Frage eingehen. Und irgendwie überlässt man das auch durchaus zuerst der Phantasie des Zuschauers. Interessant ist jedoch, dass dieser Alien nicht mit gezückter Laserwaffe auf Tour durch die menschliche Gemeinde geht, sondern mit etwas tötet, dass man selbst wiederum als einen lebenden Organismus bezeichnen kann.

Auch in diesem Film ist sehr schön zu sehen, wie hoch der eigentliche Horroranteil ist, denn das Element der Science Fiction erschöpft sich fasst schon in dem Umstand, dass es sich hier in dem Film eben um einen Außerirdischen handelt.

Wenn ihr jetzt also Bilder im Kopf habt von startenden oder landenden UFOs oder Supercomputern und ähnlichem, dann dürftet ihr bei diesem Filmrätsel bereits auf dem Holzweg sein.

Dafür (als kleiner Hinweis) greift man für die Handlung eher gleich bei dem Horror-Genre in die Vollen und zaubert ein junges Pärchen ebenso hervor wie eine Gruppe von Pfadfindern, die den Weg mit etwas kreuzen, dem sie besser nicht begegnen sollten. Natürlich darf da auch der halbverrückte Hinterwäldler nicht fehlen, dem man erst einmal eh nicht glaubt, was er da so an wirren Warungen von sich gibt.

Die Zutaten sind in diesem Film also durchaus dem Genre-Freund recht bekannt, doch muss ich hier ehrlich zugeben, dass ich mich bei diesem Außerirdischen damals als recht junger Bursche schon richtig gegruselt hatte, wie er da in der Nähe einer Scheune so unvermittelt auf dem Acker im fahlen Licht der Sterne auftauchte. Sehr oft ist dieser Film meines Wissens nach jedoch nicht im Fernsehen gezeigt worden.

Und wer jetzt noch immer nicht weiß, um welchen Film es sich handelt, dem sei der Wink mit dem ganzen Lattenzaun noch gegönnt, wenn ich mal behaupte, dass der Tod hier locker fliegen kann. Und da wir oben ja schon mal die Crossover mit den PREDATOREN erwähnt haben, sei hier mal erwähnt, dass dies auch hier im Ausblick eine hilfreiche Information sein könnte.

Also dann, viel Spaß beim raten ... oder beim grübeln ... ganz wie ihr es gerade halten mögt.

Alien - Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt (Alien)
Alien - Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt
(Alien)
mit Sigourney Weaver, Ian Holm, Tom Skerritt, Harry Dean Stanton, John Hurt, Yaphet Kotto, Veronica Cartwright, Bolaji Badejo, Helen Horton u.a.
Regie: Ridley Scott
Drehbuch: Dan O'Bannon, Ronald Shusett
Produktion: Walter Hill, Gordon Carroll, David Giler
Genre: SciFi/Horror
Laufzeit: 112 Minuten
DVD/FSK: 16 Jahre
Vertrieb: Twentieth Century Fox
USA/Großbritannien 1979

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Kommentare  

#1 Andreas Decker 2017-03-18 11:56
Die "Trucker im Weltall", wie es damals so schön in einer Rezi hieß.

Meine Lieblingsanekdote ist immer noch, wie James Cameron den Studiobossen die Fortsetzung verkaufte. Er malte nur ein Wort an eine Tafel: Alien$
Schon war das Budget gesichert.

Teil 2 kann man immer noch sehen, wenn auch nur im längeren Director's Cut, auch wenn er in seinen Versatzstücken so manipulativ wie ein stalinistischer Propagandafilm ist.

Teil 3 fand ich immer nur schlecht, und ich halte Fincher trotz des überragenden 7 für schwer überschätzt.

Alien: Die Wiedergeburt ist trotz Whedon Malen nach Zahlen, hohle Actionkacke aus der Retorte.

Prometheus ist eine Katastrophe. Vom Anschauen her ein Film zum Niederknien. Von der Story und den Charakteren her absoluter Murks, wo jeder Agierende nur Unsinn faselt und wie ein Dementer handelt.

Aber es gibt ein paar gelungene Alien-Comics von Dark Horse, meistens die Einteiler. ALIEN vs gibt es ja mittlerweile in jeder Kombination. Das kann ganz spaßig sein. ALIEN vs JUDGE DREAD ist gelungen, vs TARZAN war auch ganz amüsant. Die Romane, die ich gelesen habe, waren alle stinklangweilig. Wenn man die Viecher aus dem Spukhausumfeld nimmt und den Scheinwerfer draufrichtet, sind sie halt nur noch überdimensionale Küchenschaben.

