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JEAN MARAIS

Jean Marais (1913 - 1998)JEAN MARAIS
(1913 -– 1998)

Jean Marais wurde am 11. Dezember 1913 als Jean Alfred Villain-Marais in Cherbourg, Frankreich, geboren. Marais war fünf Jahre alt, als seine Eltern sich trennten. Gemeinsam mit seinem Bruder Henri wurde er von seiner Mutter, seiner Tante und seiner Großmutter in einem großen Haus in Le Vésinet bei Paris aufgezogen. Schon früh entwickelte er eine Leidenschaft für das Zeichnen und das Theaterspielen. Vom Gymnasium wurde er allerdings verwiesen. Seine berufliche Laufbahn begann Marais als Fotoretuscheur und Caddie auf einem Golfplatz.


Nachdem Marais bei der Aufnahmeprüfung des Konservatoriums gescheitert war, besuchte er die Schauspielkurse von Charles Dullin und bezahlte diese durch seine Tätigkeit als Statist in Dullins Theater.

1933 gab Marais in „ETIENNE“ sein Filmdebüt. Es folgten Filme wie „DANS LES RUES“ (1933), „LE SCANDALE“„LE BONHEUR“ (1934), "LES HOMMES NOUVEAUX“ (1936).
(1934),

1937 führte die Begegnung mit dem knapp 25 Jahre älteren Jean Cocteau zu einer Wendung in Jean Marais Karriere. Marais spielte Malcolm in „MACBETH“ und wurde von Jean Cocteau für die Erstaufführung von “LES CHEVALIERS DE LA TABLE RONDE“ (Die Ritter der Tafelrunde) engagiert.

Ein Jahr später feierte er mit dem Stück „DIE SCHRECKLICHEN ELTERN“ auf der Bühne des „Theatre des Ambassadeurs“ in Paris seinen ersten großen Triumph.

Die Freundschaft und Liebe zwischen dem Dichter und seinem Mimen, die in jenen Jahren begann, dauerte ein Vierteljahrhundert, bis Jean Cocteau am 11. Oktober 1963 verstarb.

1942 heiratete der Schauspieler Mila Parely von der er sich aber 1944 wieder scheiden ließ.

Jean Marais als das BiestNach Ende des Zweiten Weltkrieges gelang Marais mit Filmen wie „LA BELLE ET LA BETE“ (Die Schöne und die Bestie, 1946), der am 8. April 1947 seine Premiere in Deutschland hatte, ein Comeback.

Um ihren Vater zu retten, begibt sich das Mädchen Belle in die Klauen eines rätselhaften Ungeheuers.
Ihre Schönheit und Zuwendung brechen der Bestie das Herz - und lösen eine fantastische Verwandlung aus...

„Jean Cocteaus "Die Schöne und die Bestie" gehört zu den frühen Meisterwerken des poetischen Märchenfilms.
Die in stimmungsvollen Bildern erzählte Fabel über Erscheinung und Wesen, Hingabe und Treue, beruht auf einem Märchen von Madame Leprince de Beaumont aus dem Jahre 1757
(1)

 

Es folgten die Filme „RUY BLAS, DER GELIEBTE DER KÖNIGIN“ (1948), „DER DOPPELADLER“ (1948) oder „DAS GEHEIMNIS VON MAYERLING“ (1950) oder „ORPHEE“ (Orphee, 1950)

„Vielleicht waren meine besten Filmrollen die in ‚Orphee’ und in ‚La Belle et la Bete’. Aber das zu beurteilen, muss ich dem Publikum überlassen“ (2)

Nach Filmen wie „RENDEZVOUS IN PARIS“ (1950), „MÄNNER OHNE TRÄNEN“ (1953), „IM SCHLAFSAAL DER GROßEN MÄDCHEN“ (1953) oder „VERSAILLES – KÖNIGE UND FRAUEN“ (1954), gab Jeans Marais im Mai 1954 mit dem Cocteau - Stück „DIE HÖLLENMACHINE“ (La Machine Infernale) einige Gastspiele in Deutschland.

