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Verwirrendes mit Raum und Zeit - Insidious: Chapter 2

Insidious: Chapter 2Verwirrendes mit Raum und Zeit
Insidious: Chapter 2

Die dunkle Parallelwelt, in der die Verstorbenen mit negativem Hintergrund ebenso hausen, wie so manche Dämonen, scheint mit den feststehenden Regeln dieses Universums von Raum und Zeit nicht viel zu tun zu haben. Das muss jetzt nicht negativ sein als Hintergrund der INSIDIOUS-Reihe. Nur sorgt dies dann für etwas Verwirrung, wenn diese Abwesenheit von Raum und Zeit Eingang in einen der Filme findet.


Insidious: Chapter 2Doch kommen wir erst einmal zur weiteren Handlung, denn INSIDIOUS: CHAPTER 2 ist, wie der Titel schon aussagt, nichts anderes als die Fortsetzung nach der Rettung des kleinen Dalton und dem gewaltsamen Tod des Mediums Elise.

Der Anfang liegt in der Vergangenheit:
Doch zuerst einmal fahren wir in der Fortsetzung einmal zurück in die Vergangenheit. Genauer gesagt, als Josh selbst noch ein kleiner Junge war und selbst über die Fähigkeit verfügte, sich im Schlaf von seinem Körper zu trennen und als Geistwesen auf Reisen zu gehen. Dies war schließlich auch der Moment, wo die "schwarze Frau" auf ihn aufmerksam wurde und versuchte, Joshs Körper zu übernehmen, um wieder wie ein Mensch auf Erden leben zu können. Und hier tritt auch zum ersten mal Elise, noch als junge Frau, in das Leben von Josh, um ihm mit ihrem befreundeten Geisterjäger Carl beizustehen und die dämonische Gefahr durch die "schwarze Frau" zu bannen.

Dabei filmt man auch die Vorkommnisse während einer Seance. Und auf diesem Film ist etwas zu sehen, womit man damals im Jahre 1986 noch nichts anfangen konnte, denn der Geist von Josh als erwachsener Familienvater tauch auf dem Filmmaterial auf, während Josh selbst noch ein Kind ist und den Heimsuchungen des Bösen eher hilflos ausgeliefert ist.

Insidious: Chapter 2Wieder in der Gegenwart:
Das der Geist des erwachsenen Josh in dieser Zeit aufgetaucht ist, finden die Geisterjäger Specs und Tucker erst heraus, als sie bei der Durchsuchung von Elises Hinterlassenschaften auf die besagte Videokasette von damals stoßen.

Die Lamberts haben ja, wie bereits im ersten Film zu sehen war, bei Joshs Mutter Lorraine Zuflucht gefunden. Doch Renai ist sich immer noch nicht wirklich sicher, ob ihr Mann Josh wirklich noch der ist, der er eigentlich sein sollte. Ungeklärt ist ebenfalls immer noch, wer Elise ermordet hat. Hier hat die Polizei Josh im Auge, kann ihm aber letztendlich den Mord an dem Medium nicht nachweisen. Doch auch der kleine Dalton, den Josh aus dem Schattenreich und damit aus den direkten Fängen eines Dämons gerettet hat, scheint nun mit einer unbestimmten Angst seinem Vater zu begegnen.

Egal ob Josh nun wirklich noch Josh ist, oder nicht, eines weiß seine Frau Renai sehr genau - der Schrecken, dem sie sich ausgesetzt sahen, ist nach wie vor noch nicht beendet. Denn auch jetzt noch reißen die paranormalen Vorkommnisse nicht ab und scheinen die Familie weiterhin zu bedrohen.

Insidious: Chapter 2Der Ausgangspunkt des Schreckens:
Großmutter Lorraine macht sich indessen mit Carl, Tucker und Specs auf die Suche nach Hinweisen und versuchen dabei geistige Hilfe von der verstorbenen Elise zu erhalten. Der Weg führt sie in ein verlassenes Krankenhaus, in dem Lorraine früher gearbeitet hatte und wo es am Krankenbett damals einen unschönen Zwischenfall mit dem dort auf der Krankenstation liegenden Parker Cranes und dem kleinen Josh kam.

