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Ein Filmklassiker - Ein Held, das Verbrechen und die amerikanische Selbstüberschätzung

Ein FilmklassikerFolge 6
Ein Held, das Verbrechen und die amerikanische Selbstüberschätzung

In dieser Reihe DER FILMKLASSIKER werde ich ein wenig meine Schatzkammer in Sachen DVDs öffnen, in der sich neben mehr oder weniger aktuellen Filmen eben auch mitunter manche Klassiker des Films tummeln. Wir werden hierzu einen Streifzug unternehmen, in dem wir uns z.B. von manchen Actionfilmen über Western bis hin zu besonderen Romanzen einen Einblick gewähren werden.

Mitunter liegen da zwischen Kritikern und Zuschauern Welten.

Die City Cobra (Cobra)Die City Cobra (Cobra)

Ein bluttriefendes Action-Spektakel, das eine gewaltverherrlichende Botschaft teilweise mit faschistoider Mentalität verbreitet.

(Zitat: Lexikon des Internationalen Films)

Ja, wenn da etwas viel Gewalt aufgeboten wird in einem Film, dann ist man mit der faschistischen Keule nicht weit entfernt. Man fragt sich bei einer solchen Kritik nur, ob die, die sie verfassen, überhaupt wissen, aus welchem Land dieser Film stammt.

In den USA wurden und werden jede Menge Kinofilme auf die Welt losgelassen, denen man einen zumindest hintergründigen faschistoiden Touch nachsagen könnte. Das ist auch nicht schwer nachzuvollziehen, denn Nationalsymbole wie etwa die Flagge der Vereinigten Staaten ist in den Straßen der USA oft genauso zu sehen und ist Ausdruck eines mitunter übersteigerten Nationalgefühl. Der Nationalstolz in den USA ist nicht selten auch nicht immer als ganz gesund zu betrachten, zumal er mitunter recht grenzwertiger Natur sein kann. Und selbst Politiker in den USA haben mitunter eine recht bewegte Vergangenheit, die man hierzulande schon als Rechtsextrem bezeichnen würde. Man muss nur die mal näher beleuchten, die früher aktiv z.B. im Ku-Klux-Klan waren und heute Kreide gefressen haben um nicht als weit rechts in den Fokus der Presse zu geraten.

Selbst der US-Präsident Trump hatte ja mittlerweile so seine Schwierigkeiten, den rechten Terror in Charlottesville beim Namen zu nennen und entschieden zu verurteilen. Aber zu seiner Verteidigung muss man sagen, das er sich ja eh in Sachen Polizei kurz vorher für mehr "Mut zur Gewalt" ausgesprochen hatte. Das diese Gewalt sehr oft Mitbürger mit dunkler Hautfarbe trifft, muss man glaube ich hier nicht mehr besonders erwähnen. Rassismus jedenfalls ist auch bei der Polizei in den USA nicht wirklich eine seltene Ausnahmeerscheinung.

Von daher liegt der Action-Streifen DIE CITY COBRA recht gut in einem Trend, der bis heute in Hollywood immer wieder dankbare Interessenten findet. Da gab es auch Filme des wirklich harten Kalibers, wenn es um faschistoide Sichtweisen geht, wie etwa der Film DIE GRÜNEN TEUFEL (1968 mit John Wayne, der neben Ray Kellogg hier auch Regie führte) oder der Streifen DIE ROTE FLUT (1984), der auch bereits neu verfilmt wurde und modernisiert als gegnerische Invasoren nun Nordkoreaner auftischt, die die USA überfallen. Nun gut, mit denen steht Trump ja gerade selbst im verbalen Schlagabtausch, wobei man sich langsam fragt, wer von beiden jetzt nun gerade verrückter ist (was noch harmlos ist gegenüber der Frage, wer eventuell demnächst als erster die Nerven verlieren könnte). Man kann aber ohne Übertreibung sagen, das diese zwei genannten Filme zu den Sahnehäubchen zählen, was faschistoide Action aus Hollywood angeht.