„Ich bin begierig, das deutsche Publikum kennen zu lernen. Die Liebe der Deutschen zum Theater und zur Kunst ist mir bekannt.
Es freut mich immer wieder festzustellen, dass meine Filme auch in Deutschland erfolgreich laufen.“ (3)

Jean Cocteau verarbeitet in seinem Drama „DIE HÖLLENMASCHINE“, das am 10. April 1934 im Théâtre Louis Jouvet in Paris uraufgeführt wurde, in freier Weise den antiken Ödipus-Stoff. Die Höllenmaschine ist die von den Göttern gewollte Katastrophe, der Ödipus nicht entrinnen kann.

Als junger Mensch befragt Ödipus das Delphische Orakel. Der Gott spricht: »Du wirst den Vater ermorden und die Mutter heiraten.« Deshalb glaubt er, er müsse Polybius und Merope meiden. Die Angst vor Vatermord und Inzest treiben ihn ins Verhängnis.

Bei seinem Herumziehen begegnet er eines Tages am Kreuzweg der Straßen von Delphi und Aulis einem Gefährt. Ein Pferd stößt ihn. Es entsteht Streit, ein Diener bedroht ihn; er wehrt sich durch einen Hieb mit dem Stock. Der Schlag verfehlt sein Ziel, und er hat den Herrn erschlagen.

Der tote Greis ist Laius, König von Theben. Der Vatermord ist geschehen. Das Gefolge fürchtet, in einen Hinterhalt geraten zu sein, und sucht das Weite. Ödipus ahnt nichts, er zieht weiter. Außerdem ist er jung, ein Schwärmer, bald hat er den Zwischenfall vergessen.
Als er einmal irgendwo rastet, erzählt man ihm von der Plage der Sphinx. Die Sphinx, »die geflügelte Jungfrau«, »die singende Hündin«, wütet unter der Jugend von Theben. Das Ungeheuer gibt ein Rätsel auf und tötet alle, die es nicht lösen können. Die Königin Jokaste, die Witwe des Laius, verspricht ihre Hand und ihre Krone dem Sieger über die Sphinx.

Doch es geschieht, dass der junge Ödipus als Sieger in Theben einzieht und die Königin zum Weib nimmt. Die Blutschande ist begangen.
Damit die Götter sich so recht amüsieren, muß ihr Opfer von sehr hoch herabstürzen. Jahre vergehen, voller Glück. Zwei Söhne, zwei Töchter machen die scheußliche Heirat noch ärger. Das Volk liebt seinen König. Aber das Unheil bricht los. Die Götter erheben Anklage gegen einen unbekannten Täter, daß er das Land beflecke, und verlangen seine Verfolgung. Unablässig nachforschend und wie berauscht von dem drohenden Unheil, gelangt Ödipus an das Ende der Sackgasse. Die Falle schließt sich. Alles wird klar. Jokaste erhängt sich an ihrer roten Schärpe. Mit der goldenen Brosche der erhängten Frau sticht sich Ödipus die Augen aus.

„Wir Schauspieler dürfen nie den Kontakt mit der Bühne verlieren. Das Theater erst schenkt die Möglichkeit, eine Rolle bis zur Vollendung zu entwickeln, ein Gefühl oder einen Gedanken zur Neige auszuschöpfen“ (4)

1955 gewann Marais seinen ersten BAMBI. 1956 und 1957 folgten zwei weitere BAMBIS.

Der Graf von Monte Christo1955 mimte Jean Marais einer seiner berühmtesten Rollen, die des Edmond Dantes in in  „DER GRAF VON MONTE CHRISTO“.