Wenige Tage später, als Lorraine Feierabend machen will, steigt der Patient Parker Cranes mit ihr in den Fahrstuhl. Eigentlich dürfte er aber nicht einfach im Krankenhaus herumlaufen können und auch auf Fragen von Lorraine scheint der alte Mann nicht zu reagieren. Erst als Lorraine am Empfang eine andere Krankenschwester fragt, warum der todkranke Parker Crane einfach im Krankenhaus herum läuft, erfährt sie von dieser, dass dies nicht sein könne, denn Parker Crane ist am Morgen des selbigen Tages verstorben.

Nun, dass ehemalige Krankenhaus gleicht mittlerweile eher einer Ruine, erfährt sie gemeinsam mit Carl, Specs und Tucker, dass der damalige Patient Parker Crane als Kind von seiner grundbösen Mutter gezwungen wurde, in Mädchenkleidern zu leben und sich auch wie ein Mädchen zu benehmen. So hat sie ihn auch seit seiner Kindheit missbraucht. Doch auch ihr Geist, den man nun in der Welt der ewigen Dunkelheit nur noch "Mutter des Todes" nennt, geistert hier herum und greift nun Lorraine und die anderen an.

So aber kommen sie zumindest auch hinter das Geheimnis der "schwarzen Frau", denn zu Lebzeiten verkleidete sich Parker Crane später als eben diese und brachte in seinem, von der eigenen Mutter ausgelösten Wahn, viele junge Mädchen um.

Insidious: Chapter 2In der Gegenwart ist Josh nicht mehr Josh:
An anderer Stelle fängt der Körper von Josh sich negativ zu verändern an. Ihm fällt ein Zahn aus und auch sonst wirkt er immer kränklicher, was ihn jedoch nicht ungefährlicher macht, denn Joshs Körper ist völlig im Besitz der dämonischen "schwarzen Frau" und damit eigentlich von Parker Crane, dem wahnsinnigen Mädchenmörder.

Für den Geist des toten Mörders scheint daher nicht alles so zu verlaufen, wie er es gerne hätte und auch die Spannungen durch sein seltsames Verhalten gegenüber Renai und den Kindern entwickeln sich immer bedrohlicher.

Renai und Lorraine setzen erst einmal alles daran, die Kinder in Sicherheit vor Josh zu bringen, während nun Carl, gemeinsam mit Specs und Tucker versuchen, Josh/Parker zu überwältigen. Doch dies geht gehörig schief, weil man diese böse Wesenheit schlicht unterschätzt.

Indessen setzt der kleine Dalton seine Fähigkeiten ein, seinen menschlichen Körper wieder zu verlassen, um nochmals die gefährliche Reise in die dunkle Parallelwelt anzutreten. Dort trifft er nicht nur auf den Geist seines Vaters, der alleine hilflos ist, wieder einen Weg zurück in seinen Körper zu finden, sondern auch auf den Geist der verstorbenen Elise, die beiden Hilft, wieder in die reale Dimension zurück zu gelangen.

Gerade als Josh/Parker Renai versucht zu ermorden, gelingt es dem Geist von Josh so wieder in seinen Körper zurück zu kehren und den bösen Geist von Parker Crane wieder in die dunkle Parallelwelt zurück zu verbannen. Die paranormalen Vorkommnisse gehören von da an zur Vergangenheit und die Familie scheint nun entgültig vor dem bösen Geist von Parker Crane gerettet.

