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Spannung ist gegeben - »Brandmal« - Ein John Sinclair Roman

BrandmalSpannung ist gegeben
»Brandmal« - Ein John Sinclair Roman

Im Grunde genommen hatte ich nicht wirklich mehr damit gerechnet, noch einmal von einem JOHN SINCLAIR-Roman vom Hocker gehauen zu werden. Der wirkliche Schwung war schließlich bei den wöchendlichen Heftromanen schon lange raus. Wirklich einfach kommt man zudem an die Heftromane auch nicht mehr heran. Doch wie würde JOHN SINCLAIR als Buch mit neuen Autoren auf mich wirken? Zeit also, hier mit BRANDMAL einen Versuch zu starten.

Man muss nun hinzufügen, dass die Heftromanserie GEISTERJÄGER JOHN SINCLAIR schon seit längerer Zeit von einigen neuen Autoren in Angriff genommen wurde. Das Bild bzw. so mancher Aufbau und Handlungsverlauf, wie auch die Erzählweise dürfte sich so also auch in gewisser Form durchaus verändert haben. Hier hatte mich ja dann schon einmal ein Roman von Michael Breuer durchaus positiv überrascht, den ich damals von dem Autor aus dem schönen Nachbarstädtchen Köln lesen durfte. Doch auch hier blieb diese neuerliche Kontaktaufnahme mit dem GEISTERJÄGER und seinen Mitkämpfern gegen das Böse für mich nur ein sehr seltener Ausflug zurück zum Heftroman. Man muss natürlich auch hinzufügen, das die wenigen Angebote in Sachen GEISTERJÄGER JOHN SINCLAIR in meiner Stadt mittlerweile dünn gesäht sind und man die Hefte schon wirklich suchen muss. Das Medium Heftroman und die betreffenden Auslagen werden von den Kunden nun ja auch nicht wirklich bedrängt, so das auch die Auswahl an (noch vorhandenen) Heftromanserien ziemlich ausgedünnt daherkommen. Manche Serien muss man hier sogar beim Händler extra bestellen, wenn man überhaupt noch an die betreffenden Hefte einer bestimmten Serie herankommen will. Da nenne ich hier nur einmal die Serie PROFESSOR ZAMORRA, die man ansonsten hier in meinem Umfeld absolut vergeblich sucht.

BrandmalEine wirklich positive Idee:
Bastei Lübbe hat nun ja einen richtig schönen Rundumschlag in Sachen JOHN SINCLAIR hingelegt, als sie im positiven Sinne nun so richtig fette Taschenbücher auf den Markt gebracht haben, die eben nicht wie früher aus mehreren zusammengefassten Heftromanen bestehen. Nein, hier bekommt man nun auf mehreren hundert Seiten eine einzige satte Story geboten und da wollte ich nun wirklich einmal reinschnuppern.

Nun hatte ich aber auch die Qual der Wahl, denn zum einen gibt es da die Bände OCULUS - IM AUGE DES STURMS (Band 2./ca. 320 Seiten) und OCULUS - DAS ENDE DER ZEIT (Band 3./ ca. 304 Seiten)vom Autor Wolfgang Hohlbein. Also faktisch ein Zweiteiler der mit Tentakelmonstern daher kommt (gräbt Hohlbein hier wieder die Großen Alten hervor?) und dann wird JOHN SINCLAIR dabei wohl auch noch in die Zukunft versetzt um dort dem "fast verlorenen Krieg" gegen die "außerirdischen Monster" doch noch eine positive Wendung zukommen zu lassen. Nun muss ich allerdings gestehen, dass mir Geschichten über Zeitreisen selten wirklich gefallen haben (egal ob nun Zukunft oder Vergangenheit) und ich auch mit Romanen von Wolgang Hohlbein nie wirklich warm geworden bin.