„Unser neuer ‚Graf von Monte Christo’, der als Farbfilm auf Eastman – Color entsteht, wird sich getreu an Alexandre Dumas halten. Ganz bewusst haben wir hier nichts geändert.
Natürlich sind wir bestrebt, den abenteuerlichen Stoff psychologisch zu vertiefen, die menschlichen Spannungen zu verdichten und dem romantischen Geschehen alles das zu geben, was nun einmal zur modernen Filmromantik gehört: Geheimnis, Glanz, Herz und den Sieg des Guten.“ (5)

Sein halbes Leben sitzt Edmond Dantès wegen angeblichen Hochverrats unschuldig im Kerker des berüchtigten Felsengefängnisses Chateau d'If.
Als sein Zellennachbar, der alte Abbé Faria, stirbt, lässt sich Edmond in dessen Leichensack ins Meer werfen. Von nun an nennt er sich Graf von Monte Christo und geht ans große Aufräumen. Er nimmt sich vor, seine Feinde mit ihren eigenen Mitteln zu ruinieren...

„Nach dem berühmten Roman von Alexandre Dumas d. Ä. entstand auch ein guter und bunter Abenteuer- und Historienfilm mit überraschend schönen Bildern, einiger Spannung, ausgewähltem Dekor und guten Darstellern.
Das spannende, ursprünglich als Zweiteiler konzipierte Werk von Robert Vernay ist eine der besten Verfilmungen des Romans.“ (6)

Danach folgen Filme u. a. die Filme  „DES KÖNIGS BESTER MANN“ (La tour, prends garde!,1957)

Anno 1742 führt Bayern mit Hilfe des französischen Königs Ludwig XV. Krieg gegen Österreich. Mit einer Komödiantentruppe tingelt der Hallodri La Tour (Jean Marais) durch die Heerlager. Seine Spottlieder verärgern den Herzog Saint Sever. Bevor es zum Duell zwischen ihnen kommt, wird der Herzog ermordet. Sterbend bittet er La Tour, sich um seine uneheliche Tochter Toinon zu kümmern. La Tour verspricht das ­ nicht ahnend, daß er sich damit mächtige Feinde macht…

„JEDER TAG BIRGT EIN GEHEIMNIS“ (Chaque jour a son secret, 1958)

Der Pariser Archäologe André Lezcano hat in Brasilien die französische Kollegin Cora geheiratet und sie kurz danach bei einem Flugzeugunglück über dem Amazonas-Gebiet verloren. Doch drei Jahre später kommt Cora nach Paris zurück - Eingeborene hatten sie gefunden und gesund gepflegt.  Doch nicht André erwartet sie am Flughafen Orly, sondern sein Bruder Xavier. Der Empfang ist mehr als kühl, seine Auskünfte über André geheimnisvoll. Doch nach und nach kommen sich die beiden näher und Cora erfährt, dass André wieder geheiratet hat und vor einem Jahr an einem Herzschlag verstorben sei.
Die Art seines Todes beunruhigt Cora. Sie erkennt seltsame Parallelen zu einem Ritual brasilianischer Indianer, bei dem der Tod eines Menschen nur vorgetäuscht wurde,

Jean Marais und Sabine Sesselmannals Henri de Lagardère in  „RITTER DER NACHT“ (Le Bossu,  1959)

„Zuerst war er ja etwas zurückhaltend, als ihm das blonde Ding aus Deutschland als Partnerin vorgesetzt wurde, aber das legte sich bald, und er wurde der reizendste und aufmerksamste Kollege, den man sich nur wünschen kann.“  (7)

Herzog Nevers soll eine Cousine des Königs heiraten, ist aber heimlich schon lange vermählt. Er flieht, wird aber von einem Verfolger ermordet. Dieser heiratet Nevers ahnungslose Frau (Sabina Sesselmann).
Seine Tochter Aurora (auch Sabine Sesselmann) wächst bei Nevers Freund Henri de Lagardere (Jean Marais) verborgen zu einer Schönheit heran.

