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Die Wiedergänger und ein Höllenfürst – Das Tote-Welt-Phänomen - Foster Folge 09

FosterDer Zerstörer bahnt sich seinen Weg
Das Tote-Welt-Phänomen – Foster Folge 09

Die Gefahr für die Menschheit ist ultimativ und jede Sekunde zählt nun in diesem Kampf. Lily, die eigentlich hoffte, als Gefäß für den kommenden Höllenfürsten dienen zu können, muss sich damit abfinden, das sie wohl als dessen Paladin nur die zweite Geige spielen wird. Vielleicht ist es auch besser so, denn wenn der Höllenfürst Moreor sie als Gefäß erwählt hätte, wäre ihr eigenes Ich völlig ausgelöscht worden.

Das Tote-Welt-PhänomenFOSTER kämpft indessen faktisch immer noch an allen Fronten und merkt nicht einmal, wie er sich in diesem Kampf verzettelt und dem Höllenfürsten dabei sogar den eigentlichen Durchmarsch sichert.

Erst Jazz, die fasst alle außer FOSTER immer noch für eine Gefahr halten, macht FOSTER darauf aufmerksam, das dieser Krieg gegen das Böse noch in dieser Nacht verloren sein wird, wenn man Moreor nicht direkt selbst angreift. Die "Todeshochzeit" ist vollzogen worden und Moreor zu diesem Zeitpunkt noch zu schwach um den Kampf selbst aufzunehmen.

Doch die Schwäche des Höllenfürsten können FOSTER, Parker und die anderen der Sonderabteilung kaum in ihrem Sinne nutzen, denn die Zeit spielt gegen sie. Moreor, der schon einmal auf Erden gewandelt ist, wird sich laut Jazz einer kleinen abgelegenen Gemeinde oder einem überschaubaren Dorf zuwenden um dort dafür zu sorgen, das dessen Einwohner alle zu Zombies werden.

Die ersten Zombies oder Wiedergänger werden aus dem grausamen Tod schnell wieder erwachen und die restlichen Anwohner durch ihre Bisse infizieren, schneller als es die Pest in den dunklen Zeiten der Menschheit konnte. Doch sie werden bei Verstand und treu ergeben sein, solange Moreor sie unter seiner Kontrolle behält. Man wird es also im schlimmsten Fall mit intelligenten Wiedergängern zu tun haben, die den Höllenfürsten wie einen Gott anbeten und ihm hörig sind.

Der kleine Robby muss mit ansehen, wie sein Vater gebissen und selbst zum Wiedergänger gemacht wird. Ihm gelingt jedoch die Flucht durch den Wald und er kann sogar mit seinem Smartphone um Hilfe telefonieren. Doch wird man dem Jungen wirklich glauben schenken?

Inzwischen hat man auf drängen von FOSTER angefangen nach Hinweisen zu forschen und hat tstsächlich auch bald erste Hinweise. Dabei ist es FOSTER egal, ob er sich diese Hinweise auch mit einem Kilo Heroin erkaufen muss, denn dieser Höllenfürst ist die perfekte Waffe innerhalb einer globalisierten Welt und jede Sekunde die verstreicht, kann genau das Ende dieser Welt bedeuten, die wir alle kennen. Dabei können FOSTER und Parker allerdings nicht verhindern, das sie den Wiedergängern direkt in eine Falle laufen.

Doch auch von Seiten der Sonderabteilung gegen die Feinde aus der Hölle tickt die Uhr unaufhörlich. Denn durch das drängen von FOSTER ist man sogar bereit, eine international geächtet Waffe gegen das Böse einzusetzen. Und eine der zwei Phosphorbomben, die ein angeforderter Bomber mit sich führt, soll das Dorf der Wiedergänger für immer von der Landkarte entfernen. Doch der Höllenfürst Moreor befindet sich, nun fasst völlig durch die Zombies erstarkt, nicht mehr in diesem Dorf.

Können FOSTER und Parker das Einsatzgebiet noch lebend wieder verlassen und was noch wichtiger ist, kann man Moreor und Lily noch stoppen? Diese Frage entscheidet auch über den Fortbestand oder den Untergang der Menschheit.

Die Hoffnung am seidenen Faden:
FOSTER wäre ja nicht FOSTER, wenn er nicht versuchen würde, überall dort einzugreifen, wo das höllische Böse sein hässliches Gesicht zeigt. Hilfe besteht für ihn darin, dass er durch den Blutkuss von Jazz die Aura der Menschen sehen kann (FOSTER 08). Und Menschen, die zu Schergen des Bösen geworden sind, kann man an ihrer dämonisch geprägten Aura verdammt gut erkennen.