Die USA hatte schon immer seit ihrem Bestehen einen überhöhten Nationalstolz, der mitunter recht grenzwertiger Natur war und ist und sich auf allen Ebenen zeigt, so auch in medialer Form z.B. des Unterhaltungskinos. Von daher sollte man die Kritik aus dem LEXIKON DES INTERNATIONALEN FILMS nicht überbewerten, denn an vielen anderen Punkten schweigt man dort auch gerne zu faschistoiden Elementen aus dem US-Kino.

Die City Cobra (Cobra)Der überhöhte Held:
In den Jahren, als der Film DIE CITY COBRA in die Kinos kam, lebte Hollywood geradezu von übermenschlichen Helden, die mal flott die halbe Welt alleine aus den Angeln gehoben haben. Da kannte sich Silvester Stallone aus, wenn er als ROCKY die Sowjetunion im Alleingang im Boxring erledigte, oder als RAMBO gleich noch einmal die Niederlage der USA in Vietnam im Kino umkehren wollte.

Andere Schauspieler wie Arnold Schwarzenegger und Co. standen ihm da eigentlich nicht nach und ritten oft auf der gleichen Welle, wenn auch die Handlung jeweils eine andere in ihren Filmen war. Dreh- und Angelpunkt ist dabei stets der schier übermenschliche Held, dem niemand gewachsen ist, weil er ja die USA im Rücken hat oder zumindest das Sternenbanner selbst auf der Unterhose trägt.

Das faschistoide Charakterbild, den diese überhöhte Heldensicht mit sich trug lag schlicht darin, das schon ein US-Amerikaner der Welt in den Arsch treten konnte. Also was sollte die Welt erst machen, wenn sich die ganze USA gegen den Rest der Welt erhebt?

Das Kind nennt man auch Größenwahn mit Ansage, gepaart mit einem ebenso überhöhten Nationalstolz. Eine gefährliche Mischung, die aber in den 80er bis zu den 90er Jahren in Sachen Kino aus den USA Hochkonjunktur hatte und auch hier in Deutschland die Kinos zu füllen wußte. Man sollte solche Filme, selbst wenn sie denn mal gut gemacht waren, nie unkritisch konsumieren (was auch schon bei nicht wenigen Western der frühen Jahre ebenfalls der Fall ist).

Die City Cobra (Cobra)Pro und Contra zwischen Kritiker und Zuschauer:
DIE CITY COBRA hatte es bei den Kritikern aber nicht wirklich leicht. Gefeiert wurden hier weder die Darstellerinnen und Darsteller, allen voran Silvester Stallone und seine spätere Ehefrau auf Zeit, Brigitte Nielsen. Da gab es Häme von David Letterman (Late Show with David Latterman) oder man räumte gleich richtig ab bei der Vergabe der Goldenen Himbeere, wenn man dort 1987 gleich sechs mal nominiert wurde.

Das alles kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, das der Film bei den Kinobesuchern ankam. In den USA spielte DIE CITY COBRA lockere 49 Millionen US-Dollar ein und weltweit summierte sich das auf stattliche 160 Millionen US-Dollar. Damit war der Film damals neben den RAMBO- und ROCKY-Fortsetzungen der dritterfolgsreichste Action-Movie von Silvester Stallone.

Die City Cobra (Cobra)Die Sache mit dem "Beverly Hills Cop":
Dem Film lag übrigens das Buch FAIR GAME von Paul Gosling zugrunde und war dann ähnlich gelagert unter dem Originalbuchtitel nochmals verfilmt worden. Hier spielten dann William Baldwin und Cindy Crawford die Hauptrollen.

Aber was den Film DIE CITY COBRA anging, gab es noch eine Vorgeschichte. So war eigentlich Sylvester Stallone 1984 für die Hauptrolle im Film BEVERLY HILLS COP vorgesehen, die danach dann Eddy Murphy übernehmen sollte. Und das kam so: Stallone kreuzte hierfür gleich mal mit seinem Drehbuch für den Film auf. Nur war man dort wenig begeistert von seinem Drehbuch und lehnte es für den Film BEVERLY HILLS COP schließlich ab. Dies wiederum ließ Sylvester Stallone nicht auf sich sitzen und verließ samt dem Drehbuch die Produktion, womit er schließlich den Weg für Eddy Murphy in der Hauptrolle frei machte. Stallone selbst verwirklichte dann selbst den Inhalt seines Drehbuch unter dem Titel COBRA.

