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... Wolfgang Hohlbein & Dieter Winkler über Wolfgang, Wölfe und die Wolf-Gäng

Wolfgang Hohlbein und Dieter Winkler … ... Wolfgang Hohlbein und Dieter Winkler ...
... über Wolfgang, Wölfe und die Wolf-Gäng

  Im Oktober erscheint mit „Die Wolf-Gäng“ das neuste Jugendbuchprojekt aus der Hohlbein-Schmiede als Hörspielserie bei EMI Happy Kids in Kooperation mit Lübbe Audio. Grund genug mit Herrn Hohlbein und dem Co-Autoren Dieter Winkler ein Interview zu führen. Ich traf den Fantasy-Autoren und dessen Manager auf der Buchmesse in Frankfurt. Hohlbein erlangte seinen Durchbruch 1982 mit dem Roman „Märchenmond“ und gilt heute als einer der beliebtesten deutschen Autoren im Fantasy und Horrorbereich. Dieter Winkler ist Schriftseller, Redakteur und Medienagent und arbeitet bereits seit einigen Jahren mit Wolfgang Holbein zusammen.

Zauberspiegel
: Hallo Herr Hohlbein, vielen Dank für Ihr Interesse an diesem Interview. Mit DIE WOLF-GÄNG erscheint eines Ihrer vielen Jugendbuchprojekte nun als Hörspielserie. Um was geht es da?
Wolfgang Hohlbein: Es ist eigentlich eine Mischung aus Horror, und nicht allzu ernst zu nehmenden Abenteuergeschichten. Die Protagonisten sind Kinder, doch der eine ist ein Werwolf, der zweite ein Vampir und dann ist da noch eine kleine Fee. Der Werwolf hat eine Katzenallergie, der Vampir kann kein Blut sehen und die Fee hat Flugangst. Das ist keine reine Veräppelung, aber eben nicht ganz so ernst zu nehmen. Ist eben was für Jugendliche.
 
Zauberspiegel: Aber der mystische Faktor spielt da schon eine ähnlich große Rolle, wie in Ihren Erwachsenengeschichten auch?
Wolfgang Hohlbein: Mehr noch. Der ganze Ort, in dem die Geschichten spielen ist total verhext. Da tauchen irgendwelche Gespenster auf und so weiter.
 
Zauberspiegel: Also standen hier nicht die drei??? Pate. Auch dort sind es ja drei Protagonisten, die rätselhafte Fälle lösen, wenn auch nicht mystisch.
Wolfgang Hohlbein: Nein, die standen nicht Pate. Ich kenne die Serie auch nur vom Namen her, da mich Krimis nicht interessieren.
 
Zauberspiegel: Neben dem Mystischen gibt es in den Geschichten ja auch viel Realismus und zeitgenössische Themen, die auch Jugendliche interessieren. Ist das die ideale Mischung?
Wolfgang Hohlbein: Das kann nicht mit letzter Gewissheit beantworten. Ich bin ja kein 11jähriger Leser. Aber die wenigen direkten Reaktionen die ich bekommen habe, sind wenigstens nicht negativ ausgefallen. Und ich denke, wenn man die Möglichkeiten hat, auch mal aktuelle Themen anzusprechen, warum sollte man das dann als  Autor nicht tun? Das wäre ja eine verschenkte Chance.
 
Zauberspiegel: Bei dem Titel muss man nicht lange überlegen, wo denn die Inspiration dafür hergekommen ist. Frage ist nur wer da die Idee hatte. Sie selbst, Ihr Co-Autor, Ihre Frau, Ihre Tochter?
Wolfgang Hohlbein: Von keinen der Genannten, sondern vom Verleger.
Dieter Winkler: Das war wohl eher ein Versprecher. Der kam schon vom Wolfgang. Er meinte nämlich einmal in einem Nebensatz: Wann kommt denn nun die Wolf-Gäng? Und so ist der Titel geboren wurden. Das passiert oft, dass Besondere Sachen mal eben so nebenbei entstehen.

