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Flaggschiffe, Flottenkadetten und Flops Folge 19: SF meets Fantasy

  Mini- und Subserien bei Terra und UtopiaFlaggschiffe, Flottenkadetten und Flops
Folge 19:
Science Fiction meets Fantasy

Von den Fünfzigern bis in die Achtziger hinein gab es SF auch in zahlreichen Reihen. Herausragend dabei die ›Marken‹ »Utopia« und »Terra«. Für viele der erste Kontakt mit der Science Fiction bzw. dem ›utopischen Roman‹. In diesen Reihen erschienen zahlreiche Sub- und Miniserien. Diese werden in den kommenden Wochen einmal etwas näher betrachtet ... 

Erlauben Sie mir zuerst einmal kurze Definitionsversuche, wie ich Science Fiction und Fantasy als geschwisterliche Subgenres der Phantastik sehe: Science Fiction-Erzählungen zeichnen sich durch ein oder mehrere Elemente aus, die in unserer realen Alltagswelt nicht existieren, aber durch eine pseudowissenschaftliche Erklärung als plausibel und prinzipiell möglich erscheinen. Fantasy-Erzählungen sind abenteuerliche Geschichten aus einer pseudohistorischen Welt der Vergangenheit, Zukunft oder aus einer Parallelwelt mit märchenhaften wirkenden Elementen, z. B. Magie. Ich möchte mit Ihnen nicht unbedingt eine Grundsatzdiskussion über die Qualität dieser Definitionen führen, denn da könnte man ein ganzes Buch darüber schreiben. Es geht nur darum, ein gemeinsames Verständnis herzustellen. Für mich ist jedenfalls der entscheidende Unterschied, dass im SF-Fall das phantastische Element einen pseudowissenschaftlichen Hintergrund hat, bei Fantasy dafür eine Erklärung weder notwendig noch gewünscht ist, Hauptsache die Geschichte ist interessant. Deswegen sind im einen Fall die Wissenschaftler und Raumschiffskapitäne die Archetypen, im anderen Fall die Zauberer und die Schwertkämpfer. Nun ist es aber leider so, dass manche Autoren meine Definitionen der Genres nicht kennen, anderen sind sie egal, weil für sie nur wichtig ist, ihre Geschichte verkaufen zu können, damit sie mit dem Honorar zuhause einheizen und kochen sowie ein Gläschen auf das Wohl des Verlegers leeren können. Viele dieser Geschichten beginnen in der realen oder in einer SF-Welt und tauchen dann in eine Parallelwelt ein, in der Magie möglich ist. Auch in den Utopia- und Terra-Reihen, die sich prinzipiell der SF gewidmet hatten, sind einige Werke erschienen, bei denen die Grenze zwischen den Genres nicht genau zu ziehen war oder die falsch etikettiert waren. Etlichen dieser Geschichten wollen wir uns heute widmen.

Der unglaublichre PlanetEin Großmeister der frühen Space Opera war Edmond Hamilton, den wir uns in der Folge über „Captain Future“ angesehen haben. Hamilton war mit Leigh Brackett (1915 – 1978) verheiratet, und mit ihren Werken öffnet sich ein Fenster zu fantastischen Erzählungen ganz anderer Art. Nicht die Supertechnik war ihr Metier, sondern farbige Abenteuer, in denen Erdmenschen auf fremden Planeten auf kämpferische Eingeborene treffen und neben der Strahlwaffe schon auch mal das Schwert schwingen und natürlich auch Techtelmechtel mit schönen einheimischen Frauen haben. „Planetary Romance“ nannte man das damals, oder auch „Science Fantasy“. Ein großer Teil von Bracketts Geschichten spielt sich auf dem Mars ab. Nein, es ist nicht unser Mars, sondern der, von dem man noch glaubte, dass die Kanäle, die mittlerweile als optische Täuschung entlarvt sind, Reste eines alten Bewässerungssystems wären, mit denen die Einheimischen versuchen, die Austrocknung des sterbenden Planeten zu verhindern. Ein Mars, der unzweifelhaft von den John Carter-Geschichten des Tarzan-Erfinders Edgar Rice Burroughs beeinflusst ist.

Leigh Brackett gelang damit die beste Beschwörung jenes Phantasie-Mars, der eine solche Faszination auf uns ausübt, dass wir selbst unseren Schwertarm freudig dafür opfern würden, um ihn auch nur besuchen zu dürfen.

zitiert aus: Brian W. Aldiss: Der Millionen-Jahre-Traum, Bastei SF 24002, 1980

Der unglaublichre PlanetEinige Geschichten drehen sich um den Abenteurer Eric John Stark. Das erste Mal treffen wir ihn in Utopia 95 mit der „Revolte der Verlorenen“ allerdings auf der Venus an. Ein weiteres Abenteuer, „Krieg der Unsterblichen“, führt unseren Helden dann viele Jahre später in Utopia 579 wirklich auf den Mars. Matt Carse dagegen darf sein Abenteuer, in dem ihn "Das Vermächtnis der Marsgötter" in die Vergangenheit des Mars zu den Seekönigen führt, im Utopia Großband 46 erleben.

