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Supersieben - Oder der Mann mit den tausend Masken

Der Mann mit den tausend MaskenSupersieben ...
... oder der Mann mit den tausend Masken

Was hatte JAMES BOND 007 nicht alles angerichtet, als er die Kinos mit seinen Filmen geradezu stürmte. Am Anfang schenkte man der Sache wohl noch nicht viel Beachtung als 1962 JAMES BOND - 007 JAGT DR. NO in die Kinos kam (deutsche Erstaufführung Januar 1963). Doch die Serie der Erfolge dieser Spionageserie riss einfach nicht ab. 1963 folgte LIEBESGRÜSSE AUS MOSKAU und 1964 zog dann GOLDFINGER nach.


Der Mann mit den tausend MaskenZeit also, diesen Filmtrend gleich mal gewinnbringend zu kopieren.

Hierbei taten sich zu Anfang erst einmal Großbritannien und Italien hervor mit Filmen wie etwa MANCHE MÖGEN'S GEHEIM oder AGENTEN LASSEN BITTEN (Großbritannien) oder UNSER MANN IN RIO bzw. AGENT 777 (Italien).


Das Prinzip war dabei immer das gleiche. Der Held (ein Agent) war immer gut gekleidet, hatte ein weltmännisches Auftreten, erlebte seine Abenteuer an recht interessanten, internationalen Schauplätzen und wurde von schönen Frauen umschwärmt wie ein Hundehäufchen von Fliegen. Auch die Zahl "7" tauchte recht häufig hierbei als Anspielung auf die Zahl "007" seitens JAMES BOND gerne auf.

Zeit also, dass die Deutschen mit den Italienern den Kopf zusammen steckten und einen eigenen Agenten auf das Kino losließen. Um genau zu sein handelte es sich hier um die deutsche Roxy-Film GmbH & Co KG mit Sitz in München unter der Leitung von Ludwig Waldleitner und der italienischen Produktionsfirma European Rom von Emo Bistolfie, die in Koproduktion im April 1966 Paul Hubschmid als Agent "Supersieben" in den Einsatz schickten.

Man sollte bei dem Titel allerdings für die deutsche Premiere Gnade wallten lassen, denn der Film kam hier mit dem Titel DER MANN MIT DEN TAUSEND MASKEN ziemlich neutral in die Lichtspielhäuser. Dagegen setzten die Italiener direkt wieder den Zaunpfahl ein, in dem sie ihn unter dem Titel UPPERSEVEN L' UOMO DA UCCIDERE in ihre Kinos brachten. Übersetzt hieß der Titel übrigens SUPERSIEBEN, DER MANN, DER TÖTET, womit wir die Anspielung mit der Zahl "7" bzw. "007" gleich auf dem Filmplakat wieder verewigt sehen. Aber man beachte auch die offensichtliche Ähnlichkeit mit dem italienischen Titel von JAMES BOND JAGT DR. NO. Der lautete nämlich in Italien LICENZIA DI UCCIDERE, also "Lizenz zum Töten".

Der Mann mit den tausend MaskenDas Geld muss wohl locker gesessen haben:
Ein Kammerspiel war der Film DER MANN MIT DEN TAUSEND MASKEN jedenfalls nicht, denn die Drehorte waren recht internationaler Art, wie es sich für solch einen Film gehört. Da geht es in Kopenhagen los, gefolgt von London, Basel, Johannesburg und Kapstadt. Dann weiter mit einem Schlenker nach Rom und Ghana um dann hinterher mal wieder zum Abschluss in Rom zu landen. Die Reihenfolge mag im Film etwas anders sein, macht aber nichts, solange sie stimmig mit dem Film sind.