BrandmalJohn Sinclair, Selbstentzündung und die Autoren:
Aber es gab da ja auch noch Band 1. mit dem Titel BRANDMAL, wobei es sich hier wie gesagt um eine abgeschlossene Handlung (ca. 464 Seiten) handelt, in der es zuerst scheinbar um "spontane Selbstentzündung" von Menschen geht. Oder sollten es doch Vampire sein die im Sonnenlicht verbrennen? Das hörte sich doch schon mal verdammt interessant an. Also schlug ich hier zu und besorgte mir das Buch BRANDMAL das als eine Gemeinschaftsarbeit von Mark Benecke und Florian Hilleberg daher kommt. Interessant sollte es dann auch durchaus werden, denn Mark Benecke hat sich hier gleich selbst als Forensiker und Kriminalbiologe aus Köln in die Handlung mit eingebaut. Und Benecke weiß, wovon er hier schreibt, denn er hat schließlich eine polizeiliche Ausbildung innerhalb der Rechtsmedizin in den Vereinigten Staaten, darunter auch der FBI-Academy genossen und kennt sich auch in Sachen Grenzwissenschaften durchaus bestens aus. In der Zeitschrift SKEPTIKER veröffentlichte er unter anderem z.B. auch einen wissenschaftlichen Artikel zum Thema "Selbstentzündung". Da steckt also auch eine Menge geballtes Wissen zum Thema im Roman.

Nun könnte man auch etwas mehr über Dr. Benecke hier schreiben, doch hier verweise ich mal gerne auf Google und die WIKIPEDIA, denn um hier wirklich halbwegs ein passendes Bild über Mark Benecke liefern zu können, müsste ich gleich mehrere eigene Artikel für den ZAUBERSPIEGEL über ihn schreiben. Ein bis mehrere Blicke lohnen sich in diesem Punkt also durchaus, wenn es um den Menschen Mark Benecke geht.

BrandmalFlorian Hilleberg dürfte zumindest den Fans von JOHN SINCLAIR längst kein Unbekannter mehr sein, stammen doch so manche Abenteuer des Geisterjägers in seiner Heftromanserie aus seiner Feder und er kennt sich wirklich aus im Universum des GEISTERJÄGER. Aber auch in anderen Serien wie MADDRAX legte er Hand an, um hier nur zwei Beispiele seiner Schaffenskraft zu nennen. ZAUBERSPIEGEL-Kollege Stefan Robijn hat zudem ja unlängst schon einmal ein Interview mit Florian Hilleberg mit dem Titel "...über Erfolg, Arbeitsweisen und den Tod einer großen Figur" geführt, welches man hier ebenfalls nachlesen darf.

Es knirschte, als die Halswirbelsäule nachgab. Aber damit gab sich Kornel nicht zufrieden. Er drehte und zerrte weiter am Kopf des Vaters, bis er sich mit knackenden, reißenden Geräuschen vom Rumpf löste.

(Roman: John Sinclair - Brandmal/Seite 155-156)

Brandmal"Brandmal" hat es wirklich in sich:
Nun verrate ich hier wohl nicht zu viel, wenn ich hier schon einmal sage, dass es bei dem Roman BRANDMAL durchaus auch um Vampire geht. Und das ganze findet dann auch noch sein spannendes Epizentrum an einem See in den kleinen Karpaten der Slowakei, ganz in der Nähe der alten Burgruine die einst von Elisabeth Bathory bewohnt wurde.

Wer nun allerdings glaubt, er bekäme hier eine eigentlich bekannte und recht einfache Vampirgeschichte geliefert, die man nur auf die entsprechende Seitenzahl aufgebläht hat, der dürfte sich gleich schon einmal gewaltig täuschen. So einfach machen sich die Autoren Benecke und Hilleberg es sich nun nicht und liefern gleich noch von mutierten Stechmücken bis Dämonen eine Palette an höllischen Gefahren, die alle in einem durchaus interessantem Zusammenhang stehen.

Hinzu kommt der eine oder andere geschichtliche Rückblick hinzu, der die Handlung durchweg recht interessant unterstützt und sich auch logisch in die Gesamthandlung einbettet.

