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… André Wegmann über Horror, Vorbilder und die Lust am Schrecken

André Wegmann... André Wegmann ...
... über Horror, Vorbilder und die Lust am Schrecken

Ein Roman von André Wegmann ist immer eine Wundertüte für mich. Da gab es am Anfang die etwas kürzeren Storys, die den kalten Schauer schnell und kompromisslos auf den Punkt brachten und dann gibt es seit einiger Zeit den längeren Roman ALBINO DEVIL (zur Leseprobe), der bei mir auch Erinnerungen weckte. In jedem Fall ist es Zeit, einmal etwas mehr über diesen Autor zu erfahren.


Zauberspiegel: Schön, dass du dir die Zeit nimmst, uns hier einige Fragen zu beantworten. Für alle, die aber noch nichts von dir gehört haben: Wer ist eigentlich André Wegmann?
André Wegmann: Hallo Konrad, vielen Dank für die Ehre, bereits zum zweiten Mal mit dir auf dem gemütlichen Sofa des Zauberspiegels Platz nehmen zu dürfen. Da mir kein Whiskey angeboten wurde, nehme ich einen Grünen Tee, während wir uns unterhalten.
Ich bin 37 Jahre alt, lebe seit einiger Zeit wieder im beschaulichen niedersächsischen Friesoythe, wo ich auch geboren wurde, und arbeite seit 2011 als Texter und Autor. In meiner Freizeit lese ich viel, geh gern Wandern, stemme Hanteln oder hör Musik. Gegen eine Partie Schach habe ich auch nichts einzuwenden. Ich hoffe, das reicht soweit als Antwort.

André WegmannZauberspiegel: Die zentralen Figuren in deinem Buch ALBINO DEVIL könnten schlicht auch Menschen aus der realen Umgebung sein. Wo holst du dir dafür deine Anregungen und gibt es reale Personen an denen du dich für deine Protagonisten orientierst?
André Wegmann: Die realen Personen wären über manche Schicksale, die meine Figuren erleiden müssen, wahrscheinlich weniger erfreut wink
Also auf eine ordentliche Charakterisierung lege ich schon wert und sicher denke ich mal hin und wieder an reale Personen bei der einen oder anderen Eigenschaft. Figuren in Büchern, die authentisch wirken sollen, brauchen eine Vorgeschichte. Die haben Berufe, Hobbys, Beziehungen, Sehnsüchte, Ängste und Träume etc. Eindimensionale Figuren, bei denen der Leser sofort merkt, dass sie in zwei Minuten am Reißbrett entworfen wurden, sind langweilig und ihr Schicksal interessiert niemanden. Bei Horrorgeschichten möchte man jedoch auch nicht unbedingt den 10 Seiten langen Lebenslauf jeder Randfigur kennen, also geht es darum, ein gutes Mittelmaß zu finden und Charakterisierungen gelungen in die Geschichte einzuflechten. Die Figuren in vielen Horrorfilmen sind total austauschbar – ein paar junge Leute ohne jegliche Eigenarten. Mir ist es schon wichtig, dass meine Figuren etwas dreidimensionaler sind und authentisch wirken. Das muss nicht bedeuten, dass sie alle irgendwas Außergewöhnliches an sich haben, aber auch Normalos besitzen ein Leben und indem man ein bisschen auf ihre Lebenssituation, Gedanken, Sehnsüchte usw. eingeht, werden die Figuren greifbarer. Dann gelingt es auch eher die Leser für die Charaktere, die schließlich eine Geschichte maßgeblich mittragen, zu interessieren.

