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DIE DUNKLEN FÄLLE DES HARRY DRESDEN

Jim Butcher's Harry DresdenDIE DUNKLEN FÄLLE DES HARRY DRESDEN

HARRY DRESDEN ist wohl einer der interessanten Romangestalten, die es zur Zeit auf dem phantastischen Buchsektor gibt. „DIE DUNKLEN FÄLLE DES HARRY DRESDEN“ wird aber zum einen als Fantasy-Serie bezeichnet, bei Knaur läuft sie unter dem Begriff Urban-Fantasy und manche Leser bezeichnen sie gar als Dark Fantasy-Serie. Als ein Leser der ‚alten‘ Schule, der in den 1980er Jahren mit Fantasy aufgewachsen ist, halte ich mit dem jonglieren dieser und ähnlicher Begriffen so gut wie gar nichts.


Ich persönlich würde „DIE DUNKLEN FÄLLE DES HARRY DRESDEN“ von Jim Butcher schlicht und weg als Horror-Serie bezeichnen. Auch wenn der Magier ab und zu auch gegen Feen zu Felde zieht, wie er es notgedrungen in „FEENZORN“ (Summer Night), seinem vierten Abenteuer,  tun muss. Aber zum größten Teil hat es der Magier mit Dämonen, Werwölfen oder Vampiren zu tun, die ihm das Leben schwer machen, von Menschen die schwarze Magie praktizieren wollen wir an dieser Stelle erst gar nicht reden.

Feenzorn

In „FEENZORN“ hat Harry Dresdens Feentante den Handel den sie mit dem Magier eingegangen ist an Mab, die Feenkönigin des Winterhofes, abgegeben. Diese beauftragt Dresden nun, in einem bizarren Mordfall zu ermitteln und ihre Unschuld zu beweisen. Denn das Mordopfer ist kein geringerer als der Ritter des Sommerhofes. Zudem wurde der magische Umhang des Ritters gestohlen, so dass das Machtgefüge zwischen den  Feenreichen des Sommers und des Winters gefährlich gestört wurde.

Die Zeichen stehen auf Sturm und der Krieg zwischen den beiden Feenreichen scheint nicht aufzuhalten zu sein. Doch Harry Dresden tut sein möglichstes um dies zu verhindern. Aberer hat ein Problem, denn die Vampire vom Roten Hof wollen den Magier vernichten und schicken nicht nur Vampire, sondern auch Ghule und menschliche Killer und andere Monster um ihn zu töten.
Doch der Magier steht glücklicherweise nicht allein da. Neben der Polizistin Karrin Murpy bekommt er Hilfe vom Werwolf Billy uns seiner Clique. Und natürlich von Bob, seinem Hausgeist, der besser als jeder Computer an Informationen herankommt und ihm u. a. auch beim brauen komplizierter Tränke zur Seite steht.

Silberlinge

Nachdem Harry Dresden und seine Freunde den Krieg zwischen den beiden Elfenreichen in letzter Sekunde verhindern konnte, wartet in „SILBERLINGE" (Death Masks) bereits der nächste Fall auf ihn. Und wieder hat der Magier alle Hände voll zu tun, um seinen Hintern zu retten.
Trotz der Unterstützung von Michael und zwei weiteren Rittern vom Kreuz und der Polizistin Murphy, muss er zum einen verhindern, dass Nikodemus und seine gefallenen Engel an das Turiner Grabtuch herankommen, zum anderen muss er zu einem Duell gegen einen Vampir-Kriegsherrn vom Roten Hof antreten, der wenig von Fairness hält und den Magier mit allen Mitteln ins Jenseits befördern will.

Und „BLUTHUNGER“ (Blood Rites), dem sechsten Abenteuer des Magiers, kommt es noch knüppeldicker. Harry  Dresden bekommt den Auftrag die Dreharbeiten eines Porno-Films zu überwachen und die Darstellerinnen des Films zu beschützen, die scheinbar nach und nach einem tödlichen Fluch zum Opfer fallen.