Auch zu dem wirklich geilen Wagen von "Marion Cobretti" lässt sich ein wenig sagen. Der wuchtige Ford Mercury von 1950 war Stallones eigener Wagen. Natürlich zerlegte er das gute Stück nicht während der Dreharbeiten wirklich, deshalb ließ man für die diversen Actionszenen mit dem Wagen gleich diverse demolierbare Fahrzeug-Doubles anfertigen.
 
Die City Cobra (Cobra)Klischees ohne tiefere Logik, die funktionierten.
Sieht man einmal davon ab, das der Inhalt des Films nicht mehr viel mit einem Loblied auf Recht und Gesetz gemein hat, ist er für einen Action-Streifen der damaligen Zeit nicht einmal so übel von der Handlung her. So bietet er einige Klischees der typischen Actionfilme wie einen harten Cop, dem es mehr zu schaffen macht, das ihn seine Eltern mit dem weiblichen Vornamen "Marion" benannt haben (in der deutschen Synchronisation wurde aus "Marion" dann "Maria") als das er laufend gesetzliche Regeln verletzt. Eine blonde Schönheit (zumindest sah Brigitte Nilsen damals noch gut aus, bevor sie ihren Körper mit Operationen, Alkohol und Drogen vor die Hunde warf), die ab und an auch mal drei Sätze hintereinander sprechen durfte. Einem Kumpel den es zwar blutig erwischt, dieses aber natürlich überlebt um eben wie ein harter US-Amerikaner von der Krankenbahre aus noch nach Gummibärchen zu verlangen und jeder Menge Vorgesetzte, die schnaufend nach Recht und Ordnung brüllen, aber von ihrem geistigen Niveau und ihrem kriminalistischen Gespür her von jedem Hamster den Rang ablaufen bekommen würden. Das ganze wird garniert mit einer dubiosen Vereinigung von psychopathischen Killern, die ihre Finger bis hinein in die Polizeitruppe strecken und ohne wirklich logisches Ziel einfach wahllos Mitbürger ermorden.

Man sollte den Film also als eigentlich das sehen, was er ist: Nämlich als ein Action-Spektakel ohne wirklich tiefere Logik und mit Sicherheit auch ohne eine wirklich brauchbare Botschaft. Dann kann er sogar richtig Spaß machen. Doch kommen wir nun zur Handlung selbst, weil irgendwie ja wieder die Zeit drängt.

Die City Cobra (Cobra)»Crime is a disease. He is the cure.«
Cobra, der mit richtigem Namen eigentlich Marion Cobretti heißt, gehört eher zu der Sorte Schmuddel-Cops der LAPD, die man aus ihrer Abteilung heran zieht, wenn die Kacke so richtig am dampfen ist und man es mit den Regeln von Recht und Gesetz nicht mehr so genau nehmen will. Dies bekommt auch ein Psychokiller ziemlich bleihaltig zu spüren, der in einem Großmarkt jede Menge Geiseln genommen hat und auch in seinem Wahn nicht davor zurückschreckt, diese umzubringen. Das die vor Ort befindliche Presse Cobretti dann Selbstjustiz vorwirft, bringt ihn dabei nur noch mehr auf die Palme.

Aber eigentlich würde Cobretti liebend gerne auch an einem anderen Fall mitarbeiten, bei dem die Polizei von einem weiteren Einzeltäter ausgeht und dem man bereits den Namen Night-Slasher verpasst hat, weil er mit wechselnden Waffen zumeist Frauen vergewaltigt, verstümmelt und ermordet. Doch Cobretti geht entgegen seiner Vorgesetzten nicht von einem Einzeltäter aus.  Aber mit dieser Version steht er und sein Partner Gonzales erst einmal ziemlich alleine da.