Zauberspiegel: Inzwischen bist du ja einem gewissen Kreis von Lesern des Phantastischen ja bekannt. Zeigen da mittlerweile auch Verlage mal Interesse an dir oder würde es dich nicht reizen, deine Roman in einem Verlag unter zu bringen?
André Wegmann: Es gab schon zweimal lose Gespräche, die aber nie zu etwas führten. Viele Menschen denken immer noch, dass Indie-Autoren einen Freudensprung machen, wenn ein Verlag anklopft. Das ist aber in der Regel nicht automatisch der Fall. Und es ist auch nicht das Ziel, zumindest nicht von mir, bei einem Verlag unterzukommen.
Ich versuche es mal so zu erklären, dass man es versteht, auch ohne sich mit der Selfpublishing- und Bücherszene genauer auszukennen. Amazon, das dürfte den meisten bekannt sein, bietet seit einigen Jahren jedem die Möglichkeit, dort seine Bücher zu veröffentlichen. Und sie bezahlen unschlagbar gut ... von jedem Ebook ab einem Verkaufspreis von 2,99 bleiben dem Autor 70 %. Verlagsautoren bekommen deutlich weniger, mit 15 bis 20 Prozent vom Verkaufspreis sind sie schon sehr gut bedient. Nun könnte man meinen, da viele Ebooks, zumeist von den Indie-Autoren, zum Teil über Wochen für 99 Cent vermeintlich "verramscht" werden, komme da trotzdem nichts Nennenswertes zusammen. Aber Amazon belohnt diejenigen, die viel verkaufen, egal zu welchem Preis, mit ordentlichen Autoren-Boni. So verdienen einige Indies, hauptsächlich natürlich die in den beliebten Genres wie Krimi/ Thriller und Chick-Lit, mit ihren vermeintlich supergünstigen 99 Cent Büchern schnell etliche tausend Euro im Monat. Davon können normale Verlagsautoren, die nicht gerade zu den Superstars zählen, häufig nur träumen. Etwas anders sieht die Sache sicherlich aus, wenn ein großer Verlag wie Goldmann, Lübbe oder Knaur daherkommt und anbietet, die eigenen Bücher auch in jede Buchhandlung zu bringen. Dann ist das eine andere Geschichte. Aber das ist im Horror-Genre kaum möglich, da diese Geschichten zumeist nicht in das Verlagsprogramm der Mainstream-Verlage passen. Also ist es vereinfacht gesagt eine recht klare Rechenaufgabe. Die Verlage, die in Frage kämen, übernehmen die Kosten für Cover und Lektorat, dafür behalten sie dann Großteile der Einnahmen ein. Unterm Strich fährt man meiner Meinung nach im Horrorgenre als Selfpublisher deutlich besser. Zumal man, was Werbe- und Preisaktionen, angeht alles selbst bestimmt und wesentlich flexibler ist. Nun spielt sich natürlich nicht alles nur bei Amazon ab, sondern es gibt auch noch Thalia, Bol und zig andere Shops. Aber meiner Erfahrung nach, und ich beobachte das schon recht genau, wird das mit Abstand größte Stück des Kuchens in der Regel bei Amazon verteilt. Die Taschenbücher habe ich jetzt vernachlässigt, da ist es sowohl für Selfpublisher als auch Verlagsautoren bei Kleinverlagen sehr schwer, mit ihren Büchern in Buchhandlungen zu kommen. Die meisten Einnahmen werden hier mit Ebook-Verkäufen gemacht.
Also um zur Frage zurückzukommen, bisher hatt es mich nicht gereizt, weil es sich wahrscheinlich nicht gelohnt hätte. Natürlich ist Geld nicht der einzige Faktor, aber ich möchte ehrlich gesagt schon, dass für die monatelange Arbeit an einem Buch auch ein bisschen was reinkommt. Und das ist in einem Genre, das nicht zum Mainstream gehört, schon schwer genug zu erreichen. Deswegen frage ich mich manchmal bei einigen Kollegen, die bei Kleinverlagen veröffentlichen, was für sie übrigbleibt. Die schreiben zum Teil richtig gute Sachen, tauchen aber kaum mal auf den vorderen Plätzen in den Rankings auf. Wenn dann noch von den überschaubaren Einnahmen das Meiste an den Verlag geht, kann ich mir denken, was denen bleibt. Anders sieht die Sache wie gesagt bei großen Verlagen aus, welche die Bücher in die Buchhandlungen bringen oder sie sogar übersetzen lassen, um andere Märkte zu erschließen. Aber auch da haben es noch relativ unbekannte Autoren nicht so leicht. Meistens wird erst mal testweise das Ebook veröffentlicht und wenn sich das nicht super verkäuft, kommt kein Taschenbuch hinterher. Nur verkauft sich das Ebook eben nicht automatisch besser, nur weil ein Verlagsname draufsteht.
Reizen würde mich momentan Amazon Publishing, der amazoneigene Verlag. Die tun viel für die Autoren und sorgen dafür, dass die Bücher auf ihrer eigenen Seite gesehen und damit auch gekauft werden. Da könnte das Verlagsabenteuer Spaß machen. Aber ich möchte betonen, dass ich nichts gegen Kleinverlage habe, im Gegenteil. Ich schätze deren leidenschaftliche Arbeit sehr und lese selber viel von den Spezial-Verlagen im Horror-Bereich. Ich glaube nur nicht, dass ich viel davon hätte, wenn ich dort unterkäme. Und Festa ist, wie du sicher weißt, ein Fall für sich ... die interessieren sich nur für angloamerikanische Autoren.