Eigentlich also perfekte Voraussetzungen, um FOSTER und seine Freunde in so manche Kämpfe gegen die höllische Brut zu schicken. Doch dann wäre man wahrscheinlich schnell bei den üblichen Abläufen, die man ja auch aus den Grusel-Romanheften her zu genüge kennt. Ja, die Gefahr bestände sogar, das FOSTER so bald alle paar Monate das "Monster der jeweiligen Folge" über die Klinge springen lassen könnte. Doch so einfach macht es sich Oliver Döring in dieser Hörspielserie für Erwachsene nicht, die man bisher ohne weiteres kaum als übliche Grusel- sondern ganz klar als Horrorserie bezeichnen muss. Da nimmt man bei den Dialogen dann oft auch kein Blatt vor den Mund und bei den Opfern wird nicht gekleckert, sondern ordentlich geklotzt. Und auch die Gegner sind nicht gerade leichte Kost, die man eben mal so von der Platte putzen kann.

Wer die vorliegende Handlung von FOSTER mit dem Titel DAS TOTE-WELT-PHÄNOMEN noch nicht angehört hat, sollte spätestens jetzt erst weiter lesen, wenn er diese Folge kennt.

ACHTUNG: Spoileralarm:
So erfährt man hier am Ende des zweiten Buches der Hörspielreihe FOSTER, das man damals zwar den Dämon Sebul bannen konnte. Nur nutzt dies für die Zukunft recht wenig, denn Sebul dürfte längst wieder in einen neuen Körper gefahren sein und nun nur noch auf eine weitere Chance warten. Doch scheint dieser vielleicht auch erst einmal abzuwarten, denn ein weiterer Höllenfürst wie Moreor, den man auch als den "Zerstörer" bezeichnet, ist gerade dabei die Welt in die ewige Finsternis zu stürzen. Und um das zu verhindern, muss FOSTER sich auf den eigentlichen Gegner konzentrieren und nicht auf seine vielvältigen Lakeien, die allerdings ebenfalls grausamen Schaden anrichten können. Und wenn es um den eigentlichen Gegner geht, dann darf man in der Wahl der Waffen nicht wirklich zimperlich sein. Die Uhr tickt also und sie tickt nicht gerade im Sinne von FOSTER und seinen Mitstreitern. Aber wer hier bei den Wiedergängern (oder Untoten ... oder Zombies) auf das bekannte Muster aus vielen Romanen oder Filmen setzt, wird hier seine Überraschung erleben. Sie haben Verstand, sind hinterlistig und absolut gefährlich. Allerdings nur solange der Höllenfürst aktiv über sie die Kontrolle behält. Doch sollte er ihrer nicht mehr bedürfen, würden sie zu reinen Fressmaschinen die jeden Menschen zerfleischen, der ihren Weg kreuzt. Und Moreor benötigt sie nur so lange, bis er sich durch sie gestärkt hat und sie für ihn einen Nutzen haben. Denn Moreor ist als Dämon eigentlich ein völliger Einzelgänger, der ansonsten kaum einen Wert auf Gesellschaft legt, egal aus welcher Richtung sie auch kommen mag. Und für die Zukunft kann diese neuerliche Erkenntnis für FOSTER und seine Mitstreiter nur bedeuten, das sie sich mit dem Bösen selbst einlassen müssen, um die Kreise des Bösen überhaupt stören zu können. Genau hier liegt dann auch der eigentliche Knalleffekt, der die Hörspielserie FOSTER von anderen Hörspielserien des Genre abhebt und den Takt der Spannung bestimmt. Man kann vielleicht die Pläne des Bösen vereiteln, aber man kann das Böse niemals wirklich vernichten.

Endlich mal glaubwürdigere Dämonen:
Ja, wie oft wurden in Heftromanen des Bereich Grusel schon so manche diversen Dämonen vernichtet. Das dürfte sich auch in den Hörspielen z.B. von JOHN SINCLAIR vortsetzen. Damit werden diese Grusel- oder Horrorserien jedoch auch schon gleich etwas unglaubwürdig. Denn das Menschen Dämonen wirklich vernichten könnten, klingt im Ansatz eigentlich eher schon wie ein Comedy-Beitrag.

Gut, in den langlebigen Heftromanen muss man schon mal für Abwechslung sorgen und sich manchem auch entledigen. Doch damit wird das ganze nicht spannender oder gruseliger. Denn man könnte so aus einem Geisterjäger einfach auch z.B. einen FBI-Agenten machen und aus dem Dämon einen Mafia-Boss und schon würde die Handlung genauso passen, sobald man die einen oder anderen phantastischen Elemente ebenfalls auf die Realität herab glättet. Der übliche Gruselroman ist von der Grundstruktur her nämlich einem ganz normaler Kriminalroman mehr als ähnlich, nur das er mit phantastischen Elementen angereichert wurde und die Bösen nicht aus einem Nachtclub sondern aus der Hölle kommen. Ja, selbst die Hölle ist meist irgendwo eine Kopie der normalen Welt, nur angereichert vielleicht mit Säureregen, Flammenwänden und zeitloser Dunkelheit. Aber schon die reine Logik stellt bereits in diesem Punkt die berechtigte Frage, wie man denn etwas "vernichten" könnte, was eigentlich jenseits von Leben und Tod existiert?

