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Kommissar X - Die Heftromanserie, Teil 17: EIN INTERVIEW MIT ALFRED WALLON

Kommissar XDie Heftromanserie
Teil 17:
Interview mit Alfred Wallon

Alfred Wallon ist den meisten als Westernautor und -experte bekannt. Er ist Mitglied WWA (Western Writers of America). Doch über den Western hinaus hat er, um im Bild zu bleiben, in vielen Sätteln gesessen und war in diversen Genres heimisch.

Darunter eben Fantasy und Abenteuer.


Auch der Krimi gehört dazu. Er schrieb in den Achtzigern nicht nur Kommissar X-Romane, sondern beteiligte sich  auch am letzten Dino des einst im Heft so präsenten Krimi-Genres: Jerry Cotton, den unverwüstlichen G-man aus New York.

Zu seinen Kommissar X-Romanen haben wird ihn befragt...

Alfred WallonZauberspiegel: Herr Wallon. Können Sie sich noch daran erinnern, wie sie zum KOMMISSAR X - Team gestoßen sind? Standen Sie schon vorher in irgendeiner Beziehung' zu KX oder kamen sie erst als Autor mit Jo Walker in Kontakt?
Alfred Wallon: Nachdem ich beim Kelter- und Marken-Verlag meine ersten Romane Anfang der 80er-Jahre veröffentlicht habe, suchte ich auch Kontakt zu Bastei und Pabel.
Der erste Kontakt zu Pabel kam auf der Frankfurter Buchmesse zustande. Der damalige Chefredakteur Werner Müller-Reymann suchte Autoren für KX und fragte mich, ob ich Interesse hätte. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich nicht viel über KX, habe mich dann aber eingelesen und dann schnell ein erstes Exposé verfasst.

Zauberspiegel: Meines Wissens war Ihr erster Roman „TOM ROWLAND UNTER VERDACHT“ (KX # 1386). Wann erschien der Roman und können Sie mir etwas über den Inhalt  des Heftes verraten?
Alfred Wallon: Der Roman erschien - ich denke so um 1985 herum. Genau kann ich das nicht mehr sagen. Das ist zu lange her. Die Idee war, Tom Rowlands Ruf als Polizist zu untergraben und ihn in Misskredit zu bringen. Es ging dann noch um einige Jugendliche aus sozialen Randgruppen. Aber mehr kann ich zu diesem Roman nicht mehr sagen. Es sind - wie schon gesagt - über 20 Jahre vergangen.

Zauberspiegel:Gibt es ein besonderes Ereignis im Bezug auf KX an das sie sich heute noch besonders gut erinnern?
Alfred Wallon: Ich erinnere mich noch sehr gut an meinen zweiten KX-Roman - die Nr. 1393 "Gefahr für Flug 403". Es war einer der wenigen KX-Romane, in dem es gar keine Toten gab. Es ging um eine geplante Flugzeugentführung auf dem New Yorker Kennedy-Airport.

Zauberspiegel: Wie muss man sich Arbeit als Autor an einer Serie wie KX vorstellen? Gab es bestimmt Vorgaben für die Serie und die Figur des Jo Walker  (abgesehen vom Expose)? Konnte man eigene Ideen einbringen?
Alfred Wallon: Es gab ein Rahmenexposé, in dem die Hauptfiguren beschrieben wurden. Alles andere war frei wählbar. Ich habe immer ein Exposé nach meinem Geschmack entworfen und es an die Redaktion geschickt. Dann suchte man passend zum Inhalt ein Titelbild aus oder ließ ein neues zeichnen. Ich bekam es dann sofort zu sehen und konnte den Roman so schreiben, dass Titelbild und Inhalt zusammenpassten.

Zauberspiegel: Wer war zu ihrer KX - Zeit für die Exposes der Serie zuständig und aus welchen Leuten bestand die Redaktion der Serie?
Alfred Wallon: Der Chefredakteur war Werner Müller-Reymann, seine Assistentin hieß Andrea Haitz. Mit Frau Haitz habe ich alles abgeklärt. Die Exposés hat - wie schon gesagt, jeder Autor selbst verfasst, da KX keine Fortsetzungsserie war.

Zauberspiegel: Kannten sich die Autoren untereinander und gab es eine Zusammenarbeit zwischen den Autoren der Serie?
Alfred Wallon: Ich kannte keinen einzigen der anderen Autoren von KX. Ob die anderen untereinander Kontakt hatten, weiß ich nicht.

Zauberspiegel: Verfassten Sie auch Taschenbücher für die KX - Serie?
Alfred Wallon: Ein Taschenbuch - die Nr. 635 "In Thailand wartet der Tod". Darin ließ ich Figuren mitspielen, die schon im Heft "Gefahr für Flug 403" mit dabei waren.

Zauberspiegel: 1986 schrieben sie meines Wissens mit „KAMPF UM SCHWARZES GOLD“ (KX 1433) ihren letzten KX – Heftroman. Warum stiegen Sie aus der Krimi –Serie aus?
Alfred Wallon: Das war auch die Zeit, in der Werner Müller Reymann einen tödlichen Autounfall hatte und die Redaktion komplett umgekrempelt wurde.
Der Nachfolger hatte völlig andere Vorstellungen von der Reihe, die nicht die meinen waren. Wie sich kurz darauf zeigte, wurden die meisten Pabel-Heftserien dann eingestellt.

Zauberspiegel: Wie würden Sie die Figur des Jo Walker bezeichnen? Ist er der typische Krimi - Held oder doch eher eine Figur mit Ecken und Kanten, die sich von den üblichen ,Helden' abhebt?
Alfred Wallon: Jo Walker war ein für die damalige Zeit recht moderner Privatdetektiv. Nicht unbedingt mit Ecken und Kanten, aber glaubwürdig.

Zauberspiegel: Hätte - Ihrer Meinung nach - eine Serie wie KX heutzutage noch eine Chance sich auf dem Heftroman-Markt durchzusetzen oder ist die Zeit solcher Krimi - Helden vorbei?
Alfred Wallon: Es ist nicht nur die Zeit der Krimi-Helden vorbei, sondern auch die Zeit des Heftromans neigt sich dem Ende zu. Ich würde dieser Publikationsform keine große Bedeutung für die Zukunft geben. Zumal es an Ideen für neue und vor allen Dingen verkaufsträchtige Objekte fehlt. Fakt ist, dass Pabel keine "Männerromane" außer Perry Rhodan und Landser mehr macht, Kelter publiziert nur noch Frauenromane und Western-Nachdrucke, und Bastei hat mit Jerry Cotton das Krimisegment abgedeckt.
In Zeiten deutlich sinkender Auflagen und immer schnellerer Einstellungen würde ich nicht mehr daran glauben, dass es hier noch neue Impulse gibt. Wünschenswert wäre es natürlich, aber ich vermag nicht mehr daran zu glauben.

Zauberspiegel: Herr Wallon, vielen Dank für die Beantwortung der Fragen.

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