Zauberspiegel: Rebecca Hohlbein, ihre Tochter,  schrieb bei der WOLF-GÄNG mit. Außerdem Herr Winkler. Wie kann man sich als Außenstehender die Zusammenarbeit vorstellen? Gab es da eine klare Arbeitsteilung?
Dieter Winkler: Wolfgang hat mit Band 1 eine Super-Vorlage geschaffen. Bei Band 2 haben wir uns dann gemeinschaftlich an einen Tisch gesetzt und unsere Ideen zusammengeworfen. Und ein Autor bringt das denn aufs Papier. Das ist dann derjenige, der als Co-Autor genannt wird.
Wolfgang Hohlbein: So ist das. Die Ideen kommen von allen, schreiben tut nur Einer.
 
Zauberspiegel: Einige Bücher sind bereits erschienen. Geht es danach weiter?
Dieter Winkler: Ja, die Rebecca Hohlbein ist gerade dabei den nächsten Band fertig zu stellen, der dann auch sehr schnell als Hörspiel erscheinen soll. Also es geht rasant weiter. Und es ist sogar ernsthaft eine Verfilmung von Constantin Ratpack in der Planung. Die ist gerade in der Drehbuchphase. Geplante Filmprojekte muss man ja immer mit Vorsicht genießen. Hier ist es ganz konkret. Im nächsten Jahr ist Drehbeginn, oder spätestens übernächstes Jahr.
Wolfgang Hohlbein: Wir haben auch bereits einen bestimmten Hauptdarsteller, den wir haben möchten. Nur müsste man schnell anfangen, denn der Elfjährige wird auch immer älter.
Dieter Winkler: Ich möchte noch anmerken, dass es sich beim „Wolf-Gäng“- Film um die selbe Produktionsfirma handelt, die auch „Wickie“ und „Die Vorstadtkrokodile“ gemacht hat.

Zauberspiegel: Waren Sie Herr Hohlbein bei den Hörspielaufnahmen einmal persönlich zugegen?
Wolfgang Hohlbein: Nein.
 
Zauberspiegel: Hatten Sie Einfluss auf die inhaltliche Gestaltung der Hörspiele?
Wolfgang Hohlbein: Ich überlasse dies ganz den Hörspielmachern. Drehbücher schreiben ist etwas ganz anderes als Romane. Ich könnte sicher jederzeit Einfluss nehmen, Ideen einwerfen, habe mich aber bisher zurückgehalten.
Dieter Winkler: Bei mir ist es etwas anders. Ich hatte ja schon füher Hörspiele geschrieben. Wir haben uns zusammengesetzt und beraten wie lang die Hörspiele werden sollen, welche Szenen wichtig sind usw. Als die Drehbücher dann fertig waren, hat man sie uns zur Abnahme überlassen. Da gab es nichts zu meckern. Die Umsetzungen waren einfach spitze.
Zauberspiegel: Und haben Sie einmal Gelegenheit gehabt die Hauptsprecher kennen zu lernen?
Wolfgang Hohlbein: Leider nein. Aus Termingründen. Die Hörspiele sind wirklich schnell entstanden. Normalerweise dauert so was ein Jahr. Dann hätte ich bestimmt auch mal ein, zwei Tage im Studio verbracht um zu zuschauen. So aber war das schwer möglich. Das ging Schlag auf Schlag. Ich habe das erst richtig mitbekommen, als schon fertig war, kann man sagen.
 
Zauberspiegel: Hatten Sie bereits Gelegenheit in die fertigen Hörspiele rein zu hören?
Wolfgang Hohlbein: Nein. Das erste Exemplar kam gerade erst, kurz vor Abfahrt zur Buchmesse bei mir an. Ich habe da mal reingehört und bin regelrecht begeistert.

Zauberspiegel: Der Hörspielmarkt ist inzwischen ein sehr wichtiger, großer und interessanter Sektor geworden. In wie weit interessieren Sie sich für dieses Medium?
Wolfgang Hohlbein: Ich habe in den letzten 30 Jahren nur wenige Hörspiele  gehört. Dafür umso mehr als Kind und Jugendlicher. Ich habe auch Hörspielkassetten begeistert gesammelt und fand das damals ganz toll. Durch die „Wolf-Gäng“ ist nun das Feuer wieder neu bei mir entzündet worden..
Dieter Winkler: Es gibt da viele interessante Produktionen. Der Markt für Kinderhörspiele ist dabei besonders groß. Für Erwachsene eher kleiner.

 
Foto von Anna Kühn

 

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