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Go West! - 18. Juni 2017

Go WestWieder in den ›Wilden Westen‹
18. Juni 2017

Jedes Jahr führe ich zwei kleine Reisegruppen durch den Westen der USA. Dazu lege ich in Facebook ein Reisetagebuch an, das auch im Zauberspiegel erscheinen soll. Es geht zu legendären Orten des Wilden Westen auf den Spuren von Cowboys, Indianern und eines spannenden Stücks Geschichte. -

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Cliff PalacePueblos, Konquistadores und Colorado
Wir übernachteten in Bluff in einem der schönsten Hotels des gesamten amerikanischen Westens – man hält es nicht für möglich, daß es so ein Haus in dieser einsamen, verlassenen Gegend geben kann, die „Desert Rose Inn“. Vollständig aus Baumstämmen in Blockhausbauweise errichtet und liebevoll im Stil des amerikanischen Südwestens eingerichtet und dekoriert.

In Bluff zeigt sich der charakteristische Südwesten der USA – die Vermischung der angelsächsischen, mexikanischen und indianischen Kulturen.

Gefrühstückt haben wir im "Twin Rocks Cafe", einem von Navajos geführten Restaurant. (Bild 292-293)

Von den Wüsten von Utah ging es heute durch die südlichen Rocky Mountains in eine der geschichtsträchtigsten und landschaftlich schönsten Ecken von Colorado.

Hier tauchten vor über 400 Jahren spanische Konquistadores auf der Suche nach Gold und anderen Reichtümern auf. Aber diese Region war schon vor über mehr als 1.000 Jahren Heimstatt indianischer Völker gewesen, die lange Zeit als „Anasazi“ bezeichnet wurden, in der Sprache der Navajo „die Alten, die unsere Feinde waren“. Auch die Navajo hatten als kriegerische Nomaden dieses Gebiet durchstreift und waren immer wieder über die seßhaften, ackerbauenden Völker dieser alten Kulturen hergefallen.

Irgendwann hatten sich diese indianischen Gruppen nach sicheren Plätzen umgeschaut, um in Frieden leben zu können. So waren sie in die Mesa Verde gezogen  (= spanisch: Grüner Tisch). Eine kegelförmige, dicht bewaldete Felsformation mit flacher Kuppe, die abweisend und unzugänglich aus der Landschaft ragt.

Hier fanden die „Ancient Pueblos“, wie sie heute historisch korrekt genannt werden, etwa „die alten Dorfindianer“, eine neue und sichere Heimat.
Während sie auf den Plateaus ihre Felder anlegten, in Zisternen Wasser sammelten und in den Wäldern des Felsmassives Kleinwild jagten, errichteten sie mit unglaublichem Geschick ganze Siedlungen in Felsenhöhlen unter Klippen.

The photos show Mesa Verde and sveeral cliff dwellings like Square Tower House and Spruce Tree House. (Bild 294-298)

Vieles aus dem Leben der Ancient Pueblos ist durch die Archäologie erforscht. Wir wissen, daß es sich um relativ kleine Menschen gehandelt hat, die kaum über 1,50 m groß wurden. Ihr Durchschnittsalter lag bei ca. 30 Jahren. Ihre Toten bestatteten sie unter den Fußböden der Häuser.

Ihre religiösen Zeremonien hielten sie in Kivas ab, im Boden – im Bauch der Mutter Erde – versenkte Rundbauten. Jeder Clan hatte eine Kiva, weshalb in den meisten Siedlungen gleich mehrere davon zu finden sind.

Diese Kivas lieferten auch einst den ersten Hinweis darauf, daß die heutigen Pueblo-Indianer im Rio-Grande-Tal die Nachfahren dieser prähistorischen Völker sind; denn die Kiva-Rituale finden bis heute hier statt, und die Architektur der heutigen Kivas ist exakt dieselbe wie in den Klippenhäusern.

Inzwischen halten die in den 1880er Jahren entdeckten Indianerstädte in der Mesa Verde – bis dahin waren diese Cliff Dwellings, die vermutlich in der Zeit um 1200 bis 1400 n.Chr. verlassen wurden, weil jahrzehntelange Dürreperioden das Leben hier unmöglich machte, ein Geheimnis geblieben – dem Ansturm der Besucher nicht mehr stand. Das einzige unkontrolliert zugängliche Gebäude, das Fur Tree House, ist in diesem Jahr bereits geschlossen.

Die Fotos zeigen eine heilige Kiva, die Fundamente eines alten Pueblos, einen weiteren Klippenbau, and Karen und mich über einem tiefen Canyon. (Bild 299-302)

Wir besichtigten den „Cliff Palace“, eine der größten und eindrucksvollsten Siedlungen des Mesa-Verde-Komplexes. Das gesamte Gebiet weist Hunderte von menschlichen Siedlungsplätzen auf. 1906 hatte der damalige US-Präsident Theodore Roosevelt die Mesa Verde zum ersten Nationalpark erhoben, der nicht der Natur, sondern einer menschlichen Kultur gewidmet ist. Inzwischen gehören die Indianersiedlungen zum Weltkulturerbe.

Von hier aus erstreckte sich einst ein regelrechtes Wegenetz über den gesamten Südwesten der heutigen USA, das vermutlich bis weit nach Südamerika reichte. Die damaligen Völkerhatten intensive Handelsbeziehungen.

Zu den Zentren der frühen Pueblo-Kultur gehört neben der Mesa Verde auch Chaco Canyon in New Mexico. Aber es finden sich verlassene Siedlungen dieser Zeit auch im Navajo-Gebiet und tief im Süden von Arizona.

Ein beeindruckendes Museum oberhalb des Spruce Tree Houses dokumentiert in lebendiger Weise Leben und Existenz dieser frühen Indianer.

Die Fotos zeigen verschiedene Perspektiven des Cliff Palace and Karen und mich auf der Plattform oberhalb dieser grandiosen Siedlung der Ancient Puebloindianer. (Bild 303-306)

 


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