Der Roman selbst beginnt sogar mit einem solchen Rückblick, der den betreffenden Leser (in vorliegendem Fall mich) gleich schon an das Buch fesseln konnte. Weiter geht es dann mit einem Fall von plötzlicher Selbstentzündung (SHC), der jedoch nicht der einzige bleibt. Da dies in Berlin der Fall ist, werden der Kriminalbiologe Mark Benecke und seine Kollegin Kristina "Tina" Baumjohann, die man allerdings auch schon mal "Nico" ruft, aus Köln mit hinzugezogen. Schnell fällt ihnen allerdings auf, dass an den besagten Fällen etwas ganz und garnicht stimmen kann. Und dann stellt sich als einziges Bindeglied zwischen den Fällen heraus, das alle betroffenen Opfer kurz vorher an einem bestimmten See in der Slowakei Urlaub gemacht hatten. Sollte hier etwa des Rätsels Lösung liegen?

Es war nicht das Antlitz einer Frau, in das der Inspektor starrte, sondern die verzerrte Fratze einer monströsen Ziege mit einem grinsenden Maul, aus dem eine lange, schwarze Zunge hing. Die Augen besaßen geschlitzte Pupillen, was ihnen einen reptilienartigen, kalten Ausdruck verlieh. Aus dem behaarten Schädel wanden sich zwei spitze Hörner.

(Roman: John Sinclair - Brandmal/Seite 310)

Auch in London werden John Sinclair, Jane Collins und Suko mit einem ähnlichen Fall zuerst im Hyde Park konfrontiert und auch hier scheint alles späterhin auf diesen kleinen Ort am See in der Slowakei hinaus zu laufen. Doch scheint auch eine Spur direkt zu einem Tätowierer in London hinzuweisen, dem John und Suko nachgehen. Während Harry Stahl vom BKA hier schon einmal dafür sorgt, das John Sinclair und Jane Collins darüber informiert werden, dass sich bereits Mark Benecke und Tina Baumjohann wegen diesen seltsamen Fällen von SHC auf den Weg zu diesem See gemacht haben, sieht sich John einem anderen Problem ausgesetzt. Da er nicht offiziell in der Slowakei aktiv werden kann, darf er seine Waffe mit den Silberkugeln nicht mitnehmen und auch Suko darf ihn nicht begleiten. Dafür klingt sich Jane Collins bei John ein um die Reise gemeinsam mit ihm anzutreten. Suko geht indessen in London dem Fall weiter nach und will hierzu den Tätowierer etwas genauer unter die Lupe nehmen, der bereits wegen einem okkulten Zwischenfall auffällig geworden war. Das Suko hier geradewegs in eine Falle rennt, merkt er allerdings viel zu spät.

In dem kleinen Städtchen in der Nähe vom See werden dann Benecke und Baumjohann mit Dingen konfrontiert, die sie sich selbst in ihren schlimmsten Alpträumen nicht hätten vorstellen können und auch John Sinclair und Jane Collins müssen hier feststellen, dass es hier wirklich brandgefährlich werden wird. Und dann verliert John bei einem Kampf auch noch seine wichtigste Waffe gegen das perfide Böse ... sein Kreuz. An anderer Stelle in London muss auch Suko indessen feststellen, das er die Situation völlig falsch eingeschätzt hatte und bald nicht nur sein Leben an einem seidenen Faden hängt.

Oktavians Kopf löste sich in einer Wolke aus Knochensplittern, gräulicher Hirnsubstanz sowie trockenen Haut- und  Fleischfetzen auf. Doch was bei einem gewöhnlichen Vampir funktionierte, verfehlte bei dem Insektenmonster völlig seine Wirkung.

(Roman: John Sinclair - Brandmal/Seite 434)

BrandmalMein kritischer Blickwinkel:
Der erste Einblick ist wie gesagt auch gleich ein Rückblick in die Geschichte, wobei schon hier Spannung auf hohem Niveau angesteuert wird. Das Buch selbst wird auch von Bastei Lübbe mit einer Empfehlung ab 16 Jahre versehen, was nicht unbedingt so verkehrt ist. Man wird schließlich zu Beginn gleich mal mit einigen (aber noch recht milden) nackten Tatsachen konfrontiert, als befände man sich in einem SM-Playroom. Allerdings, die damaligen Folterkeller standen schließlich ja auch für solche Räumlichkeiten der heutigen Sexindustrie Pate.