Damit dies auch alles wirkt, sieht man z.B. diverse wie auch markante Bauwerke wie den Big Ben, die Tower Bridge oder das Kolosseum in Rom um hier nur wenige Beispiele zu nennen. Das kostet natürlich Geld, wenn man internationale Drehorte in eine einzige Handlung hinein packt. Aber auch sonst muss das Geld für diese Filmproduktion locker gesessen haben, was man z.B. an den diversen Fortbewegungsmitteln sehen konnte. So steuert die Schauspielerin Karin Dor, die später auf der Seite der Bösewichte im Film MAN LEBT NUR ZWEIMAL als Helga Brandt in einem richtigen JAMES BOND Film mitspielte, hier einen roten MGB Cabrio. Neben Paul Hubschmied als Agent Paul Finney mit dem Decknamen "Supersieben" durfte sie dann auch noch hinter das Steuer eines Mercedes 300 SL Roadster, von dem damals nur insgesamt 1858 Stück gebaut wurden.

Anspielungen auf das große Vorbild JAMES BOND gab es in dem Film auch inhaltlich reichlich. So trägt der VW Bus am Grenzbereich der Schweiz ein recht zweideutiges Kennzeichen wenn man einmal die letzten drei Zahlen ins Auge fasst. Die Anspielung auf JAMES BOND ist in dem Kennzeichen BS 95007 hier jedenfalls recht interessant versteckt eingebaut worden. Weitere versteckte Hinweise auf JAMES BOND lassen sich also durchaus finden, wenn man nur recht genau darauf achtet. Als weiteres Beispiel sei hier die frühere Bekannte des Agenten genannt. Diese besagte Pauline bekommt nämlich von unserem Agenten Supersieben einige gehörige Ohrfeigen, die in der recht ähnlichen Szene in JAMES BOND - LIEBESGRÜSSE AUS MOSKAU für einige Kritiken sorgte. Und wenn man da genau hinsieht, dann tauchen sogar gewisse Ähnlichkeiten auf, die man in späteren JAMES BOND Filmen dann nochmals bewundern durfte. Man nehme hier nur die Verseuchung des Trinkwassers in Basel mit einem Virus im Film DER MANN MIT DEN TAUSEND MASKEN, was Fleming bereits in seinem Roman IM GEHEIMDIENST IHRER MAJESTÄT thematisiert hatte. Man hatte also neben den ersten drei Filmen auch die entsprechenden weiteren Romane von Fleming um seinen Geheimagenten JAMES BOND hier recht ausgiebig studiert.

Der Mann mit den tausend MaskenMan sollte es mit der Logik aber nicht zu genau nehmen:
Eigentlich sollte man dies in den seltensten Fällen bei Filmen tun, wenn man sich nicht selbst den Spaß an der Gesamthandlung nehmen möchte.

Doch hier sei z.B. auf die Sache mit dem Virus hingewiesen, den die Gangsterbraut Birgit (gespielt von Vivi Bach) von Kobras in Basel dem Trinkwasser zuführt. Hierzu bohrt sie mit einer Bohrmaschine eine Leitung an um den Virus mit einer Spritze dem Wasser hinzu zu fügen.

Lustiger Weise verschließt sie während des Vorgangs das kleine Loch mit dem Finger und selbst wenn sie den weg nimmt, tritt kein Wasser aus dem Rohr. Eigentlich kaum noch logisch zu erklären, denn solche Leitungen stehen eigentlich unter hohem Druck und das Wasser müsste in einem feinen Strahl und in hohem Bogen heraus schießen. Diese kleine Öffnung danach auch noch wieder sicher zu verschließen, dürfte hierbei ein glatter Wunschtraum der Filmemacher gewesen sein. Also, wer hat da vorher den Hahn zugedreht?

Auch in Afrika, oder um genauer zu sein, in der Basis des Gangsters Kobras scheinen nur Lebensmüde Kleinkriminelle ohne Zukunftsperspektive herum zu laufen. Denn als der Alarm wegen des Ausbruchs los geht, laufen diese in Scharen auf dem Gelände herum, wobei sie sehr genau darauf achten müssen, hier nicht in die unzähligen Lichtschranken zu laufen, weil sonst die automatischen Maschinengewehre wild um sich feuern und alles niedermähen, was des Lebens wohl überdrüssig erscheint.