Hugh Walker alias Hubert Straßl, der Fantasy-Experte und selbst Autor vieler fantastischen Geschichten, dem wir in Folge 24 dieser Artikelserie einige Absätze zu seinen Real-Phantasie-Romanen widmen werden, erkannte das Potenzial der Marsgeschichten für die von ihm 1974 – 1982 herausgegebene Reihe Terra Fantasy. Dort brachte er drei Brackett-Titel, davon zwei der oben erwähnten, die er teilweise selbst für Utopia übersetzt hatte, in Neuausgabe und einen weiteren als Erstveröffentlichung. Obwohl es sich um keine „pure“ Fantasy handelt, passte die abenteuerliche Atmosphäre ganz gut in die Reihe. Zwei weitere Bände, in denen der SF-Anteil überwiegt und in denen es sich um die Ankunft der Terraner auf dem Mars und den Kulturschock bei den Eingeborenen nach der Begegnung mit den Erdmenschen dreht, erschienen dann logischerweise in Terra Astra. Marion Zimmer Bradley hat zweifellos Bracketts Geschichten gelesen und in ihren Darkover-Erzählungen ebenfalls immer wieder die Konfrontation Erdmensch gegen Eingeborener dargestellt. Allerdings ist die klassische Vorlage für diese Thematik in der realen menschlichen Geschichte selbst und insbesondere den Begegnungen zwischen Europäern und Indianern zu finden. Brackett schrieb auch Westernromane, gegen Ende ihres Lebens auch die erste Fassung des Drehbuches von „The Empire Strikes Back“. In den siebziger Jahren kehrte sie mit einem Dreiteiler, der in einem Sonnensystem mit einer sterbenden Sonne spielt, zu ihrem Helden Eric John Stark zurück. Die Romane, die als Terra Taschenbücher erschienen, haben außer dem Namen des Helden allerdings kaum etwas mit den alten Geschichten gemeinsam.

Der unglaublichre PlanetWir kommen nun zu zwei Serien des amerikanischen Autors L. Sprague de Camp (1907 – 2000). De Camp war ein vielseitiger, gebildeter Mann, der als Schriftsteller sowohl in der SF als auch in der Fantasy und im historischen Roman gleichermaßen zuhause war und auch bemerkenswerte Sachbücher wie z. B. „New York lag einst am Bosporus“ verfasste. Größere Bekanntheit erwarb er, als er in den sechziger Jahren gemeinsam mit Lin Carter die Serie des Pulp-Autors Robert E. Howard um den prähistorischen Barbaren Conan in elf Bänden gesammelt bei Lancer-Books in chronologischer Reihenfolge herausgab. Dabei wurden Lücken in der Handlung mit von ihm und Carter fertiggestellten Fragmenten oder auf Conan umgeschriebenen Storys des verstorbenen Autors sowie zusätzlichen von ihm und Carter zusammen geschriebenen Geschichten geschlossen. Die Conan-Serie („Sword und Sorcery“) auf der einen und „Der Herr der Ringe“ („High Fantasy“) auf der anderen Seite waren die Auslöser für den bis heute ungebrochen anhaltenden Fantasy-Boom.

Der unglaublichre PlanetIn der Utopia-Reihe erschienen zwei Werke de Camps aus eigenen Serien. Das eine war „Menschenjagd im Kosmos“ (Cosmic Manhunt) aus der Krishna-Serie, das andere, gemeinsam mit Fletcher Pratt verfasste, war „Am Kreuzweg der Welten“ aus der Harold Shea-Serie. Beide bildeten den Auftaktband zu den jeweiligen Serien, deren weitere Bände erst Jahre später in Taschenbuchreihen erschienen. Die Krishna-Serie hat als Hauptschauplatz den Planeten Krishna, der von einer menschenähnlichen Spezies bewohnt wird, die sich von den Erdmenschen hauptsächlich durch ihre grüne Haut und die vom Kopf herauswachsenden Antennen unterscheidet und Eier legt, aber ansonsten die gleichen lieben und unliebsamen charakterlichen Eigenheiten wie die Erdmenschen aufweist. Den gleichen Hintergrund wie die Krishna-Serie in einer Zukunftswelt, in der Brasilien die führende Erdmacht ist und Portugiesisch Englisch als führende internationale Sprache abgelöst hat, und in der die Gesellschaft „Viagens Interplanetarias“ den Markt für interstellare Reisen beherrscht, hat auch der Roman „Das Orakel der Fremden“ (Rogue Queen).

Der unglaublichre PlanetDamit die Entwicklung des Planeten Krishna und seiner Bewohner ungestört verlaufen kann, ist es verboten, auch nur die primitivste terranische Technologie nach Krishna zu importieren. Dies ist ein ähnlicher Ansatz wie es Marion Zimmer Bradley mit ihrer Welt Darkover machte. Daraus ergeben sich natürlich eine Menge von Versuchungen, dieses Verbot zu übertreten und daraus literarische Abenteuer zu generieren. Waffen werden geschmuggelt, Ganoven machen sich breit, und die tapferen Gesetzeshüter stehen auf verlorenem Posten, denn nicht nur Schusswaffen, sondern auch Handschellen sind untersagt. Aufgrund des Schusswaffenverbots finden eine Menge von Fechtduellen statt, was flott geschildert wird, denn der Autor war selbst dieser Kunst durchaus mächtig.