In einer Schlussszene sehen wir Specs und Tucker, die einer fremden Familie wegen paranomaler Vorkommnisse zu Hilfe kommen wollen. Die kleine Tochter der Familie scheint durch seltsame Visionen gepeinigt zu werden und sie kann die Geister der toten sehen. So sieht sie auch Elise, die nunmehr als Geist die beiden Geisterjäger bei ihren Aufträgen stets begleitet. Elise scheint jedoch plötzlich etwas Schreckliches hinter dem Mädchen zu entdecken, worauf sie entsetzt zu schreien beginnt.

Insidious: Chapter 2Eine sehr dichte, mitunter aber verwirrende Handlung:
Der Film bewegt sich hier schlicht auf zwei Handlungssträngen fort. Zum einen wird die Familie Lamberts von den durchaus bereits üblichen Horrorelementen gepeinigt. Auf der anderen Seite tauchen wir aber auch in die Schiene des Serienkiller-Horrors ein, wo nun das Geheimnis um die "schwarze Frau" bzw. Parker Crane gelöst wird. Dies sorgt durchaus für Überraschungen, denn da der Film selbst immer wieder mit Bildern aus der Vergangenheit gespickt ist, bekommen wir als Zuschauer auch tiefere Einblicke zum Mädchenmörder und wie er zu dem geworden ist.

Die unterschiedlichen Handlungsstränge und die gebotenen Einblicke machen die Fortsetzung von INSIDIOUS durchaus spannend und interessant. Doch durch die Figur des Vaters (Josh), der als Geist zwischen Vergangenheit (80er Jahre) und der Gegenwart herum springt, können leichte Verwirrungen durchaus beim Zuschauer eintreten. Hierzu kann ich deshalb nur den Tipp geben, der Filmhandlung konzentriert zu folgen, denn sonst sieht man sich plötzlich Fragen gegenüber, die man sich so hätte ersparen können. Dies hätte man allerdings auch innerhalb der Handlung durchaus eleganter lösen können, schließlich sitzt man als Zuschauer ja schon gespannt wie ein Flitzebogen im Sofa, weil man jeden Moment mit einem neuen schaurigen Schockelement rechnet.

James Wan, von dem im gleichen Jahr auch der Film CONJURING - DIE HEIMSUCHUNG in die Kinos kam, versteht sein Handwerk in Sachen Horror und schaurige Effekte zur Zeit wie kein Zweiter und sorgt daher auch für jede Menge Begeisterung nicht nur unter seinen Fans. INSIDIOUS: CHAPTER 2 ist daher ebenfalls reich an Spannung und wendungsreichen Handlungsabläufen. Doch trotzdem kommt er nicht ganz in der Wertung an den Vorgängerfilm INSIDIOUS heran. Und das liegt eben wieder an diesen Zeitreise-Elementen, die einfach ab einem gewissen Punkt zu sehr unsere Aufmerksamkeit fordern und so sich eben auch störend auf die Gesamthandlung auswirken können.

Insidious: Chapter 2Das ganze Spiel mit den verschiedenen Zeitebenen in denen wir immer wieder auf Josh treffen, wirken im Film etwas deplatziert. Auch in Sachen Logik bürden gerade diese Szenen dem Zuschauer einfach zu viele Denkaufgaben während der Handlung auf.

Nehmen wir dann noch hinzu, dass sich neben dieser Josh-Zeit-Schiene auch noch weitere diverse Rückblicke in der Zeit befinden, die aber durchaus für die Handlung interessant und leichter zu überschauen sind, wirkt das Gesamtbild in Sachen Zeit-Ebenen dann doch etwas arg überkonstruiert. Man kann es also drehen und wenden wie man möchte, man wird in Sachen Kritik immer wieder auf dieses "zu viel" an Zeitreise innerhalb der Handlung kommen. Wie oben also schon mal erwähnt, hätte man die Figur des Josh im Reich der Finsternis und damit seine Zeitsprünge etwas zurück genommen und die Lösung dieses Problems etwas anders angepackt, dann hätten die anderen Rückblenden durchaus ein Gewinn sein können und der Film selbst hätte noch etwas in sich logischer und damit positiver abgeschnitten.