Hier machte Oliver Döring bisher in seiner Horror-Hörspielserie FOSTER für mich alles richtig. Denn die Pläne des Bösen zu duchkreuzen, ihm Steine in den Weg zu legen oder ihm eventuell einen Schritt voraus zu sein, kann logisch erklärt werden. Hier können auch magische Hilfsmittel hilfreich sein. Doch man sollte sich davor hüten, völlig unlogisch hier von "vernichten" zu reden. Genau das passiert bei FOSTER bisher dankenswerter Weise eben nicht in dieser recht simplen Art und so gelingt es dann auch, dem Hörer eine ordentliche Gänsehaut zu verpassen. Und auch ein weiteres Manko hat man in der Serie FOSTER dankenswerter Weise zu den Akten gelegt. Nämlich das der "Held" immer einen rechtschaffenden und moralischen Weg beschreitet um an sein Ziel zu gelangen. Auch dies ist nämlich völlig unlogisch und als wenig glaubwürdig zu betrachten. Man kann hier also nur hoffen, das Oliver Döring in seiner Horror-Hörspielserie dem bisherigen Konzept treu bleibt und eben nicht in Beliebigkeit abdriftet. Die Serie FOSTER ist damit auch ein Paradebeispiel, wie moderne Horrorserien in schriftlicher Form konzipiert sein könnten. Zumindest gibt es diesen Lichtblick hiermit in Form von Hörspielen und da darf man dann auch gerne mal ein Dankeschön in Richtung von Oliver Döring sagen. Ich jedenfalls bin jetzt schon wieder gespannt wie ein Flitzebogen, wie der Kampf von FOSTER gegen das absolute Böse weiter gehen wird. Für Neueinsteiger dürfte zumindest die nächste Folge wieder etwas freundlicher in Sachen Einstieg gestaltet sein, denn mit dieser Folge 09 ist das zweite Buch beendet und am Horizont zeichnen sich die nächsten Gefahren erst einmal noch sehr verwaschen ab. Wer aber wirklich ohne Lücken und mit dem nötigen Hintergrundwissen in die Serie einsteigen will, dem kann ich nur immer wieder empfehlen, sich die bisherigen Folgen ebenfalls zuzulegen und so vollständig in diesen faszinierenden Horrorserie einzusteigen.

Meine Wertung bisher:
Auch mit dem Abschluss des zweiten Buches der Hörspielserie kann ich dem bisher gebotenen lockere fünf von insgesamt fünf Punkte vergeben. In Sachen Spannung, interessanten Wendungen, einem perfekten Horror-Feeling, aber auch tollen Toneffekten und super Sprecherinnen und Sprechern lässt diese Produktion zudem wie bereits gewohnt, ebenfalls keine Wünsche offen.  Mit insgesamt 68 Minuten Spielzeit ist diese neunte Folge einer der wohl längsten der Serie, doch bei dieser rasanten und spannenden Handlung vergeht die Zeit wie gewohnt wieder wie im Fluge. So ist die Folge DAS TOTE-WELT-PHÄNOMEN auch wieder ein perfekter Höhepunkt innerhalb der Gesamthandlung und legt gleichsam auch wirksam die passenden Köder aus, um für den weiteren Verlauf die Spannung bei den Fans auf hohem Niveau am köcheln zu halten.

Das Tote-Welt-PhänomenDas Tote-Welt-Phänomen
Foster (09)
mit Thomas Nero Wolff, Frank Glaubrecht, Asad Schwarz, Antje von der Ahe, Natascha Geisler, Marianne Rogee, Frank Röth, Detlef Bierstedt, Marianne Groß, Bernd Vollbrecht, Boris Tessmann, Melanie Isakowitz, Jan Spitzer, Oliver Kalkofe u.a.
Story, Buch, Schnitt und Regie: Oliver Döring
Produktionsleitung und Regieassistenz: Ila Panke
Tontechnik: Thomas Nokielski
Coverbild: Ingo Römling
Grafik: Friedemann Weise
Musik: Universal Publishing Production Music/trevista.de
Produktion: Alex Stelkens, Oliver Döring
VÖ: 01. September 2017
Dauer: 68 Minuten
ISBN: 978-3-946207-23-8
IMAGA Hörspiele 2017

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