Der unglaublichre PlanetDer Privatdetektiv Victor Hasselborg nimmt den Auftrag eines reichen Mannes auf, seine Tochter zu suchen, die zusammen mit dem Abenteurer Anthony Fallon die Erde in Richtung Krishna verlassen hat. Hasselborg muss verblüfft feststellen, dass sich das reizende Pärchen zum Königspaar von Zamba aufgeschwungen hat. Mit einem illegalen Söldnerheer wollen sie die Macht über Krishna übernehmen. Hasselborg tut alles, um dies zu verhindern und sorgt mit List und Tücke dafür, dass der Usurpator hinter schwedische Gardinen wandert. Mit diesem Abenteuer, das zweimal, als „Menschenjagd im Kosmos“ und „Die Königin von Zamba“ auf Deutsch erschienen ist, beginnt die Serie recht flott und es geht in ähnlicher Tonart weiter. Im zweiten Band muss sich Dick Barnevelt auf die Suche nach seinem verschollenen Chef Igor Shtain machen. Immer mehr wird daraus aber auch eine Suche nach Prinzessin Zeĩ, deren Entführung er durch Zufall miterleben muss. Als General Snyol befreit er die Prinzessin aus der Gewalt der berüchtigten Sunquaruma. Der nächste Erdmensch, dem auf Krishna allerlei Ungemach widerfährt, ist Fergus Reith, der die zweifelhafte Ehre hat, eine amerikanische Touristengruppe mit den kulturellen Errungenschaften von Krishna vertraut zu machen:

Reith zahlte gerade die Kutscher aus, als als ein neuer Tumult seine Aufmerksamkeit nach sich zog. Am Ende des Kais tauchte Otto Schwerin auf, im Schweinsgalopp. Hinter ihm bog, das blanke Schwert in der Hand, ein großgewachsener gutaussehender Krishnaner mit silbernem Brustpanzer in den Kai ein, gefolgt von zwei weiteren ebenfalls bewaffneten Krishnanern. Schwerin polterte keuchend über den Kai. Die Kamera baumelte ihm an ihrem Schulterriemen vor dem Bauch. "Hilfe!" japste er atemlos und verkrümelte sich hinter Reiths Schultern. "Retten Sie mich!"

zitiert aus: L. Sprague de Camp: Die Geisel von Zir, Heyne SF 4089, 1984

Der unglaublichre PlanetAls selbst mit Verwandten in Alabama gesegneter Mitteleuropäer kommt mir schon der kalte Schweiß, wenn ich das Buch nur in die Hand nehme. Da lässt man schon manchmal einen Stoßseufzer Richtung Himmel fahren. Dies tut sicherlich auch Althea Merrick, Missionarin einer obskuren Sekte, die nach Krishna reist, um ihrer Kirche neue Gläubige zuzuführen. In dieser Tonart geht es weiter, lässige, augenzwinkernde Abenteuer mit einer Menge von skurrilen Gestalten, ob Menschen oder Krishnaner, die das Hauptziel haben, andere übers Ohr zu hauen. Durch die Ähnlichkeit der Menschen mit den Krishna-Bewohnern ist es leicht, sich als Einheimischer zu verkleiden, grüne Schminke und aufgeklebte Antennen genügen. Das führt natürlich oft zu turbulenten Situationen, denn schlecht geklebte Antennen fallen auch mal runter und Schminke geht ab, und Erdmenschen sind beileibe nicht überall gern gesehen.

Nach dem Heft in der Utopia-Reihe wurden einige Jahre später drei Krishna-Abenteuer in der Taschenbuchreihe Ullstein 2000 publiziert, bevor Heyne eine Gesamtedition herausbrachte, die fast das ganze Material über Krishna sammelte, welches über Jahrzehnte verstreut in verschiedenen amerikanischen Magazinen erschienen war. Der abenteuerliche Hintergrund der Serie veranlasste den Heyne Verlag möglicherweise dazu, die Krishna-Bücher unter dem Label „Fantasy“ herauszugeben, obgleich es sich ohne Zweifel um SF handelt. Dies war allerdings bereits in einer Zeit, wo die Fantasy in der Publikumsgunst die SF überflügelte und manche Falschetikettierungen der Bücher vielleicht eher Umsatzüberlegungen als mangelndes Wissen über die Genrezugehörigkeit der Werke zur Ursache hatten. Mit den „echten“ Fantasy-Werken de Camps, abgesehen von den Abenteuern Harold Sheas, welche hier ebenfalls Thema sind, werden wir uns nächstes Jahr in einer neuen Serie befassen.

Der unglaublichre PlanetAnders mit dem Fantasy-Gehalt als auf Krishna ist es mit der Harold Shea-Serie, obwohl dem Ausgangspunkt auch hier ein SF-Motiv zugrunde liegt. Denn der Protagonist, ein Psychologe, findet gemeinsam mit seinen Freunden mit wissenschaftlichen Methoden ein Mittel, sich in mythisch-literarische Parallelwelten zu projizieren und dort Fantasyabenteuer zu erleben. Nachdem sie symbolische Logik verwenden, diese aber auch nicht immer hundertprozentig präzise ist, landen sie allerdings manchmal woanders, als sie hinwollen. So haben sie im ersten Band, der auf Deutsch als "Am Kreuzweg der Welten" und "An den Feuern des Nordens" herauskam, in der Sagenwelt der „Edda“ mit den nordischen Göttern zu tun. In der zweiten Geschichte kommen sie in Edmund Spensers „Fairie Queen“ an. Danach verschlägt es sie in Ludovico Ariostos „Orlando furioso“ in die finnische Sagenwelt der „Kavevala“ und in der fünften Geschichte tauchen sie in die irisch-keltische Mythologie ein. Dies wird mit de Camp'schem Humor serviert, denn den einigermaßen logisch argumentierenden Menschen aus unserer Welt stehen ganz andere Kaliber in den fiktiven Welten gegenüber.