Als der Night-Slasher und weitere Mitglieder der mörderischen Bande, zu der auch der Killer im Großmarkt gehörte, erneut in der Nacht eine Frau bestialisch ermordet, kommt geradewegs das Fotomodell Ingrid Knutsen am Tatort vorbei. Zwar kann sie nicht erkennen, was hier wirklich vorgeht, doch als sie den Night-Slasher in die Augen sieht, steigt sie vor Panik aufs Gaspedal und sucht das Weite. Cobretti und sein Partner suchen indessen in den schmutzigen Straßen der Großstadt nach weiteren Informationen und auch Ingrid hat längst diese unheimliche Begegnung vergessen und muss sich auf dem Weg in die Tiefgarage eher dem lüsternen Fotografen erwehren. Doch die Killer-Sekte hat ihre Mitglieder sogar innerhalb der Polizei und ist damit über ihr Autokennzeichen als Anhaltspunkt, näher als sie denkt. Denn kaum in der Tiefgarage angekommen stirbt zuerst der Fotograf und dann auch noch ein Wachmann, während Ingrid den Killern gerade noch entkommen kann, die bei ihren Morden keine Zeugen gebrauchen können.

Ziemlich am Ende mit ihren Nerven, landet Ingrid danach im Krankenhaus, wo die Polizei sie als sicher wähnt und trifft auch dabei auf Cobretti und Gonzales, die ihre Aussage aufnehmen wollen. Doch späterhin werden zwei der drei Polizisten seltsamer Weise abgezogen, die eigentlich für die Sicherheit von Ingrid zuständig waren und auch der Night-Slasher befindet sich bereits im Krankenhaus und zieht eine blutige Spur bei der Suche nach Ingrid hinter sich her. Die kann ihm zwar wieder entkommen, indem sie den Feueralarm im Krankenhaus auslöst, aber auch Cobretti eilt bereits herbei, weil er bemerkt hat, das man sie an der Nase herum geführt hatte. Um Ingrids Leben nun zu schützen, will Cobretti sie mit seinem Partner und eine hierfür abgestellte Polizistin, Nancy Stalk, aus der Stadt bringen.

Doch der erste Versuch wird bereits zu einem blutigen Fiasko auf den Straßen der Großstadt, denn die Mördersekte scheint ebenfalls diesen Plan bereits zu kennen und schlägt unerbittlich - aber was ihr Ziel betrifft - leider erfolglos zu.

Die Vier starten einen zweiten Anlauf die Stadt zu verlassen und schaffen es dieses mal auch. Als man eine erste Rast einlegt, scheint es zwischen Cobretti und Ingrid förmlich zu knistern. Um dem Interesse der beiden aneinander noch etwas auf die Sprünge zu helfen, verrät Cobrettis Partner Ingrid, das dieser von seinen Eltern als Vornamen einen Mädchennamen erhalten hatte und "Marion" heißt (bei der deutschen Synochronisation "Maria"). So kommen sich Cobretti und Ingrid ziemlich nahe. Doch Cobretti verliert dabei nicht aus dem Auge, das die Killersekte jeder Zeit wieder zuschlagen könnte, da sich ein Maulwurf innerhalb des LAPD befinden muss.

Am Abend fällt ihm zudem auf, das die ihnen zugeteilte Polizistin Nancy recht oft private Telefonate führt und sich auch sonst etwas verdächtig benimmt. Dieser Eindruck trügt nicht, denn sie gehört zu der Killersekte, die bereits am nächsten Morgen bei der Motel-Anlage wie ein Heuschreckenschwarm auf Motorädern über sie hereinbricht. Es kommt zu einer wahren Straßenschlacht, bei der Gonzales schwer verletzt wird. Cobretti und Ingrid versuchen indessen ihren Verfolgern mit jeder Menge Blei und Handgranaten zu entkommen. Dies gelingt ihnen jedoch nur bedingt.