Doch wenn der Magier denkt, diese wäre eine einfache Aufgabe, so hat er sich geschnitten. Denn nicht nur die Vampire des Schwarzen Hofes machen Jagd auf Harry, sondern auch das Oberhaupt des Weißen Hofes hat es auf den Magier aus ganz persönlichen abgesehen. Zudem erfährt Dresden, dass er einen Halbbruder hat. So nimmt Harry den Kampf gegen die Vampire beider Höfe auf und bekommt dabei Unterstützung von der Polizistin Murphy sowie dem Killer Kincaid, der Erfahrungen im Kampf gegen Vampir hat.

BluthungerSelbst nach sechs Romanen zeigt die Buch-Serie um den Magier Harry Dresden keine Ermüdungserscheinungen, wie es durchaus bei anderen Serien oder Reihen der Fall ist. Immer wieder schafft es JIM BUTCHER mit neuen Entwicklungen seine Leser zu überraschen, so u. a. wenn man in „BLUTHUNGER“ erfährt, dass Dresden einen Halbbruder hat, der am Ende des Romans zu ihm zieht oder das Harrys Mutter ein Techtelmechtel mit dem Oberhaupt des Weißen Hofes hatte und von ihm ermordet wurde.

Doch nicht nur von den Romanen, sondern auch von der Romanfigur selbst geht eine gewisse Faszination aus, die schwer zu beschreiben ist. Harry Dresden wächst einen von Roman zu Roman immer mehr ans Herz, zumal er trotz seiner Kenntnisse in Magie kein Übermensch ist.

Dresden ist zudem ein ehrlicher Held. Ehrlich zu sich selbst und meistens auch zu seinen Mitmenschen. Und er kennt seine Schwächen. Und auch wenn er weiß, dass seine Gegner viel mächtiger sind und er sie nicht besiegen kann, stellt er sich ihnen trotzdem entgegen, wenn seine Freunde in Gefahr sind oder Menschenleben gefährdet ist. Und gerade das macht doch einen Helden aus.

Jim ButscherDem Autor JIM BUTCHER gelingt es immer die Balance zwischen Spannung, Action und Witz zu halten, so dass in keinen seiner Romane Langweile aufkommt, und der Leser mit dem Wortwitz des Protagonisten bestens unterhalten wird. 

Leider liegt der DroemerKnaur Verlag bei der Veröffentlichung der Harry Dresden-Bücher weit zurück. Aber das ist bei deutschen Verlagen anscheinend keine Seltenheit.

Doch weitere Harry Dresden-Romane werden beim Droemer Knaur Verlag nicht mehr erscheinen. Vielleicht war die Vermarktung der Serie unter dem Begriff "Urban-Fantasy" doch keine so gute Idee gewesen. Denn wer weiß als Alt- oder als Neuleser etwas mit einem Begriff wie Urban-Fantasy  anzufangen?

Laut Informationen werden die Romane mit Harry Dresden beim Verlag Feder & Schwert fortgesetzt. Da bin ich mal gespannt, wann es mit dem Magier weitergehen wird. Denn zur Zeit harren noch sechs Romane ihrer deutschen Veröffentlichung.

© by Ingo Löchel

Harry Dresden im Roman
von Jim Butler
Feenzorn
FEENZORN
448 Seiten/8,95 Euro
ISBN-13: 978-3426501740

Silberlinge
SILBERLINGE
430 Seiten/8,95 Euro
ISBN-13: 978-3426501757
Bluthunger
BLUTHUNGER
431 Seiten/8,95 Euro
ISBN-13: 978-3426503607

DroemerKnaur

Kommentare  

#1 karl 2010-09-14 15:50
Die Strapazierung des Begriffs "Fantasy" in alle nur erdenklichen Richtungen plagt mich ebenso.

Das Genre "Horror" oder "Thriller" oder "Krimi" oder "Science Fiction" soll dort bleiben, wo es hingehört. Und das ist nicht böse gemeint.

Nach Jacksons erfolgreicher Monumentalverfilmung des Tolkienschen "Herr der Ringe" wird beinahe wirklich alles, was nur irgendwie in den Bereich "Phantastik" gehört, dem Genre "Fantasy" hinzugemischt. Da reicht die Phrase "Bück dich, Fee" oder irgendein herzzerreissend schmachtender marmorbrüstiger Weicheivampir, und schon haben findige Verleger mit "Romantasy" ein neues Subgenre ins Fantasyland geboren. Mich nervt das gewaltig.
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#2 Valerius 2010-09-15 11:35
Da stimme ich Dir voll zu. Zur 'Vergewaltigung" des Begriffs un des Genre "Fantasy" folgt auch noch ein Artikel, der am 24. September erscheint.
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#3 Noir 2010-09-15 22:56
Ned böse sein... aber jeder Harry Dresden Band hätte mehr Aufmerksamkeit verdient als der ganze Artikel lang ist.