Der unglaublichre PlanetIn Deutsch folgte nach dem Utopia-Heft einige Jahre später ein Ullstein-Taschenbuch, bevor der Heyne-Verlag eine Gesamtausgabe in vier Bänden herausbrachte. In dieser sind aber spätere Fortsetzungen in Zusammenarbeit de Camps mit weiteren Autoren oder von anderen Autoren allein nicht mehr erschienen, die es wie bei so vielen anderen erfolgreichen Serien auch hier gab.

Der unglaublichre PlanetFantasy-Touch hat auch die „World of Tiers“-oder besser auf Deutsch „Etagenwelt“-Serie von Philip José Farmer (1918 - 2009), aus der die ersten zwei Romane auf Deutsch in der Spätphase der Utopia-Reihe herauskamen. Die später fünfteilige Serie wurde dann bei Knaur gesammelt publiziert, ein sechster Band, der lose mit dem Etagenwelt-Universum zusammenhängt, bei Heyne. Ein Abschlussband blieb in Deutschland unveröffentlicht. Farmer war ein extrem vielseitiger Autor, der in den fünfziger Jahren mit einigen Aufsehen erregenden Erzählungen, darunter „Die Liebenden“ (The Lovers), in welcher ein Erdmensch eine sexuelle Beziehung mit einer nichtmenschlichen Außerirdischen eingeht, in der SF als Tabubrecher bekannt wurde. Er spann später eine ganze Reihe abenteuerlicher Garne, auch unter Verwendung von Figuren aus der phantastischen Abenteuerliteratur wie Tarzan, Doc Savage oder Philias Fogg. Sein berühmtestes Werk ist der „Flusswelt-Zyklus“ über einen fremden Planeten, wo am Ufer eines endlosen Flusses die toten Menschen aller möglichen Epochen erwachen und sich auf die Suche nach dem Sinn ihres neuen Daseins machen. Doch halt, wir beschränken uns auf die Serien in Utopia und Terra!

Der unglaublichre PlanetDie Etagenwelt ist eine künstliche Welt, geschaffen von gottähnlichen Wesen, die Geschwister sind. Sie besteht aus mehreren übereinander gestapelten zylindrischen Ebenen, die einem riesigen, sich nach oben verjüngenden Turm gleichen und durch steile Klippen voneinander getrennt sind. Sie liegt in einem von vielen Taschenuniversen, die alle vom gleichen göttergleichen Volk der Lords oder „Thoans“ geschaffen worden sind. Robert Wolff, ein älterer Mann von der Erde, kommt durch ein Dimensionstor auf eine der Etagen und muss sich dort bis ganz nach nach oben durchkämpfen. Wolff gewinnt auf der Etagenwelt seine Jugend und seine Erinnerung wieder und erkennt, dass er selbst Lord Jadavin, der Schöpfer dieser Welt ist, der von einem anderen Lord gekidnappt und auf der Erde zurückgelassen worden war, wo er aufgrund des Schocks sein Gedächtnis verlor. Sein Begleiter und Freund wird Kickaha alias Paul Janus Finnegan, der ebenfalls durch ein Weltentor auf die Etagenwelt gekommen und natürlich ein Alter Ego des Autors Philip José Farmer ist. Jadawin verliebt sich in das Mädchen Chryseis, und gewinnt im finalen „Kampf der Weltenmacher“ an der Spitze seiner Welt gegen seinen Widersacher die Herrschaft zurück, wobei der „neue“ Lord Jadawin durch seine Erinnerung an sein Erdenleben als Wolff nicht mehr so herrisch und grausam wie früher ist, sondern menschlich mitfühlend und verständnisvoll. Im zweiten Buch wechselt Jadawin durch das „Tor der Schöpfung“ (Gates of Creation) in ein anderes Universum über, welches von seinem Vater Urizen geschaffen worden war, denn dieser grausame Göttervater hat Chryseis entführt. Jadawin findet sich inmitten seiner Geschwister und anderer Verwandten wieder. Sie müssen von Welt zu Welt reisen, um zum Palast des Vaters kommen und Chryseis zu befreien. In den folgenden Kämpfen gegeneinander kommen der Vater und einige der Geschwister ums Leben, denn sie sind alles andere als einander liebende Angehörige und zwar prinzipiell unsterblich, können aber durch Gewalteinwirkung getötet werden. Parallel zu den Ereignissen des zweiten Buches ist Kickaka in andere Abenteuer verwickelt.

