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50 JAHRE JAMES BOND-FILME: Eine Einführung

50 Jahre James Bond-Filme
Eine Einführung

In diesem Jahr, wenn am 1. November 2012 mit SKYFALL der 23. James Bond-Film in die Kinos kommt, feiert die Filmserie ihr 50jähriges Jubiläum.

Doch bevor am 6. Oktober 1962 mit DR. NO der erste James Bond Film seine Premiere feierte und damit den Siegeszug von 007 einläutete, lief am 21. Oktober 1954 als dritte Episode der ersten Staffel der Fernsehserie CLIMAX! CASINO ROYALE über die US-amerikanischen Fernsehbildschirme.

In dieser waren bereits BARRY NELSON als Bond und PETER LORRE als Le Chiffre zu sehen.

Im Mai 1954 hatte der Produzent und Regisseur Gregory Ratoff die Rechte an dem Ian Fleming-Roman CASINO ROYALE für 1000 US-Dollar und sechs Monate erworben. Er ging damit zu CBS, die daraus die Folge für CLIMAX! drehten.

Ein Jahr später erwarb Ratoff die abgelaufenen Rechte für Casino Royale erneut. Diesmal ohne zeitliche Option. Eine geplante Serie mit James Bond kam jedoch in den 1950er Jahren nicht zu Stande, so dass Ian Fleming einige der Entwürfe zu den geplanten Episoden zu Kurzgeschichten verarbeitete, die später in Buchform erschienen. Später verkaufte Ratoff seine Rechte an MGM, die schließlich 1967 die CASINO ROYALE – Parodie drehten.

Nachdem Harry Saltzmann die Rechte an den James Bond-Büchern (außer CASINO ROYALE und FEUERBALL) erworben hatte und zusammen mit ALBERT R. BROCCOLI die Produktionsfirma EON gründete, begann mit DR. NO sowie LIEBESGRÜSSE AUS MOSKAU, den ersten beiden Bond-Filmen unter der Regie von TERENCE YOUNG, die Erfolgsgeschichte von 007 auf der Kinoleinwand. 

SEAN CONNERY (Jahrgang 1930) feierte mit den ersten fünf James Bond-Filme Erfolge, war aber nach MAN LEBT NUR ZWEIMAL Bondmüde geworden und warf danach das Handtuch. So musste ein neuer Darsteller her, den der Regisseur PETER HUNT für IM GEHEIMDIENST IHRER MAJESTÄT schließlich in dem australischen Model GEORGE LAZENBY (Jahrgang 1939) fand, den er in einem Werbefilm gesehen hatte.

Doch der Film, der durchaus zu einen der besten Filme der Reihe gehört, stand unter keinem guten Stern. Zum einen war Ende der 1960er Jahre  bedingt durch die vielen Bond-Nachahmer eine gewisse Bondmüdigkeit bei den Kinobesuchern eingetreten, zum anderen war George Lazenby weder ein Schauspieler noch ein Ersatz für Sean Connery, obwohl der Australier sein bestes tat. Auch die Presse schoss sich auf den Neuling ein und überbot sich mit Negativkritik und Negativartikeln  über den neuen Bond-Darsteller, bevor der Film überhaupt in die Kinos kam.

Der Film IM GEHEIMDIENST IHRER MAJESTÄT spielte zwar nicht so viel ein wie seine Vorgänger, machte aber nichtsdestotrotz noch genug Gewinn, um die Produktionskosten um ein Vielfaches wieder einzuspielen. Ein finanzieller Verlust war der Bond-Film mit George Lazenby weder für EON sowie die beiden Bond-Produzenten noch für UNITED ARTISTS.

Doch nachdem der Film in die Kinos gekommen war,  war GEORGE LAZENBY nicht mehr bereit, einen weiteren Bond-Film zu drehen, so dass die Suche nach einem neuen Bond-Darsteller wieder begann. Schließlich ließ sich SEAN CONNERY 1971 noch einmal breitschlagen den 007 in DIAMANTENFIEBER zu spielen. Danach war aber endgültig für Connery Schluss.

Nach dem endgültigen Weggang von Sean Connery wollte Regisseur GUY HAMILTON den US-amerikanischen Schauspieler BURT REYNOLDS für die Rolle des 007  haben. Doch Broccoli und Saltzmann bestanden darauf, die Rolle nur mit einem britischen Schauspieler zu besetzten, so dass die Suche weiterging.

