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... Jörg Weigand über den Heftroman was ihn von der Yellow Press trennt

Jörg Weigand... Jörg Weigand ...
... über Heftromane und was ihn von der Yellow Press trennt

Dr. Jörg Weigand ist Jahrgang 1940. Er war beim ZDF, hat oft über den Jugendschutz gearbeitet, Romane geschrieben, war Herausgeber und ist ein Kenner populärer Genre. Kurzum: Er ist ein idealer Interviewpartner für den Zauberspiegel und als sich die Gelegenheit ergab, haben wir Jörg Weigand einen umfangreichen Fragenkatalog zugesandt. Wir bringen das Interview heute und an den kommenden zwei Sonntagen in drei Teilen.

Jörg WeigandZauberspiegel: Ihr Werk über Pseudonyme ist richtungweisend. Sie haben dabei so manches Pseudonym geknackt. Gibt es eine Möglichkeit, dass eine überarbeitete und erweiterte Ausgabe des Buches erscheinen wird?
Dr. Jörg Weigand: Ganz eindeutig: nein. Der Verlag zeigt kein Interesse daran.

Zauberspiegel: Sehen Sie überhaupt noch Möglichkeiten, das Buch zu erweitern? Die einst Beteiligten sind oft bereits verstorben. Bei VPM wurden Archive fortgeworfen. Was kann man also noch tun, um die Lücken – zumindest – bei den Nachkriegsautoren zu schließen?
Dr. Jörg Weigand: Es gibt genügend neue Erkenntnisse, um das Lexikon erheblich zu erweitern, aber das muss jetzt ein anderer tun. Und auch an Unterlagen über verstorbene Autoren ist noch ranzukommen, wenn man sich bemüht. Aber die Arbeit für drei Auflagen mit den damit verbundenen Mühen genügt mir, wer mehr will, wird sich selbst bemühen müssen, aber das ist ein langwieriges, undankbares Geschäft, das nicht nur Freunde schafft und außerdem – gemessen an der aufgewendeten Zeit – sich nicht rechnet.

Zauberspiegel: Andererseits hat dieses Buch auch manchem Probleme bereitet. Gerade was die Klassifizierungen als persönliches Pseudonym angeht. Dan Shocker haben Sie zum Beispiel (richtigerweise) als „persönlich“ definiert, obwohl ja mehrere Autoren darunter geschrieben haben. Könnten Sie ein wenig Licht in Ihr System bringen, so dass klarer wird, wie Sie Pseudonyme klassifiziert haben?
Dr. Jörg Weigand: Mehr als das, was ich im Lexikon selbst dazu erklärt habe, kann ich nicht sagen. Ich denke, dass ausreichend klar ist, wie klassifiziert wird. Der von manchen Seiten vorgetragene Wunsch, die Sammel- und Verlagspseudonyme noch im Einzelnen auf einzelne Titel und Autoren zu übertragen und somit offenzulegen, gehört nicht zur Aufgabe eines solchen Nachschlagewerkes. Und wenn bei persönlichen Pseudonymen ein Autorenkollege einmal dem anderen zur Seite gestanden ist, weil dieser gerade den laufenden Roman einer Serie nicht abliefern konnte, dann gehört auch diese Einzelheit nur insofern ins Lexikon, als vermerkt wird, dass eben nicht nur der Hauptautor dabei tätig war.