„Packender Abenteuerfilm.“  (8)


oder „DIE PRINZESSIN VON CLEVE“  (La Princesse de Clèves, 1960)

Frankreich im Jahr 1559. Der Hof Henris II. feiert im Louvre die Hochzeit des 40-jährigen Prinzen von Cleve mit der blutjungen und schönen Mademoiselle de Chartres, eine der besten Partien Frankreichs.
Auf Aufforderung des Königs tanzt die Prinzessin mit dem Duc de Nemours, dem schönsten Mann am Hofe, in den alle Frauen verliebt sind. Sie weiß nicht, mit wem sie tanzt, aber für beide ist es Liebe auf den ersten Blick.
Dem Prinzen ist die Verwirrung seiner Frau nicht entgangen. Um der höfischen Intrigen und einer wahrscheinlichen Entdeckung zu entgehen, überredet die Prinzessin ihn, sich auf dem Land niederzulassen.
Während einer Treibjagd setzt sich Nemours ab und reitet zur Residenz seiner Angebeteten. Im Schlosspark wird er Zeuge eines Geständnisses: Die Prinzessin offenbart ihrem Mann ihre Gefühle, ohne einen Namen zu nennen,

Anfang der 1960er Jahre war der Schauspieler vorwiegend in Abenteuerfilmen wie „LE MIRACLE DES LOUPS“ (Im Zeichen der Lilie“ (1961), „LES MYSTERES DE PARIS“ (Der Graf mit der eisernen Maske, 1962) oder „LE MASQUE DE FER“ (Die eiserne Maske“ (1962) zu sehen.

Fantomas1964 mimte Jean Marais in „FANTOMAS“ (1964) eine Doppelrolle. Zum einen mimte er den Journalisten Fandor, zum anderen den Superverbrecher Fantomas.

Der wahnwitzige Schurke Fantomas führt mit immer neuen Tricks ganz Frankreich und dessen Polizei an der Nase herum. Doch Kommissar Juve ist dem Superverbrecher hartnäckig auf den Fersen.
Aber auch Journalist Fandor möchte Fantomas gerne enttarnen und spielt deshalb mit gezinkten Karten: Als er mit einem erfundenen Interview Fantomas lächerlich macht, rächt sich dieser auf seine Weise...


"André Hunebelle inszenierte den ersten von insgesamt drei weniger gruseligen als zotenhaften "Fantomas"-Spielfilmen und verbuchte mit dieser Produktion einen enormen Erfolg.
Der Grund dafür liegt zum einen an dem durchdachten und originellen Drehbuch sowie an der straffen Inszenierung. Zum anderen liefern Louis de Funès und Jean Marais eine Glanzleistung in punkto Schauspielleistung und Timing ab, auch wenn De Funès mit seinen übertriebenen Gesten manchmal am Rande des Erträglichen wirkt.“ (9)

Der Film war ein so großer Erfolgt, dass noch zwei FANTOMAS - Fortsetzungen gedreht wurden, wieder mit Marais als Fantomas und Fandor.


„FANTOMAS GEGEN INTERPOL“ (1965)

Noch immer ist Fantomas, das Verbrechergenie mit der Maske, auf freiem Fuß. Diesmal bringt er Professor Marchand in seine Gewalt, der todbringende Strahlen erfunden hat. Der Verbrecher will sich damit die Weltherrschaft an sich reißen.
Doch Widerstand regt sich: Kommissar Juve von der Pariser Polizei, der Journalist Fandor, und seine Braut, die Fotografin Hélène, sehen dem kriminellen Treiben nicht tatenlos zu.
Bis sie Professor Marchand aus Fantomas' Klauen befreien können, geraten sie allerdings erst einmal selbst in Gefangenschaft - und damit höchste Lebensgefahr...