Der Mann mit den tausend MaskenJeder ernst zu nehmende Gegner würde auf einen solchen Moment geradezu warten, denn er müsste (wie es auch im Film passiert) nur eine der Lichtschranken unterbrechen und die gesamte Bande bekommt im Sekundentakt neben jeder Menge Blei auch gleich die Engelsflügelchen verpasst. Zeigt dieses sogenannte "Sicherheitssystem" schon von seinem Aufbau her, dass hier ein Lebensmüder die Vorplanung scheinbar in Händen hatte, so  scheint das Wort "Vorsicht" bei den Gängstern im allgemeinen nicht gerade im Duden gestanden zu haben. Das innerhalb des Versteck eine Bombe tickte, kann man hier jedenfalls nicht alleine als Erklärung heran ziehen, weshalb sich alle gleichsam zum Abschuss frei geben, denn die liefen während der gesamten Zeit wahrlich nur planlos suchend zwischen den automatischen Geschütztürmen hin und her statt schnellstens vor der drohenden Explosion zu verschwinden, bis diese Dank unseres Superagenten dann freudig auch das Feuer eröffneten.

Ein weiterer Knackpunkt sind die diversen Latex-Masken unseres Agenten Supersieben. Das er da gerade mit einem solchen kleinen (angeblich) Hautfarbenen Teilchen herum hantiert, kann man mehr als gut sehen, wäre auch kein Problem, würde man nicht auch gleichzeitig sehen, dass das einfach nicht formschön gut gehen kann. Dies sieht man schon am Anfang recht schön, wo Hubschmid gleich mal in einer kleinen Doppelrolle daher kommt. Das er nämlich als älterer Geschäftsmann hier eine Maske trägt (obwohl dies angeblich das echte Gesicht des älteren Geschäftsmann darstellen soll), wäre nur dann nicht zu erkennen, wenn man bereits auf der Warteliste für den nächsten Blindenhund steht. Aber auch sonst wirkt gerade diese Maske angelegt in dieser Situation nicht wirklich glaubwürdig.

Und dann wäre noch das nette Liedchen, dass Rosalba Neri als Pauline unserem Superagenten auf der Gitarre vor zwitschert, bevor sie von ihm die Ohrfeigen kassiert. Nein, so schlecht hatte sie nicht gesungen das dem Agenten gleich die Hand ausgerutscht ist. Vielmehr muss man sagen, dass man als Zuschauer sehr gut merkt, dass sie in der Szene überhaupt nicht gesungen hat. Denn das dieses Liedchen nachträglich in die Tonspur eingebaut wurde, kann man am Klangbild mehr als gut nachvollziehen. Der Rest sind einige nette Lipenbewegungen der Schauspielerin und etwas zupfen am flotten Darm des Instrument.

Der Mann mit den tausend MaskenDoch wie oben schon mal gesagt, wenn man mit dem Film seinen Spaß haben und etwas in Nostalgie mit etwas JAMES BOND-Flair schwelgen will, dann sollte man nicht nur, sondern muss man einfach über solche kleinen Ungereimtheiten hinweg sehen können.

Schließlich muss man nämlich hier auch anerkennen, dass man sich damals richtig Mühe gegeben hatte, dem Zuschauer einen wirklich gelungenen Agentenfilm zu bieten, der neben der Action auch den nötigen verschmitzten Spaß herüber bringt, der dem der originalen JAMES BOND-Filmen wirklich nicht ganz unähnlich war.

Ähnlich wie Vivi Bach damals eine kleine Nebenrolle in einer Episode der deutschen SF-Serie RAUMPATROUILLE ORION inne hatte (Die Hautrolle spielte ja ihr Ehemann Dietmar Schönherr), so hat in diesem Agentenstreifen eben Dietmar Schönherr eine kleine Nebenrolle. Und Nein, er spielt weder einen der Gangster oder ähnliches, sondern er schleicht hier faktisch kurz durchs Bild als der Führer einer Besuchergruppe im Wasserwerk von Basel. Da fragte ich mich, ob er denn nicht auch gleich die Rolle von Supersieben hätte übernehmen können, aber lassen wir die Gedankenspiele. Hubschmid war damals durchaus eine Art Frauenschwarm in seinen Filmen und Schönherr wäre für die Rolle nicht locker genug herüber gekommen, denn in Szenen in denen er unter Druck gezeigt wird, fängt er (nicht nur auf der ORION) nämlich immer an los zu kläffen, als müsse er seinen Gegenüber gerade zusammen scheißen wie ein Personalchef mit Bluthochdruck. Da war Hubschmid dann doch um einiges lockerer in seiner Art zu spielen.