Eigentlich solltest du jetzt ein paar der schlimmeren (besseren) Nachäffungen besprechen. :lol: Galaxy of Terror, Insemiod, etc

Keinen Schimmer, was du in der Aussicht meinst. Gut gemacht :-)
#2 Toni 2017-03-18 13:09
Das "Necronomicon" von Giger habe ich auch mal besessen. Das gab es, so glaube ich, in verschiedenen Größen. Auf dem Plattencover von Emerson, Lake &Palmer (Brain Salad Surgery-1973) konnte man schon ein wenig vom Alien-Design erkennen.

Ich könnte mir den Film ohne Weaver gar nicht vorstellen. Gut das Newman abgesagt hat.
Mit Alien III konnte ich auch nicht viel anfangen und die anderen habe ich mir direkt geschenkt.
Bei der Aussicht muss ich auch passen... (is aber auch schwer)
#3 DarkDancer 2017-03-18 14:15
Ich kann mich noch gut an meinen Kinobesuch erinnern damals in den guten alten Tagen.
Jeder war auf das Alien gespannt und wir würden ja auch nicht enttäuscht. Zunächst wenigstens nicht denn als der fast unsichtbare Angreifer schliesslich imin voller Größe zu sehen war konnte man den Gummianzug förmlich riechen. Schade drum aber nimmt dem Film natürlich nicht den Kultstatus geschweige denn ein Meilenstein zu sein.
Zum Ausblick..
Fliegender Tod oder doch eher fliegende Beelzebuben?
#4 Heiko Langhans 2017-03-18 14:46
AD: Irgendwann muss ich mal rauskriegen, warum Whedon so hochgelobt wird. Vor diesem Rätsel stehe ich seit fast 20 Jahren, und weder seine Filme/TV-Serien noch diverse Artikel im Netz (bei Wikipedia angefangen) helfen mir weiter. Vielleicht liegt es daran, dass ich mit Buffy nie was anfangen konnte und Firefly ganz nett finde - aber das war´s auch. :sigh:
#5 Andreas Decker 2017-03-18 18:35
zitiere Heiko Langhans:
AD: Irgendwann muss ich mal rauskriegen, warum Whedon so hochgelobt wird. Vor diesem Rätsel stehe ich seit fast 20 Jahren, und weder seine Filme/TV-Serien noch diverse Artikel im Netz (bei Wikipedia angefangen) helfen mir weiter. Vielleicht liegt es daran, dass ich mit Buffy nie was anfangen konnte und Firefly ganz nett finde - aber das war´s auch. :sigh:



Buffy hatte eine sehr treue und laute Fangemeinde. (Whedon ist wie Gaiman, wenn man mal drüber nachdenkt; beide sind als Autoren Frauenversteher.) Und in dem Fall kann ich den Hype teilweise verstehen. Ich habe die Serie auch sehr gemocht. Das lief ein paar Jahre lang auf allen Zylindern. Da hat Whedon und sein Team äußerst gekonnt mit Comedy und Melodram jongliert, und sie hatten ein begnadetes Händchen für die Nebencharaktere. Hätten die PR-Macher nur 10% dieses Talents ... Als sich Whedon aus dem Alltagsgeschäft der Serie zurückzog und die wichtigen Dinge in die Hände seiner Co-Produzentin übergab, also Staffel 6+7, ging es bergab. Da hakte es plötzlich an allen Ecken und Enden.

Den Hype um Firefly konnte ich allerdings auch nie verstehen. Ganz nett, aber man muss schon ziemlich talentlos sein, um einen SF-Western zu versenken. Siehe Sachen wie Killjoys. Das kriegt Syfy ja auch so hin. Aber bei Firefly fällt mir die Vorstellung schwer, dass das Stoff für sieben Jahre gewesen wäre.

Der erste Avengers sah so aus, wie ein Avengers-Film aussehen sollte. Eine hohle Story - wie in den Comics, die Avengers-Storys waren immer hohl - und ununterbrochen Prügelei mit viel Trümmern. Das lässt sich aber nur schwer replizieren, darum war Nr.2 auch so entsetzlich öde.