Zauberspiegel: Alles hat ja seine zwei Seiten. Wo liegen die positiven und wo die negativen Seiten für einen Autor, wenn er seine Kurzgeschichten und Romane frei von einem Verlag veröffentlicht?
André Wegmann: Also die negativen Seiten liegen darin, dass die ganze Arbeit und Verantwortung bei einem selbst liegt. Klar, für Lektorat und Cover beauftragt man Profis, aber sonst bleibt alles an einem selbst hängen und man muss sehen, dass man dem fertigen Buch dann zu einem positiven Verkaufsstart verhilft. Aber auch da, um nochmal auf die letzte Frage zurückzukommen, ist es so, dass ein kleiner Verlag kaum mehr machen kann als man selbst. Die Verlage machen hauptsächlich auf den Social-Media-Plattformen ein bisschen Werbung und das war es. Niemand hat da das Geld für teure Werbekampagnen und auch die großen Verlage sind nur bereit, in ihre Stars zu investieren.
Eine weitere negative Seite ist vielleicht, dass jemand fehlt, der einen zwischendurch mal auf die Schulter klopft oder motiviert. Aber das Autorenleben ist halt manchmal ein einsames Geschäft, da muss man selbstständig arbeiten und das bin ich gewohnt, dafür redet mir dann auch keiner rein oder setzt mich unter Zeitdruck. Ich ziehe meine Motivation und Bestätigung aus positiven Leserfeedbacks.
Positiv ist hingegen, dass man im Umkehrschluss auch alles selbst bestimmen kann. Verlage verlangen oft, dass Geschichten abgeändert werden, wollen das Cover bestimmen etc. Außerdem bin ich bei Preis- und Werbeaktionen absolut flexibel, was ein großer Vorteil ist. Diese 99-Cent-Aktionen sind zum Beispiel gerade zu Beginn sehr wichtig geworden, um ein Buch nach oben zu bringen und es damit sichtbar zu machen. Bei Verlagen ist das nicht so einfach, die sind häufig nicht bereit, ihre Bücher zu diesem Preis anzubieten, und wenn dann nur sehr kurz. Einerseits verständlich, andererseits geht es halt darum, das Buch erst mal in den Rankings hoch zu bringen, um es dann auch im Endeffekt öfter zum Normalpreis zu verkaufen.