„Auch der zweite der drei "Fantomas"-Filme von André Hunebelle bietet einen für die Entstehungszeit temporeichen Mix aus Krimi-Spannung, Action und Humor.
Wie schon im ersten Teil läuft am Ende alles auf eine gigantische Verfolgungsjagd hinaus. Die Spezialeffekte sind nach heutigen Maßstäben schauerlich, doch ihren Reiz beziehen die Fantomas-Filme auch aus dem naiven Charme, der sich aus ihrer vollkommenen Künstlichkeit ergibt.“ (10)

Fantomas bedroht die Weltsowie “FANTOMAS GEGEN SCOTLAND YARD/FANTOMAS BEDROHT DIE WELT” (1967).

Zudem mimte er den Agenten STANISLAS in den beiden Filmen „GEHEIMAGENT S. SCHLÄGT ZU“ (1963) und „RENDEZVOUS DER KILLER“ (1965) und den SIMON TEMPLAR   in „DER LORD MIT DER MP“ (1966).

1970 stand er in dem Fantasy – Film  „ESELSHAUS“ ein  einziges Mal mit Catherine Deneuve vor der Kamera.

Nach dem Tod der Königin hält der König nur eine einzige Frau für würdig, seine neue Gemahlin zu werden: die eigene Tochter.
Doch die hört auf den Rat der Fee Lilas, von einer solchen Bindung abzusehen, und flieht. Um unerkannt zu bleiben, versteckt sie sich unter einer Eselshaut. Doch ein junger Prinz macht sich auf die Suche nach ihr.

„Jacques Demy inszenierte diese skurrile Fee-Geschichte frei nach einem Märchen von Charles Perrault (1628 - 1703), der besonders mit seinem Werk "Contes de ma mère l’oie" ("Märchen meiner Mutter Gans") berühmt wurde.
Mit viel Musik, Witz, Tempo und prächtigen Kostümen gedreht, überzeugen hier besonders Catherine Deneuve (sie spielt auch die vom Tod gezeichnete erste Königin) als Königstochter auf der Flucht und Jean Marais in der Rolle des Königs.“ (11)

In den 1970er und 1980er Jahren war Jean Marais vorwiegend fürs Fernsehen tätig, so u. a. in den TV – Filmen „VAINCRE A OLYMPIE“ (1977), „LES PARENTS TERRIBLES“ (1980), „CHER MENTEUR“ (1982) oder die Titelrolle in dem TV - Erfolg „CAGLIOSTRO“ (1973).

April 1770. Nahe der deutsch-französischen Grenze treffen sich in Schloss Fernbach einige höchst einflussreiche Männer, die sich zum Ziel gesetzt haben, die bestehende Gesellschaftsordnung in Frankreich abzuschaffen.
Die mächtige Monarchie des Landes soll durch eine Revolution gestürzt werden, um auf ihren Trümmern ein humaneres, durch Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit beherrschtes Frankreich entstehen zu lassen. Sie nennen sich Zirkel der Erneuerer. Einer ihrer führenden Köpfe ist Graf Alessandro di Cagliostro, falls dies sein wirklicher Name sein sollte.
Ungewiss wie sein Name bleibt aber auch seine Herkunft. Da er offensichtlich bei den Banken von Mailand, Rotterdam, Frankfurt und London über unbegrenzte Geldmittel verfügt, steht er im Ruf, Gold machen zu können.
Über seine hellseherischen und magischen Fähigkeiten wird an sämtlichen Höfen Europas gesprochen. Cagliostro, der sich auch Baron Joseph Balsamo oder Graf Phönix nennt, erscheint in ganz Europa in einem undurchsichtigen, geheimnisvollen Licht. Der Plan des Zirkels sieht vor, die Verschwörung gegen das Königshaus direkt nach Versailles zu tragen.
So findet Cagliostro Eingang am königlichen Hof, wo er durch raffiniert gesponnene Intrigen versucht, den Ruf und das Ansehen König Ludwigs XV. zu schädigen. Die Situation dafür erscheint günstig, da die gegenwärtige Mätresse des Königs, Jeanne Dubarry, eine Bürgerliche, die durch eine vom König veranlasste Heirat geadelt wurde, vom Volk gehasst und vom Adel verachtet wird.
Dieser Hass soll gesteigert werden bis hin zur offenen Empörung, die der Revolution den Weg bereiten soll. So zieht Cagliostro ohne Skrupel selbst hochgestellte Persönlichkeiten in sein Spiel und benutzt den Marschall Richelieu als ahnungslose Schachfigur für seine umstürzlerischen Pläne. Mit der Hilfe Richelieus versucht Cagliostro, der Gräfin Dubarry die offizielle Vorstellung bei Hofe zu ermöglichen.
Ein nahezu aussichtsloses Vorhaben, da die Etikette, die den Hof von Versailles regiert, dafür eine adlige Patin vorschreibt. Der gesamte Adel Frankreichs hat sich in diesem Punkt gegen die Dubarry verschworen, keine Dame von Rang ist bereit, der Mätresse des Königs diesen entscheidenden Dienst zu erweisen. Cagliostro gelingt es dennoch, eine geeignete Person zu finden: Gräfin de Béarn.