Schon bald ist die Straße und die umliegende Gegend mit Leichen der Killersekte gepflastert, während sich Cobretti und Ingrid auf der weiteren Flucht zu Fuß in einem Stahlwerk aus den Augen verlieren. Dort kommt es zum Showdown, denn der Night-Slasher und auch Nancy haben ebenfalls überlebt und trachten nun dort nach dem Leben von Ingrid und Cobretti. Dieser kann zwar den Night-Slasher recht schnell mit der Waffe stellen, der ihn aber verhöhnt, weil dieser ihn als Polizist schließlich festnehmen und nicht töten dürfe. Doch als Cobretti ihm offenbart, das er nicht daran denkt, ihm die Chance zu lassen, eventuell von einem Richter noch milde abgeurteilt zu werden, wird dieser von Nancy hinterrücks angegriffen, bevor er den Night-Slasher erschießen kann. Bei dem folgenden Kampf kommt jedoch Nancy versehendlich durch den Night-Slasher ums Leben, der sich nunmehr einen wilden Zweikampf auf Leben und Tod mit Cobretti liefert. Cobretti gelingt es jedoch, den Night-Slasher an einen der großen Stahlhaken zu hängen, der den Killer direkt in eine Anlage fährt, wo dieser auf qualvoll Art verbrennt.

Als endlich die Polizei eintrifft, wird Gonzales ins Krankenhaus gebracht, während einer der Vorgesetzten Cobretti erneut wegen seines kompromisslosen und blutigen Vorgehen reizt. Cobretti fackelt dieses mal nicht lange, schlägt diesen nieder und fährt anschließend mit Ingrid auf einem der Motoräder zurück in die Stadt.

Die City Cobra (Cobra)Meine Filmkritik:
Klopft man Filme aus Hollywood Actionfilme auf ihren politischen Gehalt ab, dann kann man locker 80 Prozent aller US-Filme getrost in die Tonne kloppen. Daher sollte und kann man eigentlich nur viele Filme auf das Reduzieren, was sie an Handlung wirklich  transportieren, nämlich ein Spektakel an Action ohne Bezüge zur Realität. Oder anders gesagt: Reines Popcornkino.

Wer hier meint, irgendwelche Lebensphilosophien aus solchen Actionstreifen ziehen zu müssen, seien es wie hier Filme von Silvester Stallone, Arnold Schwarzenegger oder aber Chuck Norris und Co., dem ist auch beim besten Willen mit einer Tüte Bildung nicht mehr wirklich zu helfen.

Das kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, das solche Filme im Kino funktionierten und die Leute eben in Scharen in die Kinos lockten und nach wie vor locken. Da spielt es mitunter auch keine Rolle, wie negativ der Film an sich nominiert oder aber sogar medial kritisiert wurde. Zwischen wirklichem Anspruch und einfachem Spaß liegen ja bekanntlich oft ganze Universen. Von dem Standpunkt aus machte mir dieser Film sogar mehr Spaß als z.B. die Fortsetzungen von RAMBO oder ROCKY, die gegenüber dem Film DIE CITY COBRA viel offener und unverschämter politische Botschaften transportierten, die man schlicht mitunter als aggressive Propaganda bezeichnen konnte. Der Film DIE CITY COBRA ist zwar ebenfalls nicht frei davon, aber man hatte sich hier zumindest die Mühe gemacht, diese Botschaften nicht ständig plakativ und plump vor sich her zu tragen, so das man als Zuschauer hier auch locker darüber hinweg sehen kann.

Rein was die Action betrifft und die, wenn auch nicht sehr logische Handlung, kann man hier bei DIE CITY COBRA durchaus auch von einem knalligen Filmspaß reden, bei dem man herrlich das Hirn ausschalten darf (und wohl besser auch sollte). Von diesem Gesichtspunkt her gesehen kann ich dem Film DIE CITY COBRA noch gute vier von insgesamt fünf Punkte vergeben. Wenn man aber die politischen Grundaussagen unbedingt hinzuziehen will, bleiben wohl gerade noch ein gutgemeinter Punkt (aus reinem Mitleid) von fünf Punkten übrig.