Zauberspiegel: Am persönlichen Schreibstil kann man es zwar nicht festmachen, aber Ähnlichkeiten zum verstorbenen US-Autor Richard Laymon ließen sich schon damals positiv bei unserem ersten Interview feststellen. Hast du hier mittlerweile mal intensiver in seine Romane hinein geschaut?
André Wegmann: Ja, nachdem öfter mal Leser meine Geschichten mit denen vom Meister verglichen, was mich natürlich sehr ehrte, war die Neugierde da. Ich hab jetzt einige seiner Bücher gelesen und die meisten davon fand ich auch sehr gut und unterhaltsam, beispielsweise "Das Loch" und "In den tiefen Wäldern". Schade, dass die Bücher, die jetzt noch nach und nach erscheinen, wohl nicht mehr ganz so toll sind, wie seine früheren Werke. Aber ich persönlich habe in Sachen Laymon noch viele Bücher vor mir.

Zauberspiegel: Bleiben wir mal bei dem Vergleich. Bei ALBINO DEVIL hatte ich zuerst das Bild der Morlocks aus dem Film DIE ZEITMASCHINE vor Augen. Noch bessere Parallelen lassen sich jedoch, was die Monster und speziell ihre Handlungen gegenüber Frauen betrifft, zu den BEAST HOUSE Romanen von Richard Laymon ziehen. Kanntest du diese Romane oder besteht da eine Art übersinnliche Ideengemeinsamkeit zwischen Wegmann und Laymon?
André Wegmann: Ich kenne weder den Film noch diese Romane, und ich war etwas überrascht von dem Vergleich zu hören, da ja viele meiner Leser auch Laymon kennen und da nie eine Ähnlichkeit angesprochen wurde. Andererseits wundert es mich aber auch nicht, da die Möglichkeiten humanoide "Monster" zu schaffen schließlich begrenzt sind. Wenn dann habe ich mich diesbezüglich bei Albino Devil lose an Filmen wie "The Descent" und "The hills have eyes" oder "Wrong Turn" orientiert. Ich wollte mit Albino Devil auch nicht das Rad neu erfinden, sondern meine eigene Version einer "Backwood-Wildnis-Horror-Story" schaffen und ich bin auch ganz zufrieden mit dem Ergebnis.

Zauberspiegel: In ALBINO DEVIL geht es in die Wälder Rumäniens, in KUTNA HORA – KREATUREN DES ZORNS trifft es ein junges Paar in einer eher abgeschiedenen Gegend der Tschechischen Republik und in BLUTWAHN – DER SCHRECKEN AM SEE greift das Böse am Alatsee zu. Wo liegt der Reiz an solchen abgelegenen Orten und gibt es vielleicht bald auch einen Wegmann-Schocker der in einer Millionenmetropole/Großstadt handelt?
André Wegmann: Und in "INFAM" schlägt der Horror in einem abgelegenen Haus zu, das aber eigentlich überall auf der Welt hätte sein können. Na ja, abgelegene Orte eignen sich für manche Formen des Horrors einfach besser. Wilde Kannibalen oder sowas hält man eher in riesigen Waldgebieten für möglich, als in einer idyllischen Kleinstadt. Aber der Horror hat viele Gesichter und kann theoretisch überall zuschlagen, gerade auch in einer Großstadt. Von daher könnte ich mir auch gut vorstellen, dort mal eine Horrorgeschichte spielen zu lassen.

Zauberspiegel: Ideen und Anregungen gibt es ja bekanntlich viele und viele schaffen es dann doch nicht zwischen zwei Buchdeckel. Was sind bei dir die Voraussetzung, dass aus einer Idee oder Anregung auch eine Story wird?
André Wegmann: Wenn ich auf der Suche nach einer Grundidee für ein neues Buch bin, spiele ich gewisse Szenarien erst mal etwas im Kopf durch. Oft fange ich mit dem Setting und einer vagen Ahnung an, welche Art Geschichte mir Spaß machen würde zu schreiben und das Zeug hätte, mir und den Lesern zu gefallen. Wenn dann schon ein paar Eckpfeiler stehen und mir meine innere Stimme zu verstehen gibt, dass das werden könnte, nehme ich ein paar leere Din A 4 Blätter zur Hand und beginne, mir Stichpunkte zu den Charakteren und dem Handlungsverlauf zu machen. Ab diesem Punkt habe ich bisher noch nie abgebrochen, sondern immer eine Story daraus gemacht. Sehr viele Ideen kommen dann aber auch erst beim Schreiben oder zwischendurch, während ich an einem Buch arbeite. Ich weiß am Anfang erst nur sehr grob, wo ich hin will und nie genau, wie die Story endet.