Zauberspiegel: Wie wurde überhaupt die Idee zu einem Pseudonymenlexikon geboren, wie wurde diese Datenfülle damals zusammengestellt? Welcher Quellen haben Sie sich bedient?
Dr. Jörg Weigand: Ich komme von der Science Fiction her, vom Heftroman und vom Leihbuch. Da wimmelt es von Pseudonymen. Was lag näher, als sie zusammenzustellen und schließlich in eine geeignete Form zu bringen? Das Ganze dauerte über 25 Jahre, bis endlich ein Buch daraus wurde, wobei ich wirklich Glück hatte, dafür dann auch so schnell einen Verlag zu finden. Quellen? Ja es gab solche, doch sie waren nicht nur veraltet, sondern auch - gerade was das Populäre angeht – mangelhaft ausgestattet. Da brauchte es Recherchen in Archiven, bei Verlagen, bei Autoren.  Und gerade diese müssen mitmachen. Wer sich verweigerte, konnte damit Erfolg haben, sofern er sich genügend abgesichert hatte. Denn viele Autoren wollten natürlich keineswegs eine Offenlegung ihrer Pseudonyme. Andere waren kooperativ. Nehmen Sie das Beispiel Rolf Kalmuczak, den früheren Jerry-Cotton-Lektor bei Bastei.
Als ich ihn um einen Besuchstermin bat, ich wollte ein Porträt über ihn schreiben, das dann auch in der „Welt“ erschienen ist, war er sofort bereit. Und als ich ihn dann in Garmisch besuchte, präsentierte er mir eine Liste von fast einhundert Pseudonymen, unter denen er seine Romane, Jugendbücher (TKKG) und Kurzkrimis bis dahin veröffentlicht hatte. Wenn Autoren so mitarbeiten, kann es auch nicht zu Missverständnissen oder Fehlern kommen.
Schlimm ist nur, wenn man als Verfasser an der Endfassung des Buches sitzt und ein Kurzschluss im Haus bei der Sicherheitsüberspielung vom Rechner auf einen Stick die Datei zerstört. Das war bei mir der Fall, glücklicherweise konnte ein begabter Mitschüler meines ältesten Sohnes über 90 Prozent des Lexikons retten. Das war großes Glück, denn noch einmal hätte ich das Konvolut nicht mehr zusammengefügt.

Zauberspiegel: Der Heftroman beschäftigt Sie ja bereits eine ganze Weile. Sie haben sich ja auf der unterschiedlichsten Weise dazu geäußert. Wie kommen Sie dazu sich mit diesem Medium zu befassen, und hat man in den Kulturredaktionen des ZDF das nicht ein wenig belächelt?
Dr. Jörg Weigand: Der Heftroman war für die Abteilung Kultur im ZDF kein Thema, aber es gab da Redaktionen wie „Drehscheibe“ oder aber auch das Wirtschaftsmagazin „Wiso“. Dazu mussten die Themen natürlich sozusagen „maßgeschneidert“ ins Programmprofil passen. So habe ich beispielsweise für „Wiso“ einen eitrag gemacht über den Westernautor G. F. Unger. Titel: „Der Autor als Ein-Mann-Fabrik“, in dem es um Herstellung, Vertrieb, aber auch um Verdienst usw. ging. Gerade die Honorarfrage ist oft eine kitzlige Angelegenheit. So hat es damals Unger keineswegs gefallen, dass ich in dem „Wiso“-Beitrag seinen (geschätzten) Jahresverdienst preisgegeben habe (der sogar noch zu niedrig angesetzt war, wie ich im Nachhinein erfahren habe).
Es hat Herrn Unger ebenso wenig gefallen, dass ich ihn damals im Interview als einen Autor vorgestellt habe, der im Romanheft begonnen hat. Er hat das vehement bestritten, bis ich ihn auf seine Anfänge bei „Billy Jenkins“ hingewiesen habe, wo er als „Broderick Old“ erschienen ist. Da fand ich befremdlich, dass er als ausgesprochen erfolgreicher Autor seine Anfänge im Romanheft einfach unter den Tisch kehren wollte. Leider ist es immer wieder so, dass eine Art „Sozialscham“ Autoren und Autorinnen veranlasst hat und auch heute noch veranlasst, ihre Arbeit in diesem Bereich zu verneinen. Frage ist: wie soll das Romanheft seinen schlechten Ruf verlieren, wenn selbst die Beteiligten eine Negativeinstellung dazu haben?
Oder ich habe Dietmar Küglers „Verlag für Amerikanistik“ in Wyk auf Föhr vorgestellt, einen Kleinstverlag mit großen Marktchancen, die Kügler auch zu nutzen verstand. Da konnte man sehen, wie ein Heftromanautor sich „hocharbeiten“ kann zu einem überaus geachteten Sachbuchautor und Verleger in einer Person. Abgesehen davon, dass Küglers Western in der Regel um einiges besser sind als die Romane vieler seiner Konkurrenten.
Und gleich zu Beginn meiner Fernsehtätigkeit hatte ich die Möglichkeit, in der „Drehscheibe“ einen Beitrag über „Perry Rhodan“ fertigzustellen, der mehrfach gesendet wurde. So lernte ich Leute wie Willy Voltz oder Karl Herbert Scheer kennen. Aus solchen  Bekanntschaften haben sich dann sehr gute persönliche Beziehungen entwickelt.