In dem Sinne möchte ich bei diesem Action-Movie auch keine wirkliche Empfehlung ausprechen. Da muss jeder selbst entscheiden, ob er mit freiem Kopf nun Spaß und Action kombinieren will oder nicht. Zumindest sollte man sich aber hüten, bei diesem Film oder vergleichbaren anderen Action-Movies eine auch nur halbwegs gehaltvolle Grundaussage finden zu wollen. Denn wirklich gehaltvolles wird man kaum finden und man verdirbt sich dabei auch jeglichen einfach gestrickten Spaßfaktor.

Die City Cobra (Cobra)Die Bundesprüfstelle hingegen ist gerade nicht für ihre spaßige Sichtweise auf Filme mit jeder Menge Explosionen, Leichen und Ballereien bekannt. Die biss sich damals lieber an den Gewaltszenen fest, womit der Film sowohl für den deutschen Video- wie Kinomarkt selbst mit einer Freigabe ab 18 Jahren noch geschnitten wurde. Und weil er dann wohl immer noch zu Gewalttätig erschien, durfte er sich danach gleich auch noch auf dem Index (Mai 1987) tummeln. Auch der Versuch, eine JK-geprüfte DVD-Fassung auf den deutschen Markt zu bringen, gelang nicht, denn die SPIO weigerte sich, den Film frei zu geben aufgrund der reichlichen Gewaltszenen und der Darstellung der Selbstjustiz. So war der Film DIE CITY COBRA nun im benachbarten Ausland ungekürzt erhältlich.  In Deutschland wurde dafür nur eine stark zensierte Fassung zugelassen. 2012 wendete sich aber dann das Blatt und der Film wurde vom Index gestrichen. Die vollständige, ungekürzte Fassung wurde dann auch nach einer erneuten FSK-Prüfung in seiner ursprünglichen Fassung ab 18 Jahre freigegeben. Die Zeiten ändern sich halt auch in diesem Ländle.

Ausblick:
Was war zuerst da? Das Huhn oder das Ei? Am besten ihr spart euch diese Frage, denn sonst kommen die einfachen Einzeller nicht mehr aus dem Lachen raus.

Bei Dinosauriern und Menschen sieht die Sache indessen etwas klarer aus. Denn als es diese Ungetüme gab, waren unsere recht frühen Verwandten noch kleine Nagetiere die ihr Heil in ebeno kleinen Erdlöchern suchten um nicht von den verhältnismäßig eher kleineren Sauriern gefressen zu werden.

Aber mal ehrlich, sollte diese kleine Unstimmigkeit auf der Evolutionsleiter wirklich jemanden im phantastischen Filmgeschäft interessieren? Eigentlich nicht und so kommt es in nicht wenigen Filmen auch zu einem Zusammentreffen zwischen Lebewesen, die nie zeitgleich über diese schöne Welt gewandelt waren.

Aber wie gesagt, für das Universum sind ein paar Millionen Jahre schlicht nur ein Wimpernschlag. Also warum sollte das für den Kinofilm irgendwie anders sein? Und wenn man schon in Hollywood über solche Kleinigkeiten hinwegsehen konnte, dann durfte man das in England schließlich auch.

Bei dem nächsten Film in der Reihe DER PHANTASTISCHE FILMKLASSIKER war dann auch ein Filmunternehmen dabei, das hier eigentlich jeder kennen müsste. Aber ich verrate den Namen jetzt hier nicht unbedingt, denn das würde jede Evolutionsgrenze dieses Rätsels sprengen.

Und ein bisschen Rassismus transportierte selbst dieser Klassiker aus dem Bereich der Dino-Filme, auch wenn dies wohl wirklich recht ungewollt passierte. Gut, damals war man noch derber in manchen Darstellungen ohne dabei wirklich einen bösen Hintergedanken zu hegen. Aber heute dürfte sich kein Regisseur oder Produzent mehr einen solchen Fauxpas leisten, wenn er nicht seitens der Kritik in die Ecke mit dem üblen rechten Stallgeruch gestellt werden möchte (obwohl, Lars von Trier scheint das heute auch nicht wirklich zu jucken, wenn er vor der Presse den Mund aufmacht ohne vorher zu nachzudenken).