Mittlerweile ist Whedon wie John Carpenter. Egal, was für einen Käse er abliefern wird, das wird seinen Fans egal sein.
#6 Laurin 2017-03-18 18:37
@ Andreas Decker:
Ja, der AUSBLICK könnte diese Woche recht schwer sein, obwohl ich eigentlich schon mehr verraten habe als ich wollte. Ich glaube mal, den Film hat wohl kaum noch einer auf dem Schirm. Dann wird der Artikel nächsten Samstag ja besonders spaßig sein wenn man erst mal die Querverbindungen sieht. :-)

Bei ALIEN bin ich eigentlich auch auf dem Level, mir hier nur den ersten wirklich ab und an mal rein zu ziehen. Ist bei dem Film PREDATOR auch so. Als Comic habe ich da kein einziges Crossover mit ALIEN.

@ Toni:
Ja, Newman hätte sogar ein kapitaler Fehlgriff sein können. Gut das man da auf die Weaver zuging.

@ Heiko Langhans:
BUFFY empfand ich als recht angenehme Serie. Mit seinem FIREFLY wurde ich aber auch nicht warm.
#7 Friedhelm 2017-03-18 21:41
Alien ist eigentlich immer noch sehenswert - auch wenn die Idee damals nicht unbedingt neu war.
Was ich lustig bis merkwürdig finde: In diesem Film behauptet Ash, das man dieses Viech nicht töten kann. Später, in den Alien vs. Predator-Movies, wird eines dann einfach abgeballert. Na egal..

Der Ausblick: Der Film ist echter Trash - und da spielen meines Wissens Martin Landau und Jack Palance mit. Das Ding hatte ich sogar heute in der Hand - aber dann den Kauf doch gelassen. Der lief auch, vor ungefähr 30 Jahren im ZDF,,, war ein Freitag...
#8 Laurin 2017-03-19 00:23
@ DarkDancer:
Nun ja, irgendwann musste man das ALIEN ja mal in voller Schönheit sehen. Alles andere hätte ich als Verarschung empfunden. Aber dafür, dass hier einer im Gummianzug steckte, haben sie es ja doch sauber hin bekommen. Da gibt es schlimmere Entgleisungen in Sachen Kostüme. ;-)
Was den AUSBLICK angeht, heißen die Dinger bei mir nur fliegende Mini-Pizzen. :lol:

@ Friedhelm:
Ja, der Landau, bevor er etwas später gleich mit dem ganzen Mond auf Reisen ging. Und wenn man dann noch Jack Palance dazu mixt, dann ist Trash garantiert. Aber zumindest gehört der Film für mich zu der Sorte Trash, die man sich locker ab und an reinziehen kann, ohne davon gleich Hirnsausen zu bekommen. Das kann ich dem also durchaus hoch anrechnen. :P

Bei der Sterberate der ALIEN musste man gerade bei den Crossover-Filmen mit den PREDATOREN am falschen Rad drehen, sonst hätte das gesamte Konzept nicht mehr hingehauen. Da nahm man aber dem ALIEN auch eine Menge von seinem Flair weg, was dann wirklich negativ zu sehen ist. :sad:
#9 Larandil 2017-03-19 09:00
zitiere Friedhelm:
Alien ist eigentlich immer noch sehenswert - auch wenn die Idee damals nicht unbedingt neu war.
Was ich lustig bis merkwürdig finde: In diesem Film behauptet Ash, das man dieses Viech nicht töten kann. Später, in den Alien vs. Predator-Movies, wird eines dann einfach abgeballert. Na egal..

Ash meinte vermutlich "Mit dem, was ihr an Bord dieses Raumschiffs habt, könnt ihr es nicht töten."
#10 Mainstream 2017-03-19 11:39
-
Im Übrigen gibt es den "Ausblick" ungekürzt auf YouTube zu sehen.
#11 Laurin 2017-03-19 15:51
@ Mainstream:
Bei YouTube kann ich aber nicht so relax auf dem Sofa rum lümmeln. Da geht der Punkt eindeutig an einen großen Flachbildschirm und die DVD. Für alle anderen, schaut mal ruhig bei YouTube und dem Film rein. ;-)
#12 Friedhelm 2017-03-19 18:45
Zitat:
a, der Landau, bevor er etwas später gleich mit dem ganzen Mond auf Reisen ging.
Nicht ganz so: Landau ging 1976 mit dem Mond auf Reisen. Der Ausblick ist 1979/80 entstanden..
#13 Laurin 2017-03-21 18:59
@ Friedhelm:
Sorry, du hast recht. Den Mond hatte er ja schon in Serie 1975 - 1977 aus der Bahn gekickt. ;-)

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