Insidious: Chapter 2Meine Filmkritik:
Leider muss man wegen der oben schon angeführten Kritik sagen, dass INSIDIOUS: CHAPTER 2 gegenüber dem ersten Film etwas hinterher hinkt.

Die Kritik mag vielleicht auch auf einem etwas zu hohen Niveau liegen, denn ansonsten kann auch die Fortsetzung durchaus mit einer überraschenden Wendung im Verlauf der Handlung aufwarten. Die Story an sich ist vom ersten Moment an mit reichlich Spannung gesegnet und atmosphärisch kann man den Film durchweg als vorbildlich dicht bezeichnen.

Auch die kleinen komischen Elemente, die gerade dann in Erscheinung treten, wenn die Figuren Specs und Tucker auftreten, wirken nicht überzogen und lockern den Spannungsverlauf der Gesamthandlung durchaus positiv auf.

Im Punkt Schattenreich, Totenwelt oder Dimension der Finsternis, oder wie man diese Welt der stetigen Dunkelheit und des Bösen man auch immer nennen will, hätte man auch etwas mehr hinzufügen können, denn diese wirkt noch genauso etwas minimalistisch gestaltet, wie im ersten Film. Aber hier mag ich nun keine größere Kritik anführen, denn die Darstellung hat durchaus auch so einen gewissen Reiz und wirkt sich nicht im mindesten negativ auf die Gesamthandlung aus.

Was natürlich ebenfalls für diese Kniffe bei den Zeitreisen von Josh geführt haben könnte (obriger Kritikpunkt), dürfte eben die Tatsache sein, dass neben INSIDIOUS: CHAPTER 2 auch CONJURING - DIE HEIMSUCHUNG mit gleicher Thematik in die Kinos kam und man sich über diese Schiene versuchte, von CONJURING abzuheben. Eine befriedigendere Antwort dürfte jedoch hier nur James Wan selbst geben können, wenn er denn wöllte. Denn irgendwo muss man ja schon seine besten Ideen gezielt investieren, wenn man gleich zwei Filme am Start hat.

In Sachen Darsteller kann man auch hier wieder nicht meckern, handelt es sich doch hierbei eigentlich wieder um die gleiche starke Crew wie bereits im ersten Film INSIDIOUS selbst. Bleibt also unter dem Strich nun nur noch meine Punktebewertung:

Hatte der Film INSIDIOUS noch die vollen fünf Punkte abräumen können, so muss ich der Fortsetzung hier leider einen Abzug in der B-Note verpassen, weil Josh Lambert einfach auf allen Zeitebenen herum geisterte und so für zu viel Verwirrung sorgte. Aber mit insgesamt vier Punkten steht die Fortsetzung INSIDIOUS: CHAPTER 2 immer noch recht passabel da und erhält natürlich von mir daher auch die volle Empfehlung zum wohligen Gruseln. Ob es dann wieder aufwärts geht, werden wir sehen, wenn ich mich hier dem dritten Teil der Reihe annehme, der mit dem sinnigen Titel INSIDIOUS: CHAPTER 3 daher kommt und in der Zeit noch vor dem ersten Film zurückgeht. Schließlich hat jede Geschichte irgendwo ihren Anfang.

Insidious: Chapter 2
Insidious: Chapter 2
(Insidious: Chapter 2)
mit Patrick Wilson, Rose Byrne, Barbara Hershey, Ty Simpkins, Lin Shaye, Leigh Whannell, Angus Sampson, Andrew Astor, Steve Coulter, Lindsay Seim, Joceline Donahue, Danielle Bisutti, Tyler Griffin, Tom Fitzpatrick u.a.
Regie: James Wan
Drehbuch: Leigh Whannell, James Wan
Produktion: Jason Blum, Oren Peli, Rick Osako
Genre: Horror
Laufzeit: 105 Minuten
DVD/FSK: 16 Jahre
Vertrieb: Sony Pictures
USA 2013

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