Als kleinen Geheimtipp kann ich euch aber noch folgendes mitliefern: Die meisten jüngeren und vor allem weiblichen Wilden dieser eher zeitlosen Steinzeit, sehen aus wie Fotomodels aus einem Hochglanzmagazin und wenn ihr bei dem Film den Ton abschaltet, verpasst ihr noch nicht einmal etwas geistreiches. Das heißt aber auch hier nicht, das der Film dabei keinen Spaß machen würde.

Also - welchen Dino-Klassiker werde ich demnächst die Ehre geben? Eigentlich habe ich ja schon so viel verraten, das die Lösung wie aus dem Ei gepellt heraus kommen müsste. Bis dahin also von mir noch ein schönes Restwochenende und viel Spaß beim rätseln gewünscht.
Die City Cobra (Cobra)
Die City Cobra
(Cobra)
mit Silvester Stallone, Brigitte Nilsen, Reni Santoni, Brian Thomson, Lee Garlington, Art LaFleur, Andrew Robinson, John Herzfeld, Val Avery, Marco Rodriguez, Nina Axelrod, Gregory Norman Cruz, Christine Craft, Karen Kondazian, David Rasche, Louise Claire Clark, Dorothy Meyer, Jim Wilkey u.a.
Regie: George Pan Cosmatos
Drehbuch: Sylvester Stallone
Produktion: Yoram Globus, Menahem Golan, James D. Brubaker
Genre: Action
Laufzeit: 87 Minuten (BD)
DVD/FSK: 18 Jahre
Vertrieb: Warner Home Video Germany
USA 1986

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Kommentare  

#1 Andreas Decker 2017-08-19 12:46
Na ja, das Teil ist so geistig schlicht und nach Steckbaukasten gebastelt, dass es einem als Kritiker den Atem rauben muss. Und dass mit dem faschistoid ist hier schon richtig erkannt. Wenn du deine Bösen als derart eindimensionale Untermenschen darstellst, wie es in den meisten Golan/Globus Filmen geschieht, mit denen man nur wie mit Rinderwahnkühen verfahren kann, muss man das Ding auch beim Namen nennen dürfen. Der gute Sylvester ist hier ja nicht weit von einem endgültig durchgedrehten Punisher entfernt, der dich exekutiert, weil du bei Rot über die Straße gehst :-)

Aber für einen Golan/Globus-Film, die uns solche Klassiker wie die ganzen Chuck Norris-Filme a la Invasion USA brachten, ist das schon ganz anständig macht. Brian Thomson, der Böse vom Dienst, war hier schon gruselig, keine Frage. Und der Werbespruch ist inspiriert, kann man nicht anders sagen.

Beim nächsten Dinospektakel müsste ich raten; gabs da nicht immer ein Ei? Kann eigentlich nur RW oder VV sein, die da mit ihren Fellbikinis für den SF-Touch sorgen :lol:
#2 Grubert 2017-08-19 13:14
Cosmatos war durchaus in der Lage vernünftige Action zu inszenieren, aber abgesehen von den vergnüglichen Autoverfolgungen ist das ein sehr, sehe langweiliger Film.
#3 Laurin 2017-08-19 16:57
Ja, den PUNISHER hätte Stallone damals im Film wohl bis zur Blüte darstellen können. Dagegen konnten die bisherigen Realverfilmungen zu dieser Comic-Figur eher nur anstinken. :lol:
Aber diesen faschistoiden Stallgeruch konnten damals nicht nur die Golan/Globus Filme für sich verbuchen. Andere schafften das auch schon, wenn auch nicht immer so offensichtlich das es einem direkt ins Auge springt.