Zauberspiegel: Das Mensch sich mal an kleine Kurzgeschichten heran wagt, ist ja nun nicht unbedingt selten. Vieles davon bleibt ja in der eigenen Schublade und erblickt nie das Licht anderer Leser über dem kleinen persönlichen Kreis hinaus. Wie war das bei dir? Was hat dich dazu angetrieben zu sagen: Ich probiere es jetzt und wage eine Veröffentlichung?
André Wegmann: Das war damals eigentlich nur just for fun. Ich hatte kurz davor angefangen, mir als Texter etwas nebenbei zu verdienen und da kam gerade das Selfpublishing groß in Mode. Da ich Spaß am Schreiben gefunden hatte, schrieb ich einfach mal eine Kurzgeschichte nebenbei (Sonne des Grauens) mit allen Zutaten, die ich cool fand: Spannung, Sex, Blut, Horror, Grusel, Thrill etc. Ich war mit dem Ergebnis für meine erste richtige Geschichte ganz zufrieden und dann habe ich sie ohne jegliche Erwartungen einfach mal veröffentlicht. Sie stieg dann an Weihnachten 2011 bis auf Platz 2 im Kindle Shop und von da an hatte ich Blut geleckt. Also kam als nächstes Kutná Hora dran, das schon um einiges länger war – einen richtig langen Roman hatte ich mir damals noch nicht zugetraut. Kutná Hora kam in gewissen Leserkreisen wieder gut an, also ging es weiter. Im Grunde habe ich mich, was die Länge angeht, mit jeder Story gesteigert bis eine normale Romanlänge erreicht war. Und mit dem Veröffentlichen habe ich keine Probleme. Wenn ich selbst eine Geschichte ganz gut finde, dann bin ich zuversichtlich, dass auch viele andere sie zumindest in Ordnung finden. Und jedem Recht machen kann man es eh nicht und das will ich auch sicher nicht.

Zauberspiegel: Mystery und Horror sind ja dein Ding. Gibt es darüber hinaus auch andere Genre (z.B. Fantasy), die dich einmal reizen würden?
André Wegmann: Ich kann und will nur das schreiben, was ich selbst interessant finde. Neben Horrorgeschichten lese ich Thriller und auch mal einen Krimi. Also wären das Genres, in denen ich auch schreiben würde. Fantasy ist mir irgendwie schon beim Lesen zu anstrengend, da muss man sich oft erst auf hundert neue Regeln und Lebewesen, meistens in fremden Welten oder in der Zukunft, einstellen. Ich mags dann gerne einen Tick realistischer, deswegen sind auch meine Horrorgeschichten eigentlich so angelegt, dass sie, natürlich mit sehr viel Phantasie, passiert sein könnten.

Zauberspiegel: Ohne jetzt zu tief in die Geheimniskiste greifen zu wollen, muss ich trotzdem fragen, worauf sich der Leser bei dir in Zukunft freuen kann. Gibt es da schon ein neues Projekt und wenn, was kannst du uns hierzu schon verraten?
André Wegmann: Ich arbeite derweil an einem Nordsee-Thriller, also mal etwas anderes. Aber natürlich achte ich schon darauf, dass diejenigen, die meine bisherigen Geschichten mochten, auch hier auf ihre Kosten kommen. Also werde ich es vermeiden, sie mit einem seichten Heimatkrimi zu quälen ;) Statt einer Horrorgeschichte mit Thrillerelementen wird es diesmal eben ein Thriller mit ein paar Horrorelementen, viel Lokalkolorit, zwischenmenschlichen Beziehungen und hoffentlich viel Spannung. Macht Spaß bisher und ich denke, ich muss da nicht viel von meinem bisherigen Stil abweichen ...viele Thriller stehen zum Beispiel in puncto Härte Horrorgeschichten kaum noch nach. Da darfs also ruhig auch mal blutig werden und meine obligatorischen Sexszenen kann ich auch unterbringen wink