Der unglaublichre PlanetEr begegnet drei von den „Lords der Sterne“, die ihre eigene Welt verloren haben und vor einer Armee fliehen, die von den Schwarzen Schellern angeführt wird, künstlichen Intelligenzen, die menschliche Körper übernehmen können und vor Jahrtausenden in einem grausamen Krieg die Zivilisation der Thoans samt ihrem technologischen Wissen zerstört haben. Kickaha und seine Gefährten können die schwarzen Scheller zwar vernichten, außer einen, der auf die Erde flüchtet. „Hinter der irdischen Bühne“ steht Red Orc, der geheime Herrscher der Erde. Dieser trachtet danach, Kickaha und Anana, seine Gefährtin und Schwester Jadavins, töten, obwohl sie nur den geflüchteten Scheller unschädlich machen wollen. Das gelingt ihnen zwar, sie werden aber in einen Kampf zwischen Red Orc und einem weiteren Lord verwickelt und dabei auf den „Planet der schmelzenden Berge“ versetzt, der seine Gestalt periodisch verändert. Nicht mehr auf Deutsch erschienen ist die Geschichte „More Than Fire“, in der es Kickaha gelingt, Red Orc zu töten, der nach Auffindung der Datenbanken, die das verlorene Wissen der Thoans enthalten, die Herrschaft über alle Taschenuniversen antreten wollte. Kickaha und Anana kehren zur Etagenwelt zurück und nehmen ihr abenteuerliches Alltagsleben wieder auf.

Der unglaublichre PlanetIm Buch „Der Zorn des roten Lords“ (Red Orc's Rage), werden die Charaktere und Szenerien der Etagenwelt als Hilfsmittel bei der Psychotherapie eines jungen Mannes benutzt, wobei nie ganz klar wird, ob sich die darauf folgenden Abenteuer nur in seinem Geist abspielen oder ob er wirklich ein Tor zur Etagenwelt findet.

Der unglaublichre PlanetEin ähnliches Konzept wie Farmer mit der Etagenwelt verfolgte auch Roger Zelazny mit den „Amber“-Büchern, wo es eine Familie mächtiger Lords gibt, die zwischen der wahren Welt Amber und den Schatten, anderen Universen, die mehr oder weniger fehlerhafte Kopien von Amber in einem Meer aus Chaos sind, wechseln können und einander bekriegen. Die Erde ist hier eine der Schattenwelten. Zelazny gab freimütig zu, dass das Konzept einer mächtigen, untereinander rivalisierenden Familie in seiner Amber-Serie von Farmers Etagenwelt-Serie inspiriert worden war. In Zusammenhang mit dem Titel dieses Artikels ist es interessant, dass sowohl die „Etagenwelt“-Serie als auch die „Amber“-Serie Zelaznys als „Science Fiction Fantasy“ betitelt wurden.

Der unglaublichre PlanetVom englischen Autor Henry Kenneth Bulmer (1921 - 2005), der Zeitgenosse des Earl Dumarest-Autoren E. C. Tubb war und eine ähnlich lange Publikationsgeschichte mit Hunderten von actionorienten Romanen hatte, darunter seiner „Dray Prescot/Kregen“ - Science Fantasy-Serie mit mehr als fünfzig Bänden als bekanntester davon, erschienen sechs Bände aus seinem „Dimensionszyklus“ in Terra Astra, die vom Coverkünstler Eddie Jones in einheitlicher Titelbildaufmachung präsentiert wurden.

Der unglaublichre PlanetRobert Prestin ist mit dem Flugzeug nach Rom unterwegs und lernt eine Passagierin mit Namen Fritzy kennen, die unerklärlicherweise aus der Maschine verschwindet. In Rom angekommen, erhält er den Besuch eines Mannes namens David Macklin, der ihn dringend wegen der Verschwundenen sprechen will. Eine Contessa will ebenfalls mit ihm reden. Nachdem er ihr die Tür nicht öffnet, schlägt ein Diener von ihr mit Schuppenhand und Krallen die Tür ein, worauf Prestin und Macklin das Weite suchen. Prestin erfährt von ihm, dass parallel zur Erde eine unendliche Zahl von verschiedenen Dimensionen existiert, in die man wechseln kann, wenn man den richtigen Schlüssel hat. Macklin und seine Freunde widmen sich der Erforschung der Dimensionen und sind die erklärten Gegner der Contessa Perdita Francesca Cammamachia di Montevarchi. Prestin selbst scheint die Fähigkeit als Porteur zu haben, also Gegenstände und Personen, darunter auch sich selbst, in eine der anderen Dimensionen zu versetzen und deswegen interessieren sich eine ganze Menge Leute für ihn. Bei der Verfolgungsjagd portiert Prestin auf eine Parallelwelt, „Die andere Dimension“ Irunium. Diese wirkt ein wenig wie eine antike Erde, allerdings mit fremder Flora und Fauna. Er findet einen Freund, der ihn mit einer Karawane mitnimmt, die dann von Feinden mit modernen Waffen von der Erde angegriffen wird. Sie werden gefangen und landen in einer Arena. Prestin wird zu einer schönen Frau gebracht, die sich als die Contessa Perdita herausstellt, welche ihn schon auf der Erde sprechen wollte und ihn wegen seiner Fähigkeit zu portieren für sich gewinnen will. Die Contessa beherrscht weite Bereiche der Parallelwelt Irunium, braucht aber zusätzliche Porteure, Gefolgsleute und Sklaven, die für sie in den Diamantminen Iriniums für ihren Reichtum schuften. Seine Freunde befreien ihn, die Contessa verschwindet in der nächsten Dimension, und Robert findet das Mädchen Fritzy wieder. Nachdem es ihm ihm auf der abenteuerlichen Welt Irunium besser als auf der langweiligen Erde gefällt, bleibt er dort.