Aber auch sonst weiß der Roman mit einigen Szenen zu punkten, die man damals im Heftroman seitens Helmut Rellergerd und auch dem wachsamen Auge des Jugendschutzes früher so beschrieben, wirklich nicht finden konnte. Ein kleines Manko besteht indessen im ersten Drittel des Romans, den man so gesehen auch etwas hätte straffen können. Zwar ist so ein Job als Kriminalbiologe schon recht interessant, nur über so viele Seiten zu lesen, wie Proben der verkohlten Leichen - egal ob nun von Mensch oder Tier - genommen werden, hat dann mitunter schon etwas langatmiges. So bekam ich zumindest das Gfühl, dass sich die ansonsten sehr interessant gestaltete Handlung etwas wie ein Kaugummi zu ziehen begann.

Doch abschrecken lassen sollte man sich hiervon nicht, denn spätestens ab dem zweiten Drittel fährt die Spannung dann recht weit nach oben und verspricht einige heftige Auseinandersetzungen mit den Kreaturen des Bösen. Hier wären auch die Szenen zu nennen, in denen Suko etwas zu selbstsicher gleich in eine Falle tappt und nun nicht wirklich aus eigener Kraft die Sache wieder in den Griff bekommt. Gut also, das man außer John noch andere Freunde hat.

Der oberste Dämon, der hier seine Finger im Spiel hat, ähnelt der Beschreibung nach sogar äußerlich der bekannten Baphomet-Darstellung, sitzend auf der Weltkugel, seitens des Diakon, Schriftstellers und Okkultisten Eliphas Levi Zahed (1810 - 1875). In der so von ihm bildhaft festgehaltenen Figur des Baphomet vereinigte er verschiedene, heidnische Gottheiten, die wesentlich älter sind als das Christentum. Hierzu gehören auch die verschiedenen Atribute wie der gehörnte Ziegenkopf, weibliche Brüste und das Pentagramm auf der Stirn. Laut den südfranzösischen Protokollen zu den Templerprozessen sollen angeblich die Tempelritter diesen "Dämon" verehrt haben (benannt als Baphomet bzw. Bafomet). Die Darstellung seitens Levi ist heute weit verbreitet (z.B. auf Tarot-Karten) und wurde auch von den meisten satanistischen Sekten übernommen. Man findet die Darstellung z.B. auch in der "Satanischen Bibel" von Anton Szandor LaVey (die mir übrigens auch in deutscher Übersetzung vorliegt). In der Literatur fand diese Darstellung zum ersten mal Eingang als Darstellung des Teufels in dem Roman DER VAMPIR von Wladyslaw Reymont. Im Roman BRANDMAL wählte man allerdings dann einen anderen Namen für diesen betreffenden Dämon aus der oberen Hierarchie der Hölle. Lustiger Weise befindet sich auch die besagte Figur von Levis Baphomet in der Größe von ca. 35 cm Höhe (neben einer Figur des Pazuzu) in meinem Besitz (besser gesagt, sie stehen im Wohnzimmer). Die macht sich da auch recht gut, denn mit der Zeit spielte ich gerne mal ein Spiel mit Vertretern der Zeugen Jehovas, die eine gewisse Zeit recht lästig werden konnten, also bat ich diese netter Weise herein, um dann etwas belustig mit ansehen zu können, wie sie an der Schwelle zum Wohnzimmer plötzlich kehrt machten und im schnellen Schritt fluchtartig nicht nur meine Wohnung, sondern gleich das ganze Haus wieder verließen (seit geraumer Zeit kommt allerdings niemand mehr). Aber jetzt ist genug. Muss ja nicht jeder wissen, was ich für eine kleine sadistische Ader ich habe, wenn man mir mit diversen Glaubensfragen auf die Nerven gehen will.