Zauberspiegel: Was die Leser des Zauberspiegels bestimmt noch brennend interessieren würde, wären eine Hitliste der drei besten Romane und der drei besten Filme, die du als Autor in den letzten Monaten gelesen/gesehen hast und hier empfehlen könntest?
André Wegmann: Okay, also fangen wir mit den Romanen an:
1. "Mörderischer Mond" von Alexandra Sokoloff. Das Buch war so richtig mein Fall und einer der besten Thriller, die ich in den letzten Jahren gelesen habe. Da stimmte einfach alles ... ein wunderbarer Schreibstil, abwechslungsreiche Settings, tolle Charaktere und ein sehr origineller Handlungsverlauf. Ich hab es als Ebook gelesen, werde es mir aber auch noch als Taschenbuch holen, einfach um es ins Regal zu stellen. Das mach ich sonst fast nie, von daher zeigt das, dass das Buch mich richtig berührt hat
2. "Kin" von Kealan Patrick Burke. Ein toller Horror-Roman im Stil von Texas Chainsaw Massacre, der durch den meisterhaften und an manchen Stellen poetischen Schreibstil von Burke außerordentlich eindringlich wirkt und einem das Gefühl gibt, mittendrin zu sein. Und an dritter Stelle nenne ich mal "Die Unbarmherzigkeit des Augenblicks", ein toller Thriller – wie alle Bücher von John Verdon.
So viele Filme habe ich in den letzten Monaten gar nicht geschaut. Platz eins geht an "Blackhat" von Michael Mann, ein cooler, moderner Thriller über die Tücken der technisierten, vernetzten Welt. Platz Zwei geht an "Der Mandant", ein Justizthriller nach dem Roman von Michael Connelly und Platz drei geht an "Shades of Grey". Ok, nein war ein Scherz. Den musst ich mit meiner Freundin gucken, aber so schlimm, wie viele sagen, war er auch nicht. Platz 3 geht an ... weiß ich nicht, mir fällt keiner mehr ein, ich muss wieder mehr Filme schauen.

Zauberspiegel: Zum Abschluss will ich dir dafür Danken, dass du dir die Zeit für dieses Interview genommen hast. Und wie ich es ja gerne in einem Interview mache, kannst du hier zum Schluss noch gerne das los werden, was dir hier noch gefehlt hat oder was du den Leserinnen und Lesern noch gerne mitteilen möchtest. In diesem Sinne: Feuer frei...
André Wegmann: Hmm, du hast interessante Fragen ausgewählt, sodass mir hier eigentlich nichts fehlt. Eine Bitte an alle Leser meiner Bücher: Gebt mir bitte ein kurzes Feedback, selbst wenn es nicht absolut positiv ausfällt. Feedback der Leser ist für alle Autoren, gerade die noch nicht so bekannten, außerordentlich wichtig. Hinterlasst ne kurze Bewertung oder schreibt mir persönlich eure Meinung. Ansonsten danke ich dir für die Einladung, lieber Konrad, und hoffe, dass wir vielleicht in ein paar Jahren wieder hier auf dem Sofa sitzen und uns gemütlich unterhalten. Dann bei einem schönen Wein oder Whiskey laughing Meinen Dank auch an die Leser des Interviews, die bis zum Ende durchgehalten haben, für das Interesse.

Konrad Wolfram



Die Fragen für den Zauberspiegel stellte: Konrad Wolfram

 

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