Zauberspiegel: Bei Ihren Recherchen hatten Sie Kontakt mit den Cracks des Heftromans. Welche dieser Autoren und Redakteure haben Sie in besonderer Erinnerung? Gibt es da Anekdoten? Gibt es bemerkenswerte Begegnungen?
Dr. Jörg Weigand: Da ich kein Anhänger der Yellow Press und ihrem Klatschgeseiche bin, gibt es hier keine Anekdoten zu berichten. Im übrigen habe ich (fast) alles wirklich relevante Berichtenswerte in sehr vielen Zeitschriften- und Zeitungsbeiträgen dargelegt. Das kann unter anderem in dem vom EDFC herausgegebenen Sammelband „Das weite Feld der Phantasie“ nachgelesen werden. Der Band ist seit langem vergriffen, aber wenn jemand ihn wieder auflegen wollte, hätte ich nichts dagegen einzuwenden, dann sollte er  Laut geben. Bemerkenswerte Begegnungen sind in der Regel privater Natur und haben hier nichts zu suchen. Unangenehme Ereignisse dagegen müssen nicht auf dem Marktplatz ausgetragen werden, da gibt es andere Möglichkeiten, die aus der Welt zu schaffen. Redakteure und Lektoren sowie Autoren sind alle auch nur Menschen, da gibt es solche und solche, da sollte nichts kolportiert, aber auch nichts breit getreten werden. Sie merken, ich halte nichts davon, menschliche Schwächen oder Schicksale auf dem Medienmarkt breitzutreten.  Ich denke, das unterscheidet mich von vielen Reporterkollegen in der Branche.

Zauberspiegel: Was hat Sie privat an Heftromanen interessiert, gab es Serien, die Sie auch abseits Ihrer Arbeit verfolgt haben? (Als Kind, als Jugendlicher, als Journalist, heute) Es gab ja zumindest eine Faszination, dass Sie sich solange mit dieser Art Literatur beschäftigt haben, oder?
Dr. Jörg Weigand: Ich bekenne: Ich bin Leser von Heftromanen, denn es gibt im Romanheft – wie eben auch im Taschenbuch oder in der Hardcover-Ausgabe - Gutes und Schlechtes. Western etwa von Rex Hayes oder von John Grey sind in der Regel erstklassig, schlechte Ausreißer findet man bei jedem Massenautor. Ich habe schon immer, auch gegen den Willen meiner Eltern, Heftromane gelesen. Das begann mit Billy Jenkins und den Utopia-Heften; davon ausgehend habe ich mich ziemlich wahllos durch das ganze Angebot „gefressen“. Rasch hat sich herausgestellt, dass ich bestimmte Autoren und deren Romane mochte oder nicht mochte, aber das hat sich nicht an bestimmten Genres festgemacht, sondern an der Fähigkeit der Autoren, gute und spannende, manchmal auch anrührende Romane zu schreiben.   

Zauberspiegel: Sie sind hart mit Jürgen ›Dan Shocker‹ Grasmück ins Gericht gegangen. Hat sich Ihre Einstellung zu Dan Shockers Werk im Rückblick geändert?
Was sagen Sie heute zum damaligen und zum heutigen Grusel-Genre? Speziell auch in Heftform...
Dr. Jörg Weigand: Ich habe Jürgen Grasmück gut gekannt; es hat mir imponiert, wie er mit seinem Lebensschicksal, seiner schweren Erkrankung umgegangen ist und damit fertig wurde. Das hat aber nichts daran geändert, dass mir manches, was er geschrieben hat, in der exzessiven Gewaltdarstellung nicht gefallen hat und ich es sogar – um wieder beim Jugendschutz zu landen - bedenklich fand. Seine frühen Romane, Science Fiction im Leihbuch, war da noch ganz anders. Meine Vorbehalte gegen dieser Art von Grusel haben aber weder ihn noch mich daran gehindert, mit dem anderen guten Umgang zu haben. So habe ich in meiner sehr umfangreichen Sammlung von Widmungs-Exemplaren der unterschiedlichsten Verfasser auch einige Bände von „Dan Shocker“. Warum auch nicht? Auch in meiner Leihbuchsammlung utopisch-phantastischer Titel haben die entsprechenden Ausgaben seiner Taschenbücher im Leihbuch einen festen Platz. Grasmück hat es verstanden, sich einen eigenen Markt für seine Romane zu etablieren, das muss man respektieren, darf einen aber nicht daran hindern, Kritik zu üben, wo sie angebracht ist. Abgesehen davon: Kritische Schelte macht manche Leser erst neugierig auf den an den Pranger gestellten Titel. Walter Ernsting alias Clark Darlton hat mir einmal verraten, dass ihn negative Rezensionen erst recht animieren, den negativ dargestellten Titel zu lesen. Das gilt übrigens im gesamten literarischen Bereich: Eine gut geschrieben Kritik ist für viele Titel besser als eine laue, halbherzige Eloge.

Zauberspiegel: Sie haben über die Jahre in die verschiedensten Verlage reingerochen. Gibt es da für die einzelnen Häuser Alleinstellungsmerkmale? Kurz: Gab es Unterschiede und wodurch zeichneten sich die einzelnen Verlage aus?
Dr. Jörg Weigand: Dazu will ich nichts sagen. Über Tote soll man nicht unbedingt Schlechtes verbreiten, und Lebende zu verärgern, ändert nichts an den Tatsachen. Außerdem ist es so, dass der eine mit Lektor X gut auskommt, während es mit Lektor Y nicht klappt; das hängt oft mit unterschiedlichen Vorstellungen von Qualität zusammen. Aber auch menschliche Eigenschaften mögen den einen abstoßen, während sie dem anderen egal sind bzw. er sie möglicherweise teilt. Sich darüber auszulassen, wäre wenig professionell. Es gilt immer die wichtigste Regel: Wo es nicht geht, muß ein Weg gefunden werden, dass es geht.
 
Zauberspiegel: Welche Einschätzung haben Sie von der Zukunft des Heftes als Publikationsform?
Dr. Jörg Weigand: Ich fürchte, Heftromane wird es in absehbarer Zeit nicht mehr geben. Und das nicht, weil es nicht genügend Autoren gibt, die das schreiben könnten. Auch Leser dürfte es genug geben, sofern sich die Verlage mehr darum kümmern würden. Die wenigen Verlage, die es heute noch gibt, baden so ein wenig in Selbstmitleid, statt zu versuchen, durch neue Ideen für Serien und Reihen oder durch attraktivere Präsentationsformen neue Interessenten zu gewinnen. Ausnehmen möchte ich da Pabel-Moewig mit der „Perry Rhodan neo“-Serie im Taschenbuchformat. Eine sehr gute Idee, die gestützt wird durch eine geschickte E-book-Politik. Der Kelter-Verlag hat das vor Jahren mit Irrlicht und Gaslicht im Taschenheft versucht, aber nicht genug Geduld bewiesen. Solche Projekte sind kurzzeitig nicht rentabel zu machen, sie müssen langfristig etabliert werden.

Zauberspiegel: Diese Frage leitet schon zum dritten Teil des Interviews über. Inzwischen haben Sie ja selbst dieses oder jenes Heft für Kelter verfasst. Wenn ich recht orientiert in schreiben sie am Spannungsroman für die Frau mit. Was treibt einen gesetzten ZDF-Pensionär zum Schreiben von Heften?
Dr. Jörg Weigand: Wie wäre es mit: Die Lust am Schreiben? Eine Anmerkung kann ich mir nicht verkneifen: Aus Ihrer Frage spricht – und das irritiert mich – eine Fehleinschätzung, nämlich eine negative,  des Heftes. Der Heftroman ist eine besondere Publikationsform, die nichts aussagt über die Qualität des Inhalts. Wie viele Jerry Cotton-Romane gibt es, die besser aufgebaut und besser geschrieben sind als z. B. die so gerühmten rororo-Thriller im Taschenbuch! Als ich meine zweite Frau Karla heiratete, merkte ich bald, dass sie ein ausgeprägtes Erzähltalent besitzt. Also animierte ich sie zum Schreiben. Das begann mit kurzen Erzählungen in Zeitschriften wie z. B. „Romanstunde“, dann gelang ihr der Einstig ins Romanheft, zunächst mit Heimatromanen, dann mit Gruseltiteln in „Irrlicht“ und „Gaslicht“. Und schließlich versuchte sie sich am großen Roman. Seitdem hat sie zehn voluminöse historische Romane veröffentlicht, dazu zwei Sammlungen mit phantastischen Geschichten.
Hatte ich ihr zunächst für die Heftromane nur da und dort einen Tipp gegeben, welches Thema in welcher Gegend angesiedelt werden könnte, hatte ich einige Zeit später anlässlich eines Besuches beim Kelter-Verlag in Hamburg den Einfall, ihr ein ganzes, sehr ausführliches Exposé zu diktieren. Daraus entstand unser erster gemeinsamer Heftroman unter dem Pseudonym „Celine Noiret“; ihre eigenen Titel im Gruselgenre hatte meine Frau bis dato unter „Carola Blackwood“ veröffentlicht. Und nach insgesamt zehn gemeinsamen Romanen habe ich mich dann hingesetzt und als „Georgia Wingade“ einen solchen Kurzroman ganz alleine geschrieben. Daraus sind nun einige mehr geworden; und als mir Kelter anbot, ein Taschenbuch von der dreifachen Länge eines Heftes zu verfassen, da habe ich mich an dieses Projekt herangemacht. „Die unheimliche Brücke“ ist Anfang 2017 erschienen.
Warum im Heft? Nun, ich bin von Anfang an ein Autor von kurzer Prosa gewesen, an die längere Form musste ich mich heranpirschen. Ein Romanheft ist vom Umfang her kein großer Roman, sondern eher eine Novelle. Doch für diese Kurzform gibt bei unseren „normalen“  deutschen Verlagen keine Publikationsmöglichkeit, schon gar nicht, wenn es um reine Unterhaltung geht. Da bietet sich das Heft an. Wie schon mehrfach gesagt: Ich habe keine Vorbehalte gegen diese Publikationsform, mir geht es immer nur um die Inhalte.

Zauberspiegel: Besten Dank auch für dieses Interview!
Dr. Jörg Weigand: Danke auch.

Horst Hermann von Allwörden


Die Fragen für den Zauberspiegel stellte: Horst Hermann von Allwörden
(unterstützt von C. Feldese)

Kommentare  

#1 Andreas Decker 2017-08-06 15:17
Zitat:
manches, was er geschrieben hat, in der exzessiven Gewaltdarstellung nicht gefallen hat und ich es sogar – um wieder beim Jugendschutz zu landen - bedenklich fand.
Grasmück und exzessive Gewaltdarstellung - die Worte habe ich in dem Zusammenhang auch noch nirgendwo gelesen. Halte ich auch für ziemlichen Unsinn. Wenn man die Wertung "exzessiv" schon bemühen will, fallen da höchstens die reißerischen Titel ein - die da nie gehalten haben, was sie versprachen :-) Aber doch nicht die Romane.
#2 Heiko Langhans 2017-08-06 16:03
Ob Shocker exzessiv war, weiß ich nicht. Aber mir hat bspw. Macabros um etliches besser gefallen als fast jeder der etwa 40 Larry Brent, die ich per Zufall gelesen habe. Von letzteren haben mir so einige Albträume verursacht; Marotsch, der Vampir-Killer und Die Müll-Monster fallen mir ein. Bei Macabros verschwand vieles unter dem Nebel des Unbekannten, den Shocker so gerne aufsteigen ließ. Da durften dann die Dwylup-Monster auch mal am Knochen nagen - Macabros las sich irgendwie anders.
... keine Ahnung, ob das oben Geschriebene Sinn ergibt, aberbesser kann ich es nicht vermitteln. Und es ist schon seltsam, dass mich zwei Komponenten ein- und desselben Roman-Universums so unterschiedlich berührt haben.
#3 Andreas Decker 2017-08-06 17:45
zitiere Heiko Langhans:
Von letzteren haben mir so einige Albträume verursacht; Marotsch, der Vampir-Killer und Die Müll-Monster fallen mir ein.


Dann haben sie ja ihren Job gemacht :lol:

Aber ich verstehe, was du meinst. Trotz desselben Universums halte ich auch den Macabros für deutlich interessanter und gelungener. Schon damals hatte ich irgendwann meine Probleme, den Brent ernst zu nehmen, als ich was älter war. Heute kann ich ihn nur als Selbstparodie betrachten. Die dünne Kopie der Kopie eines Eurospy-Films, der James Bond kopiert.

Die Macabros-Welt finde ich da noch immer gelungener, auch wenn die Romane die gleiche Struktur haben, die am Ende nur noch genervt hat. Man hat seinem Verfasser abgenommen, dass er das ganze Esoterik-Zeugs, das er hier verarbeitete, durchaus ernst nahm.

Aber Macabros funktionierte auch deshalb, weil seinem Autor der Drang fehlte, alles miteinander vernetzen zu müssen. Da blieb sozusagen Raum zum atmen, Widersprüche störten kaum. Und die Naivität, die bei Brent irgendwann nur noch peinlich wirkte, hatte bei Macabros durchaus ihren Platz.
#4 Laurin 2017-08-07 12:36
zitiere Andreas Decker:
Zitat:
manches, was er geschrieben hat, in der exzessiven Gewaltdarstellung nicht gefallen hat und ich es sogar – um wieder beim Jugendschutz zu landen - bedenklich fand.


Grasmück und exzessive Gewaltdarstellung - die Worte habe ich in dem Zusammenhang auch noch nirgendwo gelesen. Halte ich auch für ziemlichen Unsinn. Wenn man die Wertung "exzessiv" schon bemühen will, fallen da höchstens die reißerischen Titel ein - die da nie gehalten haben, was sie versprachen :-) Aber doch nicht die Romane.
Mitunter kann auch ein Faultier "exzessiv" sein, nämlich dann, wenn es den Halt verliert und vom Ast plumpst. :lol: Aber mal ehrlich, man kann sich mit der an den Haaren herbeigezogenen "Gewaltdarstellung" und dem Ruf nach dem Jugendschutz auch lächerlich machen und im Falle der Serien Larry Brent und Macabors dürfte dies der Fall sein. Zumindest die zitierte Äußerung von Herrn Weigand regt hier in dem Punkt schon wieder zum fremdschämen an. :sigh:
#5 Feldese 2017-08-12 10:32
Mich hat es eher überrascht, dass Dr. Weigand bei der Frage nach Anekdoten sofort ablehnend eine Yellow-Press-Verbindung hergestellt hat, als gäbe es im seriösen Journalismus keine Personality-Reportage und das Nachfragen bei Zeitzeugen. (Wobei er dann noch etwas inkonsequent ist, da er ja bezüglich Ungers Reaktion etwas erzählt.)

Was wüssten wir über Hemingway, Fitzgerald etc., wenn wir nur von ihrem Werk ausgehen würden, alle weiteren Hintergründe als "Yellow" verdammen würden...

Auch bei sogenannten Unterhaltungsautoren ist weiteres Wissen über das Geschriebene hinaus natürlich jenseits jeglicher Exploitation wichtig. Siehe z.B. den wohl eher schwermütigen Autor Dubina/Garner (Autorenreihe zur Zeit bei Kelter) - und seine eher düsteren Western.

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