Also zurück zum eigentlichen Roman BRANDMAL. Sieht man mal von der kleinen Kritik zum ersten Drittel mal ab (welches aber trotzdem noch recht interessant umgesetzt wurde), dann wurde ich recht positiv von diesem Roman zum GEISTERJÄGER JOHN SINCLAIR überrascht. Spannung ist also von Beginn an durchaus gegeben und steigert sich in den letzten zwei Dritteln sogar merklich. Das JOHN SINCLAIR sich hier auch nicht über die gesamte Auseinandersetzung mit dem Bösen hinweg einfach auf seine Allzweckwaffe, dem Kreuz verlassen kann, macht die Handlung sogar noch um einen gehörigen Zacken spannender. Zum schmunzeln gibt es aber auch so einiges, besonders wenn man hier die kleinen Seitenhiebe in Form so mancher Dialoge unter den handelnden Figuren ansieht.

Von mir bekommt der vorliegende Roman BRANDMAL daher (und trotz eben der kleinen Kritik) die vollen fünf von insgesamt fünf Totenschädel mitsamt der Empfehlung zum kaufen und lesen. Da die Geschichte sogar im Epilog mit einem kleinen bösen Cliffhanger endet, kann man nur hoffen, dass Benecke und Hilleberg sich vielleicht nicht lumpen lassen und sich nochmals zu einer Fortsetzung im Buchformat hinreißen lassen.

BrandmalJohn Sinclair: Brandmal
von Mark Benecke, Florian Hilleberg
Erstveröffentlichung: 29. September 2017
ISBN: 978-3-404-17586-4 (Printausgabe)
Genre: Horror
Seitenanzahl: 463 Seiten
Umschlaggestaltung: Thomas Krämer
Preis: 10,00 Euro
Ausführung: Paperback
Erhältlich auch als Hörspiel und eBook
Bastei Lübbe

Kommentare  

#1 Cartwing 2017-11-15 06:36
Habe jetzt mal nicht zuviel vom Inhalt gelesen, bin aber doch sehr neugierig geworden, und werde mir das Teil mal zulegen...
schöner Beitrag
#2 Andreas Decker 2017-11-15 09:56
Schöne, informative Rezi.

Das ist nichts für mich. Ich kann nichts damit anfangen, wenn sich Autoren selbst in ihrer Handlung verewigen müssen.
#3 Valerius 2017-11-15 10:19
Da hast du wohl die richtige Wahl getroffen. Denn "Oculus 1" von Hohlbein beschäftigt sich tatsächlich mal wieder (wie ich bereits gedacht hatte) mit den Großen Alten. Ein Thema, das langsam wirklich ausgelutscht ist.
Doch neben John Sinclair taucht in dem Roman auch Der Hexer und seine Kampfgefährten auf.
Insgesamt ist der Roman in drei Handlungsstränge unterteilt. Vergangenheit (Der Hexer & Co.), Gegenwart (das Sinclair-Team) und Zukunft (John Sinclair).

Bei "Brandmal" muss ich allerdings passen. Mit der Selbstdarstellung und Selbstbeweihräucherung eines Autors kann ich persönlich wenig anfangen.
#4 Laurin 2017-11-15 12:57
Ach, dass sich hier Benecke selbst mit reingeschrieben hat, sehe ich jetzt nicht so wirklich eng. Er hätte hier die Figur auch Karl-Otto nennen und zum Thema Selbstentzündung mit seinem Fachwissen trotzdem glänzen können. Da sollte doch meiner Meinung nach die Geschichte an sich eher im Rampenlicht stehen, wenn es um die Frage geht, ob ich diese lesen möchte oder nicht. Im Grunde fand ich den Gag sogar irgendwie lustig da er sich hier auch selbst etwas auf die Schippe nimmt.