Doch kommen wir jetzt mal ganz schnell zur eigentlichen Handlung dieser doch recht gelungenen JAMES BOND-Kopie.

Der Mann mit den tausend MaskenFalschgeld, Diamanten und ein geheimes Raketenprogramm:
In Kopenhagen ist Paul Finney, der unter dem Codenamen Supersieben beim britischen Geheimdienst tätig ist, hinter einer Goldschmugglerbande her. Die agieren auf einem Firmengelände, auf das Finney maskiert vordringt um die Anlage in Flammen aufgehen zu lassen. Doch der eigentliche Kopf der Organisation, Kobras entkommt ihm nach einem Zweikampf doch.

Wirklich behindert hat Finney alias Supersieben Kobras allerdings nicht bei seinen Untaten, denn der macht sich gleich daran, mit seinem Auftraggeber Chen die nächsten Schritte der "Aktion A" durchzuführen und die sollen ihnen gleich eine Milliarde Dollar in die Kasse spülen. Gleich als Punkt 2 steht dann die Beseitigung von Supersieben mit auf dem Plan, bevor der ihnen wieder einen Strich durch die Rechnung machen könnte.

Zurück in Old London geht es für ihn erst einmal direkt zu seinem Chef Sir Richard um neue Instruktionen entgegen zu nehmen. Dabei trifft er auf seine frühere Bekannte Pauline, mit der er sich auch gleich verabredet. Doch vor einer sorglosen Nacht der Liebe bemerkt Supersieben, dass Pauline wohl mittlerweile im Auftrag von Kobras arbeitet und ihn in eine Falle locken soll. Aber ihm gelingt es mit ihrer eher unfreiwilligen Hilfe nicht nur sie, sondern auch die auf ihn wartenden Killer unschädlich zu machen.

Zurück bei Sir Richard wird er nicht nur mit einer neuen Ausrüstung ausgestattet, sondern lernt auch noch die hübsche Helen Fairnight vom CIA kennen, die gemeinsam mit ihm am nächsten Fall arbeiten soll. Denn man rechnet damit, dass Kobras sich an die Diamanten aus Südafrika heran machen will, die für genau eine Milliarde Dollar überführt werden sollen. Als Supersieben und Helen sich später schnell näher kommen, weiht er sie in die Geheimnisse seiner vielen Masken ein, mit denen er seine Gegner immer wieder zum Narren hält.

Kobras verhilft indessen dem verbrecherischen Juwelenschleifer Duke Robin zur Flucht per Helikopter aus dem Arbeitslager und seine Partnerin und Geliebte Birgit versucht anhand verschiedener Phantomzeichnungen Supersiebens tatsächliches Aussehen zu rekonstruieren. Doch die Befreiung von Robin soll Supersieben und Helen nur auf eine falsche Fährte nach Johannesburg in Südafrika locken. In Wahrheit bereitet Kobras bereits den Schmuggel von gefälschten US-Dollarscheinen in Stofftieren vor, um diese heimlich mit den echten US-Milliarden in einer Bank in Basel auszutauschen, mit denen eigentlich die Diamanten bezahlt werden sollen.

Der Mann mit den tausend MaskenUm den Austausch der Geldkasetten in Basel heimlich vonstatten gehen lassen zu können, greift Kobras zu einem perfiden Ablenkungsmanöver, indem Birgit die Trinkwasserversorgung mit einem tödlichen Virus verseucht, worauf eine wahre Epedemie ausbricht. Helen, die sich davon überzeugen will, dass die US-Banknoten noch vorhanden sind, kommt zu spät und glaubt vorerst, dass alles normal sei, bis auf den Umstand, dass der Wachmann scheinbar ebenfalls an diesem Virus im Trinkwasser verstorben ist.

