Bastei Lübbe kauft den Eichborn Verlag

Bastei Lübbe kauf EichbornDer Verkauf des Eichborn Verlages an Bastei Lübbe ist perfekt. Bereits am vergangenen Freitag  hat  die Bastei Lübbe GmbH in Köln und der Insolvenzverwalter der Eichborn AG in Frankfurt die Kaufverträge unterzeichnet.

Bastei Lübbe erwarb damit rückwirkend zum 1. November 2011 den Verlagsnamen, das Verlagslogo, die Websites, das Warenlager und die Rechte des Eichborn Verlages.

„Wir haben uns für die nächsten Jahre viel vorgenommen. Mein Team und ich freuen uns sehr auf den frechen Verlag mit der Fliege“, teilte Verleger Stefan Lübbe mit.


Buchmarkt.de ergänzt ausführlich: Einige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Frankfurter Eichborn Büro haben ein Übernahmeangebot von Lübbe erhalten, davon haben drei Mitarbeiterinnen bereits zugesagt.
Der Eichborn Verlag, der im laufenden Geschäftsjahr 2011 einen Umsatz von rund 6,5 Millionen Euro erzielen wird, liefert noch bis Weihnachten 2011 über die LKG in Espenhain aus. Zum Jahreswechsel 2012 steht dann ein Umzug der rund 700 lieferbaren Titel zur VVA nach Gütersloh an. Bastei Lübbe übernimmt ab sofort den aktiven Vertrieb der Eichborn-Titel.

Und es wird ein Eichborn-Frühjahrsprogramm geben. Rund 12 neue Titel sind für den Start in das Jahr 2012 in Vorbereitung. Anfang Januar 2012 werden die Vorschauen an den Handel und die Presse verschickt.
 
„Es ist eine Art Übergangsprogramm, und mehr Neuheiten sind in der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit nicht realisierbar. Für künftige Programme sind aber dann pro Jahr circa 50 Novitäten geplant“, so Geschäftsführer Klaus Kluge. Für „Kontinuität im Spirit“ von Eichborn sorgt auch Bodo Horn-Rumold in der Lübbe Geschäftsführung, zuständig für die Verlage Baumhaus und Boje. In der Gründungsphase des Eichborn Verlages war Horn-Rumold als Marketing- und Vertriebsleiter 9 Jahre lang beim Frankfurter Verlag tätig.

Der Verlag ist, wie buchmarkt.de exklusiv erfahren hat, mit dem Gründer Vito von Eichborn im Gespräch, der nicht nur als freier Lektor einzelne Titel betreuen soll, sondern auch seine bekannte literarische Spürnase als „Finder“ von spannenden Titeln und Autoren in den Dienst des Verlags stellen wird.


Bild: Logos von Bastei Lübbe und Eichborn

Kommentare  

#1 Jonas Hoffmann 2011-12-06 08:01
zitiere Artikel:

Bastei Lübbe erwarb damit rückwirkend zum 1. November 2011 den Verlagsnamen, das Verlagslogo, die Websites, das Warenlager und die Rechte des Eichborn Verlages.

Buchmarkt.de ergänzt ausführlich: Einige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Frankfurter Eichborn Büro haben ein Übernahmeangebot von Lübbe erhalten [..]

Schauerlich wie man hier die Prioritäten erkennen kann. Die ehemaligen Mitarbeiter kommen erst im Nebensatz vor... :-x
#2 Laurin 2011-12-06 10:46
Jepp, die Mitarbeiter die in Zukunft nicht mehr mitarbeiten können/sollen, tun mir jetzt auch schon leid. :sigh:
#3 Harantor 2011-12-06 11:09
Die Meldung stammt aus einer für Buchhändler. In erster Linie ist für die Kundeninformation wichtig, zu erfahren was aus den Programm wird und was Bastei Lübbe gekauft hat. Und an der Insolvenz Eichborns ist Lübbe eher nicht schuld.

Aber grundsätzlich ist es wahr, dass Mitarbeiter grundsätzlich (und fast überall) nur noch Kostenfaktor sind. Das ist aber kein Exklusivproblem der Verlagsbranche.

Und: Personalrationalisierungen (sprich Entlassungen) haben dazu beigetragen, dass der Heftroman und Bücher heute noch bezahlbar zu kaufen sind. Es gibt immer zwei Seiten der Sichtweise
#4 Jonas Hoffmann 2011-12-06 11:15
zitiere Harantor:
Das ist aber kein Exklusivproblem der Verlagsbranche.

Was auch keiner behauptet hat. Denn leider ist es ja in der Tat so, dass diese Insovenzmitnahmen meist nur die Sahnestückchen sich rauspicken.
#5 Harantor 2011-12-06 11:21
Ich wollte es nur festgestellt haben. Aber Lübbe kauft hier alles was noch da ist. Nur das literarische Programm wird wohl einen anderen Abnehmer finden. Aber das hätte auch nicht zu Lübbe gepasst.

Und die Diskussion über Käufe und Übernahmen kann weit führen, wenn das Tor erstmal offen ist. Ich denke da die Heuschrecken, die gesunde Unternehmen in den Moment ruiniert haben, an dem sie aufgekauft wurden.
#6 Thomas Langes 2011-12-06 11:22
Jeder Firmeninhaber will erfolgreiche Mitarbeiter einstellen. Insolvenzen machen sich immer schlecht im Lebenslauf. Ich schreibe das aus eigener Erfahrung.

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