Der unglaublichre PlanetIm zweiten Band werden Fezius, ein verarmter Adeliger und sein Freund Offa, die sich als auf den drachenartigen Griffs reitende Turnierkämpfer auf ihrer Welt Venudine durchschlagen, in die Händel des grausamen Red Rodras hineingezogen. Dieser Verbündete der Contessa will die Prinzession Nofret heiraten, weil sie Porteursgene in sich trägt. Dies wird aber von ihrer Hexenschwester Lai vereitelt, die auch die Porteursfähigkeit besitzt. Bei der Flucht durch die Dimensionen landen sie auch auf unserer Erdenwelt in New York bei David Macklin und seinen Freunden und verbünden sich mit ihnen. Sie gehen durch „Das Tor nach Venudine“ zurück in die Heimatdimension und machen schließlich Red Rodras unschädlich. In den weiteren Bänden muss sich zuerst Scobie Redfern gegen „Die Zauberer von Senchuria“ durchsetzen, die sich wie Psychovampire mit den Emotionen ihrer „Gäste“ bezahlen lassen und diese später als Waffe gegen Angreifer benutzen. Dann heuert der Bergwerksingenieur J. T. Wilkie unfreiwillig bei der Contessa an, die einen neuen Chefingenieur braucht, weil sie sich seines Vorgängers entledigt hat. Beim Auftrag, ein Porvone-Lebens-Portal zu organisieren, begegnen ihm eine Menge von „Tramps zwischen den Welten“. Cy Yancey wird als Jagdhelfer für „Die Jäger von Jundagai“ tätig und hat daneben noch Zeit, mit einer etwas halsstarrigen jungen Frau anzubandeln. Roy Tulley und sein Kumpel Graham Pike haben Pech, als sie bei einer Autopanne von Sklavenjägern aufgegriffen und mit anderen Leuten in eine andere Dimension verschleppt werden. Sie türmen aber und landen auf ihrer Flucht durch die Dimensionen inmitten des Krieges der Wagenlenker, der „Die Ebenen von Ra“ erschüttert... So entfaltet sich das abenteuerliche Wechselspiel zwischen der technisierten Erde und den teilweise archaischen Parallelwelten mit einer großen Anzahl fremder Lebewesen, wobei der Gegensatz zwischen moderner und barbarischer Technologie dem Ganzen eine besondere Note verleiht. Eine Actionszene wird so schnell von der anderen abgelöst, dass man mit einer detaillierteren Beschreibung den Rahmen dieses Artikels weit überschreiten würde. Ein siebter Band, „The Diamond Contessa“, in der es der verruchten Contessa endlich an den Kragen geht, wurde nicht mehr ins Deutsche übersetzt.

Der unglaublichre PlanetLose verbunden mit diesem Zyklus ist der Roman „Wegweiser ins Grauen“ (Land Beyond the Map), der in Utopia herauskam. Hier ist es Roland Crane, ein Sammler alter Landkarten, der sich mit seiner Bekannten Polly Gould auf die Suche nach ihrem verschwundenen Cousin macht, der ein Militärkollege Rolands war und eine entzweigerissene geheimnisvolle Landkarte von Irland besessen hat. Polly ist der Überzeugung, dass die Landkarte der Schlüssel zum Wiederauffinden ihres Cousins ist. Sie reisen nach Irland und erwerben schlussendlich von einem Mann die Landkarte, der behauptet, durch sie früher in eine andere Welt gekommen zu sein, sich aber fürchtet, dorthin zurückzukehren. Sie suchen den Ort auf, der durch ein Loch auf der Landkarte markiert ist und werden dort in die andere Dimension, das „Land jenseits der Karte“, versetzt.

Der unglaublichre PlanetDer amerikanische Autor Keith Laumer (1925 – 1993) schrieb mit seinen Romanen um Lafayette O'Leary vier Romane um einen Büchernarren, der aus Professor Schimmerkopfs Buch über Mesmerismus den Schlüssel dafür entnimmt, wie er durch Konzentration der psychischen Energien in eine Parallelwelt wechseln kann, wo er „Das große Zeitabenteuer“ erlebt. Er findet sich in dem mittelalterlich anmutenden Königreich Artesia wieder, dessen Einwohner ihn misstrauisch beäugen. Lafayette schlägt sich dort durch, bis sich herausstellt, dass er in Wirklichkeit der rechtmäßige König von Artesia ist, der vom Usurpator des Throns als Kind auf die Erde ins Exil geschickt worden war (Lord Jadawin von der Etagenwelt lässt grüßen). Schließlich begegnet Lafayette dem Zeitinspektor einer geheimnisvollen Behörde und erfährt, dass Artesia ein Fehler im Wahrscheinlichkeitsgewebe der Kontinua ist, der beseitigt werden muss. Die Kinnlade fällt ihm herunter, als er, angetan mit Samtjacke, gelben Kniehosen, Spitzenhemd und Brokatweste, wieder auf der Erde in einem Heim für Penner landet und beinahe von einem Polizisten mitgenommen wird. Aber es gelingt ihm nochmals, nach Artesia zurückzukehren und sich dort mit der Dame seines Herzens dem müßiggängerischen Leben eines reichen Adeligen zu widmen.