In Kapstadt indessen setzt sich Supersieben getarnt als Marineoffizier auf die Spur des geflohenen Robin. Der hat dies aber längst entdeckt und setzt zur Flucht per Boot an, während Supersieben angegriffen wird. Zwar kann dieser seine Gegner überwinden, muss nun aber Robin bis zu einer nahe gelegenen Insel verfolgen. Dort erfährt Supersieben auch, dass das Geld inzwischen nach Rom gebracht wurde und erledigt seine Gegner. Robin, der nicht schnell genug fliehen kann, wird indessen von Kobras Killer Santos getötet.

In Rom angekommen trifft Supersieben wieder auf Helen, aber auch auf den Killer Santos, der ihm nach dem Leben trachtet. Auf einer halsbrecherischen Verfolgungsjagd erlangen jedoch unsere Agenten die Oberhand und können Santos ausschalten. Da Supersieben offiziell als Tod gilt, wobei es sich hier jedoch um eine Verwechslung handelt, kann dieser in die Maske von Santos schlüpfen und Kobras in seinem Versteck überraschen. Hier erfährt er auch, dass das gestohlene Geld in ein geheimes Projekt fließt, womit eine eigene Weltraumrakete ausgehend von Ghana in Afrika gestartet werden soll um so auch politisch eine pro westlich geprägte panafrikanische Union zu verhindern. Hinter diesem perfiden Plan steht ein asiatischer Machtblock, der Kobras unterstützt. Doch dieses mal fühlt sich Supersieben zu sicher und kann überwältigt werden.

In Kopenhagen wird indessen Helen gekidnappt. Kobras, verschleppt indessen Supersieben nach Ghana, direkt zu der geheimen Basis in der Nähe von Kumasi, wo man mit dem Raketenstart in den Weltraum das Verhältnis der Supermächte zu stören gedenkt. Dort in der unterirdischen Basis, wo sich auch der Mittelsmann der asiatischen Blockmacht aufhält, trifft Supersieben auch wieder auf die ebenfalls dort gefangen gehaltenen CIA-Agentin Helen.

Doch Supersieben hat mit einer versteckt mitgeführten Maske von Kobras noch einen Trumpf im Ärmel, überwältigt die Wache seiner Zelle, befreit Helen und setzt nun alles daran die Basis in der Maske des Verbrechers zu zerstören. Dabei kommt es auch zur Auseinandersetzung zwischen Kobras und Chen, der in einem Zweikampf endet, bis das die gesamte Basis durch die von Supersieben im Gürtel mitgeführten Bombe alles zerstört.

Der Plan des asiatischen Machtblocks in Afrika ist vereitelt, Kobras Tod und seine Organisation zerschlagen. Eigentlich könnten Supersieben und Helen nun in Rom einige schöne Tage verbringen. Doch dann platzt der Reifen des Wagens und ein italienischer Polizist fühlt sich im Anschluss auch noch von ihnen veralbert. Da hilft Supersieben leider auch keine Maskerade.

Der Mann mit den tausend MaskenMein persönliches Fazit:
Trotz so einiger kleiner Mängel handelt es sich bei dieser Koproduktion zwischen Deutschland und Italien um einen durchaus sehenswerten Beitrag aus dem Bereich der JAMES BOND-Nachahmer.

Vivi Bach sieht ganz niedlich aus als Gangsterbraut und Karin Dor zeigt bei der Entführung nicht nur sehr viel Bein sondern auch recht viel von ihrer schwarzen Reizwäsche.

Auch Paul Hubschmid als Superagent macht durchaus eine gute Figur, auch wenn er ab und an doch etwas behäbig erscheint und nicht so die Dynamik an den Tag legt, die z.B. Roger Moore trotz seines fortgeschrittenen Alters noch in seinen zwei letzten BOND-Filmen an den Tag legte.