Schließlich entschied man sich für den britischen Schauspieler ROGER MOORE (Jahrgang 1927), der schon eine Menge Erfahrung als Schauspieler aufweisen konnte und bedingt durch seiner Rolle als SIMON TEMPLAR, die er acht Jahre gespielt hatte, auch eine große Fangemeinde hinter sich hatte. 

Doch in den 1970er Jahre verkamen die James Bond-Filme mit Roger Moore zu Komödien bzw. Parodien, die mitunter schon etwas gewöhnungsbedürftig waren. Vor allem DER MANN MIT DEM GOLDENEN COLT, der noch weniger einspielte als LEBEN UND STERBEN LASSEN, erreichte bei weitem nicht den Standard, den noch DIAMANTENFIEBER erreicht hatte, obwohl auch dieser Bond-Film nicht mehr den Charme und den Stil seiner Vorgänger versprüht hatte. Erst mit DER SPION DER MICH LIEBTE konnte sich Roger Moore 1977 als neuer James Bond endgültig etablieren und durchsetzen.

1981 kehrten die James Bond-Macher nach der ‚SF-Parodie‘ MOONRAKER mit IN TÖDLICHER MISSION, den wohl besten Bond-Film mit Roger Moore, zu den Wurzeln der Film-Serie zurück und brachten wieder etwas mehr ‚Realität‘ in die Film hinein. Hinzu kam, dass das Bondfieber 1983 mit der Rückkehr von SEAN CONNERY mit SAG NIEMALS NIE wieder angefacht wurde, so dass sowohl der Bond mit Connery als auch OCTOPUSSY mit Roger Moore sich gegenseitig befruchteten und sehr gut an den Kinokassen liefen.

Roger Moore, der schon mehrmals das Bond-Handtuch werfen wollte, sich aber immer wieder durch die Erhöhung seiner Gage überreden ließ, hörte schließlich 1985 nach IM ANGESICHT DES TODES mit 58 Jahren auf.

Damit ging die Suche nach einem neuen Bond-Darsteller in eine weitere Runde, die schließlich in der Wahl von TIMOTHY DALTON (Jahrgang 1946) endete, der seine Sache in DER HAUCH DES TODES ausgezeichnet machte. Die Rache-Story in LIZENZ ZUM TÖTEN, zwei Jahre später,  kam dagegen beim Kinopublikum nicht so gut an. Damit war die Zeit eines rächenden Bonds mit dem später DANIEL CRAIG Erfolg haben sollte, Ende der 1980er Jahre noch nicht gekommen.

Zwar sollte Timothy Dalton auch noch in einem dritten Bond-Film mitspielen, doch die Fusion von MGM/United Artists mit Pathe im Herbst 1990 sowie daraus resultierende innere Streitigkeiten sowie Streitigkeiten zwischen MGM und Albert R. Broccoli verhinderten weitere Planungen und führten zu der wohl längsten Bond-Pause in der Geschichte der Filmserie, so dass Dalton 1994 keine Lust mehr hatte und schließlich das Bond-Handtuch warf.

So musste nach Beendigung der Streitigkeiten mal wieder ein neue Bond-Darsteller gefunden werden, den man schließlich in Gestalt von PIERCE BROSNAN (Jahrgang 1953) fand, der 1995 mit GOLDENEYE einen sehr guten Einstand gab und der 2002 nach STIRB AN EINEM ANDEREN TAG, seinem vierten Bond-Auftritt, schließlich ebenfalls wieder der Rolle entsagte.  Nach vielen Gerüchten und Mutmaßungen in der Presse  und Verhandlungen mit MGM und den Produzenten der Bond-Filme gab Brosnan 2004 schließlich bekannt, dass er für einen weiteren Bond-Film nicht mehr zu Verfügung stehen werde.

Danach ging die Suche nach einem neuen Bond-Darsteller wieder los, den die beiden Bondproduzenten Barbara Broccoli und Michael G. Wilson schließlich in Gestalt des britischen Schauspielers  DANIEL CRAIG (Jahrgang 1968) fanden, so dass 2006 mit CASINO ROYALE ein neuer Bond-Film in die Kinos kam, der nicht nur etwas mehr der Realität entsprach, sondern auch  die härteren Seiten des Geheimagenten zur Geltung brachte.

© by Ingo Löchel

 

 

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