Was Brian Thomson anging, dem hätte ich damals auch nicht unbedingt im Dunkeln begegnen wollen. Jedenfalls nicht bei diesem irren Gesichtsausdruck. :sigh:

Zum Ausblick: Ja, bei den Dinos gab es ständig Eier zum Frühstück und zum Nachwuchs. :D Und der Fellbikini hängt bei dem Film von nächster Woche an der RW. :P Es gibt allerdings auch noch einen sehr lustigen Steinzeitfilm mit der SB und einem Haufen männlicher Wilder ohne Erfahrung mit dem weiblichen Geschlecht. ;-)
#4 Erlkönig 2017-08-20 20:46
Als im Titelvorspann der "City-Cobra" monoton ständig Äxte gegeneinander geschlagen wurden, kamen mir irgendwie Ritual-Tänze aus dem Hofbräuhaus in den Sinn. :-)
Auf den Inhalt des Filmes trifft das dort verwendete Zitat "Du bist die Krankheit, ich die Medizin" hier voll zu. Cobretti ist wahrlich eine Chemo-Therapie auf zwei Beinen. Mit allen Nebenwirkungen.
Mir ist da schon der fast zeitgleich gestartete
Film mit seinem großen Action-Rivalen Schwarzenegger - Andreas würde den Film wohl "Stadt-Hering" nennen - :-) eindeutig lieber.
#5 Mainstream 2017-08-20 21:10
-
Habe gleich nach dem "Ausblick" vor zwei Wochen den Film nach 30 JAHREN nachholen müssen. War doch ordentlich gemacht.

Ich würde mich gerne von der Redenwendung 'faschistoid' distanzieren, welches eigentlich mehr im politischen Sinn und historischen Zusammenhang ganz andere Assosationen bei mir weckt.

Es ist eigentlich erstaunlich, wie wenig Filme Cosmatos bisher gemacht hat.

Beim "Ausblick" habe ich mir eigentlich den Film mit Senta Berger gewünscht, und nicht RW. Aber deas Internet ist kein Wunschkonzert.
#6 Larandil 2017-08-21 08:27
Also ich hatte ja den Dinofilm mit dem nicht ganz unbekannten Trommler auf dem Schirm, der bei den Dreharbeiten ein Bondgirl ...
#7 Laurin 2017-08-21 13:01
@ Erlkönig:
Ja der besagte Film mit Schwarzenegger. Aber der lag mir nun nicht wirklich wie viele Filme von ihm. Ehrlich gesagt fällt mir von dem genannten Film gerade nicht einmal mehr grob die Handlung ein. :oops:

@ Mainstream:
Du glaubst garnicht, bei wie vielen Filmen quasi im Hintergrund ein versteckter politischer Sinn mitschwingt. Die Bezeichnung "faschistoid" trifft da durchaus manchmal den Kern. Man sollte hierzu die Bezeichnung nicht nur im geschichtlichen Sinne betrachten. Schaltet man in diesem Sinne aber das Hirn aus, war DIE CITY COBRA durchaus einer der Besten von Stallone. Und was die Senta Berger angeht, in einem ähnlichen Film, da lässt sich bestimmt noch was machen, denn den habe ich auch in meiner Sammlung. ;-)

@ Larandil:
Ja der Ringo mit der Barbara im Fellrausch, wie lang ist das schon her, wo ich den mal gesehen hatte. Mal schauen, ob ich mir den mal noch an Land ziehen werde. :-)
#8 Des Romero 2017-08-23 08:12
In seiner ursprünglichen Fassung war der Film über zwei Stunden lang und soll den Hauptdarstellern mehr Charaktertiefe verliehen haben. Auch war die Gewalt wesentlich intensiver und hat dem Film selbst in der gekürzten Fassung ein "Rated X" von der MPAA beschieden, was zu weiteren Kürzungen führte, um zumindest ein halbwegs verträgliches "R" zu bekommen. Durch den massiven Editierungsprozess kurz vor Kinostart ist es nicht verwunderlich, dass manche Szenen aneinandergestückelt wirken und dadurch Anschlussfehler auftauchen.
Es existiert ein seltener Workprint, aber auch diese kleine Dokumentation zeigt schon anschaulich, was aus diesem Film hätte werden können:
www.youtube.com/watch?v=iZLFgMKCo0w

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