Der feine deutsche Witz kann leider auch nicht immer punkten, da er doch mittlerweile etwas zu altbacken herüber kommt, aber auch da kann man ein Auge zudrücken, denn damals waren die Deutschen schon keine wirklichen Spaßkanonen auf internationalem Filmparkett.

Man muss einfach sehen, wer da alles im Kochtopf mit gerührt hat und dann kann man eigentlich schon etwas den Hut ziehen. Besonders was das gesamte Drumherum angeht, kommt der Film DER MANN MIT DEN TAUSEND MASKEN den damaligen Originalfilmen eines JAMES BOND durchaus recht nahe.

Spaß und eine nette Portion Action plus recht schöne Bilder aus den internationalen Drehorten ist vorhanden und das ist eigentlich genau das, womit der Film damals schon punkten konnte und auch sollte. Wenn man hier alles auf die Goldwaage legen würde und sich nur darauf konzentriert, die Haare in der Suppe zu suchen, bringt man sich eigentlich selbst um ein schönes filmisches Vergnügen. Daher mein Tipp: Film rein in den Player, geistig etwas herunter fahren und einfach Spaß an diesem filmischen Klassiker haben, dann ist der nostalgische Filmabend gerettet. Für ausgemachte Fans der alten JAMES BOND-Filmen und seinen diversen ähnlich gelagerten Ablegern ist der Film DER MANN MIT DEN TAUSEND MASKEN eh ein glattes Pflichtprogramm. Von mir gibt es jedenfalls für diesen Film ganze vier von offiziell fünf Punkten.
Der Mann mit den tausend Masken
Der Mann mit den tausend Masken
(Upperseven L'uomo da uccidere)
mit Paul Hubschmid, Karin Dor, Nando Gazzolo, Vivi Bach, Rosalba Neri, Guido Lollobrigida, Tom Felleghy, Brino Scipioni, Evi Rigano, Mario Maffei, Dietmar Schönherr u.a.
Regie und Drehbuch: Alberto de Martino
Produktion: Allessandro Gori
Genre: Action/Spionagefilm
Laufzeit: 99 Minuten
DVD/FSK: 12 Jahre
Extras: Pappschuber/24 seitiges Booklet
Vertrieb: Filmjuwelen/Alive
Deutschland/Italien 1966

Kommentare  

#1 Andreas Decker 2017-04-20 10:56
Die Eurospy-Filme können ganz witzig sein. Trotz ihrer parodistischen Elemente. Da punkteten neben den hübschen Mädchen die damals noch exotischen Schauplätze, bevor Neckermann sie anflog.

Ich habe letztens "Heisse Katzen" gesehen, mit Elke Sommer und Sylva Koscina. Da hat mich eigentlich nur das Drehbuch von Jimmy Sangster interessiert. War ganz nett, aber auch nur mehr vom selben.

Viele der Filme liefen früher im Fernsehen. Schade, dass sie nicht wiederholt werden. Ich habe da ein paar gute Erinnerungen dran, wie die OSS 117-Filme. Also die Originale, nicht die Parodie letztens. Obwohl die schon sehr spaßig war. Besser als der völlig verunglückte Man from Uncle.
#2 Laurin 2017-04-20 11:57
@ Andreas Decker:
Wenn die jetzt mal einen Kinofilm drehen, der sich um eine der alten Serien oder so dreht, kannst du sicher sein, dass es sich um eine Parodie handelt. Die kriegen einfach das Flair nicht mehr hin. Das ist in den USA so (siehe z.B. STARSKY & HUTSCH) oder die Parodie auf die alten JERRY COTTON-Filme hier (was eh eine Katastrophe war). Die Filme schaue ich mir schon nicht mehr an, weil es da zu viel verbrannte Erde gibt. Dann schon lieber solche alten Filme, wo man wenigstens sehen kann, dass sie sich Mühe gegeben haben, dem Original so nah wie möglich zu kommen, ohne gleich eine Kopie abzuliefern.

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