Der unglaublichre PlanetEr beginnt sich zu langweilen, doch nicht für lange, denn Artesia verschwindet um ihn und der königliche Hof löst sich auf. Seine Frau ist auf einmal eine andere Person und kennt ihn nicht mehr. Lafayette selbst ist bei den Leuten zwar weiterhin bekannt, scheint aber auf einmal übel beleumdet zu sein, denn er wird mit Folter und Schwert verfolgt.

Es scheint, dass jemand die Universen wie Spielkarten durcheinander gemischt hat. Lafayette, der im „Universum der Doppelgänger“ gelandet ist, muss seine letzten Trümpfe aus dem Talon holen, um in sein richtiges Artesia zurückzukommen. Diese humorvollen Romane über Parallelwelten haben einen starken Fantasy-Touch. Ob das Wechseln zwischen den Dimensionen durch Wissenschaft oder Zauberei ermöglicht wird, wen kümmert es? Laumer schrieb vier Romane dieser Serie, zwei davon erschienen in den Terra Taschenbüchern.

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Kommentare  

#1 Gerd 2016-12-22 03:35
Ah, da werden Erinnerungen an meine erste Begegnung mit Farmers World of Tiers und Bracketts Eric John Stark wach ... Schöner Artikel übrigens, wie immer.

Lustig finde ich allerdings das hier:
Zitat:
In Zusammenhang mit dem Titel dieses Artikels ist es interessant, dass die Knaur-Ausgabe der „Etagenwelt“-Serie als SF erschien, während die „Amber“-Serie Zelaznys als „Science Fiction Fantasy“ betitelt wurde, obwohl beide Serien beim Lesen einen sehr ähnlichen Eindruck erzeugen.
Auf den eingebundenen Titelbildern kann man nämlich deutlich erkennen, dass auch Farmers World of Tiers bzw. Etagenwelt bei Knaur als "Science Fiction Fantasy" gelaufen ist. ;-)
Das wurde damals auch in der SFT oder im Publikumsprospekt verkündet, dass in Knaurs SF-Reihe jetzt auch Fantasy kommt. Nach den fünf Farmer-Romanen und einem Darkover-Roman von MZB war es dann aber auch schon wieder vorbei mit der Fantasy (die erst mit der neuen Aufmachung der Reihe - d.h. dem Verzicht auf den silbernen Rahmen - wieder auftauchte).

Die Sache mit der Bezeichnung mancher Zyklen und Romane als Fantasy hatte bei Heyne iirc den Hintergrund, dass Wolfgang Jeschke wohl angehalten war, einen bestimmten Prozentsatz des Programms mit Fantasy zu füllen. Jeschke war allerdings kein großer Freund der Fantasy, und statt sein Programm mit Titeln aus einem Genre vollzustopfen, mit dem er eher wenig anfangen konnte, hat er ein paar Programme lang geeignete (und manchmal auch nicht so geeignete) Sachen unter falscher Flagge als Fantasy laufen lassen. Später hat sich das dann allerdings geändert.

Wobei die falsche oder fragwürdige Ettiketierung mich persönlich nicht sonderlich gestört hat, wenn das Sachen wie de Camps Krishna-Zyklus waren, den man genau wie Bracketts in "Terra Fantasy" gelaufene Marsgeschichten ja durchaus als "Sword & Planet" bezeichnen kann.
#2 Henry Stardreamer 2016-12-22 06:51
zitiere Gerd:
Ah, da werden Erinnerungen an meine erste Begegnung mit Farmers World of Tiers und Bracketts Eric John Stark wach ... Schöner Artikel übrigens, wie immer.

Lustig finde ich allerdings das hier:
Zitat:
In Zusammenhang mit dem Titel dieses Artikels ist es interessant, dass die Knaur-Ausgabe der „Etagenwelt“-Serie als SF erschien, während die „Amber“-Serie Zelaznys als „Science Fiction Fantasy“ betitelt wurde, obwohl beide Serien beim Lesen einen sehr ähnlichen Eindruck erzeugen.

Auf den eingebundenen Titelbildern kann man nämlich deutlich erkennen, dass auch Farmers World of Tiers bzw. Etagenwelt bei Knaur als "Science Fiction Fantasy" gelaufen ist. ;-)
Das wurde damals auch in der SFT oder im Publikumsprospekt verkündet, dass in Knaurs SF-Reihe jetzt auch Fantasy kommt. Nach den fünf Farmer-Romanen und einem Darkover-Roman von MZB war es dann aber auch schon wieder vorbei mit der Fantasy (die erst mit der neuen Aufmachung der Reihe - d.h. dem Verzicht auf den silbernen Rahmen - wieder auftauchte).

Die Sache mit der Bezeichnung mancher Zyklen und Romane als Fantasy hatte bei Heyne iirc den Hintergrund, dass Wolfgang Jeschke wohl angehalten war, einen bestimmten Prozentsatz des Programms mit Fantasy zu füllen. Jeschke war allerdings kein großer Freund der Fantasy, und statt sein Programm mit Titeln aus einem Genre vollzustopfen, mit dem er eher wenig anfangen konnte, hat er ein paar Programme lang geeignete (und manchmal auch nicht so geeignete) Sachen unter falscher Flagge als Fantasy laufen lassen. Später hat sich das dann allerdings geändert.

Wobei die falsche oder fragwürdige Ettiketierung mich persönlich nicht sonderlich gestört hat, wenn das Sachen wie de Camps Krishna-Zyklus waren, den man genau wie Bracketts in "Terra Fantasy" gelaufene Marsgeschichten ja durchaus als "Sword & Planet" bezeichnen kann.
Danke Gerd, da hast du mich dabei erwischt, dass ich zuwenig genau geschaut habe, obwohl ich alle Bücher in der Hand hatte. Der Grund für meinen Fehler liegt möglicherweise darin, dass ab der etwas später erfolgten Umstellung des Titelbild-Layouts der Knaur SF UND Fantasy-Reihe die SF- und die Fantasy-Titelbilder durch andere Schriftarten unterscheidbar wurden.
Ich habe den Fehler ausgebessert, obwohl es auch amüsant wäre, ihn zu dokumentarischen Zwecken stehen zu lassen.
Außerdem freue ich mich sehr, wenn meine Artikel so aufmerksam gelesen werden, auch um den Preis, dass Fehler "gnadenlos" aufgedeckt werden.
#3 Andreas Decker 2016-12-22 13:39
Eine akribische Arbeit, die du dir da machst! Hut ab!

Der erste Farmer-Tiers war einer der ersten SF(F)-Romane, die ich je gelesen habe. In einem alten Utopia-Sammelband. :-) Ist hängengeblieben. Viel später sieht man dann die Verwandschaft zu Dingen wie van Vogt und dergleichen, ist Wolff/Jadavin doch die klassische Übermenschenfantasy. Aber als Kid hat mich das schwer beeindruckt. Obwohl ich zu Farmer ein gespaltenes Verhältnis habe. Ich kann mich weder für die Flußwelt begeistern noch für die meisten seiner Kurzgeschichten. Und dass "The Lovers" als "Tabubruch" gilt, ist eigentlich nur eine traurige Bestätigung, wie verklemmt auch die SF-Gemeinde zu der Zeit war. Obwohl ich fürchte, dass das Buch heute unlesbar ist.

Brackett habe ich auch erst (zu) spät entdeckt, den Zelazny habe ich immer noch nicht gelesen. Bulmer kann mich trotz seiner Schlichtheit manchmal noch locken. Aber mit de Camp kann man mich jagen :-) Ein zweitklassiger Autor, der nur darum noch bekannt ist, weil er so clever war, jemanden wie Howard zu vermarkten.
#4 Estrangain 2016-12-22 14:15
Ein wirklich sehr schöner und umfangreicher Artikel!
#5 AARN MUNRO 2016-12-23 08:41
...ein guter Artikel, danke. Bei de Camp hat man mitunter Mühen, nicht einzuschlafen...die "Mathemagie-Bände" haben ihre Totlängen...ansonsten habe ich alles, was erwähnt wird gelesen. Brackett liebe ich immer noch (Sinharat-Story in Arbeit...), Bulmer mitunter ganz nett, Gute SF.Zelazny hatte einige Ideen, von Phillip Farmer alles gelesen, angefreundet mit nichts von ihm, mitunter eben bizarr in seiner Art, bekannte Personen zu verwenden...und zu verhackstücken. Aber Lin Carter war tausendmal banaler und drittklassiger als de Camp. Dessen "NY-Bosporus-Buch" und die Fortsetzung war immerhin als Sachbuch ganz nett (für einen Fünfzehnjährigen als Leser...)
#6 Larandil 2016-12-23 09:41
Ich hatte eigentlich immer mindestens ein bißchen Spaß mit DeCamps Geschichten - seien es die Abenteuer von Erdmenschen auf Krishna, die Fantasy-Geschichten in der Zeit vor dem Untergang von Atlantis oder die Abenteuer des Ex-Königs Jorian. Auch die Kurzgeschichten, die er in seiner Gegenwart spielen ließ und die mythologische Elemente an die Ostküste der USA verpflanzten, waren oft unterhaltsam. Zum Beispiel die Story um den nach einem Blitzschag unsterblich gewordenen Neandertaler, der sein Auskommen als Affenmensch im Zirkus fristet und in all den Jahrtausenden Verstand genug besaß, der Weltgeschichte weitgehend aus dem Weg zu gehen - allerdings erzählte er, wie er Karl den Großen sah. "Ein kleiner Mann mit einer Fistelstimme."
Immer wieder nützlich auch König Jorians Beschreibung eines Mannes, der nur durch Protektion auf seinen Posten kam und keine Ahnung von dem hat, wofür er zuständig ist: "Durch keinerlei Fachkenntnisse voreingenommen."
#7 Harantor 2016-12-23 14:21
Ich bin mit dieser Artikelserie hochzufrieden. Wirklich richtig glücklich.

Und ich habe mein coming out mal als deCamp-Fan. Ich mag seinen Humor und habe mich oft prächtig amüsiert. Auch seine Conan-Adaptionen fand ich eher gelungen.
#8 Henry Stardreamer 2016-12-23 18:02
Auch mir gefallen de Camps Geschichten recht gut, der Humor ist mir allerdings manchmal gar zu zynisch. Im übrigen freue ich mich als Artikelautor über eure Kommentare und die Vielfalt eurer Meinungen.

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