1993 spielte Jean Marais zum 30. Todesjahr von Cocteau dessen Stück „LES MONSTRES SACRES" im „Bouffes Parisiens“ in Paris auf. An Marais` Seite: Michele Morgan, ebenfalls eine Legende des französischen Theaters und Films.

Drei Jahre später war der Schauspieler in „STEALING BEAUTY“ (Gefühl und Verführung, 1996) in seiner letzten Filmrolle zu sehen.

Jean Marais verstarb am 8. November 1998 in Cannes, Alpes Maritimes.


(1) Prisma Online
(2) Jean Marais
(3) Jean Marais
(4) Jean Marais
(5) Jean Marais
(6) Prisma Online
(7) Sabine Sesselmann
(8) Filmdatenbank
(9) Prisma Online
(10) Prisma Online
(11) Prisma Online

 

© 2009 by Ingo Löchel

Bilder : Archiv des Autors

 


FILMOGRAPHIE

1. Étienne (1933)
2. L’ Épervier (1933)
3. Dans les rues/ Song of the Street (1933)
4. Scandale, Le (1934)
5. L’Aventurier (1934)
6. Le Bonheur  (1934)
7. Les Hommes nouveaux (1936)
8. Nuits de feu/ Unter Mordverdacht (1937)
9. Drôle de drame ou L'étrange aventure de Docteur Molyneux/ Ein sonderbarer Fall (1937)
10. Abus de confiance/ Vertrauensbruch (1938)
11. Le Pavillon brûle (1941)
12. Le Lit à colonnes  (1942)
13. L’Éternel retour/ Der ewige Bann (1943)
14. Voyage sans espoir/ Reise ohne Hoffnung (1943)
15. Carmen/ Carmen (1945)
16. La Belle et la bête/ Es war einmal - Die Schöne und die Bestie (1946)
17. Les Chouans/ The Royalists (1947)
18. Ruy Blas/ Ruy Blas, der Geliebte der Königin (1948)
19. L’Aigle à deux têtes / Der Doppeladler (1948)
20. Aux yeux du souvenir/ Treffpunkt Rio (1948)
21. Les Parents terribles/ Die schrecklichen Eltern (1948)
22. Secret de Mayerling/ Das Geheimnis von Mayerling (1949)
23. Coriolan (1950)
24. Orphée/ Orphée (1950))
25. Le Château de verre/ Rendezvous in Paris (1950)
26. Les Miracles n'ont lieu qu'une fois/ Miracles Only Happen Once (1951)
27. Nez de cuir/ Leathernose (1952)
28. Amants de minuit/ The Lovers of Midnight (1953)
29. La Voce del silenzio/ Männer ohne Tränen (1953)
30. L’Appel du destin  (1953)
31. Dortoir des grandes/ Im Schlafsaal der großen Mädchen (1953)
32. Julietta/ Julietta (1953)
33. Le Guérisseur/ Der Arzt und das Mädchen (1954)
34. Si Versailles m'était conté/ Versailles - Könige und Frauen (1954)
35. Futures vedettes/ Joy of Living (1955)
36. Le Comte de Monte-Cristo/Der Graf von Monte Christo (1955)
37. Napoléon/ Napoléon (1955)
38. Si Paris nous était conté/ If Paris Were Told to Us (1956)
39. Toute la ville accuse/ The Whole Town Accuses (1956)