Aber zum Thema "Bezeichnungen" der Subkategorien der Fantasy hab ich ja schon meine Meinung zu "Urban Fantasy" zu einem Artikel von Jochen gepostet. Was ich aber hier gar nicht nachvollziehen kann ist, H.D. als Horror zu bezeichnen.
Nen mich altmodisch, aber ein Werwolf reicht dazu nicht. In Butchers Reihe gibt es hingegen alle klassischen Ansätze der Fantasy (wenn die Sidhe nicht direkt aus "Sommernachtstraum" und all den, meist angelsächsischen, Legenden gesprungen sind... woher denn dann?). Was haben wir noch? Achja, Zauberer (sogar ein ganzer "Geheimbund" von dem gesagt wird das der Ur-Merlin Mitglied war) etc. pp.
Wenn hier Vampire und Werwölfe auftreten, dann macht das noch keinen Horror -für mich- aus. Die alten King Romane, Straub etc. das ist doch etwas anderes ;-)
BTW: Wenn Fantasy auf "echte" Großstadtwelt trifft.... wie anders als Urban Fantasy sollte man es nennen (jetzt hab ich doch wieder was dazu gesagt...) Ehrlich, ich liebe den Begriff Romantasy. Der sollte auf all diese Bücher als Sticky aufs Cover. Dann weiss ich sofort Bescheid. Ist wie mit dem Ballermann: Die sind da und ich bins nicht :P
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#4 Harantor 2010-09-15 23:03
Icch würde Dresden nur bedingt "Horror" nennen. Abera uch "Fantasy" trifft es nicht. Es ist Phantastik, im Sinne des Einbrechens von Übersinnlichen in die Wirklichkeit. Vor 20 Jharen noch hätte es geheißen "Ein phantastischer Roman"... oder tatsächlich (weils damals 'in' war) "Horror".
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#5 karl 2010-09-16 13:33
Unheimlich phantastische "Mystery" wären diese Romane noch vor 18 Jahren gewesen, als Twin Peaks und Akte X den "Mystery"-Boom auslösten.

Aus "Mystery" wurde nun bis heute Contemporary Fantasy, weil "Mystery" ist schon wieder out, die Subgenres dazu lauten Dark Fantasy, wenn es Horror und Thriller-Einschläge hat, Urban Fantasy wenn sich die Handlung im urbanisierten Raum abspielt.

Also aus ursprünglich einfachen fantastischen Romanen wie "Peter Pan" oder "Alice im Wunderland" wird heutzutage eindeutig Contemporary Fantasy und aus schwülstig-verflicksten Vampirromanen eben so etwas wie Romantasy.

"Phantastik" allein zieht heute nicht mehr am Buchtitel. Für mich echt nervig, dieses Verhalten der Verleger und Marketing-Spezialisten.

Und bis zu diesem Artikel wußte ich von "Harry Dresden" noch gar nichts, obwohl es da auch eine TV-Serie gibt. Was ist los mit mir???
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#6 Laurin 2010-09-16 16:32
Kann ich karl (Kommentar #1) nur recht geben, mich nervt diese stetige Neubenennung auch denn ich halte sie schlicht für Unsinnig! Da lassen sich Marketing-Strategen Kunstwörter wie "Romantasy" usw. einfallen bei denen der eigendliche Leser nicht mal mehr weiß was er da jetzt überhaupt in Händen hält. Da fühle ich mich als Kunde schon verkackeiert und wünsche mir die alten Bezeichnungen wieder zurück (Horror, Grusel, Science Fiction, Krimi usw.)!

PS: Falls es noch keinem aufgefallen ist. Man sehe sich mal das Cover des Roman "Feenzorn" an und dann mal das Cover von MYTHENLAND "Die dunkle Welt" (links und rechts am Cover von "HARRY DRESDEN" die Statuen/Drachen). Hach...sie haben das abkupfern noch nicht verlernt. :-*
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