Thema "die Großen Alten" bei OCULUS 1 & 2: Ich hätte mir das auch noch mit eben den Großen Alten noch angetan, aber eben nicht, wenn Hohlbein hier die Romane verfasst. Ich komme da einfach mit seiner Art zu schreiben nicht klar und fühle mich in diesem Punkt auch als Leser nicht von ihm wirklich angesprochen. Und ein bis zwei Bücher zu kaufen, nur um dann gelangweilt beim ersten Buch nach ca. 150 Seiten das Handtuch zu werfen, das ist mir der Spaß dann nicht wirklich wert. In dem Punkt (also was sowohl die Story als auch die Art zu schreiben angeht) war ich bei BRANDMAL daher eher begeistert gewesen und muss sagen, der Roman hat wirklich Spaß gemacht.
#5 Toni 2017-11-15 20:19
Schöner Artikel, die wird man ja richtig neugierig. Hört sich fast so an, als wenn der Verlag wieder (wie in den frühen 70ern) austesten möchte, wie weit man mit Blutmatsch gehen kann. Wenn ich da an die ersten GK´s von Fritz Tenkrat denke :sigh:
#6 Laurin 2017-11-16 19:29
@ Toni:
Nun ja, als Buch (hier TB) hätte man auch damals etwas härter ran gehen können. Die Heftromane lagen damals eher im Fokus des Jugendschutz, weil man hier Jugendliche als den Hauptkundenstamm betrachtet hatte.

Und da ich was Bücher (egal ob TB oder Hardcover) angeht, eher der härteren bis ganz harten Welle im Genre zugetan bin, würde ich jetzt bei BRANDMAL die Bezeichnung "Blutmatsch" als durchaus sehr hoch gegriffen betrachten. So ein bisschen Hirnmasse und ein paar Liter Blut und Knochensplitter sind da noch im Roman im absolut verträglichen Mittelmaß und würde ich auch bedenkenlos einem 14-jährigen zu lesen geben. Wie gesagt, an sich lese ich da öfter härtere Kaliber. Da ist oftmals eine Altersempfehlung (also kein Zwang zum freiwilligen zensieren durch eine gesetzliche Hintertür) des Verlag durchaus berechtigt.
Was da nämlich früher in den Heftromanen beanstandet wurde, hatte seitens der Jugendschützer in den 70ern - 80ern auch ein Niveau erreicht, das mich doch sehr stark nachträglich an das schießen mit Kanonen auf Spatzen erinnert.
In dem Punkt hat bei mir der Roman BRANDMAL durchaus noch jede Menge Luft nach oben, wenn es um den Härtegrad geht. Aber den Wunsch verkneife ich mir hier bewusst, denn was ich mir da alles vorstellen kann, würde den Fan und Kenner der Romanheftserie JOHN SINCLAIR wohl eher nachhaltig verstören. ;-)
#7 Toni 2017-11-17 19:49
Naja, Blutmatsch ist jetzt nicht unbedingt abwertend gemeint. Als Jugendlicher habe ich bei der Lektüre von älteren Heftromanen immer gestaunt, wenn mal ein etwas "Härterer" dabei war (Luif ,Tenkrat, die Morton´s zb.)... Aktuell war ich damals ja beim Sinclair.
#8 Laurin 2017-11-18 10:38
@ Toni:
Hatte ich auch so verstanden. Wollte das aber noch einmal ein wenig zum Verständnis aufdröseln (auch) für die Interessierten, die hier auch die Kommentare mitlesen. :-)
#9 Feldese 2017-11-18 10:43
Dass Mark Benecke "sich selbst" in die Handlung geschrieben hat, ist wohl etwas übertrieben.
Wenn ich es richtig verstanden hab, wurde der Roman von Florian Hilleberg (= Ian Rolf Hill) geschrieben und Mark lieferte die Hintergrundinformationen.
Und wurde dann halt von Florian sinnigerweise (und gelungen) selbst in dem Roman (samt seiner Mitarbeiter) als Protagonist verewigt.
Zwar hatte der Verlag sich ursprünglich an Mark als Autor gewandt, da der angesehene Forensiker aber bisher nur Sachbücher geschrieben hatte, zögerte er. Und so wurde dieser Weg der Co-Autorenschaft gefunden.
#10 Laurin 2017-11-18 13:08
@ Feldese:
Danke für die Hintergrundinformationen. Wer nun was bzw. wie sich eingebracht hat, kann ich vom reinen Roman her nicht nachvollziehen und muss da mehr Vermutungen anstellen.

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