40. Goubbiah, mon amour (1956)
41. Elena et les hommes/ Weiße Margeriten (1956)
42. Typhon sur Nagasaki/ Typhoon Over Nagasaki (1957)
43. S.O.S. Noronha (1957)
44. Le Notti bianche/ Weiße Nächte (1957)
45. Un amour de poche/ Alchimie der Liebe (1957)
46. La Tour, prends garde!/ Des Königs bester Mann (1958)
47. Chaque jour a son secret/ Jeder Tag birgt ein Geheimnis (1958)
48. La Vie à deux Das Leben zu Zweit (1958)
49. Le Bossu/ Ritter der Nacht (1959)
50. Le Testament d'Orphée, ou ne me demandez pas pourquoi!/ Das Testament des Orpheus (1960)
51. Austerlitz/ Austerlitz - Glanz einer Kaiserkrone (1960
52. Le Capitan/ Captain Blood (1960)
53. La Princesse de Clèves/ Die Prinzessin von Cleve (1961)
54. Le Capitaine Fracasse/ Fracasse, der freche Kavalier (1961)
55. Le Miracle des loups/ Im Zeichen der Lilie (1961)
56. Napoléon II, l'aiglon/ Kaiserliche Hoheit (1961)
57. Il Ratto delle sabine/ Der Raub der Sabinerinnen (1961)
58. Ponzio Pilato/ Pontius Pilatus - Der Statthalter des Grauens (1962)
59. Les Mystères de Paris/Der Graf mit der eisernen Faust (1962)
60. Le Masque de fer/Die Eiserne Maske (1962)
61. Cherchez l'idole/ Das  Idol (1963)
62. L’Honorable Stanislas, agent secret/ Geheimagent S. schlägt zu (1963)
63. Patate/ Friend of the Family (1964)
64. Fantômas/ Fantomas (1964)
65. Gentleman de Cocody, Le/ Pulverfaß und Diamanten (1965)
66. Train d'enfer/ Operation Double Cross (1965)
67. Fantômas se déchaîne/ Fantomas gegen Interpol (1965)
68. Pleins feux sur Stanislas/ Rendezvous der Killer (1965)
69. Sept hommes et une garce/ Sieben Männer und eine Frau (1966)
70. Le Saint prend l'affût/ Der Lord mit der MP (1966)
71. Fantômas contre Scotland Yard/ Fantomas gegen Scotland Yard/Fantomas bedroht die Welt (1967)
72. Le Démoniaque/ Mord im Grandhotel (1968)
73. Le Jouet criminel (1969)
74. Le Paria/ Diamond Rush (1969)
75. La Provocation (1970)
76. Peau d'âne/ Eselshaut (1970)
77. Vaincre à Olympie (1977) (TV)
78. Cagliostro (1978)
79. Les Parents terribles (1980) (TV)
80. Cher menteur (1982) (TV)
81. Parking (1985)
82. Lien de parenté (1986)
83. Les Enfants du naufrageur/ Ein Fall für die Inselkinder (1992)
84. Les Misérables (1995)
85. Stealing Beauty/ Gefühl und Verführung (1996)

 

FERNSEHEN

1. Joseph Balsamo/Cagliostro (1973) Mini-Serie
2. Karatekas and